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Pferdeanhängertest Twiehaus Finess – Perfektion bis ins Detail

Von Doris Jessen, geschrieben am 21. Oktober 2006

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Twiehaus_Finess-255x300Das Firmenmotto der Firma Twiehaus ist kein leerer „Spruch“, sondern tatsächlich umgesetztes Programm: Vom handlaminierten Polyester-Aufbau in einem Stück über die Versiegelung jeder Schraube bis hin zur PKW-ähnlichen Lackierung, die nicht so schnell ausbleicht: Der Twiehaus Finess wird höchsten Ansprüchen von Reitern und Pferden gerecht. Dass das Fahrverhalten ebenso perfekt ist, ist hier schon fast eine Selbstverständlichkeit.

Wer kennt Twiehaus-Pferdeanhänger, es sei denn, er kommt aus der Gegend von Westerkappeln bei Osnabrück? Wer hat einen Finess-Anhänger schon einmal gesehen? Vermutlich nicht allzu viele. Denn Massenherstellung ist nicht Walter Twiehaus Sache und sein „Brot- und Buttergeschäft“ liegt bei Spezialanhängern und Transportprodukten, „die nicht jeder baut“, wie er selbst sagt. Trotzdem hat er sich schon lange um den Anspruch an „den perfekten Pferdeanhänger“ Gedanken gemacht und von jedem guten Produkt die besten Merkmale noch einmal optimiert – auf der Basis von 30 Jahren Know-how aus dem Fahrzeug- und Kunststoffbau. Die Ergebnisse können sich schön ansehen, leicht bedienen und hervorragend fahren lassen.

Faser für Faser Qualität

Der große Unterschied zu den meisten Pferdeanhängern des Wettbewerbs ist bereits der handlaminierte Aufbau: Hier werden die Glasfasermatten Schicht für Schicht mit Harz getränkt, aufgebracht und entlüftet. Das geschieht insgesamt sieben bis acht Mal, bis der feste Korpus entsteht. Vorteil des Handlaminats ist der höhere Glasanteil im Kunststoff, wodurch eine deutlich höhere Stabilität erreicht wird. Der Aufbau besteht nicht aus Unterteil und Dachhaube, sondern ist in einem Stück gefertigt. Dadurch entfallen die quer verlaufenden Nahtstellen, Wasser kann glatt nach unten ablaufen. Die Komplettkonstruktion und das geschwungene Heck bringen auch Vorteile für die seitliche Steifigkeit in Höhe und Tiefe. Die Plane verfügt über einen automatischen Planenlift.

moz-screenshotmoz-screenshot-1TW_InnenraumDie Heckklappe ist wahlweise mit einem rutschfesten, teppichbodenartigen Kunststoffbelag oder einer Gummimatte (ganzflächig verklebt und versiegelt) ausgestattet und wird mittels Gasdruckfedern sowie Aufschlagpuffern aus Polyurethan leise zu Boden gelassen. Die Heckklappenscharniere bestehen aus kurzen Edelstahlscharnierbolzen mit zusätzlichen Kunststoffhülsen, die nicht geschmiert werden müssen und ein Festrosten ausschließen.

„Wasser ist nicht dumm…

… es läuft auch schief und krumm“, schmunzelt Walter Twiehaus. Daher hat er sich um das Thema Wasserdichtigkeit viele Gedanken gemacht. Das besondere Risiko für die Haltbarkeit eines Pferdeanhängers ist nämlich, dass an kleinsten Stellen unbemerkt Wasser in den Aufbau oder den Boden eindringt und zur Verrottung führt. Daher sind beim Twiehaus Finess alle Schrauben komplett versiegelt. Auf der Höhe des gesamten Trittbereichs ist der Anhänger innen deutlich verstärkt und hält damit auch beschlagenen Hufen bestand. Anders als bei den üblichen Blechplatten kann sich hier keine Feuchtigkeit sammeln – ein weiterer Aspekt hinsichtlich Haltbarkeit.

Die 21mm dicke Bodenplatte (aus einem Stück) ist beidseitig mit einer Plywoodverstärkung glasfaserbeschichtet, deren Tragfähigkeit einer 40 mm dicken Siebdruckplatte entspricht.

Der gesamte aerodynamische Aufbau ist nach dem Hohlkammerprinzip mit seitlicher Zwangsbelüftung aufgebaut, was zu jeder Jahreszeit eine gute Temperaturisolierung mit sich bringt. Besonders im Sommer bleibt es im Pferdeanhänger immer angenehm kühl, selbst wenn das Fahrzeug eine dunkle Lackierung hat.

Apropos Lackierung: Hier ist der Auswahl an Farben keine Grenze gesetzt, jeder RAL-Ton bestellbar. Zudem ist der PKW-Lack UV-beständiger als die üblichen Polyesterfarben.

Bequem, leichtgängig, sicher

Die beste Qualität nützt dem Nutzer wenig, wenn der Pferdeanhänger im täglichen Umgang unhandlich ist. Aber auch hier erntet der Finess Lob: Alle Verriegelungen sind leichtgängig und sind daher auch wenn es einmal schnell gehen muss, sofort zu öffnen oder zu schließen. Die Einstiegstür mit unterem Kantenschutz ermöglicht dank der 1,40 Meter Höhe bequemes Einsteigen, die Sattelkammer mit großen Belüftungsschlitzen ist mehr als geräumig.

TW_SKTW_BesenschrankSie bietet im hinteren Ende sogar Platz für ein Reserverad (Zusatzausstattung). Durch den heraus nehmbaren Teppichbodenbelag ist sie leicht zu reinigen. Im Innenraum bildet die Sattelkammer wie üblich die Futtertröge. Ihre Vorderkanten sind allerdings bewusst so breit gebaut, dass die Pferde nicht hinein beißen können.

Eine clevere Idee: Twiehaus nutzt das Hohlkammerprinzip über den Radkästen für zusätzliche Stauräume mit nach oben schwingenden Türen aus, in denen zum Beispiel Besen und Schaufel unterzubringen sind.

Sollte doch einmal ein Unfall passieren, so verfügt der Finess über einen innovativen, gesetzlich geschützten Panikverschluss: Nach Öffnen der Sicherungsschraube von außen wird nicht nur das Boxengestänge gelöst, über welches das Pferd möglicherweise gestiegen ist, sondern auch die Anbindeöse, damit das Tier komplett freikommt.

Leicht wie eine Feder…

…ist der mit Einbauten rund 850 kg schwere Pferdeanhänger zwar nicht. Aber – und das ist gerade für Ungeübte wichtig – wegen der langen Deichsel kinderleicht einzuparken. Durch wartungsfreie Gummifederachsen, die sog. Einzelradaufhängung und vier Radstoßdämpfer, läuft das Fahrzeug satt und ruhig auch auf unebenen Straßenbelägen. Das feuerverzinkte Fahrgestell der WAP – Fahrzeugtechnik GmbH ist für 2700 kg Belastbarkeit ausgelegt. „Das erschien mir wichtig für das Drehen auf engen Räumen, wo große Scherkräfte auftreten“, begründet Twiehaus.

Die Bowdenzüge für die Bremsen sind höher montiert. Das ergibt einerseits eine höhere Bodenfreiheit und es können sich keine Wassertaschen bilden. Das Automatikstützrad steht mittig, damit sich die Last auch bei Beladung zentrisch verteilt.

Für die Bereifung wurde eine gängige Radgröße (195/65 R15) gewählt, so dass ein kaputter Reifen leicht austauschbar ist, auch wenn man kein Reserverad hat.

TW__HeckleuchteDie Heckleuchten haben im Vergleich zu gängigen Produkten die sechsfache Brenndauer, weil sie schwingend und luftfrei im Beleuchtungskörper gekapselt sind. Der Elektroklemmkasten befindet sich mit allen Kabeln in der Sattelkammer und ist damit vor Spritzwasser geschützt.

Qualität hat ihren Preis

Der Twiehaus Finess kostete im Testzeitraum 2006  mit allen genannten Ausstattungsmerkmalen rund 9.000 Euro. „Kleinigkeiten wie etwa äußere Anbindestangen auf einer oder sogar beiden Seiten montiere ich ohne Aufpreis“, so Twiehaus. Lediglich größere Sonderausstattungen wie Extravorrichtungen für Kutschen kosten natürlich extra. Das ist – gemessen an der hohen Qualität und der durchdachten Konstruktion – sicherlich ein angemessener Preis.