Pferdeanhängertest Atec Centaurus XXL Extra Extra Long: Pferdeanhänger mit Gardemaß

Von Doris Jessen, geschrieben am 13.10.2014

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1_Atec_Centaurus_xxl_rechts.jpgSeit dem Frühjahr 2014 ist der niederländische Pferdeanhänger-Hersteller Atec unter neuer Leitung. Grund genug, einen seiner attraktivsten neuen Pferdeanhänger, das Aluminium-Polyester-Modell Centaurus in der XXL-Ausführung für www.mit-Pferden-reisen.de zu testen. Das Fahrzeug überzeugt durch sehr gutes Fahrverhalten, eine höchst stabile und robuste Konstruktion, komfortable Länge und Praktikabilität.

Nachdem es in den letzten Jahren um die Pferedanhänger von Atec – wenigstens in Deutschland – etwas still geworden war, möchte der niederländische Hersteller jetzt mit „frischem Wind“ auch bei uns neu durchstarten. Dazu gehört u.a. auch, eines der Fahrzeuge dem kritischen Testurteil zu stellen: Mit dem Modell Centaurus XXL, einem mit 4,6 Metern Länge beeindruckenden Aluminium-Polyester-Pferdeanhänger, ging es also von Hamburg aus los ins lange Reiter-Wochenende nach Dalwitz in Mecklenburg-Vorpommern.

Gardemaße

2_Atec_Centaurus_xxl_links.jpgTrotz seiner Größe wirkt der Centaurus XXL nicht klobig, sondern eher leicht sehr elegant. Das liegt u.a. an dem hellen Alu-Silberton, der sich vom Aufbau bis zum glänzenden Dach fortsetzt. Der in derselben Farbe gehaltene Polyesterbug ist leicht gerundet, die nach hinten verlaufenden dunkel getönten – vom Hersteller „Design-Fenster“ genannt – sind „windschnittig“ geformt und finden ihre optische Fortsetzung im ebenfalls flotten seitlichen Schriftzug. Der Pferdeanhängeraufbau ist vom Bug bis zum Heck 4,60 Meter lang, wodurch nicht nur viel Platz für die begehbare Sattelkammer entsteht, sondern auch vor den Bruststangen komfortabler Raum für die Pferde und Menschen, die sie ein- und ausladen. Die Breite ist mit 1,75 Metern ebenfalls großzügig bemessen. Lediglich bei der Innenhöhe – sie beträgt 2,30 Meter – hätte man vielleicht noch ein wenig zugeben können, um auch den „ganz Großen“ Luft nach oben zu bieten.

Elegant sind auch die geteilten und geschwungenen Polyester-Radkästen, unter denen sich 15 Zoll Reifen auf Alufelgen drehen.

Sicherheit ist Trumpf

Anders als bei den meisten Anhängern baut Atec die 1,8 cm eloxierten Aluprofilplatten des Aufbaus nicht quer, sondern senkrecht ein. Das hat einerseits optische Gründe, praktischerweise ergibt sich aber bei dieser Verarbeitung weniger Materialverschnitt.

5_Atec_Centaurus_xxl_Ueberrollbuegel.jpgAm Heckrahmen verläuft eine Stahlstrebe vom Boden aus noch etwa 20 cm unter die Polyester-Dachhaube, um dieser am hinteren Ende eine optimale Stabilität zu geben. Der Anschluss vom Alu-Aufbau zum Polyesterdach ist bis zum Beginn des gerundeten Buges ebenfalls aus Stabilitätsgründen über die gesamte Länge mit einer Stahlschiene verstärkt, auf die vorne am Übergang zur Sattelkammer ein stabiler Überrollbügel aufgesetzt ist. Das sollte selbst bei einem schwereren Unfall die vierbeinigen Passagiere gut schützen. Am Heck gibt es zwei Seitenstreben, in der hinteren sind die Beleuchtungskörper eingelassen. Die Inspektionstür für den Menschen liegt – anders als bei den meisten deutschen links. Sie könnte ein paar Zentimeter höher sein, Großgewachsene müssen sich daran gewöhnen, den Kopf einzuziehen.

Zehn Jahre Garantie auf den Boden

Die Pferde stehen auf einem 2,1 cm starken „Aluprotec-Boden“ in Aluminium-Kunststoff-Sandwichbauweise, auf den Atec zehn Jahre Garantie gibt. Die Trittfläche ist im Testanhänger mit einem gegossenen Gummiboden belegt, der sehr guten Grip bietet. Ausrutschen kann hier keiner. Allerdings ist die raue Oberfläche nur mit einem Hochdruckreiniger wirklich gut zu säubern. Das hat Atec erkannt und verbaut in den aktuellen Modellen die typische Gummimatte, wie sie in vielen Pferdeanhängern üblich ist.

4_Atec_Centaurus_xxl_Heckrampe.jpgUm den Aufbau innen gegen Beschädigungen durch Huftritte zu schützen, ist ein etwa 80 cm hoher Trittschutz aus schwarzem Kunststoff angebracht. Zum bequemen Anlehnen der Pferde an der Wand, vor allem auch in Kurven, dient eine dicke Seitenpolsterung.

Die Heckrampe ist äußerst massiv und mit rutschfestem Gummi sowie integrierten Trittleisten belegt. Außen mit vier Streben versehen, verbiegt sie sich auch unter den Huftritten schwerere Pferde nicht. Der Übergang von der Klappe zum Innenraum ist durch schmutzabweisende Scharniere fast geschlossen, so dass nicht einmal ein Stollen-Eisen hängenbleiben kann. Die Hebehilfen erfordern beim Öffnen viel Kraft, daher müssen wenigstens kleinere Personen den Kunststofftritt nutzen, um ihr Körpergewicht zum Herunterziehen einzusetzen. Gegen lautes Klappern auf Asphalt schützen dicke Gummipuffer. Die Rampe lässt sich leicht schließen ohne nach oben zu schlagen und die Riegel gleiten gut geschmiert in die Halterung.

Super belüftet


Anstatt der Standard-Plane wird das Testfahrzeug mit einer Polyesterklappe geschlossen. Das geht mit dem langen, an der rechten Seite angebrachten Gurtband kinderleicht. Obwohl die Klappe selbst sieben große Belüftungslöcher hat, dient eine mittig angebrachte Gummistrippe dazu, sie auf drei unterschiedlichen Einstellungen geöffnet zu halten, um zum Beispiel bei Regen das Wasser abzuweisen, die Luft aber in den Transportraum zu lassen. Der Luftaustausch ist zum einen über zwei seitliche Schiebefenster, zum anderen durch einen Dachlüfter gewährleistet. In der Sattelkammer sind die bereits erwähnten Fenster nach hinten aufzuklappen. Zum Transportraum hin gibt es drei weitere große, mit Fliegengitter gesicherte Lüftungslöcher.

Sattelkammer mit Einbauschrank


Die große Sattelkammer hat zwei abschließbare Türen mit Dreipunktverriegelung, so dass sie von jeder Seite aus zugänglich ist. Das ist sehr praktisch, weil man praktisch in jeden Winkel greifen kann. Abgesehen davon bietet sie viel Freiraum für individuelle Gestaltung und Einrichtungen. So war der Testanhänger von einem niederländischen Anhängerhändler mit einem schwenkbaren und Sattelhalter vorne in der Bugspitze ausgerüstet worden. Er reicht für Englisch-Sättel aus, für Westernsättel müssten breitere Auflagen bestellt werden. Mit nur zwei Haken für Trensen, Kappen, Sporen etc. war diese Ausstattung etwas sparsam. Für diesen „Kleinkram“ befand sich aber an der Trennwand zum Transportraum, zu dem es auch eine Schiebetür gibt, eine Holzkiste mit gepolstertem Deckel als gemütliche Sitzfläche, darunter zwei geteilte Stauräume. Für die Handhabung im Dunkeln gibt es auch eine Lampe.

Zur einfachen Reinigung, bei der gelegentlich auch Wasser zum Einsatz kommen sollte (zumindest in Modellen ohne Holzeinbauten), wäre allerdings ein Abfluss(loch) wünschenswert.

Solo beim Ausladen

8_Atec_Centaurus_xxl_EasyRelease.jpgJedermann kann in die Situation geraten, sein Pferd alleine verladen zu müssen. Speziell dafür hat Atec vor einigen das Easy Release-System entwickelt. Diese praktische Einrichtung besteht aus einem langen, in einer weiß lackierten Verkleidung laufenden Stange, die vorne am Pferdekopf durch Knopfdruck, hinten durch Knopf-Zug bewegt werden kann und so den Verriegelungsmechanismus am Heckriegel in drei Längeneinstellungen bedient. Nach dem das Pferd eingestiegen ist, wird die anatomisch geformte und weich gepolsterte Heckstange einfach mit einer Hand nach oben in die Halterungen geschoben und – klick – eingerastet. Kein passgenaues Einhaken von oben, kein Sicherungshäkchen.

8a_Atec_Centaurus_xxl_EasyReleasevorne.jpgDer Clou ist aber dass Ausladen: Um die Heckstange zu lösen, genügt ein leichter Knopfdruck auf das Easy Release-System, das hier seinem Namen alle Ehre macht: Die Stange rastet aus der Halterung und schwingt aufgrund ihrer weichen Polsterung lautlos gegen die Mitteltrennwand, so dass das Pferd nicht erschrickt.

Natürlich kann man aber auch „traditionell“ am hinteren Ende den Knopf einfach herausziehen und dadurch die Arretierung öffnen.

Länge läuft

Im Gegensatz zur landläufigen Befürchtung, ein großer Anhänger – mit Deichsel beträgt die Länge immerhin 5,80 Meter – sei schwierig zu fahren oder rangieren, läuft der Atec Centaurus XXL hinter dem Zugfahrzeug – im Testbetrieb einem Nissan Xtrail - sozusagen wie geschmiert. Und das erstaunlicherweise auch ohne Stoßdämpfer mit und ohne Beladung gleichermaßen ruhig auf allen erdenklichen Straßenbelägen, von schlecht geteerten Plattenwegen bis zu glatten Autobahnen. Dieses Fahrverhalten ist nicht nur der bewährten Alko-Achse zu verdanken, sondern auch dem sehr gut ausbalancierten Aufbau auf dem stabilen Fahrgestell.

Mit Stoßdämpfern erhielte das Fahrzeug auch eine 100 km/h-Zulassung, allerdings muss das Zugfahrzeug dafür mindestens 2.180 Kilogramm Leergewicht aufweisen, da der Anhänger für 2,4, auf Wunsch sogar 3 Tonnen Gesamtgewicht zugelassen ist. Wert es genau wissen will, kann die Formel dafür nutzen:

Leergewicht des Zugfahrzeugs x 1,1 = zul. Gesamtgewicht des Anhängers (2,4 oder 3 Tonnen)

Mit Antischlingerkupplung erhöht sich der Faktor von 1,1 auf 1,2

Auch das Rückwärtseinparken – auf Reitstall- oder Turnierparkplätzen oft erforderlich – funktioniert sehr gut: Der Anhänger reagiert auf die Lenkausschläge sehr gutmütig, d.h. man kann ihn auch, falls er zu weit nach links oder rechts gedreht wurde, relativ leicht wieder auf die richtige Spur lenken.

Fazit

Das Modell Atec Centaurus XXL ist ein eleganter Großraum-Pferdeanhänger, der vor allem durch seinen eleganten Auftritt und das sehr gute Fahrverhalten auffällt. Der robuste Aluminium-Polyesteraufbau mit Aluprotec-Boden spricht für eine lange Lebensdauer des Fahrzeuges. Und wer viel Gepäck zum Turnier oder für den Reiturlaub transportieren möchte, hat in der großen Sattelkammer jede Menge Gestaltungsfreiheit. Das hier vorgestellte Modell kostet netto 11.748 Euro und inkl. deutscher Mehrwertsteuer 13.980 Euro. Damit liegt er im normalen Rahmen für luxuriöse Pferdeanhänger dieser Größe.




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