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Pferde-Recht & Sicherheit


Europäische Tempolimits für Gespanne: Wie schnell dürfen Sie im Nachbarland fahren?

Wer immer nur in (s)einem Land unterwegs ist, weiß sicherlich, wie schnell er mit seinem Pferdeanhängergespann dort fahren darf. In Deutschland ist dies typischerweise 80 km/h, es sei denn, der Pferdeanhänger verfügt über eine 100 km/h-Erlaubnis und wird von einem entsprechend schweren Zugfahrzeug gezogen. In anderen europäischen Ländern gelten teilweise ganz andere Regelungen. „Grenzgänger“ sollten daher genau wissen, an welches Tempolimit sie sich halten müssen.

Einstreu im Pferdeanhänger Pflicht?

Wer nach einem Transport mit einem nahezu geruchfreien Pferdeanhänger ankommen und das Fahrzeug zudem leicht und schnell ausfegen möchte, sollte im Fahrzeuge eine saugfähige Einstreu – optimal sind Späne – einbringen. Das ist nicht nur praktisch, sondern laut Viehverkehrsordnung sogar Pflicht, damit „tierische Abgänge“ nicht auf Straßen und Wege gelangen.

Pferdeanhänger (ver)leihen und (ver)mieten: Vorsicht bei Anhängerüberlassung!

Geht man mit Pferden auf Reisen und muss dafür einen Pferdeanhänger leihen oder mieten, stellt sich die Frage nach der Haftung, wie man sie vermeidet oder zumindest über eine Versicherung abdeckt. Lars Jessen, Rechtsanwalt in Hamburg, informiert über die wichtigsten Aspekte.

Wieviel kostet die Überladung von Pferdeanhängern und Pferdetransport-LKW?

Obwohl die Pferde immer größer werden, die Pferdeanhänger-Sattelkammern zunehmend mehr beladen werden, fahren viele Pferdesportler immer noch mit Anhängern mit einem zulässigen Gesamtgewicht von zwei Tonnen. Allerdings wiegen moderne Fahrzeuge mit Gummiboden, Sattelkammer und weiteren Zusatzausstattungen bereits leer mehr als 800 oder sogar 1.000 Kilogramm wiegen. Kommt dann noch schweres Turniergepäck hinzu, kann es schnell zu einer eventuell kostspieligen Überladung kommen. Auch kleine LKW, die sog. „3,5-Tonner“ sind mit zwei Pferden in den meisten Fällen überladen. Und das kann, abgesehen vom technischen Sicherheitsrisiko, teuer werden.

Die Lösung für kleinere Lasten: B96-Führerschein

Seit 2013 gibt es die Möglichkeit, auch schwerere Gespanne bis zu 4,25 t Gesamtgewicht mit der Fahrerlaubnis B zu führen. Dafür ist die „Erweiterung“ der Fahrerlaubnis B zur B96 erforderlich. Diese Erweiterung wird als Schlüsselzahl auf der Rückseite des EU-Führerscheins eingetragen und gilt in der gesamten EU. Dafür ist ein Fahrschulkurs mit Theorie und Praxis, aber keine Prüfung erforderlich.

Tiertransporte-Befähigungsnachweis: Für Privatpersonen nicht erforderlich

Immer wieder kommt die (alte) Frage auf, ob auch Privatpersonen einen Tiertransporte-Befähigungsnachweis benötigen, um ihre Pferde oder die Tiere von Freunden zu transportieren. Denn seit 2008 müssen laut „Verordnung zum Schutz von Tieren beim Transport und zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 des Rates (Tierschutztransportverordnung – TierSchTrV) alle Tierhalter, die ihre Nutztiere (u.a. auch Pferde) über 65 km in Verbindung mit einer wirtschaftlichen Tätigkeit transportieren, einen Befähigungsnachweis vorweisen können.

Anhängerführerschein: Keine reine Formalität

Seit 13. Januar 2013 darf man auch mit einem „neueren“ Führerschein (erworben nach dem 1. Januar 1999) ein (Pferde)Anhänger-Gespann mit bis zu 3,5 Tonnen Gesamtmasse fahren. Das reicht aber maximal für ein leichtes Zugfahrzeug mit einem „Anderthalber“-Pferdeanhänger aus. Für den Betrieb von schweren Anhängern bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht ist die Führerschein-Klasse BE erforderlich.

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