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Böckmann Traveller M-24-165 – Praktisch und robust im kantigen Country-Look

Von Doris Jessen, geschrieben am 22. September 2010

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BM_Trav_schr%C3%A4glinksZwei Merkmale bei Pferdeanhängern erfreuen sich immer größerer Beliebtheit: Das Material Aluminium und die Diagonalstellung mit Vorderausstieg. Diesen Kundenwünschen trug die Firma Böckmann mit der Entwicklung ihrer Traveller-Serie Rechnung, die im kantigen anglo-amerikanischen Stil gehalten ist. Aktuell lief – oder besser fuhr – das Modell Traveller-M-24-165 im Pferdeanhänger-Test und gefällt durch Größe, Praktikabilität und Robustheit.

Das Fahrzeug besteht mit seinen 2,10 m hohen Bordwänden bis auf die silberfarbene Haube komplett aus eloxiertem Aluminium-Doppelstegprofil – kantige Buggestaltung inklusive. Das wirkt vor allem durch die umlaufenden Stahlbügeln zwar nicht elegant, gibt dem Fahrzeug aber eine besonders hohe Stabilität und Robustheit. Der typisch anglo-amerikanische Look dürfte vor allem im Westernreitlager gefallen. Es ist daher nicht überraschend, dass Böckmann im Sommer 2010 die einjährige Nutzung eines Traveller-Modells für den Gesamtsieg einer Westernturnierserie ausschrieb.

Das empfindlichste Element aller Pferdeanhänger, der Boden, ist aus 21 mm starken Aluminiumprofilen gefertigt, die im Standbereich durch ein geschlossenes Profil verstärkt sind, und mit acht mm dickem aufgerautem Gummi verklebt und versiegelt. Die gesamte linke, also den Hinterhufen der Pferde zugewandte Innenwand ist mit einem Kunststofftrittschutz versehen. Wer diesen auch gegen Huftritte der Vorderbeine haben möchte, muss ihn zusätzlich bestellen (472 Euro).

BM_Trav_Streckübung11_BM_Trav_FlgeltrjpgDas Testmodell war mit einer Heckklappe ausgestattet, die mit stabilem Gummi mit Querleisten und Seitenstoppern belegt ist. Sie ist dank der Gasdruckhebehilfen leicht zu öffnen und auch wieder zu verschließen. Die Verriegelungen sind leichtgängig mit einer Hand zu bedienen. Alternativ und ohne Aufpreis kann der Kunde auch eine zweiflügelige Tür wählen (s. Herstellerfoto).

Allerdings ist der Traveller ein Anhänger für Hochgewachsene: Die Gummistrippen der Heckplane waren an dem Testmodell für Personen unter 1,70 m Körperlänge unerreichbar, dasselbe galt für das Schließen der Aufstellklappe (s.u.).

Immer beliebter: schräg stehen, vorne raus

Weitere Besonderheiten des Testmodells sind der optionale Vorderausstieg (900 Euro) und die Diagonalstellung. In Letzterer sollen sich die Pferde nach Aussagen verschiedener Untersuchungen besonders wohl fühlen: Lässt man sie während des Transportes frei im größeren Raum stehen, stellen sie sich am liebsten schräg zur Fahrtrichtung.

Aufgrund der Innenbreite von 2,05 Metern (im Vergleich zu 1,65 bis 1,75 bei konventionellen Modellen) haben hier zwei Großpferde schräg bequem Platz. Dem trägt Zuladung von 1400 Kilo und das Gesamtgewicht von 2700 Kilo Rechnung.

Zimmer mit Aussicht

Für den besonderen Komfort der Pferde bietet das Fahrzeug auf der rechten Seite als Zusatzausstattung (904 Euro) eine große Aufstellklappe, die  – ähnlich wie bei mobilen Imbissbuden – durch einen Stoßdämpfer leicht nach oben schwingt und an der Seite gesichert wird. Außen befinden sich auf beiden Seiten stabile Anbindestangen, die unterhalb der Klappe auch zum Einhängen von Futter- oder Wassertrögen genutzt werden können.4_BM_Trav_Futtertrge_au__en

Da diese Klappe während der Fahrt natürlich geschlossen werden muss, gibt es zusätzlich auf beiden Seiten Schiebefenster und eine Dachluke.

Zum sicheren Abstellen Zugfahrzeug dienen am Heck zwei Abstellstützen (je 192 Euro), die mit einer Kurbel einfach bedienbar sind.

Vor Gebrauch beachten!

Vor dem ersten Verladen sollte man sich das Konzept der verstellbaren Teleskop-Trennwände und vorinstallierten Anbinder genau ansehen und an die Größe bzw. den Standplatz der Pferde anpassen.

Die Trennwände aus stabilem Aluminium mit PVC-Behang sind an der linken Transportwand fest eingehängt und werden zum Verladen nach hinten geschwenkt, wobei das vordere Stabende mit einem Teleskopmechanismus leicht gleitend ein- und ausgeschoben werden kann. Gegen ungewolltes Zufallen bei Wind oder ungeradem Stand gibt es am Heck eine Gummilasche.

Um die Stellfläche an die Pferdegröße anzupassen, werden die Wände angehoben und an der neuen Stelle wieder eingehängt und gesichert. Nach dem Einladen wird die Wand mit einem kunststoffummantelten und daher nicht klappernden Metallzapfen in einer Lochschiene arretiert an der rechten Transportwand, also am Kopf der Pferde, fixiert. Diese Schiene dient in der Standardausstattung auch zum Anbinden der Pferde.

Besser ist allerdings die im Testmodell eingebaute sog. „Airliner-Schiene“ (optional 200 Euro), in der sehr massive Anbinder (je 54 Euro) in einer engen Loch-Rasterung von zwei bis drei cm Abstand einfach zu verschieben, aber einer Position festzustellen sind. Dies und ausreichend Abstand zwischen den Pferden ist erforderlich, damit die Tiere am Turnierplatz bei geöffneter Seitenklappe aus den außen anzubringenden Futtereimern in Ruhe fressen können. Andernfalls macht der eine dem anderen das Futter streitig, wie dies hier die freche blonde Stute auf dem Foto tut – und der alte Bruder geht leer aus…3_BM_Trav_falsch_angebunden

Diese Einstellungen sollten besser vor dem Einladen passieren, weil das Pferd dann gleich sicher an der richtigen Stelle angebunden werden kann. Muss man die Position im Nachhinein verändern, so hat man mit dem „Pferd im Nacken“, das womöglich noch unruhig in dem für ihn neuen Anhänger steht, wenig Platz und Ruhe.

Ein- und Aussteigen

Das Verladen selbst sollte man mit Pferden, denen die Diagonalstellung noch unbekannt ist, in Ruhe üben. Optimal werden sie von rechts geführt und steigen entweder mit dem Menschen ein oder gehen besser am Menschen vorbei allein in den Anhänger, um dort ruhig in der Schrägposition stehen zu bleiben – zunächst auch ohne angebunden zu sein. Dann kann die leicht schwenkbare Trennwand zugeschoben und mit dem genannten Metallstift einfach fixiert werden. Aus Sicherheitsgründen sollte die Person zum Einhaken des Anbinders möglichst außerhalb der Trennwand stehen, weil auch das friedlichste Pferd erschrecken und Richtung Mensch drängen kann. Bei ungeduldigen Kandidaten muss eine Hilfsperson die Wand zügig schließen und mit Pech kann es passieren, dass der Mensch am Kopf des Pferdes zwischen Tier und Wand gerät und am Pferdekopf unterhalb der Wand durchschlüpfen muss. Beim ersten Pferd kann er auch nach links vorne hinaus, beim zweiten Pferd nur nach rechts hinten.

Wichtig ist es darauf zu achten, dass die Sicherungsstange am Vorderausstieg mit dem Splint gesichert ist, da es sonst leicht passieren kann, dass ein Pferd bei geöffneter Tür vor dem Ausladen mit dem Kopf unter die Stange gerät, diese nach oben heraushebt und nach unkontrolliert hinausläuft.

Überhaupt sollte auch das Aussteigen vorne am Anfang mit Bedacht geschehen, weil die Klappe zwar stabil und mit dem typischen rutschfesten Gummiboden und Seitenstoppern belegt, aber relativ schmal ist.

Mannshohe Sattelkammer

5_BM_Trav_SK_voll2Im Bug ergibt sich durch die Breite des Fahrzeuges eine große begehbare und beleuchtete Sattelkammer mit mannshoher Einstiegstür, die gegen Aufpreis (380 Euro) auch mit einer Innentür ausgestattet werden kann. Deren Riegel benötigte etwas zusätzliches Öl, dann war er leicht zu bedienen. Außen wird die Sattelkammer mit einer abschließbaren Außentür ist mit 2-Punkt-Türverrieglung und stabiler Klinke geschlossen. Neu ist, dass der Türschlüssel nun auch für das Abschließen der Anhängerkupplung dient und man nicht immer zwei Schlüssel zur Hand haben muss.

Das Testmodell bot zwei ausziehbare Sattelhalter für Englisch-Sättel, überraschenderweise fanden dort aber auch zwei Westernsättel bequem Platz. Für Trensen, Halfter etc. gibt es drei Haken, außerdem finden sich Besen und Schaufel. Die Sattelkammer ist ideal für den Turnierreiter, weil er sehr viel Platz zum Stauen auch hoher Gegenstände, zum Beispiel Weidepaddockstangen hat. Da es keinen schräg nach oben verlaufender Kunststoffbug gibt, ist der Boden über die gesamte Fläche eben.

Als weiteren Stauraum bietet der Traveller auf der linken Seite im Transportraum eine durchgängige praktische Ablage, auf der zum Beispiel Sattel- oder Abschwitzdecken unterzubringen sind.

Obwohl die Sattelkammer eine kleine Regenrinne oberhalb der Tür hat, sollte man allerdings mit feuchtigkeitsempfindlichem Staugut auf dem Boden vorsichtig sein: Aufgrund der Aluprofilkonstruktion dürfte sie mindestens bei höheren Fahrgeschwindigkeiten im Regen nicht komplett wasserdicht sein, zumal auch die Türen keine Gummidichtungen haben.

Gutmütige Fahreigenschaften

Für gutes und sicheres Fahrverhalten ist der Traveller mit einem tief gelegten Fahrgestell mit serienmäßigen Stoßdämpfern ausgestattet. Das Fahrgestell ist aber nur eine Komponente für gute Straßenlage und gutmütige Fahreigenschaften, die nicht nur dem Fahrer, sondern auch den Pferden zugute kommen. Ebenso wichtig ist die für Pferdeanhänger typische Längsträgerkonstruktion, deren Verstrebungen in Fahrtrichtung mittig unter den Pferden angeordnet sind. Die V-Deichsel ist separat angeschraubt und daher bei Beschädigungen leicht austauschbar.

Routine-Komfort

Besonders einfach ist das Ankuppeln am Zugfahrzeug: Sobald die Kugelkopf unter dem Kupplungsmaul platziert ist, hebt man den stabilen Griff der Gusskupplung leicht an, so dass er in geöffneter Stellung einrastet. Sobald der Kugelkopf Kontakt mit der Kupplung hat, schließt sich die Kupplung mit einem leisen Knacken automatisch. Kontrollierbar ist dies an einem kleinen grünen Fenster. Das Automatikstützrad ist ebenfalls sehr leicht bedienbar.

Besonders angenehm ist das Kupplungsschloss: Anstatt des großen Sicherungsschuhs wird ein kleiner Kunststoffpilz in das Kupplungsmaul geschoben und eingerastet und mit demselben Schlüssel wie für die Sattelkammer zugeschlossen.

Der 13polige Stecker passt in alle modernen Auto-Steckdosen und bietet zudem die Möglichkeit eines Rückfahrscheinwerfers. Am Testmodell war zusätzlich hinten links ein Außenstrahler montiert, der das Verladen bei Dunkelheit erleichtert. Ob er allerdings 137 Euro Wert ist, muss der jeweilige Käufer aufgrund seines Nutzerverhaltens entscheiden.10_BM_Trav_Aussenstrahler

Fazit

Der Pferdeanhänger Böckmann Traveller M-24-165ist ein sehr praktisches und durch seine Aluminiumkonstruktion sicherlich robustes und langlebiges Fahrzeug. Das Fahrverhalten war in jeder Situation einwandfrei, die Bedienung sehr einfach. Speziell für Vielreiser und Turnierreiter bietet die Sattelkammer ausreichend Platz. Allerdings muss der Käufer für diesen Pferdeanhänger recht tief in die Tasche greifen: Mit einem Listenpreis von rund 15.000 Euro liegt in der Grundausstattung liegt er im oberen Bereich des Wettbewerbs.

Alle Testberichte über Böckmann Pferdeanhänger

Weitere Informationen unter www.boeckmann.com

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