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Pferdeanhängertest WM Meyer Montana Alu: Schickes Mittelklasse-Modell

Von Doris Jessen, geschrieben am 10. August 2011

Böckmann-Esprit

1c_WM_Meyer_Montana_links3Mit seinem Mittelklassemodell Montana, das für diesen Testbericht in der Aluminiumausführung zur Verfügung stand, bietet der bayerische Hersteller WM Meyer einen robusten und praktischen Pferdeanhänger. Hervorzuheben ist das sehr gute Fahrverhalten und die Langlebigkeit durch den Aluminiumaufbau und -Boden sowie die Edelstahlausstattung beim Heckrahmen und den Rampenscharnieren.

Glänzender Auftritt: Aluminium und Edelstahl

Immer mehr Käufer von Pferdeanhängern entscheiden sich heute für das robuste und daher sehr langlebige Material Aluminium. Der Hersteller WM Meyer stellt die 25 mm starken und 1,5 m hohen Seitenwände in solide Aluminiumprofile und verleiht diesen Modellen außerdem noch etwas Eleganz, weil er die üblicherweise glatten Wandprofile in Längsrichtung riffelt, so dass aus einigen Metern Entfernung der Eindruck einer durchgehenden Fläche entsteht. Damit heben sich alle Meyer-Alu-Modelle – so auch das Mittelklassemodell Montana – vom Wettbewerb ab. Praktischer Vorteil: Etwaige Kratzer sind kaum zu sehen. Wer seinen Aluminiumanhänger also viele Jahre nützen möchte, wird dafür sicherlich dankbar sein, passiert es doch recht schnell, dass sich zum Beispiel ein angebundenes Pferd einmal am Anhänger scheuert oder man zu nahe an Büschen parkt.

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Glänzende Edelstahlscharniere

Auch beim Montana bleibt WM Meyer seiner Edelstahlphilosophie treu: zahlreiche tragende Teile bestehen aus diesem rostfreiem und hochglänzenden Material, das sich zudem gut reinigen lässt. Dazu gehören der Heckrahmen, die Rampenscharniere und alle Schrauben, Muttern und Rampenträger.

Der Boden des Montana Alu besteht serienmäßig aus 21 mm starken Aluprofilen, die mit 8 mm dickem Gummiboden fest belegt und versiegelt sind. Im Test standen die Pferde gut und sicher auf dem griffigen Belag. Mit dem Aluboden ist einer der bekanntesten „Knackpunkte“ aller Pferdeanhänger ebenfalls auf Robustheit ausgelegt.

Die Langlebigkeit wird auch durch die 75 cm hohen Seitentrittschutzwände (Zusatzausstattung 367 Euro) aus schlagfestem Kunststoff noch unterstützt, die selbst Hufeisen standhalten.

Flottes Dachdesign

Seit Anfang 2011 ist die schwungvolle Dachform, die laut Hersteller aerodynamisch sein soll. Auch wenn sich dies im Kraftstoffverbrauch kaum bemerkbar machte, bleiben doch immer noch zwei Vorteile: Der extravagantere Auftritt und das größere Raumangebot im Kopfbereich: Mit 2,34 m Höhe hat der Montana gegenüber der alten Dachkonstruktion um vier Zentimeter zugelegt und bietet auch größeren Warmblütern gut Platz nach oben.

Durch die fünffach klappbaren, getönten Fenster ist genügend Luftaustausch gewährleistet, so dass die Pferde auch nach mehrstündigen Fahrten in warmem Sommerwetter trocken ankommen.

Einsteigen bitte!

Etwas knapp ist dagegen der Platz zwischen Bruststange und Sattelkammer auf der linken Seite des Anhängers, der ein Innenmaß von 3,05 m aufweist. Das ist im Vergleich zu seinem „größeren Bruder“, dem Modell Nevada, 20 cm weniger. Den Platz-Kompromiss machen hier allerdings weniger die Pferde, sondern das menschliche Begleitpersonal beim Anbinden der Tiere.

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Innenraum mit Seitentrittschutz

Das Boxengestänge mit Panikentriegelung ist mit einer durchsichtigen PVC-Trennwand ausgestattet, die den Pferden ein leichtes Ausbalancieren auf breitem Raum ermöglicht. Brust- und Heckstangen sind wie heute üblich hängend angebracht und in der Länge dreifach verstellbar. Leider war die linke Heckstange im Auslieferungszustand etwas kurz eingestellt, so dass sie sich im wahrsten Sinne des Wortes nur mit etwas Nachdruck in den Haltemechanismus einklinken ließ. Das Problem war aber mit einem Schraubenschlüssel, mit dem der äußere Zapfen der Stange in der Länge angepasst werden kann, schnell behoben.

Wie das gesamte Fahrzeug macht auch die 21 mm dicke und rund 1,5 m lange Heckrampe mit ihrem Edelstahlrahmen und drei Streben einen stabilen Eindruck: Sie erscheint dank der Gasdruckhebehilfe zunächst leicht, verbiegt sich aber beim Einsteigen der Pferde nicht und bietet durch den Moosgummibelag einen sicheren Auftritt. Die anfänglichen Bedenken, der Rampenbelag könnte bei Nässe glatt werden, bestätigten sich nicht. Als Sicherheitsplus sind die geschlossenen Heckrampenscharniere aus Edelstahl zu werten, weil hier keine Zwischenräume entstehen, in denen zum Beispiel mit Stolleneisen beschlagene Pferde hängen bleiben können. Ein weiteres Plus der glatten Oberflächen ist die Reinigungsfreundlichkeit.

Plus an Sicherheit

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Für die Panikentriegelung: Edelstahlstab immer zur Hand

Ein kleines, aber feines Detail, das im Notfall aber hervorragende Dienste leistet, ist der neue Edelstahlstab, der zum einfachen Öffnen der Panikentriegelung dient und dafür griffbereit an einer Halterung an der Servicetür angebracht ist.

Ausreichend Platz in der Sattelkammer

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Große Sattelkammer auch für Westernsättel

Vor allem für Urlauber oder Turnierteilnehmer ist eine Sattelkammer (Zusatzausstattung 627 Euro) nahezu unverzichtbar. Sie fällt bei dem Modell Montana mittelgroß aus und bietet für die beiden typischen Englischsättel sowie Trensen und weiteres Gepäck ausreichend Platz. Auch zwei Westernsättel können mit etwas Geschick verstaut werden. Die Sattelkammertür wird durch eine Gasdruckfeder offen gehalten und durch eine Dreipunktverriegelung sicher verschlossen. Die Gummidichtung ist an der Tür angebracht, so dass sie nicht beschädigt wird, wenn man zum Beispiel zum Anziehen der Sporen auf den Rahmen tritt. Der Schlüssel passt auch für die Servicetür, die sich von innen öffnen lässt. Allerdings hat sie keine Gasdruckfeder und fällt daher je nach Stand oder Windverhältnissen leicht zu.

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Praktische Anbindestange, auch als Sattelablage geeignet

Zum Satteln im Gelände oder auf dem Turnierplatz hat sich die optionale Anbindestange (99 Euro) an der linken Seite als praktisch und sicher erwiesen, weil der Halfterstrick hier schnell fixiert werden kann und nicht durch eine Öse gefädelt werden muss. Von hier aus man auch das gesamte Equipment aus der Sattelkammer sofort im Griff.

Ankuppeln und Losfahren

Das Ankuppeln an das Zugfahrzeug ist dank der leichtgängigen ALBE Kupplung einfach. Sie ist bei dem abgestellten Fahrzeug typischerweise offen und schnappt automatisch zu, sobald der Kugelkopf korrekt unter dem Zugmaul platziert ist und ausreichend Druck auf den Schließmechanismus kommt. Muss der Anhänger ein paar Zentimeter gerückt werden, kann dies mit Hilfe des Rangiergriffes auch auf Wiesenboden leicht geschehen. Das automatische Stützrad kurbelt sich relativ leicht hoch und herunter. Der Stecker für die Beleuchtungselektrik ist 13polig und daher an jedem modernen Zugfahrzeug einsetzbar.

Keine Kompromisse geht WM Meyer beim Fahrverhalten ein – egal, ob Einsteiger- oder Luxusmodell: So fährt auch der Montana auf dem von WM Meyer entwickelten Challenge Fahrwerk. Es besteht aus einem massiven geschweißten und verzinkten VV-Deichsel-Stahlrahmen. Die Gummifederachsen mit vier serienmäßigen Radstoßdämpfern bringen solide Stabilität auch in Kurven und eine für Mensch und Tier komfortable Laufruhe. Der Pferdeanhänger kam mit drei unterschiedlichen Zugfahrzeugen (Nissan X-Trail, Landrover Freelander und Kia Sorento) zum Einsatz, hinter denen er auch bei Tempo 100 (ab August 2010 serienmäßig) jeweils mit der gleichen satten Stabilität rollte. Das Rückwärtsrangieren in kleinere Parklücken ist ebenfalls problemlos.

Fazit

Das neue Modell Montana Alu mit aerodynamischer Dachhaube macht insgesamt einen stabilen Eindruck und ist aufgrund des hohen Alu- und Edelstahlanteiles sicherlich sehr robust und dadurch langlebig. Die Längsriffelung der Seitenwände hebt das Fahrzeug vom Wettbewerb ab. Mit 6.600 Euro (Stand 2011) für die Grundausstattung liegt das Fahrzeug im oberen Bereich der Aluminium-Mittelklassemodelle.

Technische Daten

Gesamtlänge

Innenlänge

Gesamtbreite

Innenbreite

Gesamthöhe

Innenhöhe

Heckklappenscharniere

Gesamtgewicht

 Zuladung

Stützlast

Bereifung

100 km/h Zulassung

Zubehör

Fahrwerk

Radstoßdämpfer

Bodenmaterial

Gummiboden

Seitenpolster

  Trittschutz

Automatikstützrad

Sattelkammer