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Pferdeanhängerzugfahrzeug-Test Subaru Outback 2.0D Sport Lineartronic: Relaxed Rollen

Von Doris Jessen, geschrieben am 11. Mai 2016

Zugfahrzeugtest Subaru
Schönfeld_2020

Subaru-Outback-Web-27-von-46Mit dem Outback bietet Subaru ein elegantes, komfortables und geräumiges Crossover-Modell, das dank permanentem Allradantrieb, einer Vielzahl moderner Assistenzsysteme und stufenloser Automatik in unserem Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest in allen Situationen entspannte Fahrten garantierte. Durch seinen tief liegenden Boxer-Motor liegt er auch Zugfahrtest mit bis zu 1,8 Tonnen schweren Pferdeanhängern sehr gut auf der Straße. Der Verbrauch lag auf den Testfahrten ohne Anhänger zwischen 7,2 und 7,5 Litern Diesel. Mit gut 45.000 Euro inklusive Metalliclackierung und Anhängerkupplung ist das Fahrzeug fair im Preis.
Da wir für diese Fahrten keinen Testanhänger hatten, danken wir dem Reitsportfachgeschäft „Das Reiterland“ in Grande für seinen Mietanhänger. 

Subaru ist, zugegeben, nicht die allererste Marke, die einem einfällt, wenn man sich auf die Suche nach einem Zugfahrzeug für einen Pferdeanhänger begibt. Wer nur eines oder zwei mittelschwere Pferde schleppen muss und daher mit einem Auto bis 1,8 Tonnen Anhängelast (bis 8 Prozent Steigung sind auch 2 Tonnen erlaubt) auskommt, dafür aber Wert auf permanenten Allradantrieb und gute Fahreigenschaft, Komfort und großes Ladevolumen legt, sollte sich den neuen Subaru Outback einmal genauer ansehen. Aus dem früher eher biederen Kombi ist ein elegantes und durch die dunkle Kunststoffbeplankung im unteren Bereich auch robust anmutendes Fahrzeug mit einer Optik zwischen Crossover und SUV geworden. So rollt er auf 18-Zoll-Alufelgen zu Turnieren aller Reitdisziplinen ebenso gut wie auf Parkplätze eleganter Luxushotels.

Solide Verarbeitung

Subaru-Outback-Web-10-von-46Und nur nicht im Exterieur hat sich der Outback gemausert: Die Türen öffnen sich schlüssellos nur mit einem Handgriff und schließen mit einem satten Ton, der rundum Solidität vermuten lässt. Die bequemen (und bei Bedarf schnell heizenden) Ledersitze surren elektrisch in die passende Höhe, Länge und Rückenlehnenneigung. Für zwei Fahrer ist die Einstellung per Memory fest programmierbar, auch eine Lordosestütze ist vorhanden und schont angespannte Reiterrücken. Bei schönem Wetter scheint die Sonne durch das Glasschiebedach. Und egal, welche Temperaturen herrschen: Die Klimaanlage heizt oder kühlt in wenigen Sekunden.

Teile der Türeninnenverkleidungen und des Armaturenbrettes sind mit mattem Chromleder bespannt, dessen hellere Nähte einen ebenso schicken Kontrast bilden wie Klavierlackleisten rund um den Schalthebel und die Aluminiumoptik an der Einfassung der Schaltknöpfe für die Klimatisierung. Der Materialmix sorgt für eine angenehme Haptik, egal, wohin man greift.

Rundum informiert

Subaru-Outback-Web-12-von-46 Subaru-Outback-Web-11-von-46Mit Druck auf den „Engine Start Stop“-Knopf erwacht das System zum Leben, direkt im Blick das Display mit den wichtigsten Informationen: Tourenzähler und Tachometer in kühlem Blau mit weißen Zeigern, außerdem einstellbar diverse Borddaten wie Tageskilometer, Verbrauch und verbleibende Strecke zum nächsten Tanken. Die wichtigsten Steuerungen wie Tempomat und Audiosystem sind an dem griffigen Lederlenkrad intuitiv bedienbar. Auf dem Sieben-Zoll-Touchscreen sind Verbrauchsinformationen sowie alles rund um Radio, Audiostreaming und Navigation teils per Knopfdruck, teils auf dem Touchscreen abrufbar. Allerdings spiegelt die Hochglanzscheibe bei Sonnenlicht ein wenig, auch die darunter liegenden Knöpfe im noblen Silberlook sind bei hellem Licht ein bisschen zu wenig kontrastreich. Aber das sind Kleinigkeiten.

Insgesamt ist die Bedienung selbsterklärend, das Koppeln des Smartphones inklusive Audiostreaming war in wenigen Sekunden erfolgreich. Das Staufach im vorderen Bereich der Mittelkonsole bietet alle nötigen Anschlüsse für externe Geräte, darunter sogar zwei USB-Buchsen, falls einmal zwei Geräte geladen werden sollen.

Praktisch und auch ein Sicherheitsfaktor beim Telefonieren ist die Sprachsteuerung. Letztere benötigt ein wenig Zeit zur Initialisierung, versteht aber Namen fast immer, lediglich bei Ähnlichkeiten kann es sein, dass der falsche Name erscheint. Schön wäre es, wenn es noch in den Kontakten eine Suchfunktion nach Namen gäbe, das Scrollen in den alphabetischen Listen ist etwas mühsam, wenn man zum Beispiel „B“ aufruft und die gesuchte Anja Buchholz ganz unten steht.

Das Navigationssystem brachte uns ebenfalls immer ohne Umwege punktgenau ans Ziel.

Platz haben ist besser als Platz brauchen

Für den Naschbedarf auf langen Fahrten mehr als ausreichend sind die Staumöglichkeiten, um große Flaschen und Tütchen in den Türen, unter dem Armaturenbrett und in der voluminösen Armlehne sicher und griffbereit unterzubringen.

Apropos lange Fahrten: Fahrer, Beifahrer und auch Fond-Passagier sitzen bequem. Der Gepäckraum bietet mit 560 Litern im reinen Kofferraum und 1.850 Litern Volumen bei per Hebel einfach umgelegten Sitzen komfortabel viel Platz für Familien und/oder Reitergepäck. Im Kofferraum lässt sich der Ladeboden hochklappen und bietet im „doppelten Boden“ Stauraum für Verbandskasten, Reifennotfallset oder auch die abnehmbare Anhängerkupplung. Praktische Haken und Ösen dienen zum Verzurren loser Gepäckstücke oder ein Ladenetz. Die Ladekante liegt mit 70 Zentimetern in angenehmer Höhe.

Sesam öffne dich

Daran kann man sich gewöhnen: Die höchst praktische elektrisch bedienbare Heckklappe, die sich von innen, per Schlüssel oder Knopfdruck an der Klappe selbst öffnen lässt. Wer seinen Wagen in der Garage übernachten lässt, kann die Öffnungshöhe begrenzen. Damit bleiben die Hände sauber, selbst wenn das Auto einmal länger nicht in der Waschanlage war.

Sonorer Diesel

Auf Knopfdruck startet der Dieselboxermotor mit sonorem Ton. Da der Outback sein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern zwischen 1.600 und 2.800 Umdrehungen zur Verfügung stellt, startet er aus dem Stand flott los und ist in 9,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Möchte man ihn aber ab circa 80 km/h stark beschleunigen, darf man von den 150 PS keine allzu große Spritzigkeit erwarten. Zwar dreht der Motor beim Kickdown und nachfolgenden Herunterschalten durch die stufenlose Lineartronic-Automatik hörbar auf, sie schaltet aber relativ schnell wieder einen Gang höher, so dass man für Überholmanöver Platz nach vorne haben sollte.

Sehr angenehm sind die gute Rundumsicht sowie das Fahrverhalten auf allen Straßenbelägen und auch auf der Autobahn in hohem Tempo: Der Wagen liegt satt auf der Straße, Unebenheiten schluckt die Federung gut weg, ohne dass es in Kurven zu „schwabbelig“ wird.

Vier Augen sehen mehr als zwei

Subaru_Outback_Web__32_von_46_Manche hassen sie, wir haben sie schnell lieben gelernt: Die Fahrerassistenzsysteme, die jederzeit für eine sichere und entspannte Reise sorgen. Der Tempomat ist ja seit langem auch in Kleinfahrzeugen bereits eine Selbstverständlichkeit. Subaru stattet den Outback Sport bereits in der Serienversion mit nahezu allem aus, was an weiteren Helferchen möglich ist: Mit seinen Stereokameras, die in leicht verschiedenen Winkeln oben in der Windschutzscheibe montiert sind, blickt das EyeSight Fahrerassistenzsystem weit voraus und ermöglicht so die automatische Abstandskontrolle zum Vordermann. Einmal das gewünschte Tempo eingestellt, bremst und beschleunigt das System, so dass man ohne weitere Eingriffe quasi im Verkehr mitfließt. Der Outback bremst bis zum Stand ab und sobald die Schlange wieder in startet, erscheint im Display „Vorderes Fahrzeug hat sich bewegt“. Genial in der Stadt bis und vor allem im Stau auf der Autobahn. Zusätzlich gibt es noch ein Notbremssystem mit Kollisionswarner, das den Fahrer laut aufschreckt und im Zweifelsfall auch bremst, sobald es vorne zu knapp wird.

Um sprichwörtlich auf der Spur zu bleiben, warnen ein Aufblinken und Ton beim Überfahren der Mittel- oder Seitenbegrenzung, zurücklenken muss der Fahrer allerdings noch selbst. Im Dunklen sorgt die Fernlichthilfsfunktion durch rechtzeitiges Umschalten auf Abblendlicht dafür, dass der Gegenverkehr nicht geblendet wird.

Ohne Anhang pendelte sich der Verbrauch bei 7 bis 7,5 Litern im Stadt/Land/Autobahn-Drittelmix ein.

Mit Anhang sicher unterwegs

Vor dem ersten Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest ist die abnehmbare Thule-Anhängerkupplung von unten nach oben in der dafür vorgesehenen Halterung einzusetzen und der Elektrostecker herunterzuklappen. An das Kupplungsmaul punktgenau heranzufahren ist mit dem gestochen scharfen Bild der Rückfahrkamera kinderleicht.

Pferdeanhänger ankuppeln, Elektrostecker und Bremsseil ran und los kann es los mit den Vierbeinern im Schlepptau – auf ganz besonders entspannte Fahrt mit Hilfe der elektronischen Assistenten. Insgesamt liegt das Gespann auch mit einem Doppelanhänger stabil auf der Straße, waghalsige Überholmanöver verbieten sich aufgrund der bereits genannten Gemütlichkeit bei der Beschleunigung ohnehin. So rollen wir genüsslich dahin und alle – Fahrer, Beifahrer und die Vierbeiner steigen entspannt aus.

Sollte die Fahrt – etwa zu einem Turnier oder Ausflug in den Wald – über matschige Wege führen und auf taunassen Wiesenparkplätzen enden, ist das auch kein Problem: Dank permanentem Allradantrieb und X-Mode Fahrprogramm wird der Outback seinem Namen gerecht und nicht stecken bleiben.

Fazit

Der Subaru Outback 2.0D Sport Lineartronic erwies sich im Pferdeanhänger-Zugfahzeugtest als gelungenes Crossover-Modell, das durch ein elegant-fließendes Exterieur und hochwertig gestaltetes Interieur gefällt. Er eignet sich als Zugfahrzeug für Pferdeanhänger bis 1,8 Tonnen, im Flachland bis 8 Prozent Steigung auch für 2 Tonnen. Wer keinen Wert auf besondere Spritzigkeit legt, sondern durch eine Vielzahl von Fahrerassistenten unterstützt eher stressfrei seinem Ziel entgegenrollen möchte, wird an dem Fahrzeug seine Freude haben. Bei derart entspannter Fahrt bleibt der Dieselverbrauch mit rund 7,5 Litern (mit Anhang werden es gut zehn Liter) auch im Rahmen. Den preiswertesten Outback gibt es ab 34.400 Euro. Das in diesem Testbericht vorgestellte Modell kostet 43.800 Euro, für die Anhängerkupplung kommen 853 Euro, für die Metalliclackierung noch einmal 560 Euro hinzu.

Technischen Daten

 Länge (mm) 4815
 Breite (mm) 1840
 Höhe (mm) 1605
Wendekreis (m) 11,8
Bodenfreiheit (mm) 200
Kofferraumvolumen (Liter) 559  – ca. 1.848
Leergewicht (kg) 2.060 – 2.128
Zuladung (kg) 468 -504
Anhängelast gebremst, bis 12 % Steigung (kg) 1.800
Anhängelast gebremst, bis 8 % Steigung (kg) 2.000
Stützlast 90 kg
Motor 2,0 l 4-Zylinder-Reihen-Boxermotor
Maximale Leistung 100 kW (150 PS)
Maximales Drehmoment 350 Nm bei 1.600 bis 2.800 Umdrehungen/min
Beschleunigung 0 – 100 in 9,9 sec
Höchstgeschwindigkeit 192 km/h
Verbrauch in Litern (Herstellerangaben) Stadt: 7,5; außerhalb 5,3; gesamt 6,1
Schadstoffklasse Euro 6
CO2-Emission (g/km) 159
Versicherungsklasse Haftpflicht + Teilkasko + Vollkasko 17 (HP), 23 (TK) 26 (VK)
Neupreis € Ab 34.400 Euro; Testwagen „Sport“ 43.800 Euro

Alle Testberichte über Subaru-Modelle

Weitere Informationen: www.Subaru.de

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