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Pferdeanhängertest WM Meyer Nevada Aluminium: Edel-Ästhetik und Langlebigkeit

Von Doris Jessen, geschrieben am 8. August 2009

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Edel und doch robust – diese beiden Eigenschaften verbindet der Pferdeanhänger Nevada Aluminium von WM Meyer. Hier sind alle strategisch wichtigen Teile aus Aluminium und Edelstahl, so dass im Grunde nichts mehr kaputt gehen kann. 

Wer sich für das Pferdeanhänger-Modell Nevada Aluminium des 1965 gegründeten bayerischen Anhängerherstellers WM Meyer entscheidet, wird sicherlich für lange Zeit „ausgesorgt“ haben: Denn zum bereits weit verbreiteten 21 mm starken Aluminiumprofilboden mit robustem Gummibelag und Aluminiumwänden setzt WM Meyer für die Haltbarkeit und noble Eleganz mit der großzügigen Verwendung von Edelstahl noch einen drauf: So sind der Heckrahmen inklusive Rampenscharnier sowie alle Träger, Schrauben und Muttern aus diesem glänzend-unverrottbaren Material. Vor allem das stark belastete Scharnier, an dem sich zwangsläufig Kot und Urin sammeln, verspricht eine lange Lebensdauer. Diese Konstruktionsmerkmale gelten im Übrigen für alle WM Meyer-Anhänger und nicht nur für das Spitzenmodell Nevada Alu, das in diesem Testbericht vorgestellt wird.

Optisch aus einem Guss

Um sich vom Wettbewerb zu unterscheiden, setzt WM Meyer bei den Seitenwänden fein gerippte Aluminium-Profile in einer Stärke von 25 mm ein, die aus einigen Metern Entfernung betrachtet optisch als eine geschlossene Fläche erscheinen. WM_Meyer_Nevada_HeckstrebeDiese wird auch nicht durch Seitenverstrebungen unterbrochen, lediglich die Heckbeleuchtung ist komplett in jeweils einer verzinkten Stahlstrebe links und rechts von der Rampe eingelassen. Da hier alles aus einem Guss ist, kann auch kein Pferdehuf darin hängen bleiben. Innen sind die Alu-Wände im Testfahrzeug mit einem 75 cm hohen und acht mm starkem Kunststoff-Trittschutz (340 Euro) beschichtet.

Auch die Dachhaube des Pferdeanhängers hat eine flotte, geschwungene Form. Sie ist im Frontbereich mit 2,45 m Höhe etwa zwei bis drei Zentimeter höher als in der Mitte, steigt aber am Heck für ein komfortables Einsteigen der Pferde wieder etwas an. Neben den rein ästhetischen Aspekten soll diese Form ebenso wie der Bug die aerodynamischen Werte des Fahrzeugs verbessern. Dieselbe Linie wiederholt der Hersteller durch eine Grafik an der Seitenwand, um der Optik insgesamt Schwung zu verleihen. Der durchschnittliche Verbrauch des Nissan X-Trail lag im kombinierten Betrieb auf Landstraßen und Autobahnen bei rund 10 Litern Diesel pro 100 km. Diese Menge hat das Fahrzeug aber auch mit anderen Anhängern ähnlicher Form verbraucht.




WM_Meyer_Nevada_AluDachFür viele Reiter mit großen Warmblütern sind die Zuladung und das Platzangebot im Pferdeanhänger wichtig: Mit etwa 830 kg Leergewicht inklusive der gesamten Inneneinrichtung bringt der Anhänger 2.500 kg zulässiges Gesamtgewicht auf die Waage und ermöglicht damit eine üppige Nutzlast. Auch passt noch gut ein Mensch zwischen Bruststange und Sattelkammer, um die Pferde beim Verladen anzubinden oder ihnen Hafer in die Futterkrippe zu schütten.

Superleicht bedienbar

Auffallend am Nevada ist die Bedienungsfreundlichkeit. Alle Rampenriegel, verstellbaren Brust- und Heckstangen sowie Schnappverschlüsse an den Türen funktionieren ohne Rucken und Drücken. Das erleichtert das sichere Verladen, weil die hinteren Stangen mit einem Griff leicht in das vorgesehene Gegenstück hinein gleiten. Die Heckrampe (mit drei Streben) ist trotz ihrer massiven Bauweise federleicht anzuheben und zu schließen. An der Heckplane befindet sich eine extra lange Strippe, die auch kleinere Personen leicht erreichen können.

Die Sattelkammertür – etwas extravagant nach oben schwingend – hat sich nach anfänglichen Bedenken doch als praktisch erwiesen. Vor allem im Regen hantiert man beim Einräumen trockenen Hauptes. Lediglich Menschen über 1,80 m müssen ihren Kopf direkt an der Wand ein wenig einziehen, woran man sich aber schnell gewöhnt. Wichtig ist, dass die Pferde nicht mit der Klappe kollidieren, selbst wenn sie an der praktischen Anbindestange (94 Euro) stehen.


Intelligent ausgestattete Sattelkammer

Sehr durchdacht ist auch die Innenausstattung der Sattelkammer, die im Test-Pferdeanhänger in der Westernausführung (119 Euro) eingebaut war. Diese ermöglicht durch die besonders breite Tür ein sehr bequemes Beladen . Neben den großen, leicht auszieh- und arretierbaren Westernsattelhaltern mit unten angebrachten Bügelhaltern gibt es zwei Edelstahlstangen, um darauf Decken aller Art ordentlich unterzubringen.

WM_Meyer_Nevada_B__gelaufh__ngungWM-Nevada-Reno-SK-255x300So findet auch auf Turnierfahrten – im Übrigen auch für Nicht-Westernreiter – alles seinen Platz. Lediglich die Trensen auf den Haken wurden dadurch etwas eingeengt. Schön wäre es, wenn das Zaumzeug im Bug untergebracht werden könnte, dessen Raum wie in den meisten anderen Anhängern ohnehin nicht voll ausgenutzt werden kann. Allerdings erfordert dies nach Aussage des Herstellers eine Verstärkung des einfachen Polyesters. Sinnvoll ist das Hinweisschild, dass Innenraum und Sattelkammer konstruktionsbedingt nicht hundertprozentig wasserdicht sind und man daher von Beginn an darauf achten sollte, keine wasserempfindlichen Gegenstände auf dem Boden zu lagern. Bei Nacht sorgt eine Lampe für hellen Durchblick bis in die letzte Ecke.

Schade ist, dass die Inspektionstür nicht festgestellt werden kann und daher bei schrägem Stand oder Windzug leicht zufällt. Hier könnte WM Meyer noch etwas nachbessern. Auch fehlen praktische Rangiergriffe, um das Fahrzeug zum Beispiel mit der Hand passgenau über dem Kupplungskopf des Zugfahrzeuges zu positionieren.

Leichtes Dahinrollen

Während die bis jetzt beschriebenen Details überwiegend im Bereich des Geschmacks anzusiedeln sind, wird es beim Fahrverhalten als Qualitätsmerkmal natürlich ernst, weil dies in mehrfacher Hinsicht auch ein Sicherheitskriterium darstellt. WM Meyer setzt bei allen seinen Pferdeanhängern auf das selbst entwickelte Challenge-Fahrwerk, das mit einem massiven geschweißten und verzinkten V-Deichselrahmen für sehr gute Stabilität und angenehme Laufruhe sorgt. Vier Radstoßdämpfer, im Nevada serienmäßig, erlauben auch eine 100km/h-Zulassung, die durch die im Testfahrzeug eingebaute Antischlingerkupplung (270 Euro) auch mit etwas leichteren Zugfahrzeugen erreicht wird.

Während die Vorwärtsfahrt das reine Vergnügen ist, sollte man das Rückwärts-Rangieren vor allem in enge Lücken ein wenig üben: Sobald der Anhänger einen nicht allzu großen Winkel zum Zugfahrzeug erreicht hat, lässt er sich nicht mehr zurücklenken. Man muss also sehr feinfühlig einschlagen und sofort nach der ersten Reaktion wieder gerade lenken.

Sicherheit durch Antischlinger-Kupplung

Das Ankuppeln an das Zugfahrzeug war mit der Alko-Antischlingerkupplung zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, weil man hier über dem Standardgriff mit grünem Kontrollfenster einen zusätzlichen schweren Hebel fest andrücken muss, um die gewünschte Wirkung zu erhalten: Dieser Druck presst dann vier spezielle Reibbeläge von links, rechts, hinten und vorne fest an die Anhängerkugel des Zugfahrzeuges, so dass sich das Gespann vor allem in Notsituationen schneller wieder beruhigen soll – was wir aber aus Sicherheitsgründen nicht getestet haben. Leider quietschte das gesamte System in engen Kurven ein wenig, was anfangs etwas beunruhigte. Da aber auch bei genauer Begutachtung keine Probleme auftraten, fiel dies weiter nicht ins Gewicht. Aber Achtung: Auf keinen Fall darf man (zum Beispiel um das Quietschen zu vermeiden) den Kugelkopf schmieren, weil dann die stabilisierende Wirkung verloren geht. Was die Aussage auf der Website von Al-Ko betrifft, dass „Pendel- oder Nickbewegungen bereits im Ansatz wirkungsvoll unterdrückt werden“, so konnten wir hier keine besonderen Unterschiede zu anderen Fahrzeugen feststellen.

Da die gesamte Kupplungskonstruktion sehr viel breiter ist als die herkömmlichen Kupplungen, benötigt man ein ebenfalls von Al-Ko speziell geliefertes Sicherheitsschloss. Vorteil gegenüber den üblichen Kastenschlössern ist, dass auch am Fahrzeug angekuppelte Anhänger zu sichern sind.

Fazit

Der Aluminium-Pferdeanhänger Nevada von WM Meyer punktet nicht nur durch die mittlerweile auch bei anderen Herstellern erhältliche Vollalu-Ausstattung, sondern zusätzlich durch die eleganten und zugleich robusten Edelstahlteile sowie die gute Straßenlage. Für Vielreiser und Turnierreiter bewährt sich die intelligent ausgestattete Sattelkammer. Der Preis für die Basisversion beläuft sich auf 6.869 Euro, für die im Testfahrzeug gebotene, durchaus luxuriöse Zusatzausstattung müsste man 7.664 Euro bezahlen. Damit liegt das Fahrzeug im günstigen Bereich des Wettbewerbsumfeldes.

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