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Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest Pickup Isuzu D-Max Double Cab: Allround-Talent für Intensiv-Nutzer mit großem Gepäck

Von Doris Jessen, geschrieben am 27. Juni 2016

Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest Isuzu D-Max
wm-meyer-animiert

Isuzu-Web-5-von-46Im Jahr 2011 hatte mit-Pferden-reisen.de bereits einen Isuzu D-Max Pickup im Test, der damals noch ein typisches Offroad-Gesicht hatte. Das aktuelle Double Cab-Modell tritt im Vergleich dazu deutlich eleganter auf. Das praktisch gestaltete Interieur und das kraftvolle Brummen des 2,5 Liter Twin Turbo-Diesels mit 163 PS kann jedoch ein klein wenig LKW-Charakter nicht verhehlen. Die Highlights des Pickups sind der große Laderaum mit rund 2.250 Litern Volumen und einer Tonne Zuladung, die auch umfangreichstes Reiter- und Pferdereisegepäck schluckt, sowie die Anhängelast von 3,5 Tonnen. 

Isuzu_Web__46_von_46_Der Zufall wollte es, dass wir im Frühjahr einen Pferdeanhänger ohne vernünftige Sattelkammer im „Mit-Pferde-reisen-Test“ hatten, sprich das sperrige Gepäck für die Pfingstreise zum „Reiter- und Pferdeparadies Ziemendorf“ am Arendsee musste wenigstens teilweise anderweitig unterkommen. Es umfasste nicht nur die beiden üblichen großen Westernsättel mit je zwei voluminösen Pads und Zaumzeuge, Putzkästen und Pferdedecken, sondern auch eine mittelgroße Futtertonne sowie mobile Futterkrippen. Dazu das Reitergepäck für diverse Wettersituationen und unsere Australian Shepherd Hündin.

Damit wäre so manches Fahrzeug, auch größere SUVs oder Kombis, schon deutlich überfordert gewesen. Alles kein Problem für den Isuzu D-Max, dessen Laderaum mit gut anderthalb Metern Länge und Breite unter dem Hardtop (Zusatzausstattung, 2.214 Euro) mit etwa einen Meter Dachhöhe – das ergibt etwa 2.250 Liter Volumen – alles problemlos schluckte. Die Fenster mit getönter Privacy-Verglasung hemmen neugierige Blicke aufs Ladegut von draußen, zudem ist das Hardtop natürlich auch per Funkbedienung abschließbar. Boden und Seitenwände waren in der „Premium-Ausstattung“ mit einem weichen Teppichboden belegt, so dass wir auch an den Ledersätteln keine Kratzspuren zu befürchten hatten. Bei Bedarf hätten wir an Verzurrschienen und -ösen alles zusätzlich sichern können, das schien aber aufgrund der mit Pferdeanhänger eher moderaten Fahrweise nicht erforderlich.

Isuzu_Web__45_von_46_Zum Putzen und Satteln wurde das Fahrzeug direkt vor dem Pferdeanhänger geparkt, so dass alle wichtigen Utensilien ohne tiefes Bücken quasi auf einem Tisch griffbreit auf der Heckklappe lagen. Schon praktisch, so eine Kiste, war die einhellige Meinung…

Wir haben es für unseren Testeinsatz nicht ausgereizt, aber wer Bedarf am Transport schwerer Güter hat, kann auf der Ladefläche mit doppelter Stahlverkleidung bis zu einer Tonne transportieren und – sollte das auch nicht ausreichen – dazu noch einen 3,5 Tonnen schweren Anhänger ziehen. Der Fahrt mit drei bis vier Pferden steht also nichts im Wege.

Schick und praktisch zugleich

Isuzu_Web__20_von_46_Wer nun glaubt, der Pickup sei mit klassischer Geländewagenausstattung wie verstärkter Fahrgastzelle, Leiterrahmenkonstruktion und hinteren Blattfedern lediglich ein robuster Lastesel für Feld, Wald und Wiese, der irrt gewaltig. Vom Exterieur her wirkt der Isuzu von weitem vor allem durch das weiße Hardtop eher wie eine großgeratene, etwas hochbeinige und durch die Projektionsscheinwerfer zusammen mit dem Chrom-Kühlergrill geradezu sportliche Limousine, die sich für den Einsatz als Nutzfahrzeug „fürs Grobe“ ebenso empfiehlt wie für die abendliche Fahrt ins Theater oder den Reitausflug zum exklusiven Turnier. Nur das Parken in der Stadt, speziell in engen Parkhäusern, mag aufgrund der knapp 5,30 Meter Länge zur Herausforderung werden.

Isuzu_Web__28_von_46_Speziell in der hier getesteten Premium-Version brauchen der Fahrer und die bis zu vier weiteren Passagiere nicht auf den liebgewordenen PKW-Komfort zu verzichten: Das Einsteigen auf die hohe Sitzposition wird durch die breite Stufe und zwei gut erreichbare Griffe erleichtert. Die sorgfältig verarbeiteten und vorne heizbaren Nappaledersitze sind bequem, der Fahrersitz ist in Sekundenschnelle elektrisch angepasst, die Rundumsicht ist hervorragend.

Isuzu_Web__30_von_46_Werden die hinteren Sitze nicht für Personen gebraucht, sind sie leicht zur Rückenlehne hin hochzuklappen und bieten ein sicheres „Nest“ auch für größere Hunde. Es entsteht zwar eine kleine Stufe, die sich aber leicht mit einer mehrfach gefalteten Decke ausgleichen lässt.

Zwei Handschuhfächer, Flaschenhalter in Türen und Mittelkonsole sowie zahlreiche Ablagen sorgen für Ordnung im Fahrzeug, etwa unterhalb der Armlehne und auf dem pflegeleichten Armaturenbrett etwa für eine Sonnenbrille oder anderen Kleinkram.

Die Instrumententafeln und Bedienelemente, u.a. das große Multiinformationsdisplay, sind sehr übersichtlich und für alle Fahrzeugfunktionen selbsterklärend. Für die Navigation, Bluetooth Handy-Anbindung und Unterhaltung sorgt ein Clarion-System. Wünscht man Musik oder Hörbücher über Audiostreaming, muss der IPod oder das Smartphone allerdings via USB angeschlossen werden, der sich im oberen Handschuhfach befindet.

Das Lederlenkrad – in der Premium-Version mit Knöpfen für die Radioeinstellung, Bordinfos, das leicht koppelbare Telefon und den Tempomat – ist nicht LKW-typisch groß, sondern hat eher handliche Limousinenabmessungen.

Power für flotte Fahrten

Sobald der Motor – traditionell mit Zündschlüssel – gestartet wird, kommt schon eher Trucker-Feeling auf: Der 2,5 Liter Vierzylinder mit 120 kW bzw. 163 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment startet unverkennbar als Diesel, fährt aber sehr flott los und bietet dank Fünfgangautomatik und Kickdown genügend Power für flotte Fahrten. Von 0 auf 100 km/h spurtet er in 8,4 Sekunden, bei 180 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Die Federung ist straff, die Lenkung angenehm direkt. Auf unebenen Straßenbelägen, wie sie leider auf Landstraßen oft genug anzutreffen sind, wird das Fahrverhalten ein klein wenig ruppiger, aber keineswegs rumplig, wie man aufgrund der blattgefederten Hinterachse vielleicht erwarten könnte. Daher stiegen wir nach einer zweieinhalbstündigen Anhänger-Fahrt von Hamburg an den Arendsee in Sachsen-Anhalt sehr entspannt aus.

Hervorragendes Zugfahrzeug

Isuzu_AHKIdeal eignet sich der D-Max – abgesehen von den bereits genannten Beladungsmöglichkeiten – als Zugfahrzeug. Das beginnt schon mit der hoch liegenden, fest installierten Anhängerkupplung und der daneben liegenden gut erreichbaren Steckdose (Zusatzausstattung, 465 Euro): Kein Einsetzen des mobilen Hakens, keine schmutzigen Finger, kein tiefes Bücken. Prädestiniert für Reiter und Reiterinnen, die oft mit Anhänger fahren.

Isuzu_Web__4_von_46_Das Heranfahren wird durch die wirklich perfekte Rückfahrkamera zu einem sekundenkurzen Kinderspiel, da der Kugelkopf mittig im Bild erscheint und ein millimetergenaues Andocken an das Zugkupplungsmaul des Anhängers ermöglicht. Automatikstützrad herunterdrehen, Bremsseil anbringen, Stecker rein und los. So einfach geht das…

Beim Anfahren bemerkt man die zwei Tonnen Anhang nicht, was auch keine Überraschung ist: Das Drehmoment von 400 Newtonmetern garantiert stattliche Kraftreserven und macht den Pickup auch mit einer Anhängelast von 3,5 Tonnen noch zu einem idealen Zugfahrzeug. Auch in höheren Geschwindigkeiten – das Leergewicht von gut 2.067 kg erlaubt bis zu einem Anhängergewicht von 2,2 Tonnen – 100 km/h schnell zu fahren, liegt das Gespann satt auf der Straße.

In einem Waldstück am Arendsee hatten wir zudem die Gelegenheit, auch die Offroad-Eigenschaften wenigstens ein wenig zu testen und kamen problemlos durch den tiefen Sand. Dafür kam der über einen Drehknopf zuschaltbare Allradantrieb zum Einsatz.

Der Dieselverbrauch pendelte sich ohne und mit Pferdeanhänger auf rund 9,5 Liter ein.

Fazit

Wer ein schickes Allroundfahrzeug für viele Einsatzzwecke und vor allem den Transport schwererer Lasten sowie Pferdeanhänger braucht und dieses aber auch für „normale Fahrten“ nutzen möchte, wird an dem Isuzu D-Max viel Spaß haben. Mit 29.350 Euro für die Basisversion und 36.550 Euro plus 3.344 Zusatzausstattung für die getestete Premium-Ausstattung liegt er im günstigeren Bereich der vergleichbaren Pickup-Modelle.

Technischen Daten

Länge (mm) 5.295
Breite (mm) 1.860
Höhe (mm) 1.795
Wendekreis (m) 12,2
Bodenfreiheit (mm) 275
Ladefläche (,mm) 1.485 lang, 1.120 zw. Radkästen, 1.530 max. breit
Leergewicht (kg) 2.067
Zuladung (kg) 933
Anhängelast gebremst, bis 12 % Steigung (kg) 3.500
Stützlast 125 kg
Motor 2,5 l 4-Zylinder Twin Turbodiesel
Maximale Leistung 120 kW (163 PS)
Maximales Drehmoment 400 Nm bei 1.400 bis 2.000 Umdrehungen/min
Beschleunigung 0 – 100 in 8,4 sec
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Verbrauch in Litern (Herstellerangaben) Stadt: 10,5; außerhalb 7,2; gesamt 8,4
Schadstoffklasse Euro 5b
CO2-Emission (g/km) 220
Versicherungsklasse Haftpflicht + Teilkasko + Vollkasko 23 (HP), 22 (TK) 24 (VK)
Neupreis € Ab 29.350 Euro; Testwagen „Premium“ 36.550 Euro

Lesen Sie auch den Testbericht

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Weitere Informattionen auf der Isuzu-Website