Wenn das Fernweh lockt: Die WeitReiterGilde stellt sich vor

Von Doris Jessen, geschrieben am 11.03.2016

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Weitreitergilde.jpgDie Weitreitergilde ist weltweit die erste Vereinigung von Weitreitern und Mitglied wird man nur auf Einladung. Sie wurde 1994 gegründet, um Männer und Frauen aller Nationen zu verbinden, die bei einem einzigen Ritt mehr als 1000 Meilen (1600 Kilometer) zurück gelegt haben. Die Mitglieder der Weitreitergilde leben in 45 Ländern  und haben gemeinsam mehr als 100 Bücher über weite Ritte geschrieben. Sie sind auf jedem Kontinent unterwegs gewesen und das Wissen, das auf dieser Website gespeichert ist, stellt die größte Sammlung von Informationen zu weiten Ritten dar, die je in der Geschichte zusammengetragen wurde. 

Reiterwissen geriet in Vergessenheit

Dennoch hat es historisch gesehen keinen Fixpunkt für diese Männer und Frauen gegeben. Die Nomaden vergangener Zeiten interessierten sich nicht für Bücher und  Pyramiden. Deshalb geriet dieses geballte Wissen, diese angehäufte Erfahrung zur Bewältigung weiter Ritte unzähliger Generationen beinahe in Vergessenheit. Und: während der dunkelsten Tage der 50er Jahre unternahmen nicht einmal ein Dutzend Menschen irgendwo einen weiten Ritt.  Erst zum ausgehenden 20. Jahrhundert nahm die Zahl der Weitreiter wieder wesentlich zu. Obwohl viele von uns einen weiten Ritt unternahmen, hat uns nichts verbunden, niemand kannte die geschichtliche Entwicklung weiter Ritte, noch nicht einmal die Namen jener heldenhaften Reiter früherer Zeiten, die vor unseren eigenen Leistungen schon weite Ritte unternommen haben.    Die Namen legendärer Weitreiter wie Peshkov und Beck gerieten in Vergessenheit, überrollt von einem Zeitalter, das von Elektrizität beherrscht wird und von Geschwindigkeit besessen ist. Diejenigen von uns, die dennoch weite Ritte unternahmen, sahen sich einsam und alleingelassen in einer Wüste der Unkenntnis.

Gründung der Weitreitergilde

Nun wurde die Weitreitergilde gegründet mit dem Ziel, besser als im eben zu Ende gegangenen Jahrhundert,  sich gemeinsam für die Freiheit für alle und die persönliche n Weiterentwicklung des Einzelnen einzusetzen Unsere Organisation versucht sicher zu stellen, dass unser verlorengegangenes Wissen über weite Ritte zur Freude zukünftiger Generationen verfügbar sein wird.   Die Weitreitergilde setzt das erstem Mal in der modernen Reitergeschichte ein Zeichen für gleichgesinnte Männer und Frauen, das bisherige ungeschriebene Erbe zu sichern und ein internationales Forum zu schaffen, um unsere gemeinsam Liebe zu Pferden und Reisen zu diskutieren.

Auch wenn wir nicht eine gemeinsame Sprache sprechen, nicht eine Gesinnung haben, nicht gleiche physische und finanzielle Konditionen haben, oder nicht mal die Liebe zu einer bestimmten Pferderasse, fordert gerade unsere Verschiedenartigkeit eine internationalen Einheit der Reiter.

Regeln der Weitreitergilde

Daher hält die Weitreitergilde, obwohl sie ihrer Definition nach viele verschiedenen Interessen vieler unterschiedlicher Menschen vereint, an folgenden Regeln für weite Ritte  fest:

Eine gemeinsame Sprache: "Pferd"

Als Weitreiter glauben wir unbedingt daran, dass weite Ritte keine Grenzen kennen sollten, weder politische noch andere. Weite Ritte sind ein Erbe jeder Nation. Und obgleich Weitreiter in beinahe jedem Land leben, repräsentieren wir als Gruppe keine spezifische Nation. Wir wollen auch nicht kategorisiert werden in Rubriken wie Geschlecht, Religionszugehörigkeit, blinden Glauben an eine  bestimmte Pferderasse, oder durch politische Grenzen. Wir sind Sattelkameraden und sprechen eine gemeinsame Sprache, die „Pferd“ heißt. Wir glauben, dass die einzig gültige Definition eines Weitreiters auf dem Mut in Angesicht der Gefahr, der körperlichen und geistigen Ausdauer, und dem beständigen Mitgefühl und Verständnis für unsere Pferde beruht.

Ritte mit Vernunft

Weiterhin erkennen wir die realen Risiken an, die weite Ritte für Pferd und Reiter bedeuten. Wir unterstützen jedoch in keiner Weise weite Ritte, bei denen von vorneherein unnötige Belastungen oder gar Leiden für das Pferd in Kauf genommen werden. Die Weitreitergilde ist nicht besessen davon, Meilen zu zählen. Obwohl unsere Mitglieder Weltrekorde während ihren weiten Ritten aufgestellt haben, wollen wir weder eine unnötige Hetze nach Meilen noch eine tempoorientierte Durchquerung von Kontinenten anregen. Stattdessen möchten wir alle dazu motivieren, einen das Leben verändernden weiten Ritt  zu unternehmen, der nicht nur dazu beitragen kann, unbekannte Teile der Welt zu erforschen und zu entdecken, sondern auch dazu, das eigene Bewusstseins besser kennen zu lernen.

Dokumentation der Ritte

Weil wir wissen, dass unsere gemeinsame Geschichte in Bezug auf weite Ritte vernachlässigt wurde und beinahe verloren gegangen ist, haben wir uns entschieden, diese Heldentaten der Tapferkeit im Sattel, die die Geschichte der Weitreiter in der Weltgeschichte auszeichnen, zu dokumentieren. Und nun können wir sagen, dass die Dokumentation all dieser Heldentaten von Weitreitern, obgleich unterschiedlich in  Zeit, Geschwindigkeit, Sprache, Umgebung und Geschichte, jetzt wieder auf dem Weg einer Sicherstellung ist. Wir haben deshalb beschlossen, auch in Zukunft eine klare und genaue Aufzeichnung aller beendeten weiten Ritte zu erstellen. Damit werden auch alle Ansprüche, „der erste“ oder „der weiteste“ auf dem Pferderücken zu sein, durch eine Gruppe unabhängiger und erfahrener Weitreiter nachgeprüft werden  können. 

Alle zwei Jahre ein Treffen der Mitglieder

Alle zwei Jahre wird ein Treffen organisiert werden, um  Themen, die für alle Weitreiter von Interesse sind,  zu diskutieren. Wo dieses Treffen stattfindet wird, soll jedes Mal von den Vollmitgliedern vereinbart werden. Und: was uns vielleicht an Anzahl der Mitglieder fehlt, gleichen wir mit Gastfreundschaft aus.  

Aufnahme - Kriterien für Vollmitglieder

Für die Weitreitergilde zählt nur ein wichtiges Kriterium für die Aufnahme als Vollmitglied: einen ununterbrochenen Ritt von wenigstens 1000 Meilen (1600 Kilometer). Ausgenommen sind davon nur diejenigen, die weite Ritte ausschließlich für ihre eigene Publizität unternommen haben, oder Ritte, die aus geschäftlichen Gründen unternommen wurden. 

Assoziierte Mitglieder

Aber es ist nicht das Ziel der Weitreitergilde, irgendwen auszuschließen. Das Ziel liegt in der Förderung weiter Ritte weltweit. Also muss es auch einen Platz für all diejenigen geben, die zwar weite Ritte lieben, aber aus den verschiedensten Gründen - Finanzen, Verantwortung, Alter, oder geographischen Einschränkungen - nicht in der Lage sind, die zwingend erforderlichen 1000 Meilen zu reiten. Dafür gibt es die Möglichkeit ein assoziiertes Mitglied zu werden. Dies wird abhängig von der reiterlichen Erfahrung jedes Einzelnen entschieden werden.

Etwa 300 Ritte dokumentiert

Seit ihrer Gründung hat die Weitreitergilde Pionierarbeit bei der Erforschung und der Methodik weiter Ritte geleistet, wobei sie auf ein weltweites Netzwerk von Kontakten mit Historikern und Reitern zurückgreifen konnte. Die Weitreitergilde hat nahezu 300 weite Ritte nachgeprüft,  die von rund 275 Reitern und Reiterinnen durchgeführt wurden, und insgesamt  mehr als 822,000 Meilen (Anm.d.Red.: über 1,3 Millionen Kilometer!) dokumentiert, die im Sattel zurückgelegt wurden. 

Weltgrößte Sammlung von Weitreiter - Literatur 

Außerdem hat die Long Rider's Guild Press die größte Sammlung von Büchern über das Thema weite Ritte gesammelt. Diese Sammlung umfasst derzeit über 200 Titel in mehreren Sprachen. Viele dieser Bücher können jetzt  durch die Bemühungen der Weitreitergilde wieder als Reprint geliefert werden.   Wir verfügen über eine umfangreiche Sammlung an internationalen Zeitungs- und Zeitschriftberichten Die Long Rider's Guild Press bereitet daher gerade ein 200seitiges Buch zum Thema "Weite Ritte - Erkundung und Erforschung zu Pferd" vor. Interessierte können dieses Buch über die Weitreitergilde anfordern. 

Schickt uns ein email!

Abschließend möchten wir alle Interessierten dazu ermuntern, freudig und stolz mit uns zusammenzuarbeiten, um gemeinsam ein altes weltweites Erbe für zukünftige Generationen zu bewahren. Falls Ihr selbst einen derartig weiten Ritt unternommen habt, oder falls Ihr jemand kennt, der über 1000 Meilen am Stück (1600 km) geritten ist, könnt auch Ihr zu den Weitreitern gerechnet werden! Bitte mailt uns dann: info@Weitreitergilde

Zur Webseite der WeitReiterGilde mit vielen Informationen geht es hier.

Abbildung oben: Count Pompeii, der famose Hengst, den Basha O`Reily 1995 von Russland nach England geritten hat.
Bild Copyright: the long riders guild.



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