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Pferdeanhängertest Humbaur Madero – Exklusive Holz-Klassse

Von Doris Jessen, geschrieben am 18. Oktober 2008

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Humbaur-Madero-Front-300x242Mit seinem Holz-Polyester-Anhänger Modell Madero bietet Humbaur ein für diese Klasse sehr geräumiges Fahrzeug, in dem nicht nur große Pferde, sondern auch die begleitenden Personen zum Ein- und Ausladen sowie Gepäck in der Sattelkammer sehr viel Platz haben. Das Fahrverhalten ist ausgezeichnet und als Neuerung gibt es  sowohl vorne als auch hinten besonders weich gepolsterte und anatomisch geformte Brust- bzw. Heckstangen.

Wer bei „Holz-Poly“ eine traditionell braun-weiße, eckige „Kiste“ assoziiert, wird beim Anblick des Modells Madero (spanisch für Holz) des bayerischen Herstellers Humbaur positiv überrascht: In elegantem Schwarz mit silberner Polyester-Haube und leicht aerodynamischer Buggestaltung steht er einem Vollpolyester-Anhänger in Sachen Chic kaum nach. Die Kunststoffbeschichtung ist zudem laut Hersteller UV-beständig und sehr lange haltbar. Wenn die Wände innen oder außen aber dennoch einmal beschädigt werden sollten, sind sie relativ leicht zu reparieren – ein Grund, der viele Käufer zum Kauf eines Holz-Polyester-Anhängers motiviert.

Viel Platz

Nicht nur in Sachen Eleganz, sondern auch in praktischen Details nennt Humbaur seinen Madero zu Recht „exklusiv“: Mit einer Innenlänge von 3,34 m und einen Innenbreite von 1,71 m gehört er zu den größeren Modellen dieser Klasse. Dementsprechend steigen auch große Warmblüter gerne ein. Vorne ist zwischen den Bruststangen und der Sattelkammer ausreichend Platz, um die Pferde bequem anzubinden. Oberhalb der Futterkrippen ist der gewohnte Haken für das Heunetz montiert, bei Nacht leuchtet eine Lampe den Anhänger gut aus.

Das silberne GFK-Polyesterdach mit einer Innenhöhe von 2,31 m ist mit aerodynamischen Verstärkungen versehen, die zusätzliche Stabilität verleihen sollen. Einen gegen UV-Licht getönten Blick nach draußen haben die Pferde durch fünffach verstellbare Ausstellfenster, die auch für ausreichend Belüftung sorgen.

3_HB_Madero_WindschottAm Heck wird der Anhänger mit einem Windschott verschlossen. Die eingesetzte Speziallochprägung ermöglicht es, den Innenraum auch während der Fahrt ausreichend mit Luft und Licht zu versorgen ohne dass dabei Zugluft entsteht. Bei Regenwetter kann zudem keine Nässe auf den Pferderücken gelangen. Der Planenlift lässt sich leicht auf- und abrollen, auch ist die mittlere Strippe so lang, dass sie für kleinere Personen ebenfalls problemlos zu greifen ist.

Stabiler Boden und Aufbau

Die Vierbeiner marschieren über eine leichtgängige gasdruckgefederte Rampe, die mit griffigen Rampenmatte mit Querleisten und Seitenstoppern belegt ist. Wie bei Holzplatten üblich, ist sie etwas flexibel, biegt sich aber nicht durch und klappert auch nicht, was den vier Heckstreben zu verdanken ist. Im Transportraum stehen die Pferde auf einem 21 mm starken mehrfach wasserfest verleimten Spezialholzboden. Er ist serienmäßig mit einer rutschfesten, aber dennoch leicht zu reinigenden Hammerschlag-Gummimatte beklebt und versiegelt. Wer für lange Zeit auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich die Anschaffung eines sicherlich noch haltbareren Alu-Kunststoffbodens überlegen, der bei Humbaur unter dem Produktnamen „Alu Bicomp“ zu haben ist (330 €).

Im Testmodell war zur Sicherheit gegen Huftritte und damit längeren Haltbarkeit an der 18 mm dicken Aufbauwand eine etwa 80 cm hohe Trittschutzplatte (Zubehör 279,65 €) aus schwarzem Kunststoff angebracht. Das ist gerade bei Holzanhängern sinnvoll, weil die innere Beschichtung vor allem gegen Eisen-beschlagene Hufe nicht absolut stabil ist.

Zwischen den beiden Stellflächen für die Pferde hat das Fahrzeug eine stabile Mitteltrennwand mit verzinktem Stahlrahmen und durchsichtigem Weich-PVC, so dass sich die Pferde in Kurven breit ausbalancieren können. Die Konstruktion lässt sich leicht verstellen und Humbaur ist nach eigener Aussage der einzige Hersteller, bei dem die Trennwand dank einer mechanischen Verriegelung auch bei geöffneter Heckklappe im Boden arretierbar ist. Im aktuellen Madero sind sowohl Brust- als auch Heckstangen halbrund geformt, relativ breit und mit weichem Schaumstoff überzogen. Eingehakt werden sie wie üblich von oben nach unten und mit einem Häkchen gesichert. Ob diese breiten Auflageflächen vor allem an den meistens gut gepolsterten Hinterteilen der Pferde tatsächlich nötig sind, sei allerdings dahin gestellt.

Für Besitzer unterschiedlich großer Pferde oder Händler, die den Anhänger für Kleinpferde und große Warmblüter gleichermaßen nutzen, ist das höhen- und längenverstellbare Boxengestänge sinnvoll. Im Testmodell war es vorne und hinten auf zwei Höhen einstellbar und am Heck zusätzlich in der Länge anzupassen (Zusatzausstattung jeweils 83,30 €).

Sicherheit vom Bug bis zum Heck

8_HB_Madero_Panikentriegelung_Die Bruststangen sind selbstverständlich von außen mit einer Panikentriegelung zu öffnen. Damit dies im Notfall schnell geht, liefert Humbaur einen Dornschlüssel mit, der als Hebelwerkzeug zum Aufdrehen des Paniksystems dient. Diese Öse wird auch als Anbindevorrichtung genutzt und ist groß genug, um auch sehr dicke Stricken problemlos und vor allem schnell durchziehen zu können. Eine weitere Anbindemöglichkeit besteht hinten an den äußeren Gegenstücken der Heckstangen. Bei geschlossener Heckklappe muss man allerdings darauf achten, dass der Anbindestrick nicht in der Rampenverriegelung hängen bleibt. Da die Heckstreben – optisch passend schwarz pulverbeschichtet – komplett geschlossen sind, besteht hier keinerlei Verletzungsgefahr.

Ausgezeichnetes Fahrverhalten

Eine für die Sicherheit aller Beteiligten wichtigsten Eigenschaften ist das Fahrverhalten, das beim Madero – wie im Übrigen bei den anderen Testanhängern der Firma Humbaur auch – sehr gut ist. Dies gilt für den leeren und voll beladenen Anhänger auf allen Straßenzuständen. Humbaur setzt bei seiner Fahrgestelltechnik auf das Champ-Längsträgerfahrgestell und erreicht damit eine optimale Längsstabilität, da die Zug- und Schubkräfte durch die durchgehenden Rahmenlängsträger direkt in das Fahrgestell eingeleitet werden. Das komplette Fahrgestell ist feuerverzinkt. Weiteren Fahrkomfort bringen die Gummifederachsen mit Einzelradaufhängung in Kombination mit Champ-Octagon-Radstoßdämpfern. Letztere ermöglichen auch die 100 km/h-Zulassung für den Betrieb mit ausreichend schweren Zugfahrzeugen.

5_HB_Madero_Kupplung_Für das sichere Ankuppeln ist der Madero mit einem Alko-Kupplungsmaul ausgestattet, an dessen Griff zwei rot/grüne Markierungen anzeigen, ob das Fahrzeug korrekt angehängt bzw. der Kugelkopf des Zugwagens eingerastet ist. Zum Auf- und Abkurbeln verfügt das Fahrzeug serienmäßig über ein Automatikstützrad.





Komfort für den Reiter

10_HB_Madero_SK_voll_7_HB_Madero_Hilfsband_Aufgrund der großzügigen Abmessungen bietet der Madero auch eine für einen Holz-Polyesteranhänger sehr große Sattelkammer, in der auch Western- oder Barocksättel auf entsprechenden Haltern sowie Putzequipment bequem Platz finden. Die Trensenhaken sind innen angebracht. Die Tür, sicher mit Dreipunktverriegelung zu verschließen und abzusperren, ist zum Beladen ausreichend breit. Sie hat ebenso wie die rechts liegende Inspektionstür eine umlaufende Alueinfassung mit Gummidichtung. Die Klinke ist verchromt und liegt gut in der Hand. Einziges Manko an den Türen: Sie haben keine Arretierungsmöglichkeit und fallen daher bei Wind oder unebenem Stand leicht zu. Dieses Problem lässt sich aber durch einen kleinen Strick um Griff und Automatikstützrad (zur Not dient dazu auch der Schweifriemen einer Abschwitzdecke…) leicht beseitigen. Die Sattelkammer ist allerdings nicht in der Grundausstattung enthalten, sondern kostet stolze 796 Euro, für Beleuchtung sind noch einmal 46 Euro fällig.

Fazit

Das Holz-Polyester-Modell Madero von Humbaur ist ein gelungenes Fahrzeug, das durch großzügige Abmessungen für Pferde, Menschen und Gepäck überzeugt. Die schwarz-silberne Farbkombination und das leicht aerodynamische Dach- und Bugdesign verleihen dem Madero solide Eleganz. Mit 5.670 Euro liegt er im mittleren Bereich seiner Klasse.

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