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Pferdeanhängertest wm meyer Alissimo: Edler Standard zum fairen Preis

Von Doris Jessen, geschrieben am 4. Januar 2017

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wm_m_Alissimo_Web__1_von_22_Zunehmend viele Hersteller setzen bei ihren Pferdeanhängern auf das langlebige Material Aluminium. So hat auch der Traditionsbetrieb wm meyer, der 2015 sein 50jähriges Firmenjubiläum feierte,  zusätzlich zu seinen bewährten Alu-Modellen Nevada und Oklahoma nun das Sondermodell Alissimo auf den Markt gebracht. Wir fanden im Pferdeanhängertest im Mai 2017 eine ordentliche Serienausstattung vor, die bewährten unverrottbaren Edelstahlteile und ein sehr gutes Fahrverhalten. Mit 6.700 Euro ist er fair bezahlt, allerdings werden die meisten Käufer wohl noch die neue Standard-Sattelkammer als Sonderausstattung ordern.

Mit dem Zweipferde-Anhänger Alissimo hat wm meyer im Sommer 2016 zum ersten Mal seine Nomenklatur der US-amerikanischen Bundesstaaten verlassen und ihn daher als „Sondermodell“ eingestuft, das es in zwei Ausführungen gibt: Für den Test fuhr er mit gerader Front vor, es gibt ihn aber auch mit einem leicht gerundeten und dadurch etwas aerodynamischeren Polyesterbug, der zudem in verschiedenen Farben erhältlich ist.

Doch das „Sondermodell“, so erfuhr Mit-Pferden-reisen.de von Dr. Uwe Meyer, einem der beiden Vorstände des Unternehmens, sei nun das erste Basismodell aus der zukünftig breiteren Oklahoma-Familie. „Den Oklahoma gab es bisher ausschließlich als großes und voll ausgestattetes Premium-Fahrzeug. Wir haben aber beobachtet, dass es immer mehr Kunden gibt, die für ihre Pferde zwar einen langen Anhänger mit komfortabler Innenhöhe benötigen, die aber im Übrigen ganz bewusst eine funktionale Basisausstattung bevorzugen. Was man darüber hinaus noch braucht, lässt sich natürlich gegen Aufpreis entweder gleich mitbestellen oder gegebenenfalls später nachrüsten.“

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Gewohnt edler Standard

wm meyer bleibt auch bei der neuen Modellphilosophie seinen Prinzipien der gewohnt soliden Aluminium-Modelle treu: Aufgebaut aus 18 mm starken und 1,50 m hohen Alu-Profilseitenwänden, die an der Außenseite eine feine Querriffelung aufweisen. Am Heck finden wir das bekannte Edelstahlkonzept für Rahmen und Rampenscharniere. Die beiden Gasdruckhebehilfen sind gegen Beschädigungen in zwei der drei Klappenstreben versenkt. Gegen lautes Klappern zum Beispiel auf Asphaltböden liegt die Heckrampe auf Hartgummidämpfern auf. Insgesamt ist die Klappe recht stabil, dabei aber mit wenig Kraft zu öffnen und zu schließen. Auch die Verriegelung ist leichtgängig. Die Klappe ist mit 8 mm dickem Trittleistengummi belegt und rundum mit sauber verarbeiteten Alu-Rahmen eingefasst.

Die Heckbeleuchtung ist ebenfalls sicher in den Aluminium-Heckstreben eingelassen, so dass nirgends ein Huf hängenbleiben kann, wenn ein Pferd beim Verladen einmal unkoordiniert in die Luft gehen und an falscher Stelle landen sollte.

Komfortabel hereinspaziert

Über die Rampe mit der geringen Höhe von nur 43 cm eingestiegen, stehen die Pferde auf einem 21 mm starken „AluPlus-Boden“, einer Aluminium-Kunststoff-Sandwichplatte, die sich in letzter Zeit immer mehr gegenüber dem klassischen Aluprofil-Boden durchsetzt. Der Vorteil der Verbindung ist die Robustheit bei gleichzeitiger Elastizität. Belegt ist die Platte mit einem rutschfesten 8 mm massiven Gummibelag, der vollflächig verklebt und an den Rändern mit Silikon versiegelt ist. Zur langfristigen Werterhaltung wäre zusätzlich eine Trittschutzplatte zu empfehlen, die beim Alissimo allerdings als Zusatzausstattung geordert werden muss.

Das Boxengestänge ist vorbildlich vorne und hinten mit Panikauslösung sowie höhen- und längenverstellbar, so dass ein Pony problemlos neben einem großen Warmblüter reisen kann. Letzterer wird sich auch sicher nicht den Kopf stoßen, weil wm meyer auch den Alissimo mit der im Wettbewerbsumfeld außergewöhnlichen Innenhöhe von 2,47 m ausgestattet hat. Die Innenlänge von 3,25 m und -breite von 1,66 m reichen ebenfalls für größere Vierbeiner aus.

In diesem Zusammenhang ist auch die komfortable Zuladung von 1.680 kg zu erwähnen, die durch das zulässige Gesamtgewicht von 2,5 Tonnen bei einem maximalen Eigengewicht von 820 kg (in der Standardausstattung, mit Sattelkammer ca. 855 kg) erreicht wird. Da darf schon einiges an Pferd und Equipment mitfahren.


Futtereimer-1-von-3 Futtereimer-2-von-3-2 Futtereimer-3-von-3Sehr angenehm ist die neue Rundung der Sattelkammer, die beim Einsteigen durch die Inspektionstür im Innenraum vorne rechts genügend Platz lässt. Anstatt der früherenFressmulden gibt es nun mobile Futtereimer, die zum Füttern vor den Pferden eingehängt werden und nach Benutzung vorne im Bug ihren sicheren Platz finden. Einfach, aber clever: Um die weiße Wand vor Kratzern zu schützen, hat wm meyer Metallplatten unterhalb der Haken angebracht.

Die Tür als solche ist mit einer griffigen und glänzend verchromten Klinke und Dreipunktverriegelung ausgestattet, so dass immer ein sicherer Verschluss gewährleistet ist. Sie ist auch von innen mit einem Drehknopf zu bedienen, der aber so eng anliegt, so dass sich kein Strick darin verheddern kann. Auch sehr verspielte Pferde dürften Probleme damit haben, die Tür zu öffnen. Sie kann, um sie auch bei Wind oder auf Parkplätzen mit Gefälle offen zu halten, leicht arretiert werden. Bei wm meyer seit Jahren Tradition: An der Innenseite der Tür befindet sich ein Edelstahlstab, der im Notfall zum schnellen Aufdrehen der Panikentriegelung dient, sollte diese nach langen Jahren einmal zu festsitzen.

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Belüftet wird der Pferdeanhänger durch zwei fünffach klappbare Fenster, die aus Sicherheitsgründen vergittert und für den blendfreien Durchblick getönt sind. Innen „normal“ rechteckig gestaltet, haben die Designer ihnen in der Außenansicht einen leicht stromlinienförmigen Schwung verpasst, der sich perfekt der modernen Haubenform anpasst.

Am Heck wird der Anhänger durch die übliche Plane mit automatischem Aufrollmechanismus geschlossen. Ideal für kleinere Personen: Die lange Strippe in der Mitte, die auch Kleinstkinder noch erreichen können.

Schickes Exterieur, praktische Details

Das Exterieur wirkt durch die schwungvoll gestaltete Haube, die sich beim Testmodell im noblen Schwarz absetzte, sportlich-dynamisch. Die Verbindung zwischen Aufbau und Dach ist sauber verarbeitet.

An der linken Außenwand, praktisch angebracht neben der Sattelkammer, dient ein Stahlbügel zum sicheren Anbinden der Pferde oder auch als Sattelablage. Ein sinnvolles Detail, das man schnell nicht mehr missen möchte. Ist links kein Platz zum Anbinden, können auf der rechten Seite vorne und hinten die Ösen der Panikentriegelung als Anbinderinge genutzt werden.

Ein weniger funktionales, dafür aber schickes Detail sind die schwarzen, geteilten Kunststoffkotflügel und der darüber angebrachte schwungvolle Schriftzug „Alissimo“.

Geräumige Sattelkammer

Obwohl der Alissimo vom Serienausstattungspaket her eher in die Mittelklasse einzustufen ist, finden wir hier – allerdings gegen Aufpreis – eine durchaus geräumige Sattelkammer vor. Durch die breite Tür ist sie sehr leicht zugänglich und auch im hinteren Teil gut zu beladen. Da es keine tiefen Futtermulden mehr gibt, sondern nur kleine Einbuchtungen, in denen im Innenraum Futtereimer eingehängt werden können, hat die Kammer nach oben hin gut Platz. Auf den Sattelhaltern, eigentlich für gängige Dressur- und Springmodelle konzipiert, fanden aber auch größere Westernsättel sicheren Halt. Zwei Trensenhaken und ein Spiegel an der Türinnenseite komplettieren die Einrichtung, Besen und Schaufel gibt’s im Zubehör. Die Tür wird ebenso wie die Inspektionstür durch eine Dreipunktverriegelung sicher verschlossen, der Schlüssel zur Klinke passt auf beide Türen und funktionierte leichtgängig. Ein Gasdruckdämpfer garantiert, dass sie nicht ungewollt zufällt. Nach dem Ausspülen kann das Wasser durch kleine Löcher ablaufen.

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Wie gewohnt sehr gutes Fahrverhalten

Ans Zugfahrzeug angeschlossen wird der Alissimo mit einer stabilen Knott-Kupplung, deren Kontrollanzeige mit einem Marker auf einem grünen Feld den korrekten Sitz anzeigt. Das Automatikstützrad sitzt mittig, ist ausreichend lang und leicht zu drehen. Für das Lösen der Handbremse braucht man ein wenig Kraft.

Wie alle wm meyer Pferdeanhänger fährt auch der Alissimo auf dem bewährten, von wm meyer entwickelten und gebauten Challenge-Fahrwerk, das mit Radstoßdämpfern ausgestattet ist und damit eine 100 km/h-Erlaubnis hat. Um diese zu nutzen, ist allerdings ein schweres Zugfahrzeug mit einem Leergewicht von 2.273 kg (mit Antischlingerkupplung immerhin noch 2.083 kg) erforderlich. Mehr dazu hier.

Das Fahrverhalten verdient höchstes Lob, nach ein paar hundert Metern neigt man dazu, den Anhänger komplett zu vergessen, so leicht läuft er hinter dem Zugfahrzeug. Und das – der Zufall wollte es so – auf der Überführungsfahrt von Werneck in Franken über Frankfurt in den hohen Norden nach Hamburg. Und auch mit Pferden beladen fuhr der Alissimo perfekt hinterher.

Fazit

Mit dem Sondermodell Alissimo bietet wm meyer einen Einstieg in die mittlere Aluminium-Klasse. Der Pferdeanhänger ist serienmäßig gut ausgestattet und hat ein hervorragendes Fahrverhalten. Besitzer von Pferden, die gerne einmal gegen die Wände treten, sollten sich die zusätzlich zu ordernde Trittschutzplatte überlegen und bei Bedarf natürlich eine Sattelkammer. Mit einem Preis von 6.700 Euro (Stand Mai 2017) liegt er im Mittelfeld des Wettbewerbs.

Technische Daten, Name des Anhängers

Gesamtlänge

nnenlänge

Gesamtbreite

Innenbreite

Gesamthöhe

Innenhöhe

Heckklappenscharniere

Gesamtgewicht

Zuladung

Stützlast

Bereifung

100 km/h Zulassung

Zubehör

Fahrwerk

Radstoßdämpfer

Bodenmaterial

Gummiboden

Automatikstützrad

Zubehör, Sattelkammer

Zubehör, Höhenverst. Brust/Heckstange

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