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Pferdeanhängertest Saris Nairobi Classic: Großzügiger Holz-Poly-Anhänger

Von Doris Jessen, geschrieben am 16. April 2006

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Saris_Nairobi_seitlichDer großzügig gebaute Holz-Polyester-Pferdeanhänger ist vor allem für Besitzer großer Warmblüter interessant: Mit einer Innenhöhe von 2,40 Metern übertrifft er die meisten Wettbewerbsmodelle. Insgesamt präsentiert er sich als Mittelklassefahrzeug mit einer anständigen Grundausstattung, die durch eine große Auswahl an Optionen ergänzt werden kann.

Das Pferdeanhänger-Modell Nairobi der niederländischen Firma Saris Aanhangers ist ein klassisches Einsteigermodell der Holz-Polyester-Klasse. Das aerodynamisch geschwungene Dach und die etwas strömlinienförmigen Ausstellfenster geben der sonst eher traditionellen Form eine elegante Note, die ihn von den Wettbewerbern seiner Klasse positiv abhebt. Zudem macht sich die Dachform auch im Kraftstoffverbrauch des Zugfahrzeuges positiv bemerkbar.

Für Notsituationen gerüstet mit der Antischlingerkupplung

Saris verbaut in seinen Anhängern das bekannte und qualitativ hochwertige Alko-Fahrwerk.
Die Deichsel ist verschraubt, was im Reparaturfall, zum Beispiel nach einem Unfall, sehr servicefreundlich ist. Unser Testmodell war mit einer Antischlingerkupplung ausgestattet. Ihre Funktion erhält die Antischlingerkupplung durch einen Stabilisierungsgriff, der vier spezielle Reibbeläge von links, rechts, hinten und vorne an die Anhängerkugel des Pkw presst, so dass sich das Gespann vor allem in Notsituationen schneller wieder beruhigen – was wir aber aus Sicherheitsgründen nicht getestet haben. Zudem erlaubt die Sicherheitskupplung eine höhere theoretische Maximalgeschwindigkeit, die aber bekanntermaßen vom Gewicht des Zugfahrzeuges abhängig ist.

Leergewicht des Zugfahrzeugs x 1,1 = zulässiges Gesamtgewicht des Anhängers
Mit Antischlingerkupplung erhöht sich der Faktor von 1,1 auf 1,2

Die Bedienung empfanden wir als einfach: Nach dem normalen Ankuppeln des Anhängers wird der Stabilisierungsgriff fest auf den bereits geschlossenen Kupplungsriegel gedrückt. Durch die gewohnten grünen Sichtfenster ist auch sicher zu kontrollieren, ob die Kupplung richtig auf der Kugel sitzt, zudem gibt es eine Verschleißkontrolle.

Da die gesamte Konstruktion aber sehr viel breiter ist als die herkömmlichen Kupplungen, benötigt man ein ebenfalls von Al-Ko speziell geliefertes Sicherheitsschloss.

Was die Aussage auf der Website von Alko betrifft, dass „Pendel- oder Nickbewegungen damit bereits im Ansatz wirkungsvoll unterdrückt werden“, so konnten wir hier keine besonderen Unterschiede zu anderen Pferdeanhängern feststellen: Im leeren Zustand und auf unebenem Fahrbelag ergaben sich trotz der Stoßdämpfer leichte Schwingungen. Beladen war dieser Effekt zwar weniger zu spüren.

Serienmäßig ist das leicht bedienbare Automatikstützrad. Dank des 13poligen Steckers war das Zugfahrzeug mit einem Handgriff auch an die Elektrik angeschlossen. Die zusätzliche dritte Bremsleuchte bringt speziell auf Autobahnen durchaus ein Plus an Sicherheit. Zudem hat das Fahrzeug einen Rückscheinwerfer, was beim Einparken gegen eine Wand recht praktisch ist.

Viel Platz für Groß und Klein

Der Aufbau besteht aus 15 Millimeter dickem Kunststoff-beschichtetem finnischem Holz und ist beidseitig durch drei Verstrebungen aus feuerverzinktem Stahl stabilisiert. Die letzte Strebe ist bei dem Testmodell mit Blech ausgekleidet, um Hufverletzungen bei vorzubeugen. Sie behindert die Sicht nach hinten ein wenig. Seitlich rechts ist das Reserverad auf einem passenden Halter und mit Saris-Schutzhülle angebracht.

Den Aufbau gibt es in den RAL-Farben weiß, schwarz, anthrazit, blau, rot und grün. Auffallend ist das vorne etwas nach oben erweiterte aerodynamisch geformte Polyesterdach, das insgesamt eine Innenhöhe von 2,40 Meter und damit viel Kopffreiheit auch für Pferde jenseits der 1,75 Meter Stockmaß bringt. Bei den Classic-Modellen sind die Hauben weiß, die Variante „Elegance“ bietet auch ein graues Dach.

Intelligent gestaltet ist die Anbringung der Kotflügel, die etwa einen Zentimeter Abstand zur Holzwand haben. Dadurch kann sich kein Schmutz in der Spalte festsetzen und auch kein Fäulnisprozess beginnen. Sympathisch ist außerdem, dass alle Metallbeschläge ohne Aufpreis rostfrei sind.

Sicherheit durch doppeltes Paniksystem

Die Innenausstattung umfasst serienmäßig höhenverstellbare Bruststangen mit jeweiligem Paniksystem, eine Klarsicht-Trennwand und ein Planenrollo. Der Holzboden misst 21 Millimeter, der acht Millimeter dicke und griffige Gummi-Hammerschlagbelag ist fest verklebt und versiegelt. Alternativ gibt es einen 30 Millimeter dicken, auch nach unten geschlossenen Aluminiumboden mit Gummibelag.

Zwischen Bruststangen und der Sattelkammer ist sehr viel Platz, so dass auch das linke Pferd komfortabel ohne Drängen und Quetschen angebunden werden kann. Die Heckstangen sind wie üblich hängend angebracht, um ein schnelles Schließen zu gewährleisten. Stehen die Pferde sicher vertäut, können sie sich an den weichen Seitenpolsterungen anlehnen. Gegen die Huftritte unerfahrener und unausbalancierter Pferde ist optional ein 80 Zentimeter hoher Trittschutz an den Seitenwänden und an der Sattelkammerwand aus demselben Gummibelag erhältlich.

Die angenehm leichte Heckklappe erhält ihre Stabilität durch vier Schienen ebenfalls aus feuerverzinktem Stahl, an den beiden äußeren ist die Gasdruckhebehilfe angebracht. Da sie sehr knapp in den Aufbau eingepasst ist, war sie bei dem Testmodell relativ schwer herunter zu ziehen, aber leicht nach oben zu wippen. Der Heckklappenbelag besteht beim Testmodell aus Moosgummi, andere Modelle haben zusätzlich Querleisten sowie eine Gummibrückenabdichtung. Dieser Belag erwies sich auch bei feuchtem Wetter als gut griffig. Die Verriegelungen an der Heckklappe schlossen leichtgängig.

Funktional: Sattelkammer und Inspektionstür

Saris_Nairobi_SK-223x300Im Gegensatz zu den meisten ausländischen Pferdeanhängern haben die Saris-Fahrzeuge wie bei uns gewohnt die Inspektionstür rechts, also zur dem Verkehr abgewandten Seite, und die abschließbare Sattelkammertür links. Die Türen sind mit griffigen Klinken zu verschließen und durch je einen Zusatzriegel zu sichern. Allerdings fallen sie bei Wind oder wenn das Fahrzeug nicht auf ebenem Moden steht leicht zu, weil sie sich nicht am Rahmen festlaschen lassen. Die angenehm hohe Inspektionstür ist zwar von innen zu öffnen, allerdings muss vorher natürlich auch das Häkchen beiseite geschoben werden. Die Sattelkammer – bei angeschaltetem Fahrzeuglicht auch beleuchtet – reicht für zwei Englisch-Sättel und das notwendige Reisezubehör aus.

Fazit

Der Holz-Polyester-Pferdeanhänger Nairobi von Saris ist serienmäßig für ein zulässiges Gesamtgewicht von zwei Tonnen zugelassen. Werksseitig technisch ist er allerdings bereits für 2,5 Tonnen ausgerüstet, so dass er später auch in der Zulassung auf dieses Gewicht aufgelastet werden kann – für den Wiederverkauf durchaus ein gutes Argument. Diese Version ist erforderlich, wenn gerade die großen Pferde transportiert werden müssen, für die das Fahrzeug sein Plus ausspielen kann: Die Innenhöhe von 2,40 Meter.

Testzeitraum: Sommer 2007