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Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest KIA Sportage 2.0 CRDI AWD GT Line: Einsteigen und losfahren

Von Doris Jessen, geschrieben am 26. Dezember 2016

Pferdeanhänger-zugfahrzeugtest Kia Sportage
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KIA-Sportage-Web1-31-von-34-e1582733262882Kompakte Größe, dynamisch-kraftvolle Ausstrahlung und einfachste Bedienbarkeit: So empfanden wir das aktuelle SUV-Modell KIA Sportage mit 2-Liter Common Rail Diesel, 185 PS und Allradantrieb, das rund 1500 km und 900 davon mit Anhang im Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest quer durch Deutschland rollte. Situationsabhängig ist er leichtfüßig und spritzig, auf Langstrecken rollt man bequem dahin. Ein sehr ordentliches Fahrzeug für den fairen Preis von 43.220 Euro, in dem sogar Automatik, alle Fahrerassistenten sowie sieben Jahre Garantie „all Inclusive“ sind. Die Anhängelast des Automatik-Testwagens betrug 1,9 Tonnen, 2.250 kg sind es mit Schaltgetriebe.

Seit dem ersten KIA Sportage im Herbst 1994 wurde das damals kantige Fahrzeug mit typischer Offroad-Optik wie bulligen Stoßfängern und am Heck montierten Ersatzrad mit jeder Modellgeneration weicher geschliffen und gerundet, bis in der vierten Auflage ein SUV mit dynamisch-sportlichem Auftritt entstand: Dominanter Kühlergrill, hoch angesetzte, weit und schräg nach hinten verlaufende Scheinwerfer und bei hier getesteten GT Line darunter Nebelleuchten, die aus quadratisch angeordneten, vier einzelnen LED-Elementen bestehen.

KIA_Sportage_Web1__28_von_34_Die nur noch angedeuteten Stoßfänger sind in Wagenfarbe lackiert. Rundumlaufend ist die untere Wagenkante durch eine schwarze Kunststoffleiste geschützt, die sich auch innerhalb der Radkästen fortsetzt. Vorne und am Heck gibt es zusätzlich einen silberfarbenen Unterbodenfahrschutz. Das keilförmige Seitenbild mit der flach ansteigenden Frontscheibe unterstützt das sportliche Design ebenso wie die 19-Zoll-Alufelgen, der Heckspoiler, die Doppelrohrabgasanlage und die Flossenantenne. Die LED-Rückleuchten setzen bei Dunkelheit einen zusätzlichen Highlight-Akzent.

Nicht nur schick, sondern auch ungemein schmutzfreundlich: Die Alufelgen mit schwarzen Innenkanten, an denen der Bremsstaub nicht so deutlich sichtbar ist.

Ausgesprochen sympathisch und stadtfreundlich sind die kompakten Abmessungen: Nur 4,48 m lang und 1,85 m breit, ist er wendig und auch kleinere Park(garagen)lücken braucht man nicht zu fürchten. Zudem warnen Parksensoren vorne vor Hindernissen, nach hinten bietet die Rückfahrkamera sicheren Überblick.

Bequem Platz für Mensch, Tier und Gepäck

Trotz dieser übersichtlichen Maße bietet der Sportage ordentlich Platz für Passagiere, kleines und großes Gepäck: In den Türen finden Kleinigkeiten wie Parkscheiben, Naschereien oder Flaschen Platz, in der Mittelkonsole sorgt eine Handyablage mit Ladestation für ausreichend „Saft“, soweit das Smartphone für diese moderne Technik vorbereitet ist. Wenn nicht, gibt es in der Mittelkonsole eine USB-Buchse und eine 12V-Steckdose, für Kopfhörer auch einen AUX-Anschluss. Die hintere Tunnelkonsole bietet zusätzliche USB- und 12V-Anschlüsse.

Flaschen oder Becher stehen sicher in zwei verschieden großen Stellfächern. Dahinter findet eine Sonnen- oder Lesebrille Platz, ergänzend findet sich ein Stauraum unterhalb der Mittelarmlehne.

Klappe halten!

Etwas gewöhnungsbedürftig war die automatisch aufschwingende Heckklappe, sobald man sich mit dem Autoschlüssel in der Tasche (das Fahrzeug bietet das Keyless Entry System) näherte. Diese Funktion lässt sich aber programmieren und auf Wunsch hält der Sportage die Klappe und der stürmische Hund bleibt erstmal sicher drin.

Der Gepäckraum fasst bei normal gestellten Rücksitzen 503 Liter, werden die neigungsverstellbaren Lehnen per Handgriff umgelegt, erweitert er sich auf ein Volumen von maximal 1.492 Litern. Um eine ebene Fläche zu erhalten, müssen allerdings die Kopfstützen aus ihren Halterungen gezogen werden. Im doppelten Boden gibt es einen weiteren, etwa zehn Zentimeter tiefen Stauraum, in dem zum Beispiel die abnehmbare Anhängerkupplung, Werkzeug oder anderes, nicht häufig gebrauchtes Equipment, Platz findet.

Mit 73 cm Ladekantenhöhe liegt der Gepäckraum bequem genug, um auch Schwerlasten wie Futtersäcke ein- und auszuladen. Auch kleinere Hunde können leicht hineinspringen.

Einsteigen und sich wohlfühlen

KIA_Sportage_Web1__11_von_34_Einsteigen, Türen mit sattem Klang schließen, Sitz und Spiegel elektrisch auf das passende Maß einstellen, ein Knopfdruck auf „Start“ und los geht’s. Die Rundumsicht nach vorne, zu den Seiten und durch das Heckfenster ist sehr gut.

Auch innen macht der Sportage mit unten abgeflachtem und heizbarem Lederfunktionslenkrad, breitem Automatikschalthebel und Alupedalerie seinem Namen alle Ehre. Samtig-soft geht es bei den Armaturenbrett-Oberflächen und den Türverkleidungen zu, die allesamt einen sehr wertigen Eindruck machen. Superbequem sind die Sportsitze aus schwarzem Leder mit hellen Kontrastnähten. Alle Passagiere genießen bei kühlen Temperaturen die Sitzheizung, bei Hitze erspart die kühlende Ventilation vorne einen verschwitzten Rücken. Das Panoramaschiebedach lässt zusätzlich Licht und Luft herein, wobei das Glas und die Sonnenblende jeweils auf Knopfdruck elektrisch auf- und zugleiten. Die Klimatisierung ist für Fahrer und Beifahrer getrennt über selbst erklärende Drehknöpfe steuerbar.

Intuitive Technik

Die Gebrauchsanweisung erwies sich als überflüssig: Alle Funktionen im Cockpit, egal ob Druckknöpfe für Klima und Lüftung, 8-Zoll-Touchscreen für Bordcomputer und Infotainment, Telefon – das Bluetooth-Smartphone war in wenigen Sekunden gekoppelt – sind ergonomisch perfekt angeordnet und intuitiv auf einen Blick selbsterklärend. Dasselbe gilt für die Fahrerassistenzsysteme, die beim Sportage mit an Bord sind. Die wichtigsten Funktionen sind im Lenkrad auf Fingerdruck aktivierbar. Technik, die einfach begeistert.

Ein besonderes Lob verdient das einfach bedienbare Navigationssystem mit Karten für ganz Europa inklusive sieben Jahre Navigations-Update. Das muss man anderswo teuer bezahlen…

Leichtfüßig und wendig

Beim ersten Anfahren überrascht die extreme Leichtfüßigkeit, das kompakte SUV liegt – in Reitersprache ausgedrückt – leicht in der Hand und wendig in allen Kurven. Die 185 PS treten dank einem Drehmoment von 4.000 Newtonmetern im Bereich von 1.750 bis 2.750 Umdrehungen schon im Normalmodus munter an, legen vor allem im Sportmodus sehr flott zu und fühlen sich auch in hohen Tempi bis etwa 180 km/h souverän und sicher an. Die Spitze ist bei 204 km/h erreicht.

Dank Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe gleiten wir ohne Schalten entspannt dahin, fleißig unterstützt durch die vielfältigen Fahrerassistenzsysteme: Der Tempomat mit Abstandsregelung hält uns immer passend hinter dem voraus fahrenden Fahrzeug, der Spurassistent hält uns auf Kurs, wenn wir der Straßenbegrenzung zu nahe kommen. Sehr angenehm im Stadtverkehr: Der Totwinkelwarner, der alle Nachbarn immer im Blick hat, und die Verkehrsschilderkennung, die auch in Baustellen zuverlässig anzeigt, welches Tempo einzuhalten ist. Bei Dunkelheit leuchten die Xenonscheinwerfer auch Kurven gut aus und der Fernlichtassistent stellt sicher, dass kein entgegenkommendes Fahrzeug geblendet wird.

Anhängerkupplung etwas knifflig

Vor dem Einsatz als Zugfahrzeug geht es erst einmal ans Einsetzen der abnehmbaren Anhängerkupplung. Sie muss durch recht kräftiges Drehen des seitlich angebrachten Rades vorbereitet werden, um sie anschließend von unten nach oben in das Führungsrohr einhaken zu können. Mit ein paar Übungen geht das aber leicht von der Hand. Solchermaßen gerüstet, fahren wir rückwärts an den Anhänger heran, die Deichsel in der Rückfahrkamera perfekt gestochen scharf im Blick.

So bedienungsfreundlich der Sportage in wirklich allen Bereichen ist – nun kommt ein Punkt, an dem wir noch ein wenig Verbesserungspotenzial fanden. Die Steckdose für die Elektrik ist nämlich so nahe an der Stoßstange montiert, dass sie nur knapp zu öffnen ist und man sich an den scharfen Kanten des Klappdeckels außerdem leicht Kratzer an den Fingern holt. Das Eindrehen des Elektrosteckers war anfangs sehr mühselig, ging dann nach mehrmaligem Üben leichter von der Hand. Für dieses Prozedere sind auf jeden Fall leichte Handschuhe zu empfehlen. Und ein Handtuch, weil man einige Zeit auf den Knien verbringt, bevor man im wahrsten Sinne des Wortes „den Dreh raus hat“.

Sehr gute Zugeigenschaften

Auch mit Pferdeanhänger startet der Sportage gut vom Fleck und zieht seine Last bis zu den erlaubten 80 km/h bzw. 100 km/h so gut wie unmerklich. Zu empfehlen ist hier die Einstellung „Sport“, vor allem in hügeligem Gelände.

Apropos Gelände: Der elektronisch gesteuerte Allradantrieb überwacht permanent die Fahrbedingungen und sorgt auch auf unebenem oder rutschigem Untergrund für sicheres Fortkommen, wenn der Turnierparkplatz wieder einmal auf einer stillgelegten nassen Weide eingerichtet wurde oder der Waldparkplatz im Schlamm versinkt. Darüber hinaus erhöht das AWD-System die Seitenstabilität in Kurven.

Das Testfahrzeug hatte ein Leergewicht von 1.784 kg, so dass damit auch die 100 km/h-Zulassung des Zweipferdeanhängers bis zur zulässigen Anhängelast von 1,9 Tonnen ausgenutzt werden durfte. (Mehr dazu hier). Selbst bei abrupten Bremsmanövern lag das Fahrzeug jederzeit sicher in der Spur. Lediglich bei mehr als 100 km/h, was ohnehin nicht erlaubt ist, aber beim Überholen auf ein paar Metern gelegentlich doch unvermeidlich, kann das Gespann ein wenig instabil werden. Speziell im Anhängerbetrieb genossen wir den Abstandsregler, wenn wir auf der linken Spur in der LKW-Schlange fahren mussten.

Mit Pferdeanhänger lag der Verbrauch im Schnitt bei 11,5 Litern Diesel, ohne Anhänger im Drittelmix immerhin noch bei 8,5 bis 9.

Fazit

Der KIA Sportage ist ein kompaktes und leichtfüßiges SUV, das sich mit seinen 1,9 Tonnen Anhängelast für kleinere bis mittelgroße Pferdeanhänger sehr gut eignet. Begeistert haben uns das gute Fahrverhalten solo und mit Anhänger, die umfassenden Assistenzsysteme und die maximale Bedienungsfreundlichkeit. Nur der Verbrauch lag deutlich über den angegebenen Werten. Aber das ist ja – leider – eher der Normalfall.

Der Grundpreis des KIA Sportage 2.0 CRDi AWD AT in der GT Line Ausstattung beginnt bei 37.390 Euro, der Testwagens kostete 43.220 Euro inklusive Automatik, Technik-Paket, Panoramadach und Fahrerassistenten sowie die KIA-typische Siebenjahresgarantie.

Technischen Daten

Länge (mm) 4480
Breite (mm) 1885
Höhe (mm) 1640
Bodenfreiheit (mm) 172
Kofferraumvolumen (Liter) 503 – 1.492
Wendekreis (m) 10,6
Leergewicht (kg) 1.784
Zul. Gesamtgewicht 2.250
Zuladung (kg) 635
Anhängelast gebremst, bis 12 % Steigung (kg) 1.900 (Automatik) 2.250 (Schaltgetriebe)
Stützlast 100 kg
Motor 1.995 CDRi 4-Zylinder-Reihenmotor
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Antriebsart Allrad permanent
Maximale Leistung 136 kW (185 PS)
Maximales Drehmoment 400 Nm bei 1.750-2750 Umdrehungen/min
Beschleunigung 0 – 100 in 9,1 sec
Höchstgeschwindigkeit 204 km/h
Verbrauch in Litern (Herstellerangaben) Stadt: 7,9; außerhalb 5,3; gesamt 6,3
CO2-Emission (g/km) 166
Schadstoffklasse Euro 6
Effizienzlabel C
Versicherungsklasse Haftpflicht + Teilkasko + Vollkasko 18 (HP), 22 (TK) 22 (VK)
KFZ-Steuer 332 €/Jahr
Neupreis € Ab 37.390 Euro; Testwagenausstattung 43.220 Euro

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