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Horses unlimited von Gainesville bis Fort Worth: North Texas Horse Country

Von Doris Jessen, geschrieben am 4. Juli 2013

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TX-DENTON-TOMMC_AufzuchtDie Eindrücke auf einer dreiwöchigen Reise durch „das weite Land“ Texas sind äußerst vielfältig – von der „Cowboy Solution“ nördlich von Houston über den Westernreitunterreicht im Hill Country, die atemberaubenden Wüstenlandschaften im Big Bend State Park bis hin zum Ranch Rodeo-Erlebnis in Abilene und weiter nach Amarillo mit dem Quarter Horse Museum und dem Palo Duro Canyon.
Pferdefreunde sollten sich aber auf jeden Fall einen zwei- bis dreitägigen Aufenthalt im „North Texas Horse Country“ gönnen und eine Runde durch nobelste Ställe und Weltmeister-Anlagen drehen.

Horses unlimited: North Texas Horse CountryDie letzten Tage der dreiwöchigen Texasreise sind einem weiteren equinen Höhepunkt gewidmet: Dem North Texas Horse Country. Ausgangspunkt für die Exkursionen in die Region mit der weltgrößten Konzentration und Vielfalt von Pferdezucht- und Trainingsbetrieben ist das hochkomfortable Hotel „Homewood Suites“, ein Mitglied der Hilton-Kette in Denton, 65 Kilometer nördlich von Dallas/Fort Worth. Rund 350 Ranches aller Rassen und Reitweisen mit insgesamt an die 40.000 Pferden haben sich seit den 70er Jahren auf dem etwa 150 Kilometer langen und 70 Kilometer breiten Landstrich angesiedelt, weil er mit sandigem Lehmboden und seinem milden Klima ideale Verhältnisse für die Pferdezucht bietet.

Das Denton Convention & Visitor Bureau (CVB) bietet in den Monaten März bis Mai und September bis November geführte Touren von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr zu den Highlights der Region an. Außerdem steht das „CVB“ auch zur Verfügung, um individuelle Touren für Einzelreisende zusammenzustellen. Das ist auch durchaus empfehlenswert, weil der Pferdefreund auf diese Weise in relativ kurzer Zeit genau die Schwerpunkte setzen kann, seien es Züchter und Ausbilder für die Disziplinen Halter- und Pleasure, Reining und Cutting oder – ganz andere Rassen – wie zum Beispiel Vollblüter, Araber, Tennessee Walker oder Saddlebreds. Wer es völlig individuell mag, kann auch bei den in der Broschüre „North Texas Horse Country – A Driving Tour“ angegebenen Ranches anrufen und dort Termine vereinbaren.

Spaß mit Tradition: Cowboy Mounted Shooting

TX_Dent_CMSEs ist höchst rasant, sehr laut und macht einen Riesenspaß: Cowboy Mounted Shooting, die in den USA immer beliebtere Disziplin, auf unserer Tour vorgestellt von keinem geringeren als dem National Champion Marcus Wadley. Als mehr oder weniger konservativer Deutscher, der Schusswaffen glücklicherweise nur aus Film und Fernsehen kennt, wäre man eigenständig kaum darauf gekommen, sich gerade diese Pferdesportvariante näher anzusehen. Aber dank unserer Reiseführerin Dana Lodge vom genannten Denton CVB, die uns drei Tage munter begleitet, haben wir die Chance, nicht nur mehr von dem auch bei uns bei Westernreitern Fuß fassenden Sport zu erfahren, sondern ihn sogar selbst einmal auszuprobieren.


Ziel ist es nach einem vorgegebenen Muster bis zu zehn Luftballons abzuschießen, wobei der Weg um die Tonnen und die Farbreihenfolge – es gibt helle und dunkle Ballons – vorgegeben sind. Geschossen wird mit einem traditionellen 45-Kaliber Single Action Revolver, dessen Hahn man nach jedem Schuss neu spannen muss. Die fünf Patronen sind nur mit schwarzem Pulver gefüllt, deren Druckwelle den Ballon zum Platzen bringt. Da zehn Ballons zu treffen sind, startet der Reiter mit zwei Pistolen, die er in Holstern vor dem Bauch trägt. Gewertet wird nach Zeit und Anzahl der getroffenen Ballons. Der Profi absolviert den Kurs in 12 Sekunden fehlerlos, der Amateur braucht schon 16…

So schwierig es klingt, so schwierig ist es auch. Wer noch nie einen Revolver in der Hand hatte, ist überrascht vom Gewicht: Das Ding ist elendig schwer. Da mein „Test-Pferd“ gewohnt ist, die Prüfung im Jagdgalopp zu absolvieren, beginnt es bereits beim Spanngeräusch nervös zu tänzeln. Selbstredend muss man einhändig reiten, was man als Westernreiter zwar kann, üblicherweise hat man dabei aber keine Waffe in der Hand, mit der man auch noch zielen sollte. Also versucht man es erst einmal im Schritt und ist froh, nicht aus Versehen das Pferd zu treffen. Spaß gemacht hat es dennoch!

Noble Pferde-Residenz: Timberidge Ranch

TX_DENTON_Timber_sorrel„Bin ich nicht wunderschön?“ scheint der Blick aus riesengroßen Augen der zweijährigen fuchsfarbenen Araberstute direkt in die Kameralinse zu fragen, die sie bei ihrer „Halter Präsentation“ in der hochnoblen Reithalle der Timberidge Ranch auf Schritt und Tritt verfolgt. Sie schwebt mit bodenverachtenden Tritten über supergepflegtem, weichem Sand, stoppt auf ein leichtes Halftersignal, stellt sich stolz in Show-Positur und zeigt uns ihr edles Profil. Ja, sie ist wirklich wunderschön, eine Augenweide für jeden Pferdefreund und schon wegen dieses einen Anblicks den Besuch der Timberidge Ranch wert.

Ronda und Jim White präsentieren ihre wertvollen Araber sichtlich stolz, die sich nicht nur elegant bewegen, sondern – wie Ronda auf Zuchtstute mit Spitznamen „Sexy“ beweist, auch nach langem „Nichtstun“ auf der Weide mit zwei Fingern leicht zu reiten sind. Und das nicht nur von der Besitzerin, sondern auch von mir als völlig Fremder, und so gut, dass Ronda uns spontan einlädt, jederzeit zum Ausreiten kommen zu dürfen.

TX_DENTON_Timber_Jog1_kl„Wir züchten nur mit Pferden, die im Turniersport erfolgreich waren, wobei sie sowohl an der Hand als auch unter dem Sattel je nach Eignung in Hunter- oder Pleasure-Prüfungen vorgestellt werden. Um unsere Stuten nicht zu überlasten, haben sie nur alle zwei bis drei Jahre Fohlen, die dann aber meistens die entsprechende Qualität hat“, erklärt Jim seine Zuchtphilosophie, als wir im hocheleganten Casino seiner Reithalle sitzen, das ebenso als Bar eines Luxushotels dienen könnte. Auch der 2009 geborene rabenschwarze Deckhengst Diesel Smoke CBA muss sich immer wieder im Turnier beweisen. Die Youngsters werden dann ebenfalls in Turnieren mindestens an der Hand vorgestellt und finden meistens Liebhaber, die auch hohe fünf- oder sogar sechsstellige Dollarpreise bezahlen. Trotz aller Perfektion der Timberidge Farm – die Boxen sind sehr groß und hell, der Boden besteht aus tritt- und rutschfesten, aber leicht federnden Hartgummiplatten – dürfen die Pferde aber dennoch auf der Weide ihre Freiheit genießen.

Tennesse Walker, Missouri Foxtrotter & Co.: Walking Tall Ranch

TX_Dent_WalkingTall_MFTDie schwarzweiß gescheckte Stute gleitet sanft dahin, ich sitze fast völlig erschütterungsfrei im bequemen Westernsattel und könnte dabei ganz einfach – wäre es der Tageszeit angemessen – ein Glas Kentucky Straight Bourbon trinken, ohne einen Tropfen zu verschütten. Das geht so nur auf dem Rücken eines gut trainierten „Gaited Horse“, wie man hierzulande Gangpferde nennt. Die Stute ist allerdings auch dreifacher World Champion in ihrer Disziplin und beweist ihre außerordentliche Qualität, indem sie auch mit mir als nicht eben erfahrene Gangpferdereiterin nach einer kurzen „Gebrauchsanweisung“ ihren Flat Walk zeigt. „Ich bin vor 15 Jahren auf Tennessee Walker gekommen, weil ich vorwiegend bequem ausreiten wollte“, erklärt Leslie Atkins und Betreiberin der seit 2002 in Pilot Point bestehenden Walking Tall Ranch. „Damals ging ich zu einem Trainer, um das Gangpferdereiten korrekt zu erlernen und bin so weiter in diese Szene hinein gewachsen. Mit der Zeit habe ich mit dem Trainer zusammen Pferde gekauft, ausgebildet und wieder verkauft. Immer mehr Leute interessierten sich speziell für diese bequeme Art zu Reiten und die entsprechenden Pferde. Daraus hat sich dann langsam das Geschäft entwickelt. Seit 2002 sind wir hier an diesem Standort und bieten sowohl Beritt als auch Unterricht für Menschen an, die entweder völlig neu mit dem Reiten beginnen oder auch Umsteiger von anderen Reitweisen sind“, berichtet Leslie weiter. So stehen nicht nur Tennesse Walker, sondern auch Rocky Mountain Horses, Missouri Foxtrotter und Paso Finos in den teilweise bis zu 15 Quadratmeter großen Boxen.

Der Unterricht und Beritt umfasst für Pferd und Mensch das Gangpferdereiten in der Halle und auf dem Reitplatz und natürlich im Gelände, weil der gemütliche und vor allem sitzbequeme Ausritt für die meisten das Hauptziel ist, wenn sie sich ein Gangpferd kaufen. „Wir trainieren die Pferde auf Wunsch aber auch für den Turniereinsatz, und wenn Kunden länger bleiben wollen, bieten wir auch Ferienapartments für Gäste an, die entweder mit ihren eigenen Pferden oder zum Reitunterricht kommen.

TX_DENTON_WalkingTallDie Apartments bieten gemütliche Wohn- und Schlafzimmer sowie komplette eingerichtete Küchen, für kühle Tage einen Kamin und für heiße draußen einen herrlichen Pool. Hier lässt sich das Reiterleben mehr als gut ertragen. Und wer weiß, vielleicht wird hier ein „traditioneller Reiter“ zum Freund dieser so ganz anderen Art, auf dem „Rolls Royce der Cowboys“ durch die Landschaft zu gleiten.



Entspannung pur: Loan Oak Ranch

Ebenso entspannend ist sicherlich der Aufenthalt auf der Loan Oak Ranch, die nicht umsonst den Beinamen „Retreat“, also „Rückzug“ trägt und mit Slogan „An hour north of Dallas/Fort Worth, A million miles from the city“ wirbt: Im Norden des Horse Country, im Örtchen Gainesville, liegt das herrliche Refugium. Hier kann man (aus)reiten (lernen) und Kutschfahrten unternehmen, wandern und fischen, im Pool schwimmen oder im Wellness Center relaxen…oder in herrlicher Stille, nur vom Vogelzwitschern begleitet, ganz einfach nichts tun.

Brian Manhart, seit fünf Jahren Leiter der Ranch, Familienvater und durch seine ruhige Art schon Initiator jeder Entspannung, erklärt seine Philosophie: „Wir möchten unseren Kunden einfach alles bieten, damit sie fernab des Großstadt- und Business-Stresses zur Ruhe kommen. Sie können bei uns aber auch in einer eigenen Kapelle heiraten, anschließend ausgelassen feiern und natürlich sehr bequem wohnen“, so Brian Manhart. Die insgesamt 28 Unterkünfte umfassen u.a. 16 individuell und stilvoll eingerichtete Hotelzimmer mit Namen von Stars wie Genau Audrey oder John Wayne, der natürlich die beeindruckendste Behausung hat. Dazu kommen einfachere „Cabins“ und zwei große Gästehäuser für bis zu sechs Personen und 16 Campmobil-Plätze.

In der Reithalle demonstriert der örtliche Ausbilder gerade mit seinem „Bombproof Horsemanship Training“, wie er ein bislang nervöses Pferd schreckfrei macht. Dazu nutzt er eher profane Instrumente wie Fuß- und Gymnastikbälle, aber auch erschreckend lautes Knallen einer Bullenpeitsche und sogar Rauchbomben. Nachahmung in deutschen Reithallen eher nicht zu empfehlen…

Chicken Fried Steak bei Lucy Mom’s on Main

TX_Dent_LucyMoms_RaumEine Tour durchs Horse Country wäre nicht komplett ohne einen Besuch zum typischen Lunch bei „Lucy´s Moms on Main“ in Aubrey. Der urige Laden bietet texanische Hausmannskost und die ist, wie alles auf der Reise, höchst schmackhaft und sehr, sehr sättigend – auf gut deutsch: Eine Portion reicht für zwei bis drei deutsche Mägen… Der Plan, „Cheese Cubes“ als Appetizer und „Chicken Fried Steak“, eine Art Wiener Schnitzel, als Hauptspeise aufzuessen, erweist sich daher als undurchführbar.


Highlight für Westernreiter: Besuch beim Reining-Weltmeister Tom McCutcheon

TX_DENTON_TOMMC_PauseIn der Ruhe liegt die Kraft – und der Erfolg, der Tom McCutcheon seit vielen Jahren begleitet: Aus einer Reiterfamilie in Wisconsin stammend, hat er die „Reining Industry“, wie der Sport in den USA genannt wird, mit aufgebaut und gehört mit 1,2 Millionen Dollar Gewinnsumme zu den bestverdienenden Reining-Reitern der Welt. Neben unzähligen Turniersiegen wurde er 2010 in Kentucky mit dem Hengst Gunners Special Nite Doppel-Reining-Weltmeister in der Einzel und Mannschaftswertung.

Seine Trainings- und Zuchtanlage im texanischen Aubrey sucht ihresgleichen. Seine Frau Mandy, Tochter des ebenfalls hocherfolgreichen Reining-Reiters Tim McQuay, gehört zu den erfolgreichsten Amateuren und musste aufgrund der geringeren Gewinnsummen deutlich mehr Siege und Platzierungen erreichen als ihr Mann im Profilager, um als einzige Frau der Welt die 1 Million-Dollar-Marke zu knacken. Und Sohn Cade erritt im Jahr 2010 mit nur neun Jahren bereits Traum-Scores von 143…

Im Gegensatz zur Rasanz in der Reining-Show geht es in der Reithalle vom Tom McCutcheon allerdings außerordentlich ruhig und gelassen zu. Drei junge Reiter, überwiegend Trainees aus aller Herren Länder, arbeiten ihre zumeist jungen Pferde in gesetztem Tempo, stoppen sanft, drehen einige Spins und machen dann Pausen. Kein Pferd ist außer Atem, keines außerordentlich verschwitzt, obwohl das Thermometer gut 30 Grad misst. Die Trainingsumstände sind hervorragend: Auf den großen Zirkeln in der Reithalle mit den Traummaßen von 50 mal 100(!) Metern laufen die Pferde praktisch geradeaus und selbst die Reining-typischen „kleinen Kreise“ sind hier mit 20 Metern Durchmesser so groß wie bei uns der größte Zirkel.

Keep it slow and simple

TX_DENTON_TOMMC_LOPETom McCutcheons Erfolgsrezept ist: „Keep it slow and simple. Wenn ehrgeizige junge Leute als Trainees neu zu uns kommen, muss ich sie erst einmal herunterfahren. Sie wollen meistens viel zu viel in zu kurzer Zeit und überfordern die Pferde. Die lernen aber am Ende viel schneller, wenn du ein Manöver wie zum Beispiel den Spin langsam startest, das Pferd ein paar Mal ruhig und dann etwas schneller drehen lässt und sofort aufhörst, wenn es seine Sache gut gemacht hat. Das Wichtigste ist, keine große Sache aus den Manövern zu machen, dann bleiben die Pferde entspannt und lernen leichter. Daher trainieren wir auch nie ganze Turnier-Patterns, sondern immer nur die Einzelmanöver, die dann teilweise kombiniert geritten werden“, sprach‘s und demonstriert eindrucksvoll ein paar Runs mit anschießenden Stopps auf einer dreijährigen dunkelbraunen Quarter Horse Stute, die im Herbst ihre Qualität auf der NRHA Futurity beweisen soll.

Das Beeindruckende an Toms Reitweise und an den in der Endphase der Trainingseinheit doch spektakulären (jedenfalls für uns Zuschauer) Spins und Stopps ist, dass man keinerlei Hilfen sieht, das Pferd ausschließlich auf kleinste Gewichtssignale dreht, beschleunigt und zehn Meter lange Sliding Stopps durch den Sand zieht. „Wir nehmen die Pferde mit zwei Jahren ins Training, wobei sie fünf Mal pro Woche kaum mehr als eine halbe Stunde geritten werden. Sollten wir doch einmal eine Überlastung feststellen, bekommen sie ausreichend Pause. Am Ende ihres dritten Lebensjahres haben sie dann fast zwei Jahre Training, wenn sie bei den Futurities starten“, erklärt der Meister und offenbart sein zweites Erfolgsrezept: „Ich hasse es, zu verlieren, und ich bin ein Perfektionist. Egal bei welchem Sport, ob beim Basketball oder Hockey, ich wollte immer vorne sein. Wenn also manche Pferde mehr Trainingszeit brauchen, stellen wir sie eher erst mit vier Jahren vor, als zu früh eine schlechte Leistung abzuliefern“.

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Zwölf Stunden reiten pro Tag

Die Gelegenheit, hier als Trainee zu lernen, bekommen jedes Jahr zwei bis drei meistens junge Reiter(innen), die sich per Video bewerben müssen. Wenn sie aus dem Ausland kommen, übernimmt Tom auch die Visa-Formalitäten, so dass sie ein halbes oder länger bleiben können. Für Schlafmützen ist der Job allerdings nicht: „Unsere Trainer reiten von 7.00 Uhr morgens bis 19.00 Uhr durchschnittlich zehn bis 15 Pferde. Derzeit sind rund 90 (?) Pferde im Training, zumeist Berittpferde, aber auch einige eigene, die wir für die Turniere vorbereiten und auch starten“, erklärt Tom. Überwiegend werden die Pferde zunächst von McCutcheon selbst oder seinen Trainern auf den Turnieren vorgestellt und später auch von den Besitzern geritten. „Denn speziell für Züchter macht es natürlich einen großen Unterschied, ob das Pferd 10.000 oder 100.000 Dollar gewonnen hat“, erklärt er und antwortet verschmitzt auf die Frage, ob er mehrere dieser 100.000-Dollar-Kandidaten im Stall habe: „I hope so…“.

TX_DENTON_TOMMC_AquatrainerErstaunlich günstig sind die Preise im weltmeisterlichen Stall: Für 1.100 Dollar pro Monat wird das Pferd in einer großzügigen Box eingestellt, gefüttert, geputzt und fünfmal pro Woche geritten, nicht zu vergessen den „Badetag“ am Samstag, an dem alle Pferde gewaschen werden. Weide und Paddock gibt es aus Sicherheitsgründen allerdings nur sehr reduziert. Für Rekonvaleszenten steht außerdem ein Aquatrainer zur Verfügung. Möchte der Kunde selbst reiten, wird das Pferd für den entsprechenden Termin auf Wunsch gesattelt und dem Kunden anschließend auch wieder abgenommen, unter die Dusche gestellt und in die großzügig bemessene Box gebracht. Auch „Non Pro Lessons“ sind, soweit gewünscht, im Preis inbegriffen. „Meine Kunden stellen mir hier Pferde für mehrere zig- oder hunderttausend Dollar zur Verfügung und bezahlen auch die Turnierstarts, da wäre es doch kleinlich, 50 Dollar für eine Stunde Unterricht zu kassieren“, meint er großzügig.

Neben dem Spitzensport verfolgt Tom McCutcheon auch ein engagiertes Zuchtprogramm mit leistungsgeprüften Quarter Horse Stuten und entsprechenden hier aufgestellten Hengsten.

TX_Denton_TMCC_Gun_klBerühmtester Vererber ist „Goldjunge“ Gunners Special Nite, ein Sohn des legendären und kürzlich verstorbenen Colonel Smoking Gun (Gunner), der aufgrund der großen Erfolge seiner Nachkommen im Mai 2013 der vierte „Five Million Dollar Sire“ der National Reining Horse Association wurde. Die Decktaxe beläuft sich derzeit auf 3.000 Dollar.







Made in UK and USA: Sterling Ranch

TX_Denton_SterlingRanch_Tor_Ein weiterer Höhepunkt speziell für Westernreiter und Liebhaber des American Quarter Horse ist die Sterling Ranch der Britin Rosanne Sternberg in Aubrey. Der amerikanische Standort war die logische Konsequenz der 1987 im englischen East Sussex gegründeten Sterling Ranch, die auch heute noch in Zucht und Ausbildung aktiv ist.

Auch Sterling Quarter Horses haben World Champions und Goldmedaillengewinner hervorgebracht, wie zum Beispiel Smart Spook (von Smart Chic Olena) und Tinsel Nic, die gemeinsam eine Gewinnsumme von mehr als einer halben Million Dollar erreichten und deren Nachkommen über 1,7 Millionen Dollar gewannen. Smart Spook kostet 5.000 Dollar Decktaxe, bei Tinsel Nic wird sie gar nicht genannt.

Als Geheimnis ihres Erfolges nennt Roseanne Sternberg, selbst hochprämierte Non-Pro-Reiterin und Finalistin in zahllosen NRHA Derbys sowie World Equestrian Game (WEG) Teilnehmerin 2002 und 2006, wo sie jeweils im britischen Team startete, das langjährige Know-how und Verständnis für den Pferdemarkt. „Das wichtigste in der Pferdezucht ist die Kombination aus umsichtigem Management und Pferdekenntnis“, so die erfahrene Quarter Horse Spezialistin und Reiterin. Damit hat sie es nach eigener Aussage geschafft, für ihren Turniersport und die Zucht überwiegend auf selbst gezogene Pferde zurückgreifen zu können.

TX_Denton_SterlingRanch_Halle_Ähnlich wie Tom McCutcheon haben auch bei Rosanne Sternberg regelmäßige junge Trainees die Chance, bei den Champions zu lernen. „Wir bieten ein spezielles Ausbildungsprogramm für junge Leute. Einige bleiben nur kurze Zeit, andere aber mehrere Jahre. Die Connections laufen heute überwiegend über die bekannten Social Media“, erklärt Rosanne für alle, die sich für einen Aufenthalt auf ihren Ranches interessieren.




Relaxing bei „Twilight Tunes

TX_Dent_Twilight_PicknickstimmungTX-DENTON_TwilightTunes_1Jeden Donnerstagabend werden im Mai und Juni von 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr auf einer großen Rasenanlage vor dem Denton Courthouse die „Twilight Tunes“ veranstaltet. Dabei treten lokale Musiker auf, am 16. Mai 2013 waren es zum Beispiel die Texas Singers and Songwriters Jeff Glover, Joe Pat Hennen und Brian Houser, die eine große Menge mit harmonischer Country Music unterhielten. Die Zuschauer lauschen der Musik und genießen auf mitgebrachten Stühlen oder Decken ein abendliches Picknick mit Turkey Sandwiches und Rotwein.

Mit zunehmend untergehender Sonne beginnen die mit Lichterketten geschmückten Bäume immer mehr zu leuchten, die Luft ist mild und die Unterhaltung mit den immer freundlichen texanischen Einheimischen interessant.

Flotter Ausritt am Lake Ray Roberts

TX_Dent_LanatnaLodge_Eingang_1Wir haben die zweite Nacht im Horse Country im Lantana Resort am beschaulichen Lake Ray Roberts nahe Pilot Point verbracht und starten morgens gegen 10.00 Uhr zusammen mit Monika, Distanzreiterin und seit 2007 Betreiberin der Black Mustang Ranch, die direkt neben dem Resort beheimatet ist.

TX_DENTON_Ausritt_am_seeDem Sport von Monika entsprechend sind unsere beiden Pferde – ein Quarter Horse und ein Quarab – sehr flott unterwegs und Monika ist, wie sie gerne zugibt, heilfroh, dass sie im Tempo nur Rücksicht auf die Bodenverhältnisse nehmen muss. Der zweistündige Ritt führt durch den Ray Roberts State Park am gleichnamigen etwa 120 Hektar großen See. Gut 43 Kilometer Reitwege gibt es hier, sie führen bergauf und bergab, teilweise über weichen Waldboden, dann wieder über etwas steinigere Pfade und kleinere Hügel mit spektakulärem Blick auf den See. Bodenabhängig können wir auch weitere Strecken flott traben und galoppieren, so dass der Ausritt auch fortgeschrittenen Reitern großen Spaß macht.

Die Black Mustang Ranch bietet erfahrenen Reitern nach häufigeren Ausritten, auf denen sie die Wege und das Gelände kennen gelernt haben, auch die Möglichkeit, mit der „Very Important Rider Card“ allein auszureiten. Leider fehlt uns dafür aber die Zeit!

Einkaufen, bis die Kreditkarte glüht

TX_Dent_PaulTaylor_SaddleryTX_Dent_SaddleshopKeine Reise durch das Horse Country wäre komplett ohne den Besuch dort ansässiger Western Tackshops. Allen voran sind hier die seit 1985 bestehende Paul Taylor Saddle Co. in Pilot Point und die Kette Horse & Rider u.a. in McKinney und zu nennen, die eine schier unermessliche Auswahl an jeglichem Equipment haben, das Westernreiter brauchen (können).

Auf hunderten Quadratmetern bietet zum Beispiel Paul Taylor 1.200 Sättel aller Typen vom traditionellen Arbeitssattel über Roping, Cutting, Barrel Race bis hin zum Trail, Reining oder Pleasure Sattel, in hellem Naturton, kastanienmittelbraun oder schwarzbraun, mit oder ohne Punzierung, mit Silber- oder Messingbeschlägen – und natürlich in allen Preisklassen. Dieselbe Auswahl gibt es bei Zaumzeugen, Zügeln, Sidepulls und natürlich Pads. In allen Farben, Formen, Stärken, Materialien und Preisklassen. Shopping-Interessierte sollten sich dafür viel Zeit nehmen und im Zweifel an das dann nötige Übergepäck denken. Je nach Kosten für ein Zusatzgepäckstück lohnt es sich aber, weil viele Produkte im Heimatland des Westernreitens und durch den günstigen Dollarkurs eben doch sehr viel preiswerter als in Deutschland sind.

Fort Worth – City of Cowboys and Culture

TX_FTW_STY_Herde1Der alte Westen lebt: Cowboys mit abgetragenen Westernhüten, historischer Kleidung und klassischen Oldtimer-Sätteln auf typischen Ranch Pferden mit Brandabzeichen, ein Lasso in der rechten, die Zügel in der linken Hand. So ziehen sie gemächlich auf der Exchange Avenue durch den Stockyards National Historic District von Fort Worth, eine Longhorn-Herde mit furchteinflößend breiten Hörnern begleitend. So oder so ähnlich muss es gewesen sein, als vor mehr als hundert Jahren, von 1865 bis 1886, die Viehherden mit mehreren tausend Rindern durch die Stadt liefen. „Fort Worth war Teil des historischen Chisholm Trails und In den alten Tagen machten hier oft an die 9.000 Rinder Pause, bevor sie weiter nach Kansas getrieben wurden, von wo aus sie mit der Eisenbahn weiter in den Norden und Osten der USA verladen wurden“, erklärt David Mangold, Chef der aus Tradition aufrecht erhaltenen kleinen Longorn-Herde, die jeden Tag morgens um neun und nachmittags um vier gemeinsam mit fünf bis sieben Cowboys ihre Runde durch die Stadt macht. „Wir sind stolz darauf, die Geschichte so authentisch wie möglich heute täglich neu aufleben zu lassen“, fährt er fort.

Auch wenn es heute natürlich keine 3.000 Stück Vieh, sondern nur 18 sind, und aus Sicherheitsgründen nur friedliche Ochsen, so kann das Spektakel – ein bisschen kitschig vielleicht – dennoch eine Ahnung des Good Old West vermitteln.

Das 15 Häuserblocks umfassende historische Viertel wurde weitestgehend im alten Stil erhalten und Eisenbahnfans werden an der restaurierten Grapevine Vintage Railroad ihre Freude. Teilweise sehr exklusive Boutiquen bieten den heute modernen Country-Style, sei es in Form von bunten, bis zu mehrere tausend Dollar teuren Boots, exklusiven Hüten oder auch Indianerschmuck.

Im 1908 gebauten Cowtown Coliseum gibt es jeden Freitag und Samstagabend professionelle Rodeo Veranstaltungen, in denen sich wagemutige Sport-Cowboys nicht nur auf bockenden Bullen und massigen Rodeo Pferden wenigstens acht Sekunden lang halten müssen, sondern einzelne Kälber mit dem Lasso einfangen oder im Team Penning mehrere kleine Rinder in ein Metallgatter treiben müssen. Rasant wird es beim Barrel Racing, einem Rennen um drei Tonnen, das im Wettbewerb in den USA nur von Frauen geritten wird.

Seinen Durst kann man anschießend mit Bier oder Softdrinks an einem der zahlreichen Tresen im Billy Bob’s, dem weltgrößten Honky-Tonk stillen. Bis zu 6.000 Menschen haben in dieser Großraum-Bar Platz, zur Unterhaltung gibt’s live Country Musik ohne Ende.

DAS Reitsportstadion: Will Rogers Equestrian Center

TX_FTW_WillRogersColEingangIn Amerika ist alles größer und Texas toppt nahezu alles. Das gilt auch für das Will Rogers Equestrian Center, eine der größten Turniersportanlagen der USA. Das bereits 1936 errichtete Gelände umfasst rund 42,5 Hektar. In den diversen immer wieder modernisierten und erweiterten Gebäudekomplexen gibt es drei Wettbewerbsarenen, von denen die größte 40 x 76 Meter misst und 5.650 Zuschauern Platz bietet, und je nach Bedarf bis zu zehn(!) mehr als ausreichend große Abreiteplätze. Die Gebäude sind durch ein weit verzweigtes unterirdisches Tunnelsystem verbunden, was vor allem bei großer sommerlicher Hitze oder auch bei Regen den Reitern größten Komfort bietet.

Da hier die größten Turnierveranstaltungen Amerikas wie zum Beispiel die Fort Worth Stock Show & Rodeo, die NCHA Futurity, die Appaloosa Horse Club World Show oder auch die Reichert Celebration stattfinden, können hier im ganzen 2.375 Pferde in festen und mobilen Metallboxen untergebracht werden. Da lässt es sich gut Turniere reiten…

Auf zum Sonnentanz

Neben den Schwerpunktthemen Pferd, Cowboy und Old West Tradition hat Fort Worth aber noch einiges anderes zu bieten: In dem neuen und derzeit auch im Ausbau befindlichen Viertel rund um den Sundance Square wechselt das Straßenbild zwischen glitzernden Hochhaus-Glasfronten und restauriertem viktorianischem Baustil. Hier finden sich zahllose Restaurants, Theater und Shops, Museen und Galerien. Besonders hervorzuheben ist das – erstaunlicherweise kostenlose – Sid Richardson Museum mit einer großen Kollektion traumhaft schöner Gemälde und Plastiken der amerikanischen „West Artists“ Frederic Remington und Charles M. Russel. Beeindruckend ist auch das Gebäude der 67 Millionen US-Dollar teuren Nancy Lee and Perry R. Bass Performance Hall, die 1998 eröffnet wurde. Sie gilt als die „letzte große Veranstaltungshalle aus dem 20. Jahrhundert“ und ist Heimat eines Symphonie-Orchesters sowie des Opern- und Ballett-Ensembles der Stadt Fort Worth.

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