Seele baumeln lassen im Sachsenwald bei Hamburg

Von Doris Jessen, geschrieben am 05.05.2017

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3_FZR_Sachsenwald_lichter_Wald.jpgEgal, welche Jahreszeit, ein Ausritt in den Wald ist immer ein sehr erholsames Erlebnis für Reiter und Pferd. Der Sachsenwald, der sich im Osten Hamburgs grob von Reinbek bis Schwarzenbek erstreckt, bietet knapp 50 Kilometer Reitwege. Allerdings benötigt man dafür eine Reitkarte.

Wir starten mit unseren Pferden direkt am Peerstall Sievers in Kuddewörde und reiten zunächst durch die Feldmark in westlicher Richtung, unter der B 404 hindurch und weiter bis Rotenbek, wo wir die Sachsenwaldstraße an einem kleinen Privatstall, der durch ein grün gestrichenes Haus auffällt, überqueren. Wer mit Auto und Anhänger anreist, sollte direkt an diese Stelle fahren und auf dem Parkplatz (schräg gegenüber des grünes Hauses) parken. 1_FZR_Sachsenwald_Ausgangspunkt_Rotenbek.jpg

Sachsenwald: Größtes Waldgebiet Norddeutschlands

Der nun vor uns liegende Mischwald ist Norddeutschlands größtes zusammenhängendes Waldgebiet und zählt zu den größten und schönsten der Bundesrepublik. Er liegt östlich von Hamburg im Nordwesten des Kreises Herzogtum Lauenburg und grenzt an den Kreis Stormarn.

Früher war der Sachsenwald kaiserliches Jagdrevier, heute ist er ein von der Zivilisation unbelastetes Naturschutzgebiet. Mit etwas Glück können gerade Reiter selten gewordene Tiere beobachten – Rehe kreuzen häufig den Weg. Speziell im Frühjahr und Sommer leuchten die Bäume hellgrün, man erlebt die Weiten des Waldes, uralte Hünengräber, lange Feldwege, am Waldrand wogende Getreidefelder und Wiesen.

Von hier aus beginnt direkt der ausgeschilderte breite (Reit-)Weg, der in der Mitte zwar befestigt ist, an den Rändern aber von weicheren Grünstreifen gesäumt ist. Trotzdem sollten die Pferde mindestens vorne beschlagen sein. Der Weg führt unter der Autobahn A 24 hindurch, kurz vor links liegenden Häusern am Witzhaver Viert biegt ein kleinerer Reitweg nach rechts in Richtung Bille-Hochufer, der sich durch den Wald schlängelt und guten Boden hat. Geländeerfahrene Pferde, die auch keine Probleme mit Wurzeln haben, können hier flott traben oder auch galoppieren. Leider ist der Weg gelegentlich etwas zugewuchert, lässt sich aber dennoch gut bereiten. Positiv Gestimmte nennen das Romantik.6_FZR_Sachsenwald_bergab.jpg

Wir folgen diesem Weg durch den Wald, bis wir auf an einen breiten Sandweg kommen, den wir nach rechts, also in nördlicher Richtung abbiegen. Wer möchte, kann nach ein paar hundert Metern sein Pferd in dem Flüsschen Bille trinken lassen und die Füße kühlen.
7_FZR_Sachsenwald_Billefurt1.jpgWasserscheue Pferde können auch die „Doktorbrücke“ nehmen und trockenen Hufes auf die andere Seite des Flüsschens gelangen. 

8_FZR_Sachsenwald_Doktorbr__cke.jpgDort geht es dann weiter nach links, so dass man nach etwa einer Viertelstunde – alle Gangarten geritten – auf das Gut Sachsenwaldau gelangt. Dort befindet sich ein Pensionsstall mit 42 Boxen und auf Nachfrage ist es sicherlich möglich, sein Pferd dort anzubinden und in dem nahe gelegenen Café einzukehren.

Wer weiter reiten möchte, tut dies nun in entlang des westlichen Sachsenwaldrandes. Der Weg führt über die „Fürstenbrücke“ – oder die daran gelegene Furt – in Richtung Aumühle. Um das in der Wanderkarte „Kreis Herzogtum Lauenburg“ als „Baukamp“ bezeichnete Gebiet führt ein Rundweg, der in östlicher Richtung wiederum in Richtung Witzhaver Viert zu reiten ist.

Fürstliche Pause im Forsthaus Friedruchsruh

Von dort aus biegt der Reitweg rechtwinklig nach rechts (also Südosten) ab und bringt uns direkt zur Sachsenwaldstraße, die wir überqueren müssen. Gegenüber befindet sich ebenfalls ein ausgeschilderter Reitweg, den man wunderbar etwas bergauf galoppieren kann. An der nächsten Kreuzung geht es wieder nach rechts in Richtung Aumühle direkt auf das „Forsthaus und Restaurant Friedrichsruh“ zu. Dort hat man die Wahl zwischen einem stabilen, aber etwas niedrigen Anbindebalken und einem großen Baum, an dessen starken Ästen die Pferde einen sicheren Platz finden.10_FZR_Sachsenwald_PauseForsthaus1.jpg

Das Forsthaus Friedrichsruh besteht seit über 100 Jahren und wurde 1938 bekannt, als Max Schmeling hier sein Trainingsquartier hatte um für den Weltmeisterschaftskampf gegen J. Luis zu trainieren. Mit Hilfe der Fürstlichen Familie von Bismarck wurde das Forsthaus, das seit 1990 unter Denkmalschutz steht, zwischen 1998 und 1999 renoviert und zu einem schönen Restaurant ausgebaut. Zahlreiche Einrichtungsgegenstände des alten Reichskanzlers unterstreichen die gediegene Atmosphäre des Forsthauses.

11_FZR_Sachsenwald_Forsthaus_Terrasse_1.jpgFür das leibliche Wohl wird bei warmem Wetter auf der weitläufigen Terrasse gesorgt, von der aus die Reiter auch die angebundenen Pferde im Blick haben. Mit Glück kann man in einem der beiden Gastzimmer ebenfalls einen Fensterplatz ergattern. Geboten werden nachmittags Kaffee und wunderbarer Kuchen oder für Hungrige auch gehobene deutsche Küche zum Beispiel mit Wildgerichten aus dem Sachsenwald, regionale und saisonbedingte Speisen sowie rustikale Gerichte.

Bildungsbeflissene können auch eine Reise machen, die in die Vergangenheit führt: Das Mausoleum des Reichskanzlers, die Bismarckstiftung mit ständigen Ausstellungen und das historische Bismarckmuseum. Faszinierend sind auch die Volieren in den in Europa einmaligen „Garten der Schmetterlinge“ mit hunderten Schmetterlingen in einer Traumlandschaft mit künstlichen Seen und den singenden Wasserspielen.

Auf dem Rückweg nimmt man den rechten der beiden in Richtung Osten weisenden Wege (Ödendorfer Weg) und gelangt nach etwa fünf Kilometern nach Ödendorf, wo sich Haase’s Heuhof befindet. Auch dort kann man Pferde anbinden oder sogar auf kleinen Paddocks unterbringen.

Rustikal im Haase’s Heuhof

Haase’s Heuhof besteht seit 1995 und gehört zu den ersten Heuherbergen in Schleswig-Holstein. Wer den Sachsenwald als Teil einer längeren Wanderreittour nutzen möchte, kann hier sehr preiswert auf dem ehemaligen beheizten Heuboden schlafen, allerdings sind Schlafsack und Taschenlampe mitzubringen.

Für das leibliche Wohl sorgt Familie Haase in ihrem Landgasthof mit gemütlichen Plätzchen am Kamin, wo selbstgebackene Torten und herzhafte Leckereien locken.

Zwei Wege führen zurück

Der Weg nach Kuddewörde zu dem beschriebenen Parkplatz führt nun zunächst zurück über den Ödendorfer Weg, den man nach etwa zwei Kilometern nach rechts abbiegt. Dieser Weg endet letztlich fast an dem Ausgangsplatz, wobei eine kleine Brücke über die Autobahn zu überwinden und am Schluss etwa 100 Meter an der recht viel befahrenen Sachsenwaldstraße entlang zu reiten ist. Diese beschriebene Runde ist gut 25 Kilometer lang.

Wer die Straße vermeiden möchte und außerdem noch gutes Sitzfleisch hat, kann auch auf demselben Weg etwas weiter zurück reiten, um dann nach rechts auf Richtung Sachsenwaldstraße und Witzhaver Viert zu gelangen. An der großen Kreuzung im Witzhaver Viert biegt man wieder rechts in östlicher Richtung ab und gelangt zum Ausgangs(Park)platz. Damit sitzt man etwa 30 Kilometer im Sattel.

Infos

Sachsenwald

Reitwegekarte im Sachsenwald

Sachsenwaldau

Alles rund ums Forsthaus

Haase’s Heuhof



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