Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest Porsche Macan: Luxuriöses Midsize SUV

Von Doris Jessen, geschrieben am 12.11.2019

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Das Midsize-SUV Macan S, das sich bei Mit-Pferden-reisen.de im Sommer 2019 im Test bewähren sollte, liegt lediglich die Abmessungen betreffend im mittleren Bereich. Im Inneren herrscht alles andere als Mittelmaß: Topelegantes Ambiente, 345 Pferdestärken (260 kW), die 480 Nm Drehmoment auf die Straße bringen und mit 2,4 Tonnen Anhängelast auch schwerere Pferdeanhänger souverän vom Fleck ziehen. Ab 65.385 Euro für die Serienausstattung ist der Macan S zu haben.

Nach den großen Modellen Porsche Cayenne und Panamera hatten wir bei Mit-Pferden-reisen.de das – so viel sei am Anfang bereits verraten – ausgesprochene Vergnügen, nun den kleineren, als „Midsize-SUV“ bezeichneten, Macan zu fahren.

Mit dem Ausstieg aus der Diesel-Technik Ende 2018 hat Porsche seinem Macan, der seit 2014 mit immerhin rund 350.000 Fahrzeugen durchaus als Erfolgsstory bezeichnet werden kann, einen moderat neuen Look verpasst und das Infotainment auf den modernsten Stand gebracht.


Das Facelift im Exterieur ist vor allem nachts am Heck prominent und unübersehbar: Das über die gesamte Laderaumbreite verlaufende 3-D-Leuchtenband strahlt auffallend brandrot-orange. Dagegen werden die neuen, etwas breiteren LED-Scheinwerfer, optional mit dynamischer Fernlichtautomatik, sowie der nach vorne gewölbte Unterfahrschutz lediglich Insidern der Marke auffallen.

Innere Werte: Toppelegant und superbequem

Bereits der erste Blick nach dem Öffnen der schweren Tür offenbart nun aber den wahren Luxus der Premium-Marke: Der Fußraum ist (für schmutzige Reitstiefel praktisch) ebenso wie das Armaturenbrett und der Dachhimmel dunkel gehalten, was ein elegantes und gleichzeitig kuscheliges Raumgefühl vermittelt. Jedenfalls solange, wie das Sonnenrollo des großen Panoramadaches noch geschlossen ist.



Kaum mag man sich dagegen für die Fahrt zum Stall mit Reithosen auf dem Sportsitz aus hellbeigem, weichen und für die Klimatisierung – je nach Wetter Heizen oder Kühlen – perforiertem Leder niederlassen. Die Sitzschale umfängt den Fahrer wie ein gut sitzender Handschuh und natürlich lässt sich das Gestühl für zwei Personen individuell zig-fach elektrisch nicht nur in der Länge und Höhe, sondern auch die Seitenwangen betreffend einstellen. Ist das einmal passiert, genießen wir den sog. Komfortsitz, der für ein bequemes Aus- und Einsteigen zurückfährt und erst nach Anlassen des Motors wieder in die für die Fahrt programmierte Position gleitet. Auch die hinteren Passagiere haben es bequem mit Mittelarmlehne samt Flaschenhalter, eigener Klimatisierung und USB-Anschlüssen.

Beeindruckend: Die „Schaltzentrale“ des Cockpits mit dem Automatikhebel des 7-Gang-DSG und allen erdenklichen Einstellungen für Klima und Fahrwerk. Hier setzt Porsche glücklicherweise auf traditionelle Knöpfe, die man nach kurzer Zeit quasi blind bedienen kann.

Für die lange (Reiter-)Reise: Funktionale Inneneinrichtung und Laderaum

Bei aller Eleganz hat Porsche auch an die Praktikabilität gedacht und die Inneneinrichtung mit zahlreichen Ablagen und Staufächern ausgestattet. Dort finden Getränke und Knabbereien auch für längere Touren ihren sicheren Platz und sind dabei jederzeit griffbereit. Die obere Abdeckung des Mittelkonsolenfachs (mit zwei USB-Ports) lässt sich als bequeme Armlehne nach vorne schieben.


Der Laderaum öffnet sich elektrisch auf Knopfdruck – jedenfalls meistens. Es scheint eine Besonderheit der elektrischen Klappen aller Volkswagen-Konzernmodelle zu sein, dass dieser Mechanismus manchmal streikt. In diesem Fall geht man dann auf die Suche nach einem manuell zu bedienenden Knopf, der sich – eigentlich mehr per Zufall – winzig klein am Scheibenwischer findet. Na gut, man hätte auch das Handbuch lesen können… Aber das ist nur ein kleines Ärgernis.

Sehr praktisch, vor allem für Besitzer von Hunden oder auch das Einladen vermatschter Stiefel ist die Kofferraum-Wendematte, die auf der einen Seite mit einer gummierten und abwaschbaren Oberfläche ausgerüstet ist.

Der Laderaum bietet bei aufgestellten Rücksitzen 500 Liter Volumen, das für normales Reisegepäck ausreichend ist. Legt man die Rücksitze per Knopfdruck um, entsteht eine nahezu gerade Ladefläche mit maximal 1.500 Litern Gepäckraumvolumen. Mit einer verschiebbaren Schiene kann Ladegut gegen Verrutschen fixiert werden und im doppelten Boden finden seltener gebrauchte Utensilien oder auch eine Handtasche unsichtbar für Diebsgesindel Platz.

Ideal speziell für das Be- und Entladen schwerer Objekte wie zum Beispiel Futtersäcke oder Späneballen ist die durch das Luftfederfahrwerk mögliche Niveauregulierung um bis zu 40 mm, d.h. Absenken oder Erhöhen des Laderaums. Die Ladekante ist mit einem Edelstahlblech gegen Kratzer geschützt, so dass man alles problemlos über die Kante ziehen kann.

Intuitives Infotainment

Voll im Touchscreen-Zeitalter ist das Infotainment angekommen. Alle Funktionen des neuen Porsche Communication Management sind intuitiv und daher leicht bedienbar: So lassen sich diverse Ansichten sowohl in den Rundinstrumenten des Informationsdisplays direkt im Fahrerblick als auch auf dem 11-Zoll-Bildschirm im Armaturenbrett einstellen. Was erstaunlicherweise hier fehlt, ist ein Headup-Display.



Außerdem ermöglicht der permanente Online-Zugang aktuellste Verkehrsinformationen. Kommt Appetit auf, informiert das System blitzschnell über das in der Nähe liegende Restaurant-Angebot, droht der Tank auszutrocknen (was aufgrund des doch recht hohen Verbrauchs leider schnell passieren kann), findet sich sofort die nächste Tankstelle.

Um sich speziell durch die Eingabe von Telefonnummern oder Navigationszielen nicht vom Fahren abzulenken, empfiehlt sich die moderne Sprachbedienung, die ihm Macan nun nicht mehr die früheren Standardbefehle erfordert, sondern ganze Sätze versteht. Wer ein Smartphone der neueren Generation besitzt, kann auch alle entsprechenden Apps zum Beispiel via Apple Carplay nutzen.

Komfortabel und souverän: Das Fahrverhalten mit Pferdeanhänger

Bevor es allerdings zu unseren Pferdeanhänger-Fahrten kommt, muss die – in einem Fahrzeug dieser Klasse – natürlich vollelektrische Anhängerkupplung per Knopfdruck im Kofferraum ausgefahren werden. Direkt am Kupplungshals ist auch die Steckdose für die Anhängeelektrik angebracht.


Mit Hilfe des scharfen Rückfahrkamerabildes, das mit seinen Führungslinien das punktgenaue Heranfahren an den Pferdeanhänger erleichtert, steht der Macan perfekt positioniert, ist in wenigen Sekunden angekuppelt und das Bremsseil in die mittlerweile in vielen Ländern der EU vorgeschriebene Öse (mehr dazu hier) eingehakt. Alles paletti, nun kann es losgehen.

Wer sich einen Porsche anschafft, tut dies wahrscheinlich nicht (nur) wegen der luxuriösen Ausstattung: Im Zentrum der Begierde steht das sportliche Fahrverhalten. Und so ist es quasi eine erwartete Selbstverständlichkeit, dass die 345 PS und das 480 Nm starke Drehmoment den rund 2,4 Tonnen schweren Fautras-Pferdeanhänger unauffällig aus der matschigen Einfahrt schleppen. Dafür schalten wir testhalber in den Offroad-Modus, der für rutschige Untergründe, Sand und starkes Gefälle empfohlen wird. Dass alle vier Räder immer die passende Traktion haben, garantiert der elektronisch geregelte aktive Allradantrieb.

Die Standard-Bodenfreiheit beträgt bei diesem Fahrzeug mit Luftfederung 190 mm, man kann sie aber für das Passieren tieferen Geläufs – typisch für Weideparkplatze auf Turnierveranstaltungen – auf das Sondergeländeniveau von 230 mm erhöhen.

Auf den Fahrten über Landstraßen und Autobahnen rollen wir im Komfort-Modus, der vor allem schlechte Straßenbeläge oder kleinere Bodenwellen sanft wegschluckt, gemütlich dahin und genießen in dem durch die Geräuschschutzverglasung abgeschotteten Raum die vollen Klänge des Bose Surround Soundsystems.

Wir dürfen mit dem auf 2,4 Tonnen Gesamtgewicht zugelassenen Pferdeanhänger aufgrund des PKW-Leergewichtes von 1.940 kg nur mit 80 km/h fahren (mehr dazu hier). In Situationen, in denen wir Traktoren oder LKW überholen möchten, lassen wir diese Vorschrift aber schon einmal kurz außer Acht und der Macan zieht – wie sollte es auch anders sein – souverän los. Lästiges Schalten entfällt dank serienmäßiger 7-Gang-Automatik, die völlig unbemerkt arbeitet.

Nicht so unbemerkt fällt der Kraftstoffverbrauch – hier konkret Super plus Benzin – aus: Mit Pferdeanhänger fließen gut 13 Liter durch die Leitungen.

Entspanntes Reisen mit Fahrassistenten

Nahezu jedes moderne Fahrzeug kommt heute mit einer Vielzahl von Fahrassistenten daher. So tragen auch beim Macan S adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent und dynamisches Fernlicht mit Kurvenlicht und stufenweiser Abblendautomatik zu einem entspannten Dasein bei. Bei Fahrten mit Anhänger informiert uns das System auch über die Anhänger-relevante Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und Gespann-Überholverbote. Letzteres ist sehr hilfreich, weil man auf langen Autobahnfahrten die Beschilderung allzu schnell vergisst und dann nur zu gerne an stehenden LKW-Kolonnen vorbeizieht. Das kostet, falls man erwischt wird, 100 Euro Strafe und einen Punkt in Flensburg.

Selbstredend gibt es natürlich auch einen Parkassistenten, der den Fahrer dabei unterstützt passende Parklücken zu finden und – flugs in wenigen Sekunden – hinein zu manövrieren. Durch die kompakte Größe ist dies auch in Parkhäusern und Innenstädten kein Problem.

Pures Adrenalin

So sehr sich der Macan S aufgrund des Fahrkomforts und der Matsch- und Geländetauglichkeit auch für längere Pferdereisen empfehlen mag: Richtig Spaß kommt solo auf, wenn der Macan S seine Trümpfe so richtig ausspielen kann. Das liegt nicht nur an den schon genannten 345 PS des Sechszylinders, sondern vor allem dem Porsche-eigenen, Sportwagen-typischen Fahrwerk, das in der aktuellen Generation deutlich überarbeitet wurde. So – nun wird es ein wenig technisch – ersetzen an der Vorderachse jetzt Federgabeln aus Aluminium die bisherigen Stahlbauteile, neu abgestimmte Stabilisatoren verbessern die Federeigenschaften, wodurch sich der Macan noch mehr wie ein Sportwagen anfühlt und lenkt. Ein Übriges tut die – allerdings schon bekannte – aktive Dämpferregelung, die per Knopfdruck vom gemütlichen „Komfort“ auf „Sport“ oder sogar „Sport Plus“ umgestellt werden kann. Die Luftfederung (das Porsche Active Suspension Management) sorgt für die Verstellung der Dämpferkräfte und zum Ausgleich des Fahrzeugniveaus, so dass abhängig von der Fahrsituation für jedes Rad das individuell erforderliche Dämpferkraftniveau angepasst wird.

Der Macan fährt überwiegend mit Hinterradantrieb. Wer Spaß daran hat, kann sich die Verteilung des Allrad-Antriebs auch im Informationsdisplay visualisieren lassen und sieht dann, wie sich die Kräfte zum Beispiel in Kurven oder bei starker Beschleunigung nach vorne verschieben.

Ob bei Überholvorgängen auf der Landstraße oder den meist nur kurzen Sprints auf der Autobahn: Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5,3 Sekunden drückt den Bauchnabel in Richtung Wirbelsäule und ist pures Adrenalin. Die Umstände auf deutschen Autobahnen und die Vernunft haben es nicht zugelassen, die Höchstgeschwindigkeit vin 254 km/h zu erreichen- aber bis 220 lag der Macan satt auf der Straße. Das Vergnügen wird allerdings auf Dauer teuer: So verbrauchte der Macan S auf der flotten Fahrt von Stuttgart nach München, auf der ja auch ein paar Hügel zu überwinden sind, stolze 12,5 Liter Super Plus Benzin.

Um hohem Verbrauch entgegen zu wirken, lässt sich – etwas moderater gefahren – die sog. Segelfunktion nutzen: Dabei wird der Motor ausgekuppelt und läuft im Leerlauf ohne Bremswirkung weiter. Sehr effizient einsetzen lässt sich dies bei leichten Bergabfahrten oder beim Ausrollen in Richtung Ortschaften. Vom München nach Hamburg kamen wir dementsprechend mit nur 9,5 Litern aus.

Fazit

Der neue Porsche Macan S ist das perfekte Fahrzeug für Pferdesportler, die nicht nur mit ihren Vierbeinern flott unterwegs sind, sondern auch Spaß haben an motorisierten Pferdestärken und diesbezüglich ordentlich Schub aus der Hinterhand. Auch wenn Karl Lagerfeld sagt „Wahrer Luxus ist es, wenn man nicht nach dem Preis fragen muss“, soll er dennoch abschließend erwähnt werden: In der Serienausstattung kostet der Macan S 64.359 Euro. Mit den hier – auszugsweise – erwähnten Extras stehen am Ende 95.319 Euro auf der Rechnung.

Technischen Daten

Länge (mm) 4.696
Breite (mm) 2.098 (mit Außenspiegel)
Höhe (mm) 1.62
Bodenfreiheit (mm)
190, max. Sondergeländeniveau 230 mm
Kofferraumvolumen (Liter)
500 - 1.400
Wendekreis (m)
11,8
Leergewicht (kg)
1.940
Zul. Gesamtgewicht
2.580
Zuladung (kg)
715
Anhängelast gebremst, bis 12 % Steigung (kg)
2.400
Stützlast
100 kg
Motor
6 Zylinder Frontmotor
Maximale Leistung 260 kW (354 PS)
Maximales Drehmoment
480 Nm bei 1.360 - 4.800 r/m
Beschleunigung
0 – 100 in 5,3 sec
Höchstgeschwindigkeit
254 km/h
Verbrauch in Litern kombiniert (nach WLTP)
11,3
CO2-Emission kombiniert (g/km)
258
Schadstoffklasse
Euro 6 dtemp
Effizienzlabel
D
Versicherungsklasse Haftpflicht + Teilkasko + Vollkasko
22 (HP), 30 (TK) 28 (VK)
Neupreis €
Ab 64.356 Euro; Testwagenausstattung 95.319 Euro



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