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Mensch und Pferd perfekt trainieren: Fitness Tracker machen`s möglich

Von Doris Jessen, geschrieben am 23. Juli 2020

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Fitnessarmband_WEB-2-von-12_1Fitness Tracker und Sportuhren sind der neue Trend. Sie registrieren die Körperaktivitäten und errechnen daraus den Kalorienverbrauch. Verfügt das Armband über GPS, zeichnet es Strecken auf und errechnet Geschwindigkeiten sowie Durchschnittstempo. In dieser Kombination eignen sie sich nicht nur für das eigene Fitness-Training, auch das Pferd kann zum Beispiel für den Konditionsaufbau im Gelände- und Distanztraining mit einbezogen werden. Wir haben vier Tracker unterschiedlicher Leistungs- und Preisklassen beim Reiten (und auch im normalen Leben) ausprobiert: Das Einsteiger-Fitnessarmband FTT-40.HR von Newgen Medicals und die drei Garmin-Geräte Vivosmart HR, Vivosmart HR Plus sowie Vivoactive HR.  

Gerade bei jungen, sportlichen und gesundheitsbewussten Menschen sieht man sie immer häufiger am Handgelenk, und das nicht nur im Sportstudio, sondern an Joggern oder Radlern: Fitness-Armbänder. Einfache Geräte zählen nur die Schritte mit Hilfe eines eingebauten G-Sensors, der die Erschütterungen und Armschwingungen aufzeichnet und daraus die absolvierte Strecke und verbrauchte Energie auch unter Berücksichtigung der Körpermaße errechnet. Etwas genauer wird die Messung, wenn ein Höhenmesser integriert ist, der auch Treppen zählt und ein Herzfrequenzmesser den Puls am Handgelenk misst. Strecke und Geschwindigkeit schließlich können nur präzise erfasst werden, wenn das Armband über GPS verfügt.

Die meisten Fitnessarmbänder besitzen nur eine begrenzte Displayfläche, um die Daten darzustellen. Dafür, und um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, haben die Tracker eigene Smartphone Apps (FBT-40, Garmin Connect) und sind zusätzlich mit verschiedenen Fitness-Apps – zum Beispiel Apple Health oder MyFitnessPal kombinierbar, die auf das Handy, Tablet oder den Computer geladen werden können. Die Verbindung zwischen Uhr und Handy wird über Bluetooth hergestellt.

So hat MyFitnessPal eine Überwachungsfunktion für das Gewicht. Dafür werden Körperdaten, Ausgangs- und Wunschgewicht gespeichert, aus denen die App die erlaubte Kalorienzahl errechnet. Aus den täglichen Angaben zu den Mahlzeiten und den Aufzeichnungen des Armbandes zum Verbrauch, erkennt der Nutzer immer genau, wieviel er noch essen darf oder „abarbeiten“ muss.

Als Reiter stellten wir uns nun die Frage, ob derlei Fitness-Tracker auch für die Erfassung unserer reiterlichen Aktivitäten taugen und – in Kombination mit GPS – auch das Pferdetraining mit einzubeziehen.

Das Einstiegsmodell: FBT-40.HR

Fitnessarmband_WEB__12_von_12_Ein mit 22 Euro sehr preiswertes Einstiegsmodell ist das Fitnessarmband FBT-40 HR von Newgen Medicals, vertrieben von dem Elektronikanbieter Pearl. Es misst Herzfrequenz und Schritte und errechnet daraus die verbrauchten Kalorien. Die Uhrzeit wird auf dem OLED-Display ebenfalls angezeigt, allerdings nicht permanent, sondern nur auf Knopfdruck.

Speziell für schmale Frauenhandgelenke sehr gut passend sind die kleinen Maße von 4 x 2 x 1,2 (Länge x Breite x Höhe) Zentimetern der Messeinheit, die nach dem Aufladen in ein fein justierbares Gummiarmband eingeklinkt wird. Ideal ebenfalls: Man braucht keine spezielle Ladeeinheit, jedes USB-Kabel mit Microstecker wie er etwa bei Sony-Geräten im Einsatz ist, tut seinen Dienst. Die FBT-App ist aus dem Appstore (Google Playstore für Android oder iTunes für iPhone) ebenfalls schnell geladen. Mit der Einstellung gab es dann allerdings Probleme, weil das Gerät partout nicht speichern wollte, dass die Testperson weiblich ist. Angepasst werden können Schritttagesziel und eventuelle Trainingseinheiten (nur Iphone) sowie Weckzeiten.

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Der Start der Messung erfolgt immer in Kombination mit der Handy-App, auf dem für die Pulsmessung der Aktivitätslevel – Normal, Sport oder Schlaf – eingestellt werden kann. Dort muss nach Abschluss der Trainingseinheit auch auf Stopp gedrückt werden. Beim Reiten wählten wir die Einstellung „Sport“. Abrufbar sind die Daten – Schritte, daraus errechnete Strecke, Kalorien und der Prozentsatz des erreichten Tagesziels durch mehrmaliges Drücken der Modustaste auf dem Armband und in der App. Zudem ist das FBT-40 HR mit der Apple Health App zu kombinieren.

Stylish mit Touchscreen: Garmin Vivosmart HR und Vivosmart HR +

vivosmarthrDie beiden Fitnessarmbänder Vivosmart HR (145 Euro) und Vivosmart HR + (219 Euro) des bekannten Herstellers Garmin unterscheiden sich lediglich durch die GPS-Funktionalität, die in der „+Version“ eingebaut ist.

Auch die Vivosmart-Bänder sind mit den Display-Maßen 3,5 x 2,2 x 1,5 cm recht handlich, wobei engere Pullover-Bündchen aufgrund der Höhe daran hängen bleiben können.

Garmin bietet zwei Möglichkeiten, um die persönlichen Daten anzulegen und die Uhr damit zu verbinden: Via Kabel am PC und Garmin Express oder über die Bluetooth Verbindung zur App Garmin Connect, die eine Vielzahl von Detailinformationen direkt auf dem Handy liefert.

Die Garmin Vivosmart-Modelle haben einen Touchscreen, auf dem mit Wischbewegungen zwischen den einzelnen Funktionen gewechselt werden kann. Standardmäßig eingestellt ist die Uhrzeit. Das ist sehr komfortabel und informiert in Sekundenschnelle über zurückgelegte Schritte und Strecke in Kilometern sowie Etagen, verbrannte Kalorien, das Wetter, eingehende Telefonanrufe und Whatsapp-Nachrichten und Puls. Bei Beginn der Aktivität wird nach dem Druck auf die Modustaste die Wahl zwischen Laufen, Cardio (z.B. Fitnessstudio) und Sonstiges angezeigt. Für das Reiten auf dem Reitplatz oder im Gelände haben wir Laufen ausgewählt, weil es ähnlich wie Reiten ebenfalls ein Ausdauersport ist. Das Modell Vivosmart HR+ bietet zusätzlich die Auswahl „Out“ mit GPS oder „In“ ohne GPS. Bei Ausritten bot es sich an, mit GPS zu wählen, um Strecke und Tempo genau zu erfassen.

Multifunktional mit Routenplaner: Vivoactive HR

Fitnessarmband_WEB__1_von_1_Das Modell Vivoactive HR (263 Euro) ist eine Sportuhr mit umfangreichen Funktionen und einer Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten: So können verschiedene Sportprofile aus einer langen Liste gewählt werden. Reiten ist natürlich nicht dabei, kann aber als Aktivität in Garmin Connect konfiguriert werden. Wir haben „Gehen“ gewählt, weil dies dem Benutzerverhalten der Testperson eher entsprach als das Laufen/Joggen. Außerdem können über das Smartphone unterschiedliche Uhrendisplays, Apps und Widgets geladen werden. Zu letzteren gehören z.B. die Wettervorhersage oder eine Kompass-Funktion.

Beim Laufen, Gehen oder Radfahren muss nicht eigens GPS angewählt werden, weil es die Extra-Einstellungen für „Indoor-Running“ oder „-Cycling“ gibt. Nach der Synchronisation mit dem Handy wird die absolvierte Strecke als Kartenansicht wieder gegeben. Dazu kommen diverse Betrachtungen wie zum Beispiel absolvierte Kilometer, Geschwindigkeit in km/h und Minuten/Kilometer, Höchst- und Durchschnittsgeschwindigkeit sowie Herzfrequenz.

Strecken planen und reiten mit dynamic.watch

Speziell für das Ausreiten in fremdem Gelände ist es natürlich interessant, auf einer Karte Routen zu suchen, zu erstellen und dann mit GPS-Navigation nachzureiten. Dafür gibt es im Garmin Connect App Shop die App dynamic watch Map. Die fürs Ausprobieren ausreichenden Grundfunktionen sind kostenlos. Mit der dw Map können auf dem PC, Tablet oder Smartphone (auf letzterem ist das Display etwas knapp) Routen geplant und auf die Uhr exportiert werden. Die App ist nicht ganz so selbsterklärend wie ihre Entwickler vielleicht meinen, aber mit ein wenig Geduld und der Hilfe-Funktion in mäßigem Deutsch gelingt es, eine Route zu erstellen und an die Uhr zu senden. Wichtig ist es, bei dem Planungs-Tool die Einstellung “No auto-routing” zu wählen, damit auch Feldwege Strecken über Stoppelfelder geplant werden können. Die Funktionserweiterung auf “Premium” kostet 9,99 US$ und bietet umfangreichere Displayeinstellungen, die während der Navigation aufzurufen sind, wie zum Beispiel Routenname, Geschwindigkeit oder Herzfrequenz.

Sobald die Route auf die Uhr übertragen wurde und das GPS aktiv ist, erscheint ein kleiner Pfeil, um den Ausgangspunkt und die Richtung zu markieren. Zum Abbiegen beginnt die Uhr etwa hundert Meter vor der Abzweigung zu vibrieren und der Hinweis „turn left“ oder „right“ erscheint. Weicht man vom Weg ab, heißt es „off road“. Im höheren Tempo empfiehlt es sich, die Route auf dem Uhrendisplay im Auge zu behalten, weil das Vibrieren dann leicht zu überhören ist.

Das System ist natürlich nicht so komfortabel wie ein eigenständiges GPS-Gerät, aber für den Überblick und die Orientierung reicht es allemal.

Sinnvoll fürs Reiten?

Bei allen Fitnessarmbändern wurden beim Reiten auch die Schritte des Pferdes erfasst und im Schritt und Trab ähnlich den menschlichen Schritten gezählt: Die Schrittanzahl – zum Beispiel grob 10.000 – entsprach ungefähr der gerittenen Strecke von sieben bis acht Kilometern. Ungenauigkeiten entstehen durch den Galopp, weil da die Sprünge pro Bewegung natürlich weiter sind. Aber – im Großen und Ganzen – passte die Sache insoweit, als die Uhr zusammen mit der sportlich erhöhten Herzfrequenz und der Zeit, in der die Aktivität gemessen wurde, die verbrauchte Kalorienzahl wiedergab.

Eine interessante Erkenntnis war, dass – zumindest bei zwei Testpersonen – die Herzfrequenz ungefähr dem des flotten Gehens oder bei der Jogging-trainierten Person dem langsamen Jogging entsprach, also der typischen Ausdauerbelastung, wie sie im Grunde gesund und für die Körperfettverbrennung wichtig ist. Die Spitzenbelastungen entstehen im schnellen Leichttrab und schnellen Galopp.

Wer also lediglich einen groben Überblick über seine sportlichen Aktivitäten gewinnen möchte, dem wird das einfache Fitnessarmband FBT 40-HR oder das hinsichtlich der Bedienung deutlich komfortablere Garmin Vivosmart HR sicherlich ausreichen.

Um zusätzlich das Pferd – zum Beispiel für den Konditionsaufbau im Distanztraining – miteinzubeziehen, sind die Modelle mit GPS-Funktionalität sinnvoll, um Strecken und Tempo zu messen. Auf der Sportuhr Vivoactive HR ist sogar während des Reitens die Geschwindigkeit abzulesen.

Fazit

Je nach eigenem Fitnessbewusstsein und Trainingsziel für das Pferd sowie natürlich Geldbeutel – die Preise beginnen wie erwähnt bei 39 Euro für die FTB_40 HR und enden für das Garmin Vivoactive-Modell bei 269 Euro (Garmin Shop) – sind Fitnesstracker für Reiter durchaus sinnvolle Helfer. Und Spaß macht es obendrein zu messen, dass das Reiten, auch wenn viele es als Sport belächeln, durchaus mehr Kalorien „verbrät“ als angenommen.Und mit der Vivoactive kommt der Reiter sogar in unbekanntem Gelände nicht vom Weg ab.

Weitere Informationen

www.garmin.com/de-DE

www.newgen-medicals.com

www.pearl.de

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