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Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest KIA Sportage 1.6 T GDI DCT Black Edition: Sportlich-schickes Zugfahrzeug für leichte Lasten

Von Doris Jessen, geschrieben am 2. August 2021

Zugfahrzeug-Test KIA Sportage Black Edition
Böckmann-Esprit

Pferdeanhaenger-Zugfahrzeugtest-KIA-Sportage_W-16Brandneu und schick kam er in den Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest: Der KIA Sportage als Sondermodell Black Edition mit Premium-Paket. Mit 1.6 Liter-Turbo-Benzin-Motorisierung und Allradantrieb schleppt er mit 130 kW/177 PS eine Anhängelast von 1,6 Tonnen. Dazu bietet er ausreichend Platz für Mensch und Gepäck sowie ausgezeichnetes Fahrverhalten. Der Serienpreis lag bei 34.500 Euro (Juli 2021).

 

Im Februar 2021 wurde er als Sondermodell angekündigt und im Frühsommer bewährte er sich als sportlich-schickes Zugfahrzeug vor dem ebenfalls als Testfahrzeug eingesetzten Böckmann Master Pferdeanhänger: Der „Sportage“, KIAs kompakter kleinerer Bruder des Flaggschiffs Sorento. Seit der ersten Generation 1994 hat sich viel getan bei diesem Modell, dessen Design-Elemente der „Black Edition“ vor allem in der hier vorgestellten Grundfarbe „Deluxe Weiß metallic“ perfekt zur Geltung kommen: Schwarz glänzt der Kühlergrill mit spezieller Gitterstruktur, darunter die Frontschürze mit Unterfahrschutz. Robust und ebenfalls rabenschwarz: die Radkastenumrandungen und der Unterfahrschutz am Heck. Soweit die Äußerlichkeiten mit ihren stylishen Akzenten, die ja im Einerlei der grauen Masse immer wichtiger werden.

Einsteigen und Wohlfühlen

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Ebenfalls punkten kann das Interieur, in dessen gefälligem Ambiente man sich nach dem schlüssellosen Öffnen und Einsteigen sofort wie zuhause fühlt: Die bequemen und mit Kontrastnähten verzierten Sitze aus perforiertem Leder sind vielfach elektrisch verstellbar und rückenschonend durch eine Lordosenstütze. Sie sind heizbar und geben auch in sportlich gefahrenen Kurven sehr guten Halt. Großgewachsene haben hier ebenfalls ausreichend Platz. Dasselbe gilt für die Rücksitze, deren Lehnen sich verstellen lassen. Dort finden Mitfahrer eine ausklappbare Mittelarmlehne mit Becherhaltern und eigene Klimatisierung sowie Lademöglichkeiten für ihre elektronischen Geräte.

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Das Armaturenbrett sowie alle Innenverkleidungen bestehen aus ordentlich verarbeitetem Kunststoff, der durch seine mit Ledernarbenstruktur in Abwechslung mit schwarz glänzenden Klavierlackapplikationen durchaus wertig wirkt. Viel wichtiger aber: Die Rundumsicht ist sehr gut, so dass auch das Parken des mit nur 4,48 m kurzen und daher wendigen Fahrzeuges in kleineren Lücken ruckzuck vonstatten geht.

Rundum auf Knopfdruck informiert

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Klar und übersichtlich: Das Informationsdisplay

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Navigationsansicht im Touch Screen

Im Informationsdisplay ist die Digitalisierung nur teilweise eingezogen: Zwischen den analogen Rundinstrumenten (einer der Beifahrer hat sie im Spaß als „Retro“ bezeichnet) können verschiedene Fahr- und Verbrauchsdaten abgerufen werden. Das alles geht weitestgehend intuitiv über das lederüberzogene und angenehm griffige Multifunktionslenkrad. Ebenfalls schnell hat man sich mit der Bedienung des Infotainments auf dem 8-Zoll großen hochauflösenden Touchscreen angefreundet, das Smartphone via Bluetooth gekoppelt und das erste Navigationsziel programmiert. Das funktioniert prinzipiell auch via Sprachbefehl. Allerdings standen wir als Testfahrer damit schnell auf Kriegsfuß, weil es oft genug im wahrsten Sinne des Wortes zu Missverständnissen kam: „Ich habe Sie leider nicht verstanden. Die Umgebungsgeräusche sind zu laut – schließen Sie die Fenster“. Die sind geschlossen… Also dann doch lieber per Hand eintippen.

Als durchaus positiv „Retro“ haben wir die einfache, weil direkte Ansteuerung aller wichtigen Funktionen über traditionelle Drehregler und Direktwahltasten empfunden. So gelangt ohne Umweg über einen Home-Screen zu Klima, Media, Radio und Navigation.

Praktisch durchdacht für die Reise

Ohne Fehl und Tadel ist das Thema „Laden und Verstauen“ gelöst: Ausreichend Platz für große Getränkeflaschen oder Becher in den Türtaschen und in der Mittelkonsole. Dort gibt es auch die mittlerweile zur Selbstverständlichkeit moderner Fahrzeuge gewordene Induktionsladeschale für Smartphones, soweit diese die Funktion unterstützen. Andere Modelle lassen sich via USB oder 12-V-Stecker aufladen. Das Fach unterhalb der Mittelarmlehne ist recht praktisch für CDs oder andere Kleinigkeiten.

Pferdeanhaenger-Zugfahrzeugtest-KIA-Sportage_W-24Ausreichend groß für mittleres Gepäck ist der gut 500 Liter fassende Laderaum, der – Hundebesitzer werden es danken – an den Radkästen mit abwischbarem Kunststoff ausgestattet ist. Die Rücksitze lassen sich einfach umklappen, dann erhält man knapp 1.500 Liter Stauraum. Der Ladeboden schließt mit der aus robustem geripptem Kunststoffrahmen geschützten Kante ab, wodurch das Ein- und Ausladen schwerer Pferdesport-typischer Güter wie zum Beispiel Späneballen rückenfreundlich zu erledigen ist. Der doppelte Boden bietet noch einen ordentlichen Stauraum für das Tire Mobility Kit, die Notfallverbandstasche sowie zahlreiche Kleinigkeiten, die man nicht täglich braucht. Einzige Unbequemlichkeit: Die Heckklappe war manuell zu bedienen.

Einfach eingesetzt: Die Anhängerkupplung

Aber nun endlich zum Wichtigsten: Die Eigenschaften als Pferdeanhänger-Zugfahrzeug! Maximal 1,6 Tonnen darf er an den Haken nehmen, die Stützlast beträgt stolze 100 kg, das ist relativ viel für ein Kompakt-SUV.

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Schnell eingesetzt: Die abnehmbare Anhängerkupplung

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In Sekundenschnelle alles dran!

Die abnehmbare Anhängerkupplung findet sich im Kofferraum in der zweiten Ebene. Hat man einmal die Öffnung unterhalb des Hecks gefunden, lässt sie sich schnell und auch mit kleineren Frauenhänden leicht einsetzen. Das hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell um Klassen verbessert. Auch die Steckdose links neben der Kupplung ist leicht zugänglich, ohne sich auf die Knie begeben zu müssen. Das ist leider nicht selbstverständlich und verdient daher besonderes Lob.

Das Heranfahren an den Anhänger ist dank mittlerweile selbstverständlicher Rückfahrkamera in Sekunden erledigt. Ankuppeln, Stecker rein und los kann’s gehen. Allerdings ist anzumerken, dass an der Kupplung die in manchen Ländern erforderliche Öse zum Einhaken des Bremsseiles fehlt.

Agiler Benziner

Der 1.6 Vierzylinder Turbobenziner springt auf Knopfdruck leise an. Dank Allradsystem, das wir auf der nassen Wiese unseres Anhängerparkplatzes sicherheitshalber in den „AWD Lock“-Modus schalten, zieht der Sportage den noch leeren Böckmann Master ohne Zögern vom Fleck. Diese Einstellung dient vor allem der Traktionsmaximierung auf schlüpfrigen Böden und ist nur bei Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h aktiv. Solange brauchen wir sie aber nicht, denn die Fahrt über die Wiese ist nur ein paar Meter lang. Pferd einladen und weiter geht es mit rund 1500 kg im Schlepptau.

Die Fahrt führt uns über Landstraßen und Autobahnen und durch kleinere Ortschaften sowie über einen holprigen Waldweg. Aber auch hier kam er mit seiner Bodenfreiheit von gut 17 cm gut durch. Letzteres ist vor allem für Turnierreiter von Bedeutung, die oft über tief gefurchte Einfahrten auf

Der Sportage unterscheidet die beiden Fahrprogramme „Normal“ und „Sport“. Letzteres ist für das flottere Überholen langsamer LKW oder Traktoren zu empfehlen, weil die 7-Gang-Automatik jetzt früher in den niedrigeren Gang schaltet und diesen auch etwas länger beibehält als im Normalmodus.

In allen Fahrsituationen bewährte sich der Sportage mit dem straff abgestimmten Fahrwerk und seinen 177 PS als angenehmes Zugfahrzeug, das seine Last souverän und sicher zog.

Hilfreiche Assistenten

Gerade im Anhängerbetrieb erweisen sie sich als höchst angenehm und sind zudem ein Plus an Sicherheit: Die Fahrassistenten, mit denen das Testmodell ordentlich ausgestattet war: Tempomat, Spurhalter, Bergabfahrhilfe, Spurwechselassistent mit Totwinkelwarnsystem und Einstellmöglichkeit für das Geschwindigkeitslimit standen zur Verfügung. Gefehlt hat der automatische Abstandshalter, der gerade das Fahren in der LKW-Schlange auf Autobahnen so angenehm macht. Leider weist die Preisliste mit allen Zusatzausstattungen gerade diese als nicht erhältlich aus.

Vorhanden sind aber LED-Scheinwerfer mit einem Fernlichtassistent, der es uns bei Dunkelheit ermöglicht, weit voraus zu blicken und für den Gegenverkehr automatisch abblenden zu lassen. Auch dies ist gerade für Frauen, die nachts erwiesenermaßen etwas schlechter sehen als Männer, ein wichtiger Sicherheitsaspekt.

Nach der Testfahrt frisch aufgetankt, ergab sich ein Verbrauch mit Pferdeanhänger von 11,1 Liter Super-Benzin für die über alle Straßentypen gefahrenen 80 Kilometer. Diese Menge verringerte sich im Übrigen auch nicht auf den 200 Kilometern von Hamburg nach Lastrup, wohin der Böckmann Master (natürlich ohne Pferd) zurückgebracht wurde.

Gemütlich Cruisen und spritzig Sprinten

Auch wenn es hier primär um die Zugeigenschaften und das Fahrverhalten mit Pferdeanhänger geht, sollen die Fahreigenschaften im „Solo-Betrieb“ doch kurz erwähnt werden: Auch jetzt liegt das Fahrzeug in allen Geschwindigkeiten bis hin zu 190 km/h satt auf der Straße, die Spitze ist bei 202 km/h erreicht. Im Normal-Modus ist die Beschleunigung eher moderat, aber ausreichend. Wer sportlicher fahren möchte, kann dies im Sportmodus tun. Beim Kickdown wurde der Motor allerdings schon etwas lauter. Auch schalten dann die Gänge etwas hörbarer, was im Normalmodus nicht der Fall ist. Der Beschleunigungsspaß im flotten Sportmodus macht sich allerdings im Kraftstoffverbrauch deutlich bemerkbar. Während wir in gemächlicher Fahrt mit 8,5 Liter Super E10 auskamen (der Hersteller weist einen kombinierten Verbrauch von 7,5 bis 8,5 Liter aus), waren es bei sportlicher Autobahnfahrt 9,5 Liter.

Fazit

Die schicke Black Edition des KIA Sportage ist ein extravagant gestyltes Kompakt-SUV mit sehr guter Serienausstattung, das mit und ohne Pferdeanhänger sehr gute Fahreigenschaften bewies und dabei eine schicke Figur macht. Auch die Platz- und Ladekapazität geht in Ordnung. Einzig der Benzin-Durst dürfte für ein Kompakt-SUV etwas bescheidener sein. Insofern eignet sich der Sportage für Nutzer mit eher geringer Kilometerleistung. Mit einem Serienpreis ab 34.500 Euro ist er fair bezahlt, zumal hier eine siebenjährige Herstellergarantie (bis 150.000 km) inklusive ist. Der Testwagen kostete mit allen Extras 37.000 Euro, dazu kommen noch einmal rund 1.000 Euro für die Anhängerkupplung.

Technischen Daten

Länge (mm) 4485
Breite (mm) 1885
Höhe (mm) 1640
Bodenfreiheit (mm) 172
Kofferraumvolumen (Liter) 503 – 1.492
Wendekreis (m) 11
Leergewicht (kg) 1.637 – 1820 (ausstattungsbedingt)
Zul. Gesamtgewicht 2.200
Zuladung (kg) 563
Anhängelast gebremst, bis 12 % Steigung (kg) 1.600
Stützlast 100 kg
Motor 1.591  4-Zylinder-Reihenmotor
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Antriebsart Allrad permanent
Maximale Leistung 130 kW (177 PS)
Maximales Drehmoment 265 Nm bei 1.500 – 4.500 Umdrehungen/min
Beschleunigung 0 – 100 in 9,1 sec
Höchstgeschwindigkeit 201 km/h
Verbrauch in Litern nach WLTP kokmbiniert (Herstellerangaben) 8,0 – 7,5
CO2-Emission (g/km) 180 – 169
Schadstoffklasse Euro 6
Effizienzlabel C
Versicherungsklasse Haftpflicht + Teilkasko + Vollkasko 18 (HP), 20 (TK) 20 (VK)
KFZ-Steuer 154 €/Jahr
Neupreis € Ab 34.500 Euro; Testwagenausstattung 38.000 Euro inkl. Anhängerkupplung

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