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Pferdeanhängertest Atec Thensa 2500: Bewährtes neu definiert

Von Doris Jessen, geschrieben am 5. Juli 2021

Aluminium-Pferdeanhänger Atec Thensa
Böckmann-Esprit

Pferdeanhaengertest-Atec-Thensa_P-e1625489357506Bereits 2014 bewies ein Atec Pferdeanhänger – damals in der XXL-Version „Centaurus“ – im Test seine solide Qualität.  Der brandneue Aluminium-Polyester-Pferdeanhänger Atec Thensa gefiel im Pferdeanhängertest durch extrem solide Bauweise und seine Geräumigkeit, die ihn auch für große Vierbeiner prädestiniert. Für 8.990 Euro erhält man einen umfangreich ausgestatteten Pferdeanhänger.

Pferdeanhänger niederländischer Herkunft zeichnen sich erfahrungsgemäß vor allem durch eines aus: Solide Bauweise und extreme Stabilität. Diesen Prinzipien ist Anssems auch bei seiner neu akquirierten Marke Atec treu geblieben. Aber das ist längst nicht alles, womit das Aluminium-Polyester-Modell überzeugte.


Aerodynamisch-Elegantes Exterieur

Atec bezeichnet sein Modell Thensa als „modernen Designklassiker“. Und genau so fährt für den Test vor: Der Aufbau ist auf dem feuerverzinkten Stahlrahmen verschraubt und wird vorne und am Heck durch ebenfalls verzinkte Stahlstreben stabilisiert. Die hinteren Streben sind durch ovale Löcher durchbrochen, um die rückwärtige Sicht zu ermöglichen. Sie stehen zudem auf einem sehr robusten Lochgitter, das auch als Auftritt genutzt werden kann.

Die dritte Bremsleuchte ist in der Nummernschildhalterung montiert, besser wäre es allerdings, sie weit oben und damit besser sichtbar anzubringen.

Die bewährten 18-mm Aluminiumprofile – hier in breiten Planken verbaut – für die Seitenwände und die mit vier Heckstreben verstärkte Rampe garantieren zusammen mit dem 21-mm Alu-Sandwich-Boden robuste Langlebigkeit, während das leicht formbare Polyester für die aerodynamische Dach-Bugkonstruktion den sportlichen Schick betont. Alle Polyesterteile werden zudem im eigenen Werk in Bad Bentheim produziert und haben laut Hersteller eine sehr glatte mit hohem Glanzgrad und eine Oberfläche, die gegen Ausbleichung durch UV-Licht geschützt sein soll.

Das Polydach ist mit dem Aufbau verschraubt und verklebt, der Übergang wird durch eine hochglänzende Chromschiene markiert.

Komfortabel und sicher

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Großzügiger und heller Innenraum

Sehr komfortabel ist der Innenraum gestaltet. Das beginnt schon mit den großzügigen Innenmaßen von 3,50 m Länge, 1,75 m Breite und 2,40 m Höhe. Die Pferde betreten das Fahrzeug über die relativ flach aufliegende Rampe, die mit griffigem Gummiboden und Querstreben gegen Ausrutschen belegt ist. Die Klappenscharniere liegen sehr eng an, so dass kein Huf in Spalten geraten kann. Die Mitteltrennwand aus Stahlrohr und der üblichen PVC-Schürze steht stabil. Um sie zum auszuhaken und zur Seite zu schieben, zum Beispiel um ein unerfahrenes Pferd einzuladen, braucht es allerdings schon etwas Kraft.

Weich gepolstert

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Längen- und höheneinstellbares Boxengestänge

Die Bruststangen sind weich gepolstert, anatomisch geformt und in der Höhe auf 99 cm bzw. 119 cm verstellbar, die Heckstangen zusätzlich in der Länge (Boxenlänge 170, 180 oder 190 cm) auch an kleinere Pferde anzupassen. Gegen Kratzer und Beulen gibt es Trittschutzplatten aus schwarzem Kunststoff, weiche Seitenpolster laden die Pferde zum gemütlichen Anlehnen ein.

Die Bruststangenhalterung ist mit großen Ösen ausgestattet, in denen wir auch dicke Stricke einfach einfädeln konnten. Das ist immer ein Vorteil, wenn es einmal schnell gehen muss und kein fest installierter Anbinder vorhanden sein sollte.

Vorbildliche Sicherheit: Sowohl die Brust- als auch Heckstangen können mit der Panikentriegelung von außen geöffnet werden. Zu empfehlen ist dafür allerdings, ein geeignetes Werkzeug – Besenstiel oder Schraubenschlüssel – als Hebel mitzuführen, falls die Schrauben nach längerem gebrauch festsitzen.

Breite Inspektionstür

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Viel Platz für komfortables Handling

Bedingt durch die Innenlänge ist der Raum zwischen der linken Bruststange und Sattelkammerwand mit 35 cm Abstand komfortabel groß. Dasselbe gilt für die Inspektionstür, die Anssems breit ausreichend ausgelegt hat. Ihre Dreipunkt-Verriegelung wird außen mit einer griffigen Chromklinke verschlossen, die eng an der Aufbauwand anliegt, damit sich kein Strick verhaken kann. Ist sie offen, kann sie außen auch arretiert werden, damit sie bei Wind oder schrägem Stand nicht zufällt.

Der innenliegende Drehgriff funktioniert leichtgängig, allerdings könnte hier durchaus eine Strickschlinge hängen bleiben. Mit Schlüssel abschließbar ist die Inspektionstür nicht.

Jedem Pferd sein eigenes Heunetz

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Zwei Heunetze

Gerade wenn zwei unverträgliche Vierbeiner nebeneinander reisen müssen, ist es sinnvoll, sie kurz anzubinden. Das erschwert die Nutzung eines gemeinsamen Heunetzes. Dafür ist im Atec Thensa vorbildlich für jedes Pferd eine eigene Heunetzöse vorgesehen und jeweils an dem sehr stabilen Fenstergitter abgebracht. Auf der linken Seite ist sie allerdings so weit vorne montiert, dass kleinere Personen sie aufgrund der großen Sattelkammer nicht erreichen. Abhilfe schafft ein kleiner Hocker oder ein entsprechend langarmiger Hilfswilliger. Die rechte Öse ist problemlos zugänglich. Die Oberseite der Sattelkiste bildet eine gerade Fläche, auf der die Heunetze während der Befestigung zunächst auch ganz bequem abgelegt werden können.

Belüftet wird der Innenraum durch die im Bug üblichen getönten Ausstellfenster. Das Heck wird durch eine automatisch aufrollbare Plane geschlossen. Um die Gummistrippen zu erreichen, müssen Kleinere auf den Kunststofftritt steigen oder die mittlere Strippe mit einem Band verlängern, was bei der Auslieferung des Testanhängers auch geschah.

XL Sattelkammer

Die Sattelkammer ist durch eine angenehm breite Tür zu beladen. Der Spiegel dient zur letzten Kontrolle vpr dem Turnierstart, in dem Staunetz finden zum Beispel Sporen oder Handschuhe Platz. Die enganliegende Chromklinke funktionierte ebenso leichtgängig wie das Schloss. Gegen Wassereintritt ist die Tür mit einer Gummidichtung geschützt, die am Rahmen befestigt ist und beim Testfahrzeug an einer Stelle nicht perfekt verklebt war. Hier muss man aufpassen sie nicht zu beschädigen, wenn man seinen Fuß zum Beispiel zum Anziehen der Sporen darauf abstellt.

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Die Kammer ist sehr geräumig, auch unsere Westernsättel fanden darin ausreichend Platz, ohne irgendwo anzustoßen. Als besonders rückenschonend stellte sich das Einladen heraus: Die beiden Sattelhalter sind an einer Stange befestigt, an der sie nicht nur dreh- und schwenkbar sind, sondern auch in der Höhe zu verstellen. Dies geschieht ganz einfach mit einem griffigen Drehknopf, der leicht auf- und zuzudrehen ist.

Die Grundfläche ist so groß, dass am Boden auch problemlos ein Reservereifen platziert werden kann. Er gehört nicht zur Serienausstattung, ist aber – und hier sprechen wir aus leidvoller Erfahrung – auf jeden Fall zu empfehlen. Etwas sparsam ist der Atec Thensa mit Haken ausgerüstet. Es gibt lediglich zwei Kunststoff-Trensenhaken. Ersatzhalfter oder Helme müssen anderweitig aufgehängt werden.

Eine sehr clevere Lösung hat sich Anssems für die Beleuchtung einfallen lassen: Die kleine batteriebetriebene und damit vom Licht des Zugfahrzeuges unabhängige Lampe reagiert auf eine leichte Fingerberührung auf und kann ebenso auch wieder ausgeschaltet werden.

Ankuppeln und los!

Ebenfalls unkompliziert ist das Ankuppeln ans Auto: Das große Automatikstützrad lässt sich leicht kurbeln, der Stromstecker ist in einer sicheren Halterung untergebracht. Die Kupplung – ebenso wie das Fahrwerk aus dem Hause Alko – schnappt mit einem hörbaren Klicken ein, sobald sie mit dem Kugelkopf Kontakt bekommen hat.

Das Fahrverhalten ist ohne und mit Beladung sehr gut. Das Fahrzeug lag überall satt auf der Straße, egal, ob in der Stadt, auf der Landstraße oder Autobahn. Das liegt an dem wie in vielen Pferdeanhängern eingesetzten feuerverzinkten Alko-Fahrwerk mit V-Deichsel, Gummifederachse und Radstoßdämpfern, die auch eine 100-km/h-Zulassung ermöglichen. Aufgrund des zulässigen Gesamtgewichtes von 2,5  Tonnen muss das Zugfahrzeug allerdings ein Leergewicht von 2.272 kg mitbringen.

Fazit

Das neue Modell Atec Thensa ist ein großräumiger und sehr stabil gebauter Pferdeanhänger aus dem robusten Aluminium-Polyester- Materialmix. Er eignet sich aufgrund seiner Innenhöhe auch für sehr große Pferde. Die umfangreiche Serienausstattung bietet alles für einen sicheren Pferdetransport und ist zudem komfortabel zu bedienen. Mit einem Preis von 8.990 Euro ist er fair bezahlt.

Technische Daten Pferdeanhänger Anssems Atec Thensa 2500

Gesamtlänge (mm)4890
Innenlänge (mm)35500
Gesamtbreite (mm)2250
Innenbreite (mm)1750
Gesamthöhe (mm)292
Innenhöhe (mm)2400
Zul. Gesamtgewicht (kg)2500 oder 2000
Leergewicht (kg)920
Zuladung (kg)1580
Stützlast max. (kg)75
FahrwerkAlko Komfort-Fahrwerk
Radstoßdämpferja
100 km/h-Zulassungja
Räder/Bereifung14" auf Stahlfelgen
Aufbau-MaterialHolzfreies Vollpolyester
BodenmaterialAluminium-Kunststoff-Sandwich
Fenstertyp5-fach Klappfenster
Trittschutzplattenja
Automatikstützradja
SattelkammerJa
Höhen-/Lägenverstellbares Boxengestängeja
Abschließbare Kuppplungnein
Serienpreis8.990 Euro
BesonderheitenSehr solide gebauter geräumiger Pferdeanhänger

Weiterer Bericht über Atec Pferdeanhänger:

Pferdeanhängertest Atec Centaurus XXL Extra Extra Long: Pferdeanhänger mit Gardemaß 


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