Tipps für den Kauf eines gebrauchten Pferdeanhängers

Von Andreas Haude, geschrieben am 15.05.2017

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WM Meyer

Wer ein begrenztes Budget hat, sollte nicht nur unter den niedrigpreisigen Neufahrzeugen suchen, sondern auch gute Gebrauchte ansehen. Denn oft ist ein gut erhaltenes Fahrzeug hoher Qualität besser als ein neues Billigprodukt. Allerdings heißt es grundsätzlich: Augen auf - und vor allem unter den Boden geschaut. Andreas Haude hat sich bei Experten umgehört, worauf Käufer achten sollten.

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Die Preise gebrauchter Pferdehänger stehen meist nicht in Relation zu ihrem wirklichen Wert oder zum Preis eines neuen, sagen Horst Moser, Geschäftsführer der Firma Anhängerprofi Moser in Mainhardt und Thorsten Thiel, Technischer Leiter von Thiel Pferdeanhänger in Pfullendorf. Der Werterhalt sei enorm, der recht kleine Markt tue ein übriges. Wer sich dennoch einen gebrauchten Hänger anschaffen möchte, sollte sich dabei (von innen nach außen) die folgenden Punkte genau ansehen.

Kritisch prüfen: Boden, Aufbau, Dach

AlteAnhaenger__5_von_8_.jpgDer (Holz-) Ladeboden darf weder innen noch außen morsch sein. Überprüfen lässt sich das, indem man in den Anhänger steigt und auf dem Boden wippt. Ist er mit Wasser vollgesogen oder das Holz morsch, gibt er nach. Die neuralgischen Bereiche befinden sich rund um die Radkästen und an der Ladeklappe bis etwa einen Meter in den Hänger hinein. Aus Sicherheitsgründen soll der Boden aus einem Stück bestehen und keine geflickten Stellen haben. Außerdem ist er von unten auf morsche Stellen zu untersuchen, indem man ihn mit einem Schraubendreher abklopft.

Durch Abtasten lassen sich auch Fehlerstellen an der Bordwand finden. Wenn sie nachgibt oder speziell ein Polyesteraufbau unter der Oberfläche Dellen oder gar Löcher hat, deutet das auf Defekte hin.  Die Dichtmasse zwischen Boden und Bordwänden muss fest in der Fuge sitzen und darf keine Risse haben. Denn dort eindringendes Wasser führt bei Holz- und Polyesterböden unweigerlich zur Verrottung.

Ein Polyesterdach darf keine, auf schlechte Pflege hindeutenden, Haarrisse haben, speziell nicht in den Ecken. Von dort können sie leicht weiterreißen. Auch eine Plane soll sich weder stumpf noch porös anfühlen.

Die Trennwand und alle Begrenzungsstangen sollen vorhanden und in einwandfreiem Zustand, gegebenenfalls vorhandene Polsterungen intakt sein. Alle vorhandenen Fenster müssen sich öffnen lassen.

Elektrik, Kupplung, Bremsen

Unerlässlich ist eine Kontrolle von Beleuchtung, Stecker und Verkabelung. Alle vorhandenen Leuchten (außen wie innen) müssen korrekt funktionieren, alle Steckverbindungen fest und alle Kabel ordentlich und ohne scharfe Knicke verlegt sein. Außerdem darf deren Isolierung nicht brüchig sein oder gar offene Risse haben. Gegebenenfalls sollte ein Adapter zur Überbrückung verschiedenpoliger Anschlüsse vorhanden sein.

Das Kupplungsmaul darf auf keinen Fall ausgeschlagen sein, damit sich der Anhänger nicht im Extremfall selbst abhängt. Außerdem darf es kein Spiel haben. Nachprüfen lässt sich das, indem man im angehängten Zustand an der Deichsel ruckelt oder einen Blick auf die Verschleißanzeige wirft (sofern vorhanden). Das Normmaß beträgt 50, die absolute Verschleißuntergrenze 49 Millimeter.

Die Funktion von Bremsen und Auflaufvorrichtung muss bei einer Probefahrt überprüft werden. Gibt es beim Anfahren einen Ruck oder beim Bremsen einen Schlag von hinten, deutet das auf einen defekten Auflaufdämpfer hin. Die Führung der Auflaufvorrichtung soll keinen Rost aufweisen. Auch die Bremsseilzüge müssen frei von Korrosion sein. Auf keinen Fall dürfen sie geknickt sein, weil das sehr oft einseitig verschlissene Bremsbeläge zur Folge hat. Die Bremsen selber lassen sich nur durch Zerlegen oder auf einem Prüfstand gründlich inspizieren.

Räder und Reifen

Da die meisten Anhänger breiter als ihre Zugwagen sind, stoßen sie hin und wieder gegen Bordsteinkanten. Das kann ebenso wie Überladung zu verbogenen Achsen führen. Erkennen kann man das an einem negativen Radsturz (Rad steht unten weiter außen als oben) oder mit einem Blick unter den Hänger. Verdächtig ist auch ein einzelner neuer Reifen vorn rechts.

10_ADAC_Fahrischerheit_Reifenalter_Juli07.JPGDie Reifen dürfen nicht älter als sechs Jahre sein. Ein Code auf der Flanke gibt das Alter an. Ansonsten sollte man nach einem Kaufbeleg fragen. Außerdem sollen die Reifen korrekten Luftdruck aufweisen. Denn ein zu hohes Alter oder zu niedriger Reifendruck können während der Fahrt zum Platzen führen.






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