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Pferdeanhänger-Test Careliner m Alu: Für Freunde robuster Eleganz

Von Doris Jessen, geschrieben am 22. Juni 2019

Pferdeanhänger careliner Alu
Böckmann-Esprit

Pferdeanhaenger-Careliner-Alu-W-1-von-14Im Jahr 2015 hat die Emsdettener Firma Bücker Trailer GmbH mit ihrem innovativen „Designer-Modell“ die Polyester-Pferdeanhängerszene gerockt. Obwohl vom Polyester-Pferdeanhänger überzeugt, kam  der Careliner m im Frühjahr 2019 auch in einer Aluminium-Variante auf den Markt. Im Mai und Juni lief er bei Mit-Pferden-reisen.de erfolgreich durch den Pferdeanhängertest.

Eigentlich ist Philipp Bücker, Geschäftsführer der Bücker Trailer GmbH, ein überzeugter „Poly-Befürworter“, wenn es um Pferdeanhänger geht. Und so gründet der nahezu kometenhafte Aufstieg seiner Careliner Pferdeanhänger-Modelle auch gerade auf der unbegrenzten Formbarkeit dieses Materials, das eben gerade das auffallend elegante Design seiner Careliner ermöglichte.

Aber die Welt ist, wie sie ist und der Kunde ist König oder sollte es wenigstens sein. Und so entschloss sich auch die Firma Bücker für die Entwicklung eines Aluminium-Pferdeanhängers: „Es gibt viele Kunden, die einen Alu-Pferdeanhänger bevorzugen. Also haben wir das Careliner Pferdeanhänger-Konzept in großen Zügen erhalten und die Seitenwände aus Aluminium aufgebaut“, erklärt Philipp Bücker.

Aerodynamisches Design

Pferdeanhaenger-Careliner-Alu-W-10-von-14 Pferdeanhaenger-Careliner-Alu-W-8-von-14 Pferdeanhaenger-Careliner-Alu-W-1-von-14Das elegante „integrale Flächenkonzept“ ließ sich zwar nicht mehr ganz durchhalten, Haube, Bug und Fenster wirken zunächst wie aus einem Guss, genau betrachtet schließen die Fenster aber aufgrund der Dichtungen nicht perfekt bündig mit der Dachfläche ab. Der mit dem Fahrwerk verschraubte Aufbau besteht aus 18 Millimeter starken eloxierten Aluminiumprofilen.

Obwohl der Polyester-Bug elegant abgerundet ist, beträgt die Höhe Pferdekopfbereich 2,39 Meter, eine der höchsten im Wettbewerbsumfeld. Kleiner, genau genommen niedriger, ist die Inspektionstür geworden. Passend zum Alu-Design und hochelegant: Die „Black Shadow“ Alufelgen, die allerdings 419 Euro Aufpreis kosten.

Der Test-Pfedrdeanhänger war im Bug mit der beliebten großen Panoramascheibe (Option, 579 Euro) ausgestattet, die viel Licht in den Pferdeanhänger lässt. Auch wenn der Netzlift (optional 59 Euro) geschlossen ist, bleibt es innen immer hell und luftig, während zu viel Zugluft und etwaige Regentropfen keine Chance haben. Er lässt sich im Übrigen dank des doppelten Auftritts ober- und unterhalb des Nummernschildes auch von kleinen Personen bedienen.

Innenraum: funktional und sicher

Der 1,60 Meter breite und 3,44 Meter lange Innenraum ist bedienerfreundlich und funktional ausgestattet: Die Mitteltrennwand aus verzinktem Stahl mit einer drei Millimeter dicken PVC-Klarsichtfolie ist solide gebaut (was vor allem beim manchmal notwendigen Verschieben erkennbar wird) und steht stabil, auch wenn die hinteren Stangen geöffnet sind. Vorne und am Heck sind die Boxenstangen in der Höhe und Länge verstellbar, werden konventionell eingehakt und mit einem Häkchen gesichert. Die Anbindeösen den vorderen Stangen sind auch für dicke Sticke ausreichend groß.

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Vorbildlich: Auch hinten können die Stangen durch eine Panikentriegelung von außen geöffnet werden, sollte sich einmal ein Pferd mit der Kruppe darunter verklemmt haben. Die Seitenwände sind serienmäßig  gegen Huftritte mit 80 Zentimeter hohen Kunststoffplatten geschützt, wie im Test-Pferdeanhänger zusätzlich an der Frontwand zur Sattelkammer kostet dies 179 Euro Aufpreis, die sich aber speziell bei ungeduldig scharrenden Pferden durchaus lohnen können. Sowohl die Panoramascheibe als auch die Fenster, die sich lediglich nach hinten aufklappen lassen, tragen Sicherheitsgitter. Für das gemütliche Anlehnen der Pferde an den Seitenwänden gibt es eine weiche Polsterung.

Unverrottbar: Auch der Boden, lange Jahre im wahrsten Sinne der Knackpunkt bei älteren Pferdeanhängern, besteht aus einer 21 Millimeter starken und unverrottbaren Aluminium-Kunststoffplatte mit wasserabweisendem Kern. Beklebt und an den Rändern versiegelt ist er mit einer acht Millimeter dicken, griffigen Gummimatte.

Die Inspektionstür hat eine Dreipunktverriegelung und ist aus Sicherheitsgründen auch von innen mit einer Klinke zu öffnen. Diese liegt im unteren Bereich so eng am Türrahmen an, dass sich kein Strick darin verfangen kann, dies gilt im Übrigen auch für die Außenklinke. Der Heunetzhaken ist oberhalb des Panoramafensters mittig angebracht. Es empfiehlt sich, das Netz an Stricken entweder vorne an den Gittern der Panoramascheibe oder rechts und links an den Fenstergittern zu verspannen, damit es nicht zu sehr in Schwingung gerät.

Bei Nacht hell erleuchtet wird er Innenraum durch eine große LED-Lampe im Bugdach.

Wer die Pferde füttern möchte, findet dafür keine Futtermulden mehr, sondern jeweils zwei Haken für mobile Futtertröge, die in der Sattelkammer verstaut sind. Diese Lösung ist praktisch und vor allem reinigungsfreundlich.

Leicht bedienbare Rampe

Das Heck des Pferdeanhängers wird mit einer sehr massiven, 1,60 Meter langen Rampe geschlossen, die mit einer acht Millimeter dicken Gummimatte mit Trittleisten beklebt ist. Zusammen mit der nur 40 Zentimeter niedrigen Einstiegshöhe ergibt sich ein sehr flacher Rampenwinkel, über den die Pferde problemlos einsteigen können. Die Rampe schließt bündig mit dem Transportraum-Boden ab, so dass auch kein Stollen dazwischen kommen und sich wenig Schmutz darin verfangen kann. In zwei der vier Stahl-Streben sind die Gasdruckhebehilfen eingelassen und damit gut geschützt. Die Rampe ist auch von schwächeren Personen leicht zu öffnen und zu schließen, die Verriegelungen sind gut geschmiert und mit einer Hand einfach bedienbar.Optional ist auch eine Rampe-Tür-Kombination erhältlich (349 €).

Links und rechts sorgen zwei Heckstreben aus verzinktem Stahl, die sich dreieckförmig nach oben verjüngen, für hohe Stabilität und verkleiden zugleich die Heckleuchten und die optionalen LEDs (289 Euro) für die helle Umfeldbeleuchtung bei Nacht. Zur besseren Sicht nach hinten vom Zugfahrzeug tragen sie von oben nach unten verlaufende senkrechte Schlitze.

Geräumige Standard-Sattelkammer

Pferdeanhaenger-Careliner-Alu-W-13-von-14 Pferdeanhaenger-Careliner-Alu-W-12-von-14Die großen Ösen der Panikentriegelungen bilden gleichzeitig stabile Anbinderinge für die Pferde.

Geschieht dies links, hat man kurze Wege zur Sattelkammer, die auch in der im Testmodell verbauten serienmäßigen Standardgröße das Equipment für den Kurzurlaub zweier Westernreiter – sprich Sättel plus Pads, Zaumzeug und Putztaschen sowie Helme, Sporen etc. gut Platz bietet. Serienmäßig vorhanden sind zwei Sattelhalter und Kunststoff-Trensenhaken, Peitschenhalter und Netz, ein kräftiger Besen und Schaufel in Halterungen sowie zwei mobile Futtereimer. Für letzte Kontrollen des Makeups dient ein Kosmetikspiegel an der Tür-Innenseite.

Geschlossen wird die Sattelkammer wie die Inspektionstür mit einer Dreipunktverriegelung, deren Griff ebenfalls eng anliegt. Sie ist mit einer Gummidichtung versehen und abschließbar. Beide Türen sind mit Saugstoppern an der Anhängerwand zu arretieren, so dass sie auch bei Wind nicht zufallen.

Der Sattelkammerboden ist mit einer Gummimatte ausgekleidet, für die einfache Reinigung mit Wasser gibt es drei Ablauflöcher.

Top-Fahrverhalten

Mit den serienmäßigen Gummifederachsen aus dem Hause Knott mit Stoßdämpfern und damit auch 100 km/h-Zulassung bewies der Pferdeanhänger sowohl ohne Pferde als auch beladen ein sehr gutes Fahrverhalten. Wer für seine Vierbeiner und im Zugfahrzeug noch weicher gefedert haben möchte, kann für 749 Euro ein Schraubenfederfahrwerk (Bücker Body Protect) nach Automobilstandard ordern (s. dazu auch Pferdeanhänger-Test Careliner m).

Fazit

Der neue Careliner m Alu hat – bedingt eben gerade durch den Aluminium-Korpus – nicht denselben Charme wie sein Vollpolyester-Bruder, ist aber für Freunde des mattglänzenden Metalls dennoch ein formschönes Fahrzeug. Auch die Alu-Variante kann man in vielerlei Farbkombinationen passend zum Zugfahrzeug auswählen.

Das Fahrverhalten ist sehr gut. Mit einem Einführungspreis von 8.690 Euro (Stand Juni 2019) für die ordentliche Standardausstattung liegt er im mittleren Bereich des Wettbewerbsumfeldes. Mit den im Testpferdeanhänger verbauten Sonderausstattungen kostet der Aluminium-Pferdeanhänger Careliner Alu 10.076 Euro (Stand 2019).

Technische Daten

Name des Anhängers

Gesamtlänge

Innenlänge

Gesamtbreite

Innenbreite

  Gesamthöhe

Innenhöhe

Heckklappenscharniere

Gesamtgewicht

Zuladung

 Stützlast

Bereifung

100 km/h Zulassung

Zubehör

Schraubenfederfahrwerk

Radstoßdämpfer

Bodenmaterial

Gummiboden

Seitenpolster

Trittschutz

Automatikstützrad

Abschließbare Kupplung

Sattelkammer

Höhenverst. Brust/Heckstange

Weitere Pferdeanhänger-Testberichte über Careliner

Weitere Informationen bei Careliner