Im Herbst besonders attrativ: Strandreiten an Ostsee und Bodden - Küstenwald und weicher, weißer Sand

Von Doris Jessen, geschrieben am 14.11.2019

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In die sanften Wellen hinein galoppieren, das Wasser aufspritzen lassen ... ein Ausritt an der Ostsee ist einfach herrlich!
Einer der größten Schätze Mecklenburg-Vorpommerns sind seine 1.700 Kilometer Ostseestrand. Hier wird im Sommer gebadet, gebuddelt, gesonnt und gesurft. Für Reiter besonders attraktiv ist jedoch die ruhigere Jahreszeit, wenn der Sommerstrubel vorbei ist.

Jetzt gibt ausreichend Platz für all jene, die den Übergangssaum zwischen Land und Meer gerne hoch zu Ross erleben möchten. Die gegenseitige Rücksichtname an allen Strandabschnitten gilt als selbstverständlich, demnach ist die Gefährdung oder Belästigung anderer Personen auszuschließen. Grundsätzlich gilt ebenfalls, dass durch Tiere entstandene Verunreinigungen unverzüglich durch den Führer des Tieres zu beseitigen sind.

Ganzjähriges Strandreiten

So können Reiter am Stolper Ort in der Rostocker Heide das ganze Jahr über uneingeschränkt die Wellen und den feinen weißen Sand genießen. Ein riesiger Mischwald mit Schilfgebieten, Mooren und einem weit verzweigten Reit- und Kutschwegenetz grenzt hier unmittelbar ans Meer. Es ist ein Vergnügen, aus dem Schatten der Bäume heraus auf die offene See zuzureiten, hinein in die ganz allmählich tiefer werdende Ostsee. Fernab größerer Ortschaften finden sich wunderschöne, oftmals menschenleere Plätze. Und weil es so gut tut, sich auch einmal alleine in die kühlen Fluten zu stürzen oder einfach ein Weilchen am Rande der Dünen zu sitzen und sich die Herbstsonne auf die Nase scheinen zu lassen, gibt es sogar einen Paddock, einen umzäunten Auslauf, in dem die Tiere in aller Ruhe auf ihre Besitzer warten und verschnaufen können. Auch in Börgerende und Dassow, etwas weiter westlich, ist ganzjährig das Strandreiten erlaubt.

Saisonales Strandreiten

Orte wie Zinnowitz und Trassenheide auf der Insel Usedom, oder die Ostseebäder auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mit der alten Künstlerkolonie Ahrenshoop, Dierhagen, Prerow, Wustrow und Zingst geben ihre Küsten vom Spätherbst bis ins Frühjahr hinein rund um die Uhr frei. Andere haben einen Kompromiss gefunden, um die schönen Tiere auch im Sommer bei sich zu begrüßen: Sie laden tagsüber die Badegäste, am Abend und am frühen Morgen noch dazu Ross und Reiter an ihre Strände. Auch im Ostseebad Kühlungsborn ist das Standreiten ab Herbst erlaubt. Die Entscheidung, für welche Monate das Strandreiten erlaubt ist, obliegt den jeweiligen Gemeinden.

Reiten und Fahren im und am Wasser in der Rostocker Heide

Die Rostocker Heide bietet viel! Auf den gut ausgeschilderten und weitläufigen Reit- und Fahrwegen können Reiter einen Abstecher zur Warnow oder zur Ostsee machen. Hier sind nicht nur Kutscher, sondern auch Reiter gern willkommene Gäste.
Parkmöglichkeiten gibt es am Reitstall in Stuthof, wo der Strandritt gleich hinter den Stalltüren beginnen kann. Auf breiten und naturbelassenen Wegen führen die Hufabdrücke im Waldboden sicher und immer schnurgeradeaus in Richtung Wasser. Nach 3,5 km ist die einzige Straße zwischen Markgrafenheide und Hinrichshagen zu überqueren, um dann auf über weiteren 3 km unbeschwert galoppieren zu können.
Folgt man der Beschilderung im Wald führt ein 2,5 km langer Sandweg direkt auf den Strand zu, vorbei an den zahlreichen Buchen, die einmalig die Landschaft zeichnen. Denn vom Seewind werden sie zu Windflüchtern und biegen sich mit der Richtung des Windes. Nach dem gemeinsamen Abkühlen in der Ostsee, die manchmal eine Herausforderung für junge Pferde mit sich bringt, stärkt man sich bei einer Brotzeit, genießt die Sonne, während die Pferde im schattigen Paddock gemütlich grasen.

Viele Wege führen nach ...

Für den Rückweg bieten sich viele Alternativen an. Entweder auf direktem Wege zurück (13 km) oder mit dem Pferd über eine Sandkuhle und das Forstamt Wiethagen (24 km) oder den Forst- und Köhlerhof in Wiethagen. Noch ein Stück weiter Richtung Gelbensande, bietet sich eine Rast im Waldcafe Meyers Hausstelle an oder ein Besuch im Jagdschloss Gelbensande, wo Reiter mit ihren Pferden ebenfalls willkommen sind.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Rügen Reit- und Fahrtour

Ob hoch zu Ross oder in der Kutsche, erkunden die Insel Rügen bietet mit ihren völlig verschiedenen Landschaftsformen zu jeder Jahreszeit ein attraktives Ziel. Je nach Lust und Laune ist diese Tour mit einer Gesamtlänge von 22 km mit einem Abstecher zum Wasserplantschen  mit dem Pferd im Strelasund kombinieren oder geeignete Zwischenstopps aussuchen und damit die Tour sehr flexibel Ihren Wünschen anpassen.
Idealer Start- und Endpunkt der Rügentour ist der Reit- und Fahrverein Poseritz in Groß Stubben im Süd-Westen der Insel Rügen. Reiter werden dort mit  ihren Pferden vor Ort freundlich empfangen, fachkompetent beraten und auf Wunsch können sie weitere individuelle Touren mit einem Guide verabreden.
Die Rügentour hat noch vielerorts den Hauch von Ursprünglichkeit, ist von Sandwegen oder breiten Grünstreifen geprägt, ermöglicht ein sicheres Reiten entlang von Wiesen. Scheinbar endlos ist der Blick über die weiten Felder Mecklenburg-Vorpommerns, insbesondere von Groß Stubben an der Ortschaft Datzow bis nach Warksow. Beeindruckend ist auch das Farbenspiel, wenn die Sonne tief über dem Strelasund steht und der Weg den Reiter von Gustow in südliche Richtung bis nach Prosnitz führt.

Rasten wie Gutsherren

Hier bietet das Gutshaus Kajahn ein Rastmöglichkeit, die Pferde am Anbinder zu versorgen und für den Reiter, sich am reichhaltigen Kuchenbuffet stärken. Wohl erholt und mit parallelem Blick zum Bodden (Strelasund) führt die Strecke weiter entlang von zahlreichen Wiesen über Venzvitz bis zur südlichsten Badestelle der Insel Rügen. Mit freiem Blick in alle Richtungen verfolgt man auch das stetige Treiben der Fähren Stahlbrode – Glewitz.
Hoch zu Ross reicht der Blick bis zur Hansestadt Stralsund. Die Hanse ist die Bezeichnung für die zwischen Mitte des 12. Jahrhunderts und Mitte des 17. Jahrhunderts bestehenden Vereinigungen niederdeutscher Kaufleute, deren Ziel die Sicherheit der Überfahrt und die Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen war. Diesem starken Wirtschaftsverbund gehörten Städte der Ostseeküste, des Baltikums sowie Städte entlang der Flüsse im Binnenland an. Architektonische Meisterleistungen der vergangenen Zeit können heute anhand der imposanten Giebelhäuser der Hansestadt Stralsund begutachtet werden.
Der Rückweg führt über die Ortschaften Venzvitz, Luppath und Poseritz zurück bis nach Groß Stubben, wo bereits frisches Wasser auf die Pferde wartet.

Route

Groß Stubben - Datzow - Warksow - Gustow - Prosnitz - Prosnitz Ausbau - Venzvitz - Luppath - Poseritz - Poseritz Ausbau - Groß Stubben

Weitere Informationen finden Sie hier.

(C) Fotos: TMV/Pantel



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