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Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest Subaru Forester e-Boxer 2.0ie Platinum: Praktisch und robust mit hohem Wohlfühfaktor

Von Doris Jessen, geschrieben am 2. November 2020

Subaru Forester eBoxer
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Subaru-Forester-w-22Mit dem Forester e-Boxer kam bereits zum fünften Mal ein Subaru in den Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest zu Mit-Pferden-reisen.de. Im Gegensatz zum 2015er Diesel-Modell fuhr er als 2-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 110 kW (150 PS) plus 16 PS E-Motor, Allradantrieb und der Subaru-typischen Lineartronic-Automatik vor. Mit 1.870 bis 2.070 kg Anhängelast eignet er sich für leichtere Anhänger mit zwei Pferden. In der Serienausstattung kostet er rund 42.400 Euro und hat dabei 5 Jahre Garantie.

 

Dynamisches Exterieur

Es ist ein stattliches Gespann, der neue Subaru Forester e-Boxer in der hochwertigen Platinum-Ausstattung und glänzendem Crystal White Pearl, mit dem silbergrauen Ifor Willams-Pferdeanhänger am Haken. Im Vergleich zum Vorgänger wurde er mit 4,62 m drei Zentimeter etwas länger, aber vor allem flacher, was ihm zusammen mit der kraftvollen Frontpartie und der hohen Gürtellinie einen dynamischen Auftritt verleiht. Das – im wahrsten Sinne des Wortes – Offroad-Image als SUV prägen die prominente Unterfahrschutzbeplankung unterhalb des Kühlergrills, den Türschwellern und am Heck sowie verbreiterte Radkästen.

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Weiter oben dominieren auffällige Chrom-Einfassungen der LED-Scheinwerfer und rund um dem Kühler, in dessen oberem Drittel eine breite Spange aus demselben Material mit dem Sternen-Logo prangt. Auch die Rückseite der Außenspiegel und die Fensterumrahmungen blitzen in der Sonne.

Praktisch mit Wohlfühlfaktor: Der Innenraum

Die inneren Werte sind top: in der Platinum-Ausstattung sind schwarze Ledersitze mit silbernen Kontrastnähten inklusive, das bequeme und heizbare Gestühl lässt sich elektrisch verstellen und für zwei Personen fest programmieren. Die Oberflächen wirken edel, Dekoreinlagen und gerundete Kanten unterstützen das moderne Design. Auch an Ablagen hat der Forester für alles Notwendige inklusive Proviant reichlich zu bieten: In den Türtaschen haben große Flaschen ebenso Platz wie in der Mittelkonsole, vor dem Automatik-Schalthebel ist das Smartphone gut aufgehoben, weil sich dort auch die Ladebuchsen befinden. Unterhalb der Armlehne gibt es ein tiefes Fach mit 12-V-Anschluss und zusätzlich ein flaches verschiebbares Kästchen, in dem zum Beispiel Schüssel oder Garagenöffner griffbreit liegen. Im Dachhimmerl befindert sich ei Brillenfach.Subaru-Forester-w-23

Auch die hinteren Passagiere haben viel Platz und können sich bei Kälte über eine Sitzheizung freuen. Das große Panorama-Schiebedach lässt zusätzlich Licht und Luft herein.

Positiv hervorzuheben ist die gute Übersicht nach allen Seiten und die in Sekundenschnelle reagierende Heckscheibenheizung.

Einladend: Der Gepäckraum

Subaru-Forester-w-15 Subaru-Forester-w-16 Subaru-Forester-w-26Ein ganz wesentlicher Aspekt für Pferdesportler ist der Laderaum: Egal, ob ein Sattel zur Reparatur muss, Späneballen oder Futtersäcke geholt werden, der Forester bietet dafür Platz und Komfort beim Ein- und Ausladen: Die Hackklappe öffnet sich elektrisch, die Öffnung ist breit und im rechtwinkligen Design gestaltet. Der mit der Ladekante abschließende Ladeboden ermöglicht es, zum Beispiel schwere Futtersäcke einfach einzuladen und vor allem ohne Rückenschäden kraftsparend wieder auszuladen, indem man sie ganz simpel über die Kante in die Schubkarre zieht. Wer viel Platz braucht, kann die Rücksitze 2:3 per Knopfdruck umlegen und erhält eine fast zwei Meter lange Ladefläche und maximal 1.780 Liter Ladevolumen, bei normal gestellten Sitzen sind es gut 500 Liter. Superpraktisch sind die mit robustem und abwaschbarem Kunststoff verkleideten Radkästen. Der Hundebesitzer sagt danke… Weitere Features sind Taschenhaken, Ösen für ein Staunetz und ein 12-V-Stromaschluss, sei es für eine Kühlbox oder einen Auto-Staubsauger.

Innovation: eBoxer mit Mildhybrid

Dem Zug der Zeit gehorchend, hat sich Subaru von der Dieseltechnik verabschiedet und seinem aktuellen Forester zusätzlich zum Benzinmotor einen 12 kW (16 PS) starken Elektromotor verpasst, der mit einer kleinen 0,6 kWh-Lithium-Ionen-Batterie betrieben wird. Mildhybrid-Technik nennt sich das und soll beim Spritsparen helfen, weil sich die Batterie während der Fahrt über die sog. rekuperierte Bremsenergie oder überschüssiges Drehmoment auflädt.

Damit startet der Forester flüsterleise und kann bei moderatem Fahrstil bis 40 km/h etwa anderthalb Kilometer elektrisch rollen. Auch beim Beschleunigen unterstützt der E-Motor. Das System bewährt sich in der Stadt mit häufigem Bremsen und Anfahren in niedrigen Geschwindigkeiten, so dass wir mit rund 7,5 Litern Superbenzin auf 100 Kilometer auskamen. Wie lange elektrisch gefahren wird, kann man im Infodisplay ablesen.

Nicht ganz so günstig sieht die Bilanz auf Landstraßen und Autobahnen aus, wenn deutlich öfter und mehr beschleunigt und auch einmal die Höchstgeschwindigkeit von 188 km/h ausgereizt wird. Dann lagen die Verbräuche zwischen 8 und 9 Litern.

Pferdeanhängerbetrieb: on und offroad

Subaru-Forester-w-4 Subaru-Forester-w-31Subaru-Forester-w-30Das Testmodell hatte eine abnehmbare Anhängerkupplung, die erfreulicherweise einfach bedienbar ist. Daneben befinden sich zwei Öse zum Einhängen des Bremsseiles, die in manchen europäischen Ländern obligatorisch sind. Das millimetergenaue Heranfahren an die Anhängerdeichsel ist dank der Rückfahrkamera ein Kinderspiel. Das Ankuppeln funktioniert erwartungsgemäß problemlos, das Eindrehen des Elektrosteckers in die gut zugängliche Dose ebenfalls.

Beim ersten Fototermin, zu dem es mit (leerem) Pferdeanhänger über eine tiefgründige Einfahrt auf eine nasse Wiese ging, konnte er dann auch gleich seine Pluspunkte als Pferdeanhänger-Zugfahrzeug ausspielen: 22 cm Bodenfreiheit und permanenten symmetrischen Allradantrieb mit Assistenz-System X-Mode.

Subaru-Forester-w-29Es bietet die beiden Einstellungen „Snow/Dirt“ für rutschige Untergründe und „Snow/Mud“ bei besonders tückischen Bodenverhältnissen wie Tiefschnee, Schlamm oder trockenem, losem Untergrund. Das sollte auch für die typischen Weiden-Turnierparkplätze ausreichen, wenn die Räder durchzudrehen drohen. Sollte dies doch einmal passieren, unterstützt das hohe Drehmoment des Elektromotors.

Ziehen darf der Forester bei 12 Prozent Steigung 1.870 kg, bei 8 Prozent sogar 2.070 kg. Damit dürfte er sich in den meisten deutschen Regionen also für den klassischen 2-Tonnen-Pferdeanhänger eignen.

Zum Fahren können wir mit einem Schalter am Lenkrad aus zwei Einstellungen wählen: Dem intelligenten „SI-Drive“ und Sport. Im Pferdeanhängerbetrieb (und auch ohne) haben wir den Intelligenz-Modus gewählt, der eine sanfte und umweltfreundliche Fahrt unterstützt.

Unsere ersten beiden insgesamt 300 Kilometer langen Testfahrten von Granderheide nach Wenden in Niedersachsen und zurück absolvierte der Forester mit einem 1.050 kg schweren Ifor Williams Pferdeanhänger mit einer mittelgroßen Quarter Horse Stute von ca. 500 kg Gewicht. Vor allem das Anfahren geschieht mit Pferden natürlich mit Bedacht und das kommt dem eher gemütlich reagierenden 150 PS starken Benziner mit einem maximalen Drehmoment von 194 Nm durchaus entgegen. Auf der Strecke – Landstraßen und Autobahn – liegt das Gespann ruhig und leise auf der Straße. Das ändert sich bei Beschleunigung: Zwar schaltet die Lineartronic-Automatik stufenlos, der Motor allerdings quittiert das Manöver mit deutlich empörtem Ton.

Etwas bemühter wirkte der Forester mit ausgereizter Anhängelast: Im dritten Test über etwa 50 Kilometer Landstraße und Autobahn kam ein Cheval Liberté Duomax (930 kg) mit zwei jeweils etwa 50 kg schweren Pferden, also gut zwei Tonnen an den Haken. Mit diesem Gewicht ging der Forester schon beim Anfahren nicht mehr ganz so spielerisch um. Überholvorgänge auf Landstraßen sollte man hier nur mit sehr weiter Voraussicht wagen.

Mit Pferdeanhänger schwankte der Verbrauch abhängig von der Strecke sehr stark: Ruhig mit 80 km/h auf der Autobahn gefahren (schneller darf er aufgrund des Leergewichtes von nur 1.692 kg mit einem Pferdeanhänger ohnehin nicht) lag er bei nur rund 10 Liter/100 Kilometer; mit vielen Staustrecken und Ortsdurchfahrten, zu denen uns eine notwendige Stauumfahrung zwang, stieg er auf rund 12 Liter.

EyeSight hält die Augen offen

Heute kann es sich kein Hersteller mehr erlauben, ein Fahrzeug ohne Fahrassistenten anzubieten. Und so hat sich auch beim Forester gegenüber unserem letzten Testfahrzeug im Jahr 2015 sehr viel getan: Eine Subaru-eigene Entwicklung ist das EyeSight-System: Anders als die üblichen Radar-basierten Assistenz-Systeme erkennen hier zwei Objektive einer Stereokamera potenzielle Gefahren.

Vor allem im Pferdeanhängerbetrieb genießt man den adaptiven Tempomat, der den Abstand zum Vordermann exakt einhält. Ein Segen in der langweiligen LKW-Spur, in der sich das Gespann mit Tempo 80 meistens befindet und die der Spurhalte- und Leitassistent auch hält. Alle Helferchen sind ergonomisch praktisch rechts am Lenkrad zu bedienen, Medien und Lautsprecher links. Um Crashs zu vermeiden, unterstützen uns Notbremssystem mit Kollisionswarner, Spurwechsel-, Torwinkel- und Querverkehrsassistent. Bei Dunkelheit sorgt der Lichtsensor für das automatische Ausleuchten von Kurven und das Abblenden des Fernlichtes, um den Gegenverkehr nicht zu stören.

Beim Parken erleichtert eine Seitensichtkamera an den Außenspiegeln das exakte Heranfahren an die Bordsteinkante.

Gemütliches Cruisen

Von der Last des Anhangs befreit, geht es etwas flotter zur Sache: Jetzt ist die Zeit für den Sport-Modus gekommen. Zwar ist der Forester auch in dieser Einstellung keine Rakete –von 0 auf 100 km/h geht es in 11,8 Sekunden – doch überwiegt hier ein etwas dynamischeres Fahrgefühl, weil der E-Motor das Beschleunigungsverhalten optimiert. Die Lenkung des ausgesprochen wenigen Fahrzeuges ist auch in Kurven angenehm direkt. Auf der Autobahn haben wir im Sportmodus die Höchstgeschwindigkeit von 188 km/h ausgereizt, am angenehmsten war die Fahrt allerdings im Tempobereich zwischen 140 und 160 km/.

Im Solobetrieb verbrauchte er je nach Fahrweise zwischen acht und neun Liter Superbenzin.

Infotainment: Dreifach im Bilde

Subaru-Forester-w-27 Subaru-Forester-w-25Ausgesprochen lobenswert ist das neue, intuitiv bedienbare Infotainment mit drei Monitoren: Das 10,7 cm große LCD-Farbdisplay direkt im Fahrerblick zwischen den noch konventionellen Rundinstrumenten Tachometer und Tourenzähler zeigt je nach Einstellung Fahrdaten, ob eine Tür noch offen oder das EyeSight-System aktiv ist. Auch wie lange man während einer Tour elektrisch gefahren ist, kann ist hier abzulesen.

Die Hauptinformationsquelle mit Navigation, Medien oder Apps misst in der Diagonale 16 cm und liegt wie üblich oberhalb der Mittelkonsole. Die einzelnen Funktionen sind praktisch mit ganz konventionell mit Druckknöpfen direkt anzusteuern, die Lautstärke über ein Drehrad. Es gibt ein UKW- und DAB-Radio, dessen Informationsanzeige allerdings nicht die kompletten Titel anzeigt.

Darüber befindet sich ein kleinerer Bildschirm mit der Multifunktionsanzeige, auf dem verschiedene Informationen abrufbar sind wie zum Beispiel der Energiefluss zwischen Verbrennungs- und Elektromotor, Batterie und Rädern oder auch die Abbiegehinweise aus dem Navi.

Im Rahmen das Infotainment können wir bis zu fünf verschiedene Personen registrieren. Das Fahrererkennungssystem passt dann zum Beispiel Sitzposition, Außenspiegeleinstellung oder Klima an.

Die Kopplung des Smartphones war in Sekundenschnelle geschehen, via Apple Carplay (oder Android Auto) sind alle Apps des Mobiltelefons nutzbar – so z.B. auch die Siri-Spracherkennung.

Fazit

Der neue Subaru Forester e-Boxer ist ein komfortables und praktisches Fahrzeug für – je nach Steigungsanforderungen – leichtere bis mittelschwere Anhänger bzw. Pferde. Im Stadtverkehr spielt er die Vorteile des Mildhybrid-Systems aus. Auf Landstraßen und Autobahnen ist er ein bequemes Reisefahrzeug mit ordentlichem Platzangebot für Personen und Gepäck. Den Verbrauch betreffend liegt er trotz Mildhybrid sowohl die Verbrauchsmenge in Litern Superbenzin pro 100 Kilometer als auch die Kosten betreffend deutlich über dem Vorgängermodell mit Dieselmotor. In der Sereinausstattung kostet er an die 42.400 Euro, dazu kame im Testmodell rund 1.000 Euro für die Anhängerkupplung und kleinere Extras. Vor allem in Anbetracht der fünfjähriegen Garantie, die bis zu 100.000 km Fahrleistung gilt, ist er fair bezahlt.

Technische Daten Subaru Forester e-Boxer 2.0ie Platinum

Länge (mm)4.625
Breite (mm)1.815
Höhe (mm)1.730
Bodenfreiheit (mm)220
Kofferraumvolumen (Liter)509 - 1.751
Zul. Gesamtgewicht (kg)2.185
Leergewicht (kg)1.692
Zuladung493
Anhängelast (kg)1.870 (12% Steigung), 2.070 (8% Steigung)
Stützlast (kg)75
Motor2.0 4-Zylinder Leichtmetall-Boxermotor
Maximae Leistung (kW/PS)110 (150)
Beschleunigung 0 - 100 km/h11,8 sek
Höchstgeschwindigkeit188
Verbrauch (Herstellerangaben) kombiniert6,7
CO2-Emission (g/km)154
SchadstoffklasseEuro 6d-ISC-FCM
CO2-EffizienzklasseB
Versicherungsklass Haftpflicht - Teilkasko - VollkaskoHP 17 / TK 23 / VK 20
Neupreis (Serie)42.393 €
Neupreis Testwagenausstattungca. 44.014 € inkl. Anhängerkupplung
Besonderheiten5 Jahre Herstelllergarantie bis 100.000 km

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Weitere Informationen: www.Subaru.de

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