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Pferdeanhängertest Thiel Explorer: Fertig für die Entdeckungsreise!

Von Doris Jessen, geschrieben am 18. März 2021

Böckmann-Esprit

Thiel_Explorer-300x225Großes Raumangebot, Komfort dank hoher Einstiegstür, leichte Bedienbarkeit und zeitloser Chic – so präsentierte sich der „Explorer“ von Thiel im Pferdeanhängertest. Schon 2002 war Thiel Pionier auf dem Gebiet des unverrottbaren Aluplastbodens, der auch im Explorer serienmäßig eingebaut ist und 15 Jahre Gewährleistung hat. 

Thiel_Explorer_Innen-225x300Elegant, geräumig, in vielen Details durchdacht und somit praktisch: Diesen Eindruck vermittelte der Vollpolyester-Anhänger Thiel schon auf den ersten, nur „theoretischen“ Blick. Der zwei Monate lange Test, während dessen sich der Anhänger auf allen Straßenbelägen bis hin zum holprigen Weideturnierplatz beweisen musste, bestätigte diesen ersten Eindruck positiv.

Ankuppeln leicht gemacht

Das beginnt bereits beim Ankuppeln des Anhängers am Zugfahrzeug: Das in der Mitte der Deichsel angebrachte große automatische Stützrad lässt sich leicht auf- und abkurbeln. Ist die Anhängerkupplung des Autos nicht ganz korrekt positioniert, schaffen es sogar schwächere Personen, den Pferdeanhänger an den Rangiergriffen und an der Deichsel auch auf Wiesenboden nach links oder rechts passend zurecht zu rücken. Das Zugmaul rastet mit einem deutlichen Klick auf dem Kugelkopf ein, zusätzliche Sicherheit zum korrekten Sitz gibt das grüne Kontrollfenster an der Alko-Zugkupplung, die auch eine Verschleißanzeige bietet.

Sicherheit auf allen Fahrbahnen

Thiel setzt in allen seinen Pferdeanhängern auf das feuerverzinkte Längs- und Querträger-Fahrgestell von Alko mit dem „Safety-Axle-System“ in Verbindung mit fahrwerkabgestimmten Radstoßdämpfern und gummigelagerter Einzelradaufhängung. Es lässt den Anhänger in leerem und noch etwas besser in beladenem Zustand satt auf der Straße liegen. Wichtig für den sicheren Transport sind auch die Radbremsen, die hier für besondere Belastungen mit integrierten Kühlrippen ausgestattet sind. Die Vorteile dieser Technik zeigen sich in Serpentinenfahrten bergab, wenn viel gebremst werden muss. Wer ein entsprechend schweres Zugfahrzeug besitzt, darf mit dem Explorer auch 100 km/h schnell fahren.
Als besonders angenehm empfanden wir bei Nachtfahrten die beiden hellen Positionslampen auf jeder Seite, die vor allem beim Rückwärtseinparken die Breite des Pferdeanhängers genau anzeigen. Auch gibt es einen Rückwärtsscheinwerfer, der dem Fahrer beim Einparken gegen reflektierende Wände oder auch dem hilfswilligen Einparkgehilfen den Weg weist.Apropos Rückwärts: Hier benötigt man anfangs eine kleine Eingewöhnungszeit, weil das Fahrzeug schnell in eine Richtung dreht und dann kaum wieder zurückzuschwenken ist.


Auf ein langes Leben!

Der Vollpolyester-Aufbau in laminierter Sandwichbausweise ist nicht gespritzt, sondern im Handauflegeverfahren verarbeitet hergestellt, was eine gleichmäßige Wandstärke garantiert. Die Stabilität wird durch innen liegende Spezialverstrebungen vorne und am Heck durch Polyester-verkleidete Seitenstreben erreicht. Die Seitenwände sind im Schlagbereich bis auf 1,6 Meter gut zwei Zentimeter dick, so dass sie auch einmal einem aggressiven Huftritt sicher standhalten. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme kann man einen 80 cm hohen Schlagschutz aus Polyester anbringen lasse (245 €).

Um eine möglichst lange UV-Beständigkeit und damit Farbstabilität des Aufbaus zu erhalten, dient die Vierschicht-Lackierung, beim Testmodell in der Farbe Silber-Diamant (Aufpreis 288 Euro). Sie gewährleistet eine hohe Farbstabilität des Pferdeanhängers.

Ein sicherlich hohes Qualitätsmerkmal ist der im Jahr 2002 auf den Markt gebrachte „Alu-Plast-Boden“: Dabei handelt es sich um eine Platte, die aus einer Kombination aus Kunststoffkern mit doppelseitiger Aluminiumbeschichtung besteht. Vorteile sind das geringe Gewicht, eine dem Holzboden ähnliche „Federung“ und natürlich die Robustheit gegen Feuchtigkeit, Mist und Urin.

Beklebt und versiegelt ist die Bodenplatte mit einer acht Millimeter dicken griffigen Gummimatte. Auf der leicht anzuhebenden Rampe hatte der Test-Explorer einen Moosgummibelag, der sich auch bei Regen als sehr rutschfest erwies. Zur Stabilität hat die Rampe vier stabile Stahlstreben und breite Klappenscharniere, über denen zur einfachen Reinigung eine Schmutzschleuse angebracht ist. Das Heck des Testanhängers war mit einem Planenrollo zu schließen, das aus Belüftungsgründen auch nur halb geschlossen werden kann. Die mittig angebrachte längere Gummistrippe ermöglicht es auch kleineren Leuten, die Plane zu schließen. Alternativ gibt es gasdruckgefederte eine Polyester-Heckklappe ohne Aufpreis.

Zahlreiche praktische Einrichtungen

Der Aufbau des Pferdeanhängers besteht aus zwei Längshälften. Das ermöglicht rechts eine große Inspektionstür von 1,80 Höhe, an der sich auch große Reiter/innen nicht die Köpfe stoßen. Alle Türen sind mit einer griffigen Klinke und Dreipunktverriegelung leicht zu öffnen und mit einem Schlüssel (der nicht hakte!) sicher zu schließen.

Thiel_Explorer_Sattelkammer-225x300 Thiel_Explorer_Sh-225x300Auf der linken Seite befindet sich die beleuchtete Sattelkammer, die auch großes Turniergepäck spielend unterbringt. Hier sind die im serienmäßigen stabilen schwenkbaren Sattelhalter zu loben, die ein bequemes Be- und Entladen selbst schwerer Westernsättel ermöglichen. Die Trensenhaken liegen innen und stören nicht an der Tür, auf deren Innenseite zur Kontrolle des perfekten Plastrons ein Spiegel angebracht ist – auf den ersten Blick nicht unbedingt nötig, aber „nice to have“. Die Sattelkammer ist auch relativ hoch, so dass man selbst mobile Paddockzaunpfähle zumindest schräg gut lagern kann.

Der Explorer verzichtet auf die üblichen Krippen in der oberen Sattelkammerabdeckung und bietet alternativ zwei mobile Futtertröge (Aufpreis 56 €) an. Sie sind aus den Aufhängungen leicht zu entnehmen, aber gegen verspielte Pferde mit einem Feststellrad zu sichern. Auf der Sattelkammer befindet sich eine Reling (Zusatzausstattung 63 €), hinter der man leichte Kleinigkeiten lagern und festbinden kann.

An der linken Seite bietet der Explorer serienmäßig einen festen Anbindebügel, auf dem man auch Sättel ablegen kann. Wer oft ins Gelände zum Ausreiten fährt, wird diese Annehmlichkeit schnell schätzen, weil die Pferde hier sicher angebunden sind und der Weg zur Sattelkammer nur einen Schritt weit entfernt ist.

Für Groß und Klein

Der Transportraum für die Pferde ist aufgrund der Innenmaße von 3,65 Meter Länge, 1,77 Meter Breite und 2,36 Meter Höhe sehr großzügig und bietet auch größten Pferden genügend Platz. Dementsprechend kann das zulässige Gesamtgewicht auf Wunsch und ohne Aufpreis 2 oder auch 2,4 Tonnen betragen. Sehr angenehm für den sicheren Transport unterschiedlich großer bzw. langer Pferde sind die variablen Boxenstangen, die sowohl hinten wie vorne in Höhe und Länge verstellbar sind (Zusatzausstattung 95 Euro). Vorne haben sie aus Sicherheitsgründen natürlich eine von außen bedienbare Panikentriegelung.

Die Trennwand aus Klarsicht-PVC ist sehr stabil und der Stahlrahmen bleibt dank der Arretierung am Heck auch in Position, wenn beide hinteren Stangen beim Verladen geöffnet sind. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch ein Sicherheitsfaktor, weil die Wand nicht zur Seite kippen kann.

Anstatt der verstellbaren Seitenklappfenster hat der Explorer zwei andere Lüftungsvarianten: Oberhalb der großen Panoramascheibe sind insgesamt fünf individuell einstellbare Luftzirkulationsdüsen, die ähnlich wie an einem Flugzeugsitz zu bedienen sind. Sinnvoll ist es, den Luftstrom nach oben zu lenken und zunächst mit geringem Öffnungsgrad zu fahren und kontrollieren, wie eventuell empfindliche Pferdeaugen den Luftstrom vertragen. Zusätzlich gibt es optional eine Dachluke (167 Euro) mit getönter Scheibe und Schutzgitter. Für die Einstellung beider Systeme, die Bedienung des Lichtschalters und das Aufhängen des Heunetzes benötigen kleinere Personen einen kleinen Hocker.

Fazit

Mit dem Vollpolyester-Pferdeanhänger Thiel Explorer kommt der Hersteller seinem Motto „The Art of Trailer“ schon recht nahe. Es ist rundum praktisch konzipiert und bietet durch seinen stabilen Aufbau, den Aluplast-Boden und die Vierschicht-Lackierung die Aussicht auf lange Haltbarkeit. Mit einem Serienpreis beträgt 10.750 Euro (Stand 2021) von 10.750 Euro liegt in der höheren Preisklasse der Vollpolyester-Modelle.

Technische Daten

Gesamtlänge

Innenlänge

Gesamtbreite

Innenbreite

Gesamthöhe

Innenhöhe

Heckklappenscharniere

Gesamtgewicht

Zuladung

Stützlast

Bereifung

100 km/h Zulassung

Zubehör

Fahrwerk

Radstoßdämpfer

Bodenmaterial

Gummiboden

 Seitenpolster

Trittschutz

Automatikstützrad

Zubehör, Abschließbare Kupplung

Sattelkammer