Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest Opel Grandland X Innovation: Flottes Kompakt-SUV

Von Doris Jessen, geschrieben am 19.02.2019

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Pferdeanhaengerzugfahrzeug_Opel_Grandland__32_von_42_.jpgDer SUV-Trend ist ungebrochen und daran kommt auch die Marke mit dem Blitz nicht vorbei. Nach den beiden kleineren Modellen Mokka X und Crossland X sehen wir nun das dritte Familienmitglied dieser Gattung immer häufiger, den Grandland X. Das sportlich-spritzige Fahrzeug im Offroad-Look, hier im Pferdeanhänger-Zugfahrzeugtest in der sehr guten Innovation-Ausführung mit 2.0 Liter Euro 6-dtemp Turbo-Diesel, 177 PS und Automatikgetriebe überzeugte auf den Testfahrten mit einem 2-Tonnen Pferdeanhänger durch soliden Antritt, komfortables Fahrverhalten und ordentliche Ladekapazität. Allerdings gibt es ihn nur mit Vorderradantrieb. Der Einstiegspreis beginnt bei rund 37.800 Euro.


Optisch fährt er als schicker „Hingucker“ in Quarz-silber-metallic mit sportlich-dynamischen Linien und „großen Puschen“, sprich 18“-Zoll-Felgen vor. Praktisch für den Robusteinsatz auf rauerem Geläuf: Die in schwarzem Kunststoff abgesetzten Flächen unterhalb der Heckklappe, an den Einstiegsleisten und unteren Türen sowie den Radhäusern. Auch der silberfarbene Unterbodenfahrschutz unterstreicht das Offroad-Image. Allerdings bleibt es hier bei der Optik, denn als Allradler gibt es den Grandland X leider nicht. Das ist speziell für Pferdesportler schade, stehen die Anhänger doch selten auf den asphaltierten Parkplätzen des Reitstalles, sondern eher auf unbefestigtem Boden, von Wald- und Turnierparkplätzen ganz zu schweigen.

Kompakt, praktisch, bequem

Mit 4,47 m Länge und 1,90 m Breite (mit Außenspiegel 2.09 m) passt er problemlos in herkömmliche Garagen und Parkhäuser. Die Höhe von nur 1,60 sorgt zusammen mit der aerodynamisch günstigen Front für einen überschaubaren Spritverbrauch: Im Drittelmix waren es rund 7 Liter Diesel, mit Anhänger je nach Anhängergewicht zwischen 8 und 9.

Pferdeanhaengerzugfahrzeug_Opel_Grandland__10_von_42_.jpgDie Tür öffnet sich schlüssellos zu dem elegant gestalteten Innenraum, in dem helle und dunkle Farben schöne Kontraste bilden. Die Sitze – ebenfalls bicolor aus einer sehr gelungenen Kombination aus Stoff und Lederoptik – sind manuell in Höhe und Länge einstellbar, in drei Stufen zu heizen und bequem, was unter anderem auch der ausziehbaren Oberschenkelauflage zu verdanken ist. Der Fahrersitz ist zudem mit einer Lendenwirbelstütze ausgestattet und wurde als „ergonomischer Aktiv-Sitz“ von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) zertifiziert. Auch im Fond ist ausreichend Platz für hochgetragene Köpfe oder lange Beine und für den Reisekomfort gibt es auch hinten eine Fußraumheizung und Getränkehalter.

Licht und auf Wunsch Luft kommt durch das Panorama-Glassonnendach, das sich aber auch mit einem Sonnenrollo verdunkeln lässt ebenso wie die hinteren Seitenscheiben.


Ordentlich ausgestattet ist der Grandland X auch mit Ablagen aller Art: So lassen sich kleinere Utensilien unterhalb der Bedienungseinheit der Klimaanlage unterbringen, das auch gegen neugierige Blicke mit einem hochglänzenden Deckel geschlossen werden kann. Dort können wir auch unser Handy via USB aufladen. Wer bereits ein Smartphone mit Induktionsladung nutzt, kann dies im geräumigen Staufach unter der verschiebbaren Mittelarmlehne unterbringen und es für den Ladevorgang mit einem Gummiband fixieren. Zwei Becher oder Flaschen finden vor der Mittelarmlehne einen sicheren Standplatz, in den Türfächern ist zusätzlicher Platz. Dank der Kühlfunktion im Handschuhfach schmilzt die Schokolade im Sommer nicht.

Sehr praktisch ist das kleine Fach links von der Lenksäule, in dem Auto- und Hausschlüssel griffbereit untergebracht werden können.

Clever ausgestatteter Laderaum


Für Pferdesportler von großer Bedeutung: Der Laderaum. Er lässt sich mit dem Schlüssel elektrisch öffnen und per Knopfdruck schließen, was allerdings nicht immer zuverlässig funktionierte. Bei der Kofferraumeinrichtung gibt es nichts zu meckern. Wenig genutzte Utensilien oder auch die Gepäckraumabdeckung finden im doppelten Boden gut Platz, mit einem Gepäcknetz, das an vier Haken zu spannen ist, werden Einkäufe oder auch Putzkisten rutschsicher arretiert. Kleinere Taschen oder Flaschen sind auch in geräumigen Fächern links und rechts hinter den Radkästen unterzubringen. 

Das Umlegen der Sitze – wie üblich 2:3 – funktioniert perfekt mit einem Handgriff vom Kofferraum aus. Dann entsteht eine fast gerade Fläche. Eine Durchladeklappe in der Mitte der Rückbank ermöglicht den Transport längerer Gegenstände. Mit normal gestellten Rücksitzen bietet der Laderaum 514 Liter Stauraum, maximal sind es 1650 Liter.

Kniefall vor der Anhängerkupplung

Pferdeanhaengerzugfahrzeug_Opel_Grandland__40_von_42_.jpgSo praktisch der Kofferraum ist, so optimierungsbedürftig ist die Anbringung der abnehmbaren Anhängerkupplung, die wir im genannten doppelten Boden vorfinden. Der Haken ist extrem schwer und daher im wahrsten Sinne des Wortes unhandlich. Wie alle Modelle dieser Art muss der Verriegelungsmechanismus vor dem Einsetzen entsperrt werden. Die Öffnung, in welche das Teil von unten nach oben einzusetzen ist, liegt – völlig untypisch für ein SUV – so tief unten verborgen, dass man sie auf dem Boden sitzend oder noch besser liegend ertasten muss.

Den Schweiß auf der Stirn, Hände und Hose schmutzig fragt man sich, wer das ausgerechnet so konstruiert hat. Und warum selbiger Ingenieur nicht einfach die halbelektrische Lösung des aus demselben Stall stammenden Modells Insignia übernommen oder zumindest als Anregung genutzt hat. Vielleicht liegt es daran, dass der Grandland X seit der Kooperation von Opel mit Peugeot ein naher Verwandter des Peugeot 3008 ist und ebenfalls im französischen Sochaux gebaut wird.

Umfangreiches Infotainment

Pferdeanhaengerzugfahrzeug_Opel_Grandland__1_von_42_.jpgDer Grandland X startet auf Knopfdruck für einen Diesel angenehm leise und die Rundinstrumente im Fahrerblick mit roten Zeigern und weißen Ziffern auf schwarzem Grund erwachen ebenso zum Leben wie das 8-Zoll Color TFT-Display für Navigation und Infotainment inklusive DAB+ Radio und Denon Premium Sound System mit acht Lautsprechern und Subwoofer. Apple Carplay und Android Auto sind ebenfalls an Bord.

Für die Bedienung haben die Gestalter sowohl an die Freunde moderner Touch-Technik als auch traditioneller Drehregler und Knöpfe gedacht: Die meisten Funktionen, im Übrigen auch die Klimatisierung, lassen sich mit beidem überwiegend intuitiv bedienen. Allerdings erschien uns das Display bei hellem Sonnenlicht etwas zu dunkel und wenig kontrastreich, so dass zum Beispiel ein Radiotext etwas besser zu lesen sein dürfte.

Ran an den Pferdeanhänger!

SUV-typisch sitzen wir etwas höher über den Dingen und haben trotz der schrägen Front- und Heckscheibe eine sehr gute Rundumsicht. Das heizbare Lederlenkrad liegt sympathisch in der Hand und besitzt alle üblichen Steuerungsfunktionen für Tempomat mit Abstandskontrolle, Blätterfunktion zur Darstellung unterschiedlicher Informationen im Display, Lautstärkeregelung, Telefonbedienung und Sprachsteuerung.


Nun geht es zur ersten Testfahrt mit dem Pferdeanhänger. Den Haken installiert, kann es losgehen. Die Rückfahrkamera liefert ein gutes Bild und Hilfslinien zeigen genau die Fahrtrichtung und den Abstand zur anvisierten Deichsel, die wir auf diese Weise exakt ansteuern können. Sehr hilfreich für die letzten Millimeter ist auch die Zoomfunktion der Kamera.

Mit dem Zweitonnen-Pferdeanhänger und zwei Pferden tritt der Grandland X dank 400 Newtonmeter Drehmoment problemlos an, kommt ohne Murren über die nasse Schotterstraße und fährt auch die ersten 200 Kilometer bis zum Zielort ohne Fehl und Tadel. Ein spezielles Anhängerstabilisierungsprogramm gibt es zwar nicht, dennoch lag das Gespann auf allen Straßenbelägen satt. Weil der Opel Grandland X je nach Ausstattung nur ein Leergewicht zwischen 1.370 und 1.575 kg auf die Waage bringt, durften wir auch mit dem 2-Tonnen-Anhänger die 1000 km/h-Zulassung nicht nutzen.

Speziell auf längeren Anhängerreisen – und der Grandland X musste sich auf insgesamt 1.500 Kilometern Überführungsfahrten beweisen – genießen wir das volle Programm an Assistenzsystemen, vom Abstandstempomat über Spurhalter und Totwinkelwarner, Verkehrsschildererkennung und Müdigkeitswarnung bis zum Kurvenlicht und Fernlichtassistenten, der vor allem nachts auf Landstraßen eine sehr angenehme Hilfe ist und die Sicherheit unterstützt. Grundsätzlich, aber für den Gespannbetrieb besonders angenehm, ist die 8-Gangautomatik, die unmerklich weich schaltet.

Spritzige „Solo-Fahrten“

Nach den langen Überführungsfahrten mit Anhang darf sich der Grandland X „solo“ zunächst im Taunus und anschließend auf der Autobahn einmal ein bisschen austoben. In kurvenreichen Straßen lässt er sich leichtgängig lenken, ist agil und spritzig zu fahren, auf der A 5 in Richtung Hamburg spurtet er in 9,1 Sekunden auf 100 km/h und liegt bis 180 satt auf der Straße, darüber wird es SUV-typisch ein wenig schwabbelig. Bei 211 km/h ist die Spitze erreicht.

Sehr angenehm ist vor allem beim Parken in engeren Lücken die 360 Grad Rundumsicht, die das gesamte Fahrzeug aus der Vogelperspektive zeigt, so dass auch rechts und links stehende Objekte zu erkennen sind. Der Parkassistent hilft beim Rangieren in längs oder quer zur Fahrbahn liegende Lücken.

Fazit

Der Opel Grandland X in der Innovation-Ausstattung bietet für Pferdesportler alles, was ein Kompakt-SUV so praktisch macht: Schickes Exterieur, bei gut handhabbarer Größe ausreichend Platz für Mitfahrer und Ladung, einen flotten Antritt und innovative Fahrerassistenten. Mit der aktuellen Euro 6 d-temp-Einstufung darf er zudem überall fahren und bleibt dabei sparsam im Verbrauch. Lediglich für den tiefen Matsch ist er wegen des fehlenden Allradantriebs weniger geeignet. Für den Serienpreis von 37.800 Euro ein durchaus attraktives Fahrzeug.

Technischen Daten

Länge (mm) 4.447
Breite (mm) ohne/mit Außenspiegeln
1.906/2.098
Höhe (mm) 1.609
Wendekreis (m)
11,5
Bodenfreiheit (mm)
200
Kofferraumvolumen (Liter)
516 - 1.652
Leergewicht (kg)
1.370 - 1.575
Zuladung (kg)
515 - 560
Anhängelast gebremst, bis 12 % Steigung (kg)
2.000
Stützlast
80 kg
Motor
2,0 l 4-Zylinder Turbodiesel 
Maximale Leistung 130 kW (177 PS)
Maximales Drehmoment
400 Nm bei 2.000 Umdrehungen/min
Beschleunigung
0 – 100 in 9,5 sec
Höchstgeschwindigkeit
211 km/h
Verbrauch in Litern (Herstellerangaben)
Stadt: 5,3; außerhalb 4,6; gesamt 5,3
Schadstoffklasse
Euro 6d-temp
CO2-Emission (g/km)
128-126
Versicherungsklasse Haftpflicht + Teilkasko + Vollkasko
19 (HP), 21 (TK) 21 (VK)

Neupreis €

Ab 37.810 €; Testwagenausstattung 43.875 €






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