Wanderreiten mit Wellness, Radfahrerbegleitung und moderner Ausstattung

Von Kartin Maerten, Pferde im Visier, geschrieben am 15.07.2010

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Maerten_Wellness1.jpgHin- und her gerissen zwischen Hobby und Partner: Ein längeres Wochenende mit dem Pferd verbringen, endlich einmal ausgiebig reiten ohne schlechtes Gewissen, dass jemand Zuhause wartet, und trotzdem mit ihrem Partner etwas unternehmen, so der Wunsch vieler Amazonen. Leider reitet Ihr Gefährte aber nicht… Für was wollen Sie sich nun entscheiden? Für beides! 

Über das Himmelfahrtwochenende haben wir einen sogenannten „Wanderritt mit Wellnessfaktor“ veranstaltet, an dem 7 Reiter mit 9 Pferden und 9 Radfahrer beteiligt waren. Welch komische Zusammenstellung werden Sie sich fragen aber die Antwort ist ganz einfach: 7 Reiterinnen haben sich zum Wanderritt verabredet, 2 davon wollten mit Handpferd reiten. Alle Damen konnten ihre Männer überzeugen, dass wir das lange Wochenende zusammen verbringen wollten.

Ein besonderes Wochenende

Es sollte ein besonderes Wochenende werden und auch für die Nichtreiter interessant sein: Eine Paddeltour, der Aufenthalt in einem Wellnesshotel und das Mühlenmuseum ergänzten die Unternehmung. Ein befreundetes Nichtreiter-Pärchen schloss sich spontan unserer Reit- und Rad-Reisegesellschaft an. Aus Ganderkesee, Quickborn, Worpswede, Neuenkirchen und Schneverdingen reisten die Teilnehmer mit Pferd und Fahrrad an. Start war in Beedenbostel bei Celle und die erste Etappe von ca. 27 km führte uns nach Bergen. Die Tour war zwar relativ gut vorbereitet aber nicht alle Wege zuvor abgefahren, so dass noch ausreichend „Abenteuerfeeling“ für alle verblieb.  Und das ließ nicht lange auf sich warten: Die Route ging lt. Karte zwischen 2 Teichen entlang aber schon beim Erblicken dieser blieb uns das Herz fast stehen: An beiden Seiten saßen Angler! Leise ritten wir den Hauptweg tapfer weiter, bis wir am Ende der Gewässer angehalten wurden: Wir fragten nach dem Weg und man erklärte uns, dass es diesen nicht mehr gäbe. Ohje, alles zurück? Und dann? Aber einer der netten Herren erzählte, dass es noch einen „alten Hinterausgang“ geben würde und auch wenn das Tor verschlossen sei, so könnten wir doch durchs Unterholz vom Gelände reiten und wir wären wieder auf unserem geplanten Weg. Hier angekommen schnatterten wir wieder drauflos - welch Glück wir doch hatten!

Unser dann benutzte Weg war sehr schön angelegt, auf beiden Seiten gepflegter Rasen und - huch: Golfer! Ich wollte schon immer Mal über einen Golfplatz galoppieren aber mit einer Gruppe von 16 Personen… Uijuijui… Da man „so etwas ja nicht darf“ hatten wir ein schlechtes Gewissen, obwohl wir es nicht wirklich brauchten, denn es war ein Fahrweg und kein Spielbereich. Nach Verlassen der Golfanlage war uns aber doch wohler.

Die Mittagspause verbrachten wir in der Nähe des Winterberges auf einem grasbewachsenen Seitenweg. Jeder Reiter hatte für die Pferde einen Paddock abgesteckt: Vom einfachen Seil, welches um Bäume gewickelt wurde, über das Wanderreitset von Kerbl (wir hatten es im letzten Jahr getestet, den Bericht finden Sie auf unserer Homepage) bis hin zum bequemen Wanderreitset von Firma Roflexs war alles im Einsatz.

Nach der Pausenstärkung ging es weiter über schöne Sandwege durch den Gaßener Holz aber plötzlich hieß es: „Bitte alle anhalten, mein Pferd hat sich das Eisen schief getreten“. Da sich die Zehenkappe des Eisens in die weiße Linie bohrte, musste es schnellstens abgenommen werden. - Unser Quartiergeber konnte es abends gleich wieder richten und aufnageln, so dass Regina uns also weiterhin begleiten konnte. - Wir ritten weiter durch die Everser Mahtheide, dann durch den Sunder; das Waldgebiet ist riesig! Ein Ableger der Örtze kreuzte unseren Weg: Der Wasserdurchritt war eine willkommene Ablenkung so kurz vor dem Ziel. Für die Radfahrer stand eine kleine Holzbrücke zur Verfügung und so konnten auch sie die Furth passieren.

Auf Hof Lindhorst in Bergen warteten Koppeln und Boxen auf die Pferde und ein leckeres Abendessen auf uns: Der liebevoll gedeckte Tisch und die Bewirtung mit allerlei Leckereien ließen uns noch bis spät in den Abend sitzen und klönen, bevor wir unsere Ferienwohnungen und Zimmer aufsuchten.

Früher Start am Samstag

Am nächsten Morgen sollte es sehr zeitig losgehen, denn am Nachmittag stand ja die Paddeltour auf dem Programm. Das riesige Waldgebiet führte uns an Severloh und dem Citronenberg vorbei und die Radfahrer hatten an diesem Freitag zeitweise das Nachsehen: Tolle Sand-Reitwege ließen einen frischen Trab zu und die Drahteselreiter fluchten schon fast. Dann mitten im Wald von hinten ein LKW! Es war der Müllwagen, der ebenfalls flott unterwegs war - vielleicht wäre er sonst stecken geblieben? Für uns machte er extra sein gelbes Rundumlicht aus, so dass sich die Pferde nicht erschrecken sollten. Wahrscheinlich hat mich der Müllwagen - auf der Karte habe ich gesehen, dass in kurzer Entfernung ein einsames Haus stand - aus dem Konzept gebracht, so dass wir einen kleinen Umweg reiten mussten: Statt der 23 km waren es im Endeffekt 25 km geworden. Wir kamen mit kleiner Verspätung am Hof in Beedenbostel an, versorgten schnell unsere Pferde - alles war schon hervorragend vorbereitet! - und starteten mit unseren Fahrzeugen nach Gifhorn. Die Stadtführung auf dem Wasser mit den Kanuten kam bei allen Reisenden gut an und auch das Tragen der Boote über die Wehre stellte sich als nicht so schlimm heraus, wie zu Beginn der Rundtour befürchtet wurde. Zurück bei Familie Gockenholz in Beedenbostel ließen wir uns das Grillfleisch und leckere Salate schmecken. Der Tag ging dann gemütlich am Lagerfeuer zu Ende.

Der Samstag führte uns durch Lachendorf, wir ritten durch Wiesen (von links und rechts kamen die Kühe angaloppiert) und überquerten die Lachte. Weiter gings durch die Allerheide und nach 15 km haben wir am Kloster in Wienhausen unsere Mittagsrast verbracht. Morgens hatten unsere Männer die Fahrzeug-Gespanne mit den Rädern beladen, zum Zielort nach Bröckel gebracht und kamen uns nun per Zweirad entgegen. Die geplante gemeinsame Pause von ursprünglich 1,5 Stunden haben wir etwas gekürzt, denn es sollte ein Festumzug mit Spielmannszug genau an unserem Rastplatz vorbeiziehen. Aber wir ließen es uns nicht nehmen, in einem nahegelegenen Café eine Tasse Kaffee zu trinken und Kuchen zu naschen und einen kleinen Rundgang um Wassermühle und Kloster zu machen. Ein sehr schönes Bild, zumal das Wetter auch ganz gut mitspielte. Die Pferde waren unterdessen wieder in Paddocks untergebracht und eine „Abordnung“ hielt Wache.

Irgendwann musste es ja einem der Reiter passieren: Kurz nach Aufbruch rutschte Heikes Sattel unter das Pferd. Da wir immer erst ein Stückchen zu Fuß gehen dachte sie wohl, es muss noch nicht so fest gegurtet werden… Schnell wieder alles in Ordnung gebracht (der Umzug sollte ja gleich vorbei kommen) ging es dann Richtung Langlinger Holz und durch den Bohlenbruch. In Bröckel wurden die Pferde auf dem dortigen Reiterhof auf Koppeln untergebracht und wir sind zum Hotel gefahren - Wellness war angesagt: Sauna und Schwimmbad waren genau das Richtige, denn uns allen war doch etwas kalt geworden: Der frische Wind blies ständig und ließ uns frösteln.

Rundritt am Sonntag

Sonntagvormittag machten wir einen Rundritt (ca. 22 km) von Bröckel zu den Spreewaldseen. Der Weg an der Fuhse entlang war einfach klasse. Ein verschlungener Trampelpfad direkt am (Mini-Steil-) Ufer ließ echte Abenteuerlust aufkommen. Am Ende des Weges eine Brücke: Gefühlte 50 cm breit und 15 m lang: In der Tat war es so, dass ich im ersten Moment nicht einschätzen konnte, ob die Kaltblut-Haflinger-Stute zwischen das Geländer passen würde. Aber Carmen war die erste, die mit der Stute tapfer voranmarschierte. Als nächstes schickte ich Eddy rüber, denn das Führen von 2 Pferden war nicht möglich und so konnte ich mich um meine Stute kümmern, die sich kurz überlegte, ob sie auch über die Brücke gehen wollte. Sie wollte. Oha, die Brücke bebte unter dem Pferdegewicht aber wir alle waren mächtig stolz, dass wir es mit unseren Pferden geschafft hatten - was für ein Strahlen in den Gesichtern!

Unsere kurze Rast machten wir am Ufer der Spreewaldseen und während die Pferde das Gras genossen, genossen wir den romantischen An- und Ausblick. Dann ging es auch schon zurück nach Bröckel. Am Nachmittag wollten wir ja noch das Mühlenmuseum in Gifhorn besichtigen, während die Pferde nochmal auf die Weide kamen.

Das Museum ist schon einen Ausflug wert. Verschiedene Mühlen, Originalnachbildungen aus aller Herren Länder, eine zusätzliche Ausstellung mit Glaskunst incl. Glasbläser und auch kleine Nachbauten zogen das Interesse auf sich.  Wir ließen uns die hausgemachte Kartoffelsuppe schmecken und am frischen Brot aus dem Brotbackhaus konnten wir auch nicht vorbei gehen. Ein gelungener Abschluss unseres verlängerten Wochenendes!

Katrin Maerten, Pferde im Visier




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