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Pferdeanhängertest Sirius S77: Solide, robust mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis

Von Doris Jessen, geschrieben am 5. November 2020

Pferdeanhängertest Sirius S77
Schönfeld_2020

Pferdeanhaengertest-Sirius-S-77-p-10Im Herbst 2020 absolvierte der Aluminium-Polyesteranhänger Sirius S77 den Pferdeanhängertest. Das Fahrzeug überzeugte durch seinen stabilen Aufbau, unverrottbare Materialien und ein sehr gutes Fahrverhalten. Mit einer Innenhöhe von 2,45 Metern können auch  hochgewachsene Vierbeiner bequem reisen. Der Einstiegspreis für die „Basic-Ausführung“ liegt bei 7.760 Euro inklusive Fünf-Jahresgarantie.

 

Seit 2013 entwickelt und baut der Hersteller Sirius Trailers BV Pferdeanhänger im niederländischen Malden (s. auch unser Bericht Neue Sirius Pferdeanhänger aus Holland) und bezeichnet das Trailerkonzept selbstbewusst als „The Next Generation“. Es handelt sich also fast im wörtlichen Sinne um Newcomer, die man bisher eher selten auf Deutschlands Straßen oder Reitturnierplätzen sieht.


Stabil, nachhaltig und langlebig: Aluminiumaufbau und -boden

Jens Weseloh, Geschäftsführer des Anhängerhauses Hübscher & Weseloh stellte uns freundlicherweise das Modell Sirius S77 für den Pferdeanhängertest  zur Verfügung – vielen Dank dafür!

Auffällig auf den ersten Blick: Der mit 2,45 m Innenhöhe respektable Aufbau. Die Wände sind 1,70 m hoch, darauf setzt im Falle des Testmodells die schwarze Polyesterhaube auf.

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Elegantes, aber schmales Fenster

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… nach hinten zu öffnen

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Mehrfach klappbare Dachluke

Im Bugbereich befinden sich wie üblich seitliche dunkel getönte und teilweise vergitterte Klappfenster. Sie fallen hier fast „schlitzäugig“ schmal aus und sind nur nach hinten zu öffnen. Für zusätzlich Luft und Licht sorgt ein fünffach klappbarer Dachlüfter. Diesen zum Öffnen oder Schließen zu erreichen benötigen allerdings selbst große Personen einen Hocker.

Der Aufbau aus 1,8 cm starken doppelwandigen Aluprofilen hat einen umlaufenden Alurahmen und ist auf dem Alko-Fahrgestell verschraubt. Das Ganze macht bereits einen sehr soliden Eindruck.

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Dreifache Seitenstreben findet man heute nur noch selten

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Das Verbindungsblech dient auch als Auftritt

Das Heck wird durch zwei Aluminium-Seitenstreben stabilisiert, die auf Transportbodenhöhe mit einem Stahlblech verbunden sind. Hinter der Inspektions- bzw. Sattelkammertür verstärkt eine dritte Seitenstrebe aus schwarz pulverbeschichtetem Stahlblech den Aufbau zusätzlich. Darin befindet sich auch die Verschraubung der Bruststangen, deren äußere Öse zum Anbinden eines Pferdes dient. Im Notfall kann damit auch die Panikentriegelung von außen gelöst werden. Das zweite Pferd wird an einer entsprechenden Öse am Heck angebunden.

Der Boden besteht aus einer 2,4 cm starken Alu-Kunststoff-Sandwichplatte, die der Hersteller als Alucompound-Boden bezeichnet. Wie immer das Kind auch heißen mag, der Boden, mit rutschfestem Hammerschlag-Gummi belegt, ist auf jeden Fall unverrottbar und verspricht langlebig zu sein.

Der Testpferdeanhänger war mit schwarzen Kunststofftrittschutzplatten ausgestattet. Sie sind optional für 209 € erhältlich und dringend zu empfehlen, um die Wand vor Kratzern oder Beulen zu bewahren.

Die Heckklappe ist extrem stabil gebaut. Sie ist serienmäßig mit einfach bedienbarer Rampe-/Türfunktion ausgestattet. Leider fällt die Tür bei Wind oder schrägem Stand leicht ungewollt zu – ein passender Arretierungshaken muss extra bestellt werden. Das ist ein wenig ärgerlich, diente eine solch einfacher und sicherlich kostengünstiger doch nicht nur dem Komfort, sondern auch der Sicherheit, falls ein Pferd über den Stufeneinstieg verladen wird.

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Der Einstiegswinkel ist sehr flach

Aufgrund der Rampenlänge von 1,70 m entsteht ein sehr flacher Auflage- und damit Einstiegswinkel für die Pferde, die über einen Trittleistengummiboden sicher einsteigen können. Vorbildlich (und anderswo kaum mehr zu finden): Vier Rampenscharniere und vier Heckstreben aus verzinktem Stahl. In den beiden äußeren Streben sind die Gasdruckhebehilfen versenkt, die ein leichtes Öffnen und Schließen der Rampe ermöglichen. Geschlossen wird das Heck mit leichtgängigen Verriegelungen und nach oben durch den üblichen Planenlift und fünf Gummistrippen. Die mittlere ist verlängert, damit auch kleinere Personen die geöffnete Plane von dem kleinen Tritt aus erreichen können.

Elegant und sicher zugleich: Die in den Heckstrebe eingelassene Beleuchtungskörper.

Großzügiger Innenraum

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Diese Pferde mit 1,60 m Höhe haben extrem viel Luft nach oben

Im Innenraum mit Abmessungen von 3,40 m Länge, 1,71 m Breite und 2,45 m Höhe reisen auch große Vierbeiner komfortabel. Lobenswert: Die stabile Trennwand aus Stahlrohr und PVC-Schürze ist mit einem Verriegelungsmechanismus ausgestattet, der sie auch bei zwei geöffneten Heckstangen sicher stehen lässt.

Die Bruststangen mit Panikentriegelung sind anatomisch ausgeformt und in der Höhe zweifach auf 1,00 bzw. 1,20 m verstellbar. Daran werden die Pferde auch angebunden. Die Ösen sind auch für dicke Stricke ausreichend groß. Die Heckstangen lassen sich in drei Längen einhängen, die Höhe beträgt 1,1 m und ist nicht zu verstellen. Gesichert werden die Stangen mit den üblichen Häkchen an einem kleinen Plastikkabel.

Im Testmodell war auch eine Sattelkiste verbaut (Option 682 €). Deren Oberseite bildet im Innenraum eine Ebene ohne die früher üblichen Fressmulden. In dem Raum zwischen Bruststangen und Sattelkammer können sich normal gebaute Personen gut bewegen, für mobile Futtereimer ist der Platz etwas zu eng. Das Heunetz wird an einem Haken in der Bugspitze eingehängt und einem weiterem auf der rechten Seite fixiert.

Die Inspektionstür ist auch von innen mit einem Drehknopf zu öffnen. Hier ist darauf zu achten, das Pferd möglichst kurz anzubinden, damit sich der Strick nicht in dem Knopf verhaken kann.

Bequem hohe und breite Türen

Wie in den meisten niederländischen Pferdeanhängern ist auch hier die Inspektionstür links und die Sattelkammertür rechts. Sie sind mit einer Dreipunktverriegelung und einem halbrund geformten Alugriff ausgestattet, der außen so eng anliegt, dass sich kein Strick darin verhaken kann. Sicher offen gehalten werden sie mit einem starken Magneten, der sein Gegenstück an der transportwand findet.

Beide Türen sind 95 cm breit und etwa 1,60 hoch. Diese Abmessungen finden sich selten so komfortabel. Das gilt vor allem für das Beladen der Sattelkammer mit großen (Western)sätteln. Sie sind bequem auf den nach außen schwenkbaren Sattelhaltern zu platzieren, passen satt hinein und hielten auch während der Fahrt sicher auf ihren Plätzen. Zwei Trensenhaken, ein Schminkspiegel und ein Staunetz sind an der Tür angebracht. Eine Gummidichtung verhindert lautes Türschlagen und Wassereintritt. Für dunkle Abendstunden gibt es eine Beleuchtung.

Einfach ankuppeln

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Das große Stützrad mit Rangiergriff ermöglicht einfaches Ankuppeln

Vor der Fahrt geht es ans Ankuppeln. Das mittig angebrachte Stützrad ist mit einem großen Drehknopf ausgestattet und der Anhänger lässt sich damit leicht auf die für das Zugfahrzeug passende Höhe hochkurbeln. Während Rangiergriffe früher meistens am Bug angebracht waren, finden wir sie heute zunehmend direkt am Stützrad.

Die stabile Zugvorrichtung stammt aus dem Hause Alko ist leicht bedienbar und zeigt in einem kleinen Fenster an, ob der Kugelkopf korrekt eingerastet ist. Die Handbremse ist leicht zu lösen.

Komfortabel gefedert

Aufgrund der relativ langen Deichsel reagiert der Sirius S77 gutmütig auf Lenkausschläge und ist daher leicht rückwärts zu rangieren. Das Fahrverhalten war sowohl leer als auch beladen einwandfrei. Das lag beim Testfahrzeug an dem gut ausbalancierten Alko-Fahrwerk mit den bewährten Gummifederachsen und Radstoßdämpfern, die Voraussetzung für die 100-km/h-Erlaubnis (optional 167 €) sind. Wer diese auch nutzen möchte, sollte sich beim Kauf genau überlegen, welche Gewichtsausführung gewünscht oder erforderlich ist: Kommt man mit 2 Tonnen Gesamtgewicht aus (bei einem Leergewicht von 850 kg ohne SK, mit eher knapp 900 ) können zwei leichte Warmblüter mitreisen und das Zugfahrzeug muss leer nur 1.818 kg wiegen. Alternativ gibt es für 139 Euro auch eine 2,5-Tonnen-Zuassung. Möchte man diese mit 100 km/h fahren, benötigt man dafür allerdings ein Zugfahrzeug mit mindestens 2.272 kg Leergewicht. Mehr zur 100 km/h-Regelung für Gespanne.

Fazit

Der Aluminium-Pferdeanhänger Sirius S77 ist ein sehr solide gebautes und stabiles Fahrzeug. Es ist leicht bedienbar und sichert auch großen und vor allem hoch gewachsenen Pferden eine komfortable Reise. Positiv hervorzuheben ist der 1,70 m hohe Aluminiumaufbau mit großen und breiten Türen zum Innenraum und zur Sattelkammer. Ebenfalls vorbildlich: 5 Jahre Garantie. Mit 7.760 Euro für die Basic-Ausführung bietet er ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Der Testanhänger mit den oben genannten Extras kostet 9.300 Euro.

Technische Daten Sirius S77

Innenlänge (mm)3400
Innenbreite (mm)1710
Innenhöhe (mm)22450
Zul. Gesamtgewicht (kg)2.000 oder 2500
Leergewicht (kg)850
Zuladung1150 oder 1650
Stützlast (kg)max. 80
Bereifung13"
FahrwerkAlko
RadstoßdämpferJa
100 km/h-ZulassungJa
BodenmaterialAlu-Compound
TrittschutzplattenOption
AutoatikstützradJa
SattelkammerJa, geeignet auch für große Sättel
Höhen-/Lägenverstellbares BoxengestängeJa
Abschließbare Kuppplungnein
BesonderheitenHohe Alu-Seitenwände und sehr komfortable Innenhöhe, 5 Jahre Garantie

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