Ausreiten in Schleswig-Holstein: Segeberger Forst

Von Doris Jessen, geschrieben am 28.12.2015

Anzeige

3_Segerberger_Forst_befestigter_Weg.jpgWer im Norden von Hamburg oder in der Region Neumünster und Segeberg wohnt, findet im Segeberger Forst ein schönes Reitwegenetz, das zudem auf der Maiwald-Karte „Kreis Segeberg West“ gut geplant werden kann.

Der Staatsforst Segeberg liegt wie der Name vermuten lässt im Kreis Segeberg, etwa 50 Kilometer nördlich von Hamburg. Das Waldgebiet hat insgesamt eine Fläche von über 4.000 Hektar und ist damit hinter dem Sachsenwald (dessen Wege hier ebenfalls schon beschrieben wurden) das zweitgrößte zusammenhängende Waldgebiet in Schleswig-Holstein. Wunderschön für Ausritte zu nahezu jeder Jahreszeit ist die Vielfalt von umfasst Fichten-, Kiefern- und Lärchenbeständen, aber auch Buchen- und Eichenbestände sind zu finden.

Vielfältige „Einstiegsmöglichkeiten“

1_Segerberger_Forst_Reitwegeschild1.JPGWir kommen über die Autobahn 21, verlassen diese an der Ausfahrt Segeberg Süd und biegen in die B 206 nach Westen in Richtung Wittenborn ab. An der Schafhausener Landstraße befinden sich zahlreiche Parkplätze, von denen man aus direkt in den Segeberger Forst hineinreiten kann. Wir starten am Parkplatz Schaapskroog, gegenüber davon geht es direkt in den Wald und nach einigen Metern treffen wir bereits auf den ausgeschilderten Reitweg. Wer weniger ruhige Pferde besitzt und das Ausladen an einer Bundesstraße meiden möchte, kann die nach Bockhorn kommende Abzweigung nach rechts (Norden) nehmen, um dann auf einem Waldparkplatz aufs Pferd zu steigen.

Kaum im Wald, umfängt einen die herrliche Ruhe, nur unterbrochen durch Vogelgezwitscher oder das Krächzen eines Eichelhähers, der als „Polizei des Waldes“ alle anderen Waldbewohner darauf aufmerksam macht, dass Eindringlinge nahen. Plötzlich kann es passieren, dass die Pferde erschreckt die Köpfe heben und gebannt in eine Richtung starren: Erst nach genauem Hinsehen zeigen sich dann mit Glück Rehe oder auch Hirsche, die mehr oder weniger gemächlich den Weg kreuzen und ihrerseits neugierig auf uns blicken. Wegen des Wildreichtums ist es auch streng untersagt, Hunde frei laufen zu lassen: Nur an der Leine dürften sie das Pferd begleiten. Das ist allerdings aufgrund der teilweise schmalen Wege und der gelegentlichen Baumstämme, die man umreiten muss, nicht zu empfehlen.

Unsere Vorsicht, den Pferden wegen unbekannter Bodenverhältnisse Hufschuhe anzuziehen, war überflüssig: Wir fanden überwiegend federnde Wald- und Wiesenwege vor, zunächst auf der Karte grob nach Nordwesten, anschließend auf verschlungenen Serpentinen (die so exakt nicht eingezeichnet sind) im Gebiet „Kleiner Waterwinkel“ nach Norden und wieder nach Osten, so dass wir schließlich auf das Forstamt Segeberg trafen. Von dort aus ist eine kleine Runde um die Gebiete „Buchholz“ und „Wriedsoll“ möglich, die letztlich wieder an dem befestigten Weg zum Forstamt endet und in westlicher Richtung am Haselberg vorbei führt. Auf dieser Strecke wird die Beschilderung etwas undeutlich – an einer Stelle geht der Pfeil nur in eine Richtung - und es ist sinnvoll, die Karte oder ein GPS-fähiges Handy zu nutzen, um sich zu orientieren. Jenseits der Straße zwischen Bockhorn und Klingt ist ebenfalls noch eine Schleife möglich, die in das Gebiet Hegebuchenbusch oder weiter zur Westerwiese führt. Zurück muss man laut Karte einige Wege doppelt reiten, um dann wieder in das Ausgangsgebiet nördlich des Parkplatzes zurück zu kommen.

Ausgedehnte Galoppaden

Für das relativ waldarme Schleswig-Holstein ist der Segeberger Forst ein recht ausgedehntes Waldgebiet, das laut Fremdenverkehrsinformation wegen seiner Gewässer und Wildschutzgebiete auch von Wanderern aufgesucht wird. Allerdings haben wir auf den Reitwegen davon wenig gesehen: Nur drei Spaziergänger mit ordnungsgemäß angeleinten Hunden sind uns begegnet, so dass auch langen gemütlichen Galoppaden sprichwörtlich nichts im Wege stand.

Wechselvolle Geschichte

Die Gletscher der letzten Eiszeit reichten bis nahe an den heutigen Staatsforst Segeberg heran. Ein Gletscherfluss lagerte hier vor dem Eisrand sandiges Material ab, das für den Ackerbau nicht geeignet ist. Deshalb war die Gegend zunächst nur spärlich besiedelt; der Wald wucherte ungestört. Doch im 16. und 17. Jahrhundert wurden große Gebiete kahl geschlagen, denn man brauchte Holz für Glashütten, Köhlereien und den Schiffbau. So entstand dort eine ausgedehnte Heidefläche, und noch heute ist der Name »Segeberger Heide« weit verbreitet. Doch von 1782 bis 1802 säte man über 6750 Kilogramm Nadelholzsamen zur Wiederaufforstung aus.

Die Kriege brachten weitere Kahlschläge; nach 1945 wurde neuer Wald gepflanzt. Er setzt sich überwiegend aus Fichten, Douglasien und Lärchen zusammen. Der aus Buchen und Eichen bestehende Laubwaldanteil - hauptsächlich im Buchholz und im Hegebuchenbusch - macht nur zehn Prozent aus. Einige Reviere sind als Wildschutzgebiete gesperrt. Der Bestand umfasst vor allem Rot-, Dam-, Reh- und Schwarzwild.

Über 400 Tiere leben im Wildpark Eekholt südöstlich von Grosßenaspe. Ein Waldlehrpfad führt an den Gehegen einheimischer Tierarten vorbei. Dieser Wildpark dient auch dem Erforschen von Verhaltensweisen der Tiere; eine Pflegestation zur Behandlung verletzter Greifvögel und Störche ist angeschlossen.
(Quelle: http://wald.lauftext.de: Der deutsche Wald kann mehr als rauschen)

Empfehlenswerte Karte

MAiwald_SE_WEST.jpgMaiwald Karten: Offizielle Rad-, Reit- und Wanderkarte, Metropolregion Hamburg, Kreis Segeberg, Karte West, ISBN 978-3-932115-20-2

Preis: 5,50 Euro



Ideen und Tipps, Meinung zum Beitrag? Kommentieren

Zurück zur Rubrik

ANZEIGE

WM Meyer
http://www.careliner.com/konfigurator
http://www.thiel-anhaenger.de/home/ Arno Speck Anhängervertrieb