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Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest SUV-Coupé Mitsubishi Cross Top 2.2 Di-D 4WD: Das Beste aus zwei Welten

Von Doris Jessen, geschrieben am 26. Mai 2020

Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest Mitsubishi Eclipse Cross
Böckmann-Esprit

Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1-11-e1591690904390Um das Angebot seiner klassischen SUVs zu ergänzen, brachte Mitsubishi im Jahr 2018 das vom Sport-Modell Eclipse inspirierte SUV-Coupé Eclipse Cross als Benziner auf den Markt, 2019 folgte das hier vorgestellte 2.2 Liter Dieselfahrzeug. Mit 109 kW (148 PS), 390 Nm Drehmoment und automatischen Allradantrieb zog er im Zugfahrzeug-Test den 2-Tonnen-Ifor Williams mühelos vom Fleck. Dank 8-Gang-Automatikgetriebe und modernen Fahrassistenten brachte er zudem dynamischen Fahrspaß – mit und ohne Pferdeanhänger. Mit einem Serienpreis von 38.190 Euro für das voll ausgestattete TOP-Modell und fünf Jahren Herstellergarantie  ist er fair bezahlt.

 

Der Eclipse Cross soll die Lücke zwischen dem Kompakt-SUV Mitsubishi ASX und dem Familien-SUV Outlander schließen. Dies tut er nicht nur das Raumangebot, sondern vor allem den Chic betreffend: Ein schnittiges Coupé gepaart mit den Robust-Merkmalen eines SUV und geländetauglichem Allradantrieb, mit dem alle Dieselmodelle serienmäßig ausgestattet sind.

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Auffallend eckig und kantig

Auffallend und sympathisch anders: Das war der erste Eindruck, als der Eclipse in Hamburg für den Test geliefert wurde. Die scharf geschnittenen Linien der Mitsubishi-typischen „Dynamic Shield“-Formensprache fallen vor allem an der Front mit ihrem dominanten verchromten Kühlergrill auf, der von spitzwinklig zulaufenden Bi-LED-Scheinwerfern eingerahmt ist.

Die Seitenansicht ist von sportlicher Keiloptik und der Coupé-typisch abfallenden Dachlinie geprägt. Durch die kurzen Karosserieüberhänge wirkt das Fahrzeug sehr kompakt, die mit robustem schwarzem Kunststoff eingefassten Radhäuser bringen wieder Akzente aus der SUV-Welt. Felgen-Fanatiker werden auch an den schwarzen glanzgedrehten 18“-Rädern ihre Freude haben.

Ein absolutes Highlight – bei Nacht im wörtlichen Sinne – ist die Heckpartie. Mitten durch die geneigte Heckscheibe verläuft eine auffallende dritte LED-Bremsleuchte und teilt sie quasi in zwei Hälften. Von außen mit Privacy-Verglasung undurchsichtig schwarz, hat man wider Erwarten von Innen einen guten Durchblick nach hinten. Der Heck-Scheibenwischer ist unter dem oberen Spoiler verborgen. Einen harmonischen optischen Abschluss bildet der silberfarbene zweigeteilte Unterfahrschutz.

Viel Platz im „Wohlfühlraum“

Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1-19 Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1-20 Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1-26Außen futuristisch, innen Wohlfühlraum: So präsentiert sich der Eclipse Cross beim ersten Einsteigen. Die in der TOP Ausstattung serienmäßigen schwarzen Ledersitze mit roten Ziernähten in Kombination mit hochwertiger Ledernachbildung sind vorne und hinten ebenso heizbar wie das Lederlenkrad, was an den kühlen Maitagen durchaus angenehm war. Sie schnurren zudem auf Knopfdruck elektrisch in die gewünschte Position.

Wer glaubt, die zuvor beschriebene leicht abfallende Coupé-Dachlinie gehe auf Kosten des Kopfraumes im Fond, der irrt: Auch Großgewachsene finden noch ordentlich Platz. Nur wenn die verschiebbare Rückbank um die maximalen 20 Zentimeter nach vorne geschoben wird, kann es für die Knie etwas eng werden.

Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1-14Sonnen- und Frischluftfreunde können ein Schiebedach und die davor liegende Blende elektrisch bedienen.

Die Oberflächen bestehen aus angenehm griffigem Kunststoff, am Armaturenbrett und an den Türen finden sich schicke Applikationen aus Carbon-Optik und hochglänzendem Klavierlack. Mit dem Multifunktionslenkrad hat der Fahrer alle wichtigen Bedienelemente sprichwörtlich im Griff: Links die Steuerung für Audiomedien und Telefonanrufe, rechts den Tempomat mit ACC, also automatischer Abstandskontrolle, die bis zum vollständigen Stillstand hinter dem Vordermann funktioniert.

Intuitives Infotainment

Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1-42Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1-47Das Infotainment leuchtet bunt auf einem 7-Zoll-Monitor, der wie in modernen Fahrzeugen üblich Tablet-artig nahezu senkrecht steht. Darüber sind selbsterklärend per Touchscreen alle wichtigen Funktionen einzustellen und zu steuern: Von der „Bordsprache“ über die Uhrzeit bis hin zu Android- oder Iphone Apps. Letztere braucht man im Übrigen für die Navigation, die wie fast überall nicht im Serienumfang enthalten, sondern mit 400 Euro extra bezahlt werden muss. Wer das nicht möchte, muss sich mit Google Maps oder Street behelfen, welches die meisten modernen Smartphones liefern. Dafür muss das Gerät allerdings via USB angeschlossen werden, wofür sich zwei Buchsen sich gut zugänglich vor dem Automatikschalthebel befinden. Die sonst gut funktionierende Bluetooth-Kopplung reicht aber zum Telefonieren oder die Übertragung von Audiodateien. Die recht gut funktionierende Sprachsteuerung kann sowohl über das Infotainment oder über das Smartphone genutzt werden.

Das Infotainment kann zusätzlich zum Touchscreen über ein Touch Pad in der Mittelkonsole bedient werden. Mit etwas Übung kommt man damit gut klar und muss nicht den Blick von der Straße nehmen. Das Gleiche gilt im Übrigen für das sehr angenehme Headup-Display, das vor dem Fahrer hochklappt, sobald der Motor startet. Es projiziert die wichtigsten Fahrinformationen wie Geschwindigkeit, Status des Tempomaten und die gerade aktuellen Verkehrszeichen direkt vor das Fahrerauge. Diese Technik ist deutlich mehr als eine moderne Spielerei – das merkt man spätestens dann, wenn man in einem Fahrzeug darauf verzichten muss.

Alle Bedienelemente sind ergonomisch praktisch angeordnet, die Einstellung für Temperatur und Lüftung erfolgen mit einem Knopfdruck über Wippschalter.

Ablagen & Co

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Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1-38  Hervorragend ausgestattet ist das SUV-Coupé mit Staufächern und Ablagen aller Art: In den Türen, in der Mittelkonsole vor und hinter dem Automatikhebel, unterhalb der gepolsterten Armlehne. Dort finden in einem tiefen Fach allerlei Utensilien Platz, in einem verschiebbaren Halter liegt eine Brille griffbereit. Zwei Flaschen- oder Becherhalter sind mittig und jeweils einer in den Türen vorhanden. Das Handschuhfach ist ebenfalls geräumig.

Etwas knapp bemessener Gepäckraum

Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1-37Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1-27Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1-31Der Gepäckraum ist dagegen etwas knapp bemessen. Zwar passen Westernsättel samt moderatem Turnier- oder Ausreit-Equipment gut hinein, wenn es in den Urlaub geht und noch anderes Gepäck hinzukommt, muss dieses auf die Rückbank. Je nachdem, ob man die Rückbank in der Normalposition hat oder weit nach vorne schiebt, sind es zwischen 378 und 485 Liter, bei komplett umgeklappten Sitzen kommen wir auf 1.159 Liter. Das Umlegen der im Verhältnis 2:3 geteilten Rückbank ist schnell erledigt und es entsteht eine relativ ebene Ladefläche. Schade ist, dass die Abdeckplatte des doppelten Bodens nicht mit der Ladekante abschließt, so dass man schweres Ladegut – im Pferdesport typischerweise anfallende Futtersäcke – doch ein wenig anheben muss.

Ein Merkmal von Robust-SUVs ist besonders positiv aufgefallen: Die Seitenwände des Laderaums sind nicht mit dem typischen Nadelfilz bezogen, sondern aus glattem und abwaschbarem Kunststoff. Was für ein Segen für Pferde- und Hundebesitzer.

Auf Knopfdruck geht’s los

Der Eclipse Cross öffnet sich schlüssellos mit einem Druck auf ein kleines Knöpfchen and er Fahrertür. Auch beim Starten kann der Schlüssel in der Tasche bleiben. Der 2.2 Liter Selbstzünder erwacht leise brummend zum Leben, Automatikhebel auf D und schon macht er sich leichtfüßig auf die Reise.

Obwohl die technischen Daten die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h mit nur 11,4 Sekunden angeben, kommt kein Trägheitsgefühl auf. Der Eclipse Cross beschleunigt (auf Wunsch auch mit Schalt-Paddels) mit seinen knapp 150 PS selbst im Eco-Modus ordentlich. Allerdings schaltet das Getriebe beim Kickdown deutlich hörbar nach unten und der Motor wird kurzzeitig etwas lauter. Auch bei flotter Fahrweise liegt er aber immer satt und sicher in den Kurven, das oft SUV-typische Wanken tritt nicht auf. Auf der Autobahn ist bei 193 km/h Schluss. Als beste Reisegeschwindigkeit haben wir den Tempobereich zwischen 150 und 170 km/h empfunden.

Das Plus an Komfort und Sicherheit: Fahrassistenten

Manche lieben sie und wollen nie mehr ohne, andere verachten sie als unnützen Spielkram: Die Fahrassistenten. Wer die Testberichte auf diesem Portal regelmäßig liest, dass wir hier zu den Ersteren gehören – getreu dem Motto, wenn mir eine Technik Arbeit abnehmen kann, dann nutze ich sie.

Und so genießen wir hier nicht nur die 8-Gang-Automatik, sondern auch den Abstandstempomat, der einem das Bremsen in der Stadt oder im Stau abnimmt, den Spurverlasswarner, der aufpasst, dass wir nicht aus der Bahn geraten und den Fernlichtassistenten, der bei Nacht passgenau auf- und abblendet, um den Gegenverkehr nicht zu belästigen. Und wenn es regnet, springt der Scheibenwischer automatisch an. Das alles, obwohl natürlich ein Stück Luxus, dient vor allem der Sicherheit. Nicht nur der eigenen, sondern vor allem auch der anderen Verkehrsteilnehmer.

Zugfahrzeug ohne Fehl und Tadel

Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1Einer der ersten Fahrten ging zum Fototermin mit Pferdeanhänger. Dafür musste zunächst einmal die abnehmbare Anhängerkupplung installiert werden. Wer sich mit Modellen der Firma MVG auskennt und weiß, wie sie für das Einsetzen vorgespannt werden und in welchem Winkel genau man sie dann in die leider recht tiefsitzende Öffnung einschieben muss, wird kaum Probleme haben. Allen anderen sei empfohlen, sich die Vorgehensweise beim Kauf genau erklären zu lassen. Die Elektrosteckdose muss in ihrer Halterung nach unten gedreht werden, was aber selbsterklärend und einfach ist. Zwei Aspekte wären zu dem Anhängerkupplungsmodell noch anzumerken: Obwohl die technischen Daten des TOP-Modells eine Stützlast von 100 kg ausweisen, bietet das Kupplungsmodell nur 80 kg. Zudem verfügt es nicht über die in einigen europäischen Ländern (Link!) vorgeschriebene Öse zum Einhaken des Bremsseiles. Darauf sollten Käufer achten.

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Mitsubishi-Eclipse-Cross-w1-39 Der Ankuppelvorgang flutschte dank serienmäßiger Rückfahrkamera supergut. Millimetergenau herangefahren, Anhänger angekuppelt und los – zunächst einmal ohne Pferde. Das Anhängergewicht ist aber – wie sich später herausstellte – relativ egal, denn auch mit zwei Tonnen im Schlepp fuhr der Eclipse Cross souverän in allen Situationen, Überholvorgänge auf der Landstraße an trödeligen Treckern vorbei oder auf Autobahnen inbegriffen. Dabei lag er jederzeit satt auf der Straße. Dank Fahrassistenten – siehe oben – konnten wir alle Fahrten entspannt genießen.

Mitsubishi-Eclipse-Cross-w2-15Mit Pferdeanhängern mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 2 Tonnen darf man im Übrigen dank des Leergewichts von rund 1820 Kg die 100-km/h-Zulassung nutzen und entsprechend schnell fahren.

Als besonders angenehm empfanden wir vor allem beim Rückwärtsrangieren des Pferdeanhängers die Rundum-Kamera. Sie liefert zum Beispiel auf den typischerweise engen Anhängerparkplätzen in Reitställen oder auf Turnieren der seitliche Abstand zu anderen Fahrzeugen ein perfektes Bild.

Ein wenig durstig

Dem Umweltgedanken entsprechend, ist er mit SCR-Abgasreinigung ausgestattet und erfüllt die Euro 6d-temp-Norm. Laut Herstellerangaben liegt der Verbrauch im kombinierten Betrieb bei 6,9 Liter Diesel, das haben wir im Test mit 7,5 Liter nicht ganz geschafft, was aber auch an der flotten Fahrweise gelegen haben kann. Mit Pferdeanhänger flossen rund 8,8 Liter durch die Leitungen.

Fazit

Mit dem SUV-Coupé Eclipse Cross ist dem japanischen Traditionshersteller Mitsubishi ein ausnehmend stilvolles und attraktives Fahrzeug gelungen, das die Welten von Sportlichkeit, Robustheit und praktischer Handhabung sehr gut in Einklang bringt. Für Pferdesportler mit mittelgroßen Pferden und entsprechenden Anhängern reichen die 2 Tonnen Anhängelast völlig aus. Etwas knapp bemessen ist hingegen der Laderaum. Am Preis lässt sich nichts meckern: Das für Dieselfahrzeuge günstigste PLUS-Modell beginnt bei 32.190 Euro, das hervorragend ausgestattete TOP-Modell kostet 38.190 Euro.

Technische Daten

Länge (mm)4.405
Breite (mm)1.805
Breite mit Außenspiegeln (mm)2.166
Höhe (mm)1.685
Bodenfreiheit (mm)183
Kofferraumvolumen (Liter)466 - 1.140
Zul. Gesamtgewicht (kg)2.300
Leergewicht (kg)1.815
Zuladung560 - 590
Anhängelast (kg)2.000
Stützlast (kg)100
Motor2.2 DI-D AWD
Maximae Leistung (kW/PS)109 (148)
Beschleunigung 0 - 100 km/h11,4 sek
Höchstgeschwindigkeit193
Verbrauchh(Herstellerangaben) kombiniert6,9
CO2-Emission (g(kg)183
SchadstoffklasseEuro 6d-Temo EVAP-ISC
CO2-EffizienzklasseD - C
Versicherungsklass Haftpflicht - Teilkasko - VollkaskoHP 17 / TK 27 / VK 26
Neupreis (Serie)38.190
Neupreis Testwagenausstattungca. 41.300
Besonderheiten5 Jahre Herstelllergarantie bis 100.000 km