Cheval Liberté Gold Aluline: Vollausstattung zum kleinen Preis
Von Doris Jessen, geschrieben am 15.06.2011
Es ist nun schon einige Jahre her, dass der französische Pferdeanhängerhersteller Cheval Liberté mit sehr günstigen Produkten in Deutschland auf den Markt kam. Seitdem hat sich das Produktangebot deutlich erweitert. Das aktuell getestete Modell Gold Classic Aluline ist mit einem Alu-Aufbau und –Boden ein stabiles und haltbares Fahrzeug, das durch eine umfangreiche Serienausstattung, Bedienungsfreundlichkeit und sehr gutes Fahrverhalten auffiel. Zur Verfügung gestellt wurde der Test-Pferdeanhänger von den Anhängercentren Ahrens & Ullmann in Stuhr bei Bremen.
Das Modell Gold Aluline gehört zu den Premiumprodukten des französischen Anbieters Cheval Liberté und reiht sich mit seinem glänzenden Auftritt in die Auswahl der in den letzten Jahren beliebt gewordenen Aluminiumpferdeanhänger ein. Und das aus gutem Grund: Das Material ist robust und langlebig, selbst nach 20 Jahren noch, wenn man von der typischen Patina absieht.
Der Alu-Profilaufbau ist 1,8 cm stark steht auf einem stabilen, im Tauchbad feuerverzinkten Stahlrahmen. Um chemische Reaktionen mit dem Aluminium zu vermeiden, sind alle Kontaktflächen zum Stahl mit einem Kleber isoliert.
Für eine optimale Stabilität baut Cheval Liberté vorne eine Bordwandverstrebung und hinten zwei Verstrebungen an. Sie sind zur Wand hin nicht geschlossen, so dass zum Beispiel beim Verladen widersetzliche Pferde, die unkontrolliert gegen den Anhänger treten, mit einem Huf zwischen Verstrebung und Seitenwand geraten könnten. Zwischen den beiden Heckstreben ist aus Sicherheitsgründen allerdings ein stabiles Gitter angeschweißt, um ein eventuelles Durchtreten des Pferdes bis zum Boden zu verhindern.
In das Polyesterdach sind vorne, mittig und am Heck fünf Verstärkungen aus Metallplatten einlaminiert. Für die Aluline-Serie bietet Cheval Liberté das Poly-Dach ohne Aufpreis in unterschiedlichen Farben an, so dass man je nach Geschmack weiß, hellgrau, anthrazit und bordeauxrot wählen kann.
Umfangreiche Serienausstattung
Der Hersteller setzt – wie zum Beispiel Ifor Williams auch – auf eine umfangreiche Serienausstattung, die man bei anderen Anhängern oft nur im Zubehör bekommt. Sie umfasst nicht nur den unverrottbaren 21 mm starken Aluminiumstegprofilboden inklusive 8 starkem fest verklebtem, versiegeltem und rutschfestem Gummiboden mit Gewebeeinlage, sondern auch den durchaus sinnvollen Trittschutz. Er besteht aus robustem Kunststoff und hält auch beschlagenen Hufen stand.
Die Rampe ist serienmäßig nicht nur zum Einsteigen herunter zu klappen, sondern durch zwei einfache Handgriffe als seitlich angeschlagene Tür zu öffnen. Dies ist vor allem für Nutzer praktisch, die Güter wie Heuballen oder Futter transportieren wollen. Die Rampe/Tür-Konstruktion hat aber noch einen weiteren Vorteil: Sie ist durch den umlaufenen Stahlrahmen sehr stabil, zudem sind auch die vier Streben daran angeschweißt. Zusätzliche Festigkeit verleihen die beiden Querstangen. Die Untere dient zusätzlich als bequeme Auftritthilfe, um an die Planenstrippe zu gelangen, die Obere zum Herunterziehen der Rampe beim Öffnen und Anbinden eines Pferdes am Heck.
Hereinspaziert…
Die Rampe ist mit Gummibelag und Querstreben ausgestattet, der auch bei Regenwetter nicht rutschig wurde. Seitenstopper gibt es nicht, was allerdings das unvermeidliche Fegen erleichtert. Der Innenraum ist mit 1,67 Metern ausreichend breit, die Seitenwände sind serienmäßig mit weichen Polstern verkleidet.
Das Boxengestänge, vorne mit Panikentriegelung, macht einen sehr stabilen Eindruck, die Mittelwand ist allerdings nicht aus dem üblichen starken durchsichtigen PVC gefertigt, sondern aus einer dünneren grauen Kunststofffolie. Sehr positiv sind die auf zwei Längen und Höhen einstellbaren Brust- und Heckstangen. Auf einer Testfahrt wurden zum Beispiel zwei Jährlingsstuten transportiert, die auf diese Weise sicher untergebracht waren und ihre Kruppe nicht unter die Stange schieben konnten. Auch die Schweifrüben blieben auf diese Weise heil. Die Sicherungssplinte werden nicht nur einfach eingehängt, sondern sind mit einem zusätzlichen umklappbaren Ring zu arretieren. Diese aus dem Bootsbau bekannte Technik ist einfach, mit einer Hand bedienbar und bringt ein kleines Stückchen mehr Sicherheit.
Ausreichend Frischluft
Die vergitterten getönten Fenster sind nur nach einer Richtung, nämlich nach hinten zu öffnen. Die Konstruktion ist gewöhnungsbedürftig, weil man zunächst einen Riegel öffnen muss. Hier wären die typischen Klappfenster etwas bedienungsfreundlicher. Für ausreichend Frischluft kann dann aber der Dachlüfter (ebenfalls serienmäßig) sorgen. Allerdings müssen auch sehr große Menschen hier auf einen Hocker steigen oder sich auf die Mitteltrennwand schwingen, um den Lüfter zu öffnen.
Die dritte, quasi zusätzliche Lüftung auch bei schlechtem Wetter, ist am Heck die engmaschige Netzfolie anstatt des üblichen Planenrollos. Dankenswerterweise mit einer längeren Mittelstrippe, die auch für kleine Personen immer greifbar ist. Das Netz sorgt im geschlossenen Zustand für Licht und Luft, lässt aber die Pferderücken selbst bei starkem Regen trocken.
Für unverträgliche Pferde, die sich partout nicht leiden können, liefert Cheval Liberté serienmäßig ein Hengstgitter aus verzinktem Stahl mit. Es ist stabil und klappert nicht, allerdings muss man sich als Mensch daran gewöhnen, um sich nicht den Kopf zu stoßen. Wer also keine Streithähne fährt, sollte es für seinen eigenen Komfort besser abbauen.
Hervorragendes Fahrverwalten
Der Testanhänger war mit dem in dieser Klasse serienmäßigen wartungsfreien Pullman-Fahrwerk und einer Knott-Auflaufeinrichtung ausgestattet. Dabei handelt es sich um ein wie im PKW-Bau übliches Schraubenfederfahrwerk mit Einzelradaufhängung, bei der sich jedes Rad einzeln heben und absenken kann, wenn es zum Beispiel über einen Kantstein fährt. Es bringt aber über diesen Vorteil hinaus noch eine sehr gute Laufruhe mit sich und lässt den Anhänger auf allen Fahrbahnen satt hinter dem Fahrzeug liegen. Das Fahrzeug ist für die 100 km/h-Zulassung technisch vorbereitet, die TÜV-Zulassung dafür kostet allerdings 40 Euro extra.
Die Zugkupplung stammt von der auf diesem Gebiet bekannten Firma Albe mit Kontrollanzeige für den korrekten Sitz und Verschleißanzeige. Sie rastet leicht über dem Kupplungskopf des Zugfahrzeuges ein, der korrekte Sitz wird durch eine grüne Markierung angezeigt. Steht der Pfeil dagegen auf dem kleinen roten Kreuz, ist der Kugelkopf nicht eingerastet, steht er auf dem Minuszeichen, zeigt dies an, dass zuviel Spiel zwischen Kugelkopf und Anhängerzugmaul besteht. Das Automatikstützrad ist in der V-Deichsel mittig angeordnet und ist leicht bedienbar.
Eine dritte Bremsleuchte am Dach leuchtet hoch genug, um bei schlechten Sichtverhältnissen wie zum Beispiel Nebel den weiter hinten fahrenden Verkehr zu warnen, wenn ein Bremsmanöver eingeleitet wird. Ein weiteres Sicherheits-Feature in der Standardausstattung ist das Reserverad damit Schutzhülle, das vorne am Bug montiert ist.
Geräumige Sattelkammer
Für einen Pferdeanhänger dieser Preisklasse bietet das Modell Cheval Liberté Gold eine sehr geräumige Sattelkammer (Zusatzausstattung 690 Euro), in der auch lange Western- oder Barocksättel Platz finden. Als Sattelhalter fungieren Kunststoffstangen, die ausziehbar sind.
Sowohl die Sattelkammer- als auch die Inspektionstür werden über abschließbare Türen mit verchromten Handgriffen und Dreipunkt-Verriegelung geschlossen. Die Gummidichtungen sind an der Türinnenseite angebracht, was Beschädigungen beim Schließen vorbeugt. Sehr praktisch sind die stabilen festhakbaren Türstopper, so dass die Türen bei Schrägstand oder Wind nicht zufallen können.
Fazit
Der Pferdeanhänger Cheval Liberté Gold Aluline zeichnet sich durch ein sehr gutes Fahrverhalten und umfangreiche Serienausstattung mit vielen praktischen Details wie zum Beispiel der Rampen-Tür-Kombination aus. Durch den Alu-Aufbau und –boden ist er langlebig und stabil. Mit der unverbindlichen Preisempfehlung von 5.990 Euro bietet er im Rahmen der vergleichbaren Wettbewerbsmodelle ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Wir danken den Anhängercentren Ahrens & Ullmann für das Stellen des Testfahrzeuges.
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