Lohnt sich eine Pferdetransport-Versicherung? Genau auf die Bedingungen achten!

Von Doris Jessen, geschrieben am 14.07.2013

Anzeige

Aussteigen_aus_Vorderausstieg.jpgEs ist die Horrorvorstellung schlechthin: Der Anhänger kommt ins Schleudern, kippt und die Pferde sind mehr oder weniger stark verletzt und am Ende gar nicht zu retten. Lohnt sich für diese Fälle eine Versicherung? Mit-Pferden-reisen.de hat die unterschiedlichen Varianten bei der Versicherungsspezialistin Patrice Schönfeld recherchiert.

Diese Risiken betreffen besonders Reiter und Reiterinnen, die oft mit ihren Pferden unterwegs sind, sei es an Wochenenden zum Turnier, Training oder Ausreiten in entfernteres Gelände. Egal ob Kurz- oder Langstrecke - passieren kann immer etwas.

Dagegen kann man sich natürlich versichern, wie Patrice Schönfeld von der Firma Assekuranzmakler Schönfeld weiß: „Es gibt Jahresverträge für Vielfahrer oder auch Einzeltransportversicherungen, wenn zum Beispiel ein gerade verkauftes Pferd zu seinem neuen Eigentümer gebracht werden soll oder ein Umzug an einen anderen Wohnort geplant ist“.

Allerdings lohnt sich ein detaillierter Blick in die Angebote und Versicherungsbedingungen, weil diese durchaus unterschiedlich sind.

Transportversicherung oder Pferdelebensversicherung für das Risiko Transport ?

Obwohl die Anbieter jeweils den Begriff „Pferdetransportversicherung“ nutzen und man auf den ersten Blick glauben könnte (und vielleicht auch soll), Transport-bezogene Unfälle jedweder Art seien hier abgedeckt, gibt es zwei grundsätzliche Unterschiede: Die Transportversicherung und die Pferdelebensversicherung für Transporte.

Während die Transportversicherung im klassischen Sinne Schäden bezahlt, die durch Auto- und Anhängerunfälle verursacht werden, tritt die Tierlebensversicherung für Transporte nur für Schäden am Tier ein, die in einem Transporter entstehen. Schäden als Konsequenz von Autounfällen sind als Tansportmittelschäden in den Bedingungen für Tier- bzw. Pferdelebensversicherungen ausgeschlossen.

Leider sind diese Spitzfindigkeiten den Versicherungsanträgen weder im einen noch im anderen Fall so einfach zu entnehmen: Wer es genau wissen will, muss seinem Berater vertrauen oder – noch besser – durch die Allgemeinen Versicherungsbedingungen des jeweiligen Anbieters durcharbeiten.

Grundsätzlich gilt aber: Versichert werden kann immer nur der aktuelle Wert des Pferdes, der im Ernstfall auch anhand von Papieren und/oder Turniererfolgen nachzuweisen ist.

Anzeige

Der Jahresvertrag für „Vielfahrer“ und beliebig teure Pferde

Die Transportversicherung wird als Jahresvertrag abgeschlossen. Sie deckt „Elementarereignisse und Unfall des Kraftfahrzeugs bzw. des Anhängers, z.B. durch Umstürzen, Zusammenstöße mit anderen Fahrzeugen oder festen Gegenständen, Einsturz von Brücken, plötzlich mit mechanischer Gewalt von außen her auf das Fahrzeug einwirkende Ereignisse, z.B. Steinschlag, Brand, Blitz und Explosion“.

Beim Jahresvertrag für die Transportversicherung kann der Kunde beliebige Versicherungssummen entsprechend dem Wert des Pferdes zum Zeitpunkt des Transportes abschließen. Die Kosten belaufen sich auf 1 Prozent der Versicherungssumme ohne Verladerisiko und 1,5 Prozent mit Verladerisiko, mindestens aber 75 bzw. 100 Euro. Für ein Pferd im Wert von 10.000 Euro kostet die Versicherung also 100 bzw. 150 Euro pro Jahr. Damit sind alle beliebig langen Fahrten innerhalb von Europa gedeckt.

Versichert sind nicht nur der Totalverlust (also Tod und Nottötung), sondern auch die Behandlungskosten für etwaige Verletzungen. Die Auszahlungssumme beträgt 100 Prozent.

Werden Anhänger oder Pferd bei längeren Aufenthalten des beladenen Fahrzeugs (mehr als zwei Stunden) gestohlen oder wird eingebrochen, muss der Versicherungsnehmer nachweisen, dass Fahrzeug und Anhänger nachweislich verschlossen waren und sich auf einem dafür vorgesehenen Abstellplatz im Bereich eines Pferdesportgeländes befinden. Eine Autobahnraststätte oder ein Parkplatz für Wanderer in der Lüneburger Heide gehört nicht zu den versicherten Orten.

Auch schreiben die Bedingungen vor, die Beine durch entsprechende Transportgamaschen zu schützen.

Pferdelebensversicherung für den Transport

Wer nun nicht das Risiko des Autounfalls, sondern das Ein- und Aussteigen oder Verletzungen durch tobende Pferde versichern will, kann eine Pferdelebensversicherung speziell für die Risiken beim Transport abschließen. Diese gibt es als Einzeltransportversicherung oder als Jahresverträge.

Als Lebensversicherung tritt sie aber nur im Falle des Todes bzw. der Nottötung ein, Tierarztkosten für die Behandlung von Transportverletzungen werden nicht ersetzt, auch muss bei der Einmalversicherung das Diebstahlrisiko extra versichert werden.

Im Jahresvertrag ist der Wert bis 15.000 Euro begrenzt, wobei 100 Prozent nur bis zu einem Wert von 5.000 Euro ausbezahlt werden, darüber 80 Prozent. Für ein mit 15.000 Euro versichertes Pferd gibt es also 12.000 Euro.

Kostenbeispiele für Jahresverträge

Die einmalige Transportversicherung eignet sich eher für Fahrten von gerade gekauften Pferden oder Umzüge. Sie kann für Strecken bis 500 Kilometer oder darüber und bis zu einer Versicherungssumme von 10.000 Euro mit oder ohne Diebstahlrisiko abgeschlossen werden. Die Auszahlung beträgt immer nur 80 Prozent, d.h. also maximal 8.000 Euro.

Kostenbeispiele

Versicherungssumme 2.500 Euro

Versicherungssumme 5.000 Euro

Versicherungssumme 10.000 Euro  

Fazit

Die beiden Versicherungsvarianten sind nicht wirklich vergleichbar, weil die Schadensursachen völlig andere sind. Wer das Leben seines Pferdes absichern will, sollte eine allgemeine Lebensversicherung wählen – das ist zwar etwas teurer, sichert aber auch deutlich umfassender ab. Für Verletzungen gibt es außerdem Pferde-OP-Versicherungen oder – allerdings sehr teure – Krankenversicherungen.



Zurück zur Rubrik

ANZEIGE

http://www.careliner.com/konfigurator https://www.aruma.de/ https://pkw-anhaenger.center/
https://www.wmmeyer.de/store/anhaenger/pferdeanhaenger.html