Ausreittipp: Granderheide - Lütjensee in Schleswig-Holstein

Von Doris Jessen, geschrieben am 26.02.2016

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GranderTannen_klein.jpgWer auf einem Ausritt die Abwechslung liebt, gerne über Feld- und Waldwege mit kleineren Hügeln galoppiert und seinem Pferd sogar ein Fußbad in fließendem Wasser gönnen möchte, sollte einmal das Gebiet um Granderheide und Grander Tannen bis hin nach Lütjensee (ca. 20 Kilometer östlich von Hamburg) erkunden. Allerdings ist diese Strecke  vorwiegend dann gut zu bereiten, wenn es einige Tage trocken war, weil die Waldwege nach längerem Regen durchaus matschig werden.

Ein idealer Ausgangspunkt für den Ritt ist das nördliche Ende des Großenseer Weges in Granderheide, das sich etwa fünf Minuten von der Autobahn 24 (Hamburg-Berlin), Ausfahrt Witzhave, befindet. Gut zu erkennen ist die Einfahrt an dem an der Ecke liegenden großen Reitstall Puls. Am Endpunkt der Sackgasse findet auch ein größeres Gespann gut Platz zum Parken. Weitere Autos stehen dort eher selten, so dass sogar problemloses Wenden möglich ist und das Fahrzeug wieder in Ausfahrtrichtung auf gutem Waldboden bequem geparkt werden kann. Links und rechts davon ist genügend Platz, um die Pferde zu satteln und aufzutrensen.

Zwischen Wald und Weiden

Die Pferde fertig, kann es losgehen. Die Wege zu finden ist in den Grander Tannen kein Problem, weil sie mit grünen Hufeisensymbolen sehr gut ausgeschildert sind, nicht erlaubte Wege sind mit durchgestrichenen Hufeisen gekennzeichnet. Aus Fairness-Gründen dem Waldeigentümer gegenüber sollte man sich an die Ausschilderung halten.

Vom Parkplatz aus führt der griffige Waldweg zunächst in östlicher Richtung nach rechts. Während wir auf der linken Seite hohe Tannen sehen, blickt man rechts auf die letzten Weiden des Reitstalls Masler. Hier kann es passieren, dass die kleine Herde auch einmal auf den Zaun zugaloppiert, schreckhafte Pferde sollten daher nicht ganz am losen Zügel schlendern. Nach etwa einem Kilometer windet sich der Weg wieder in nördliche Richtung und führt nun direkt durch den Wald. Hier beginnen bereits die ersten kleineren Steigungen, die man mit einem gut trainierten Pferd wunderbar galoppieren kann. 2_FZR_GranderTannen_Breiter_Weg_.JPG

Der Weg geht schließlich wieder zurück in westliche Richtung, ebenfalls über kleinere Steigungen und Täler geht es auf gutem Boden im Wechsel von Trab und/oder Galopp bergauf und meistens im Schritt wieder bergab. In den Senken kann es an nassen Tagen etwas matschig werden, die meisten tieferen Stellen sind aber an den Rändern oder über kleinere Umgehungswege gut zu überwinden. Manchmal finden sich auf der Strecke sehr enge Passagen, an denen zwei Pferde gerade eben im Schritt aneinander vorbeikommen. Wilde Galoppaden sollte man daher an diesen Stellen eher unterlassen. Da diese Punkte aber weit im Voraus zu erkennen sind, ergibt sich hier kein Problem.

Wer – je nach persönlichem Reittempo - nur etwa ein oder anderthalb Stunden unterwegs sein möchte, hält sich auf ausgeschilderten Weg nun immer links und kommt dann automatisch wieder zum Parkplatz zurück. Die Strecke enthält auch zahlreiche breitere Wege mit gutem Boden, auf denen die Pferde längere Abschnitte galoppieren können.

Wer eine kleine Rast machen möchte, kann dies auch an einem Picknicktisch im Wald tun - Satteltaschen und Snacks nicht vergessen!5_FZR_GranderTannenPause_.JPG

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Von den Grander Tannen nach Lütjensee

Für den längeren Ausflug nimmt man die erste Abzweigung von dem genannten Hauptweg nach rechts. Sie führt aus dem Wald hinaus auf einen Weg an Feldern entlang, der uns auf die kaum befahrene Straße „Grander Weg“ mit gut bereitbarer Grasbankette bringt. Diesen reiten wir nach rechts in Richtung Großensee. Am Straßenende ist die Trittauer Straße in Richtung Lütjensee zu überqueren, um in die Straße „Hinterm See“ zu gelangen. 

Zunächst reitet man wieder an der Bankette entlang, dann geht die Straße in einen harten und leicht steinigen Weg über, der allerdings in etwa zehn Minuten überwunden ist. Für empfindliche Hufe ist hier Hufschutz empfohlen - es sei denn, man ist im Hochsommer oder Frühherbst unterwegs, dann lassen sich teilweise auch langgestreckte Stoppelfelder nutzen. Richtungsmäßig reitet man weiter nach Norden und dann nach Osten, um in das Waldgebiet östlich von Großensee zu gelangen. Dort angekommen, sind die Bodenverhältnisse wieder sehr gut.

Zahlreiche Reitwege kreuz und quer

Auch in diesem Gebiet sind die Reitwege ausgeschildert, allerdings verlaufen sie im wahrsten Sinne des Wortes kreuz und quer, so dass der Ortsunkundige sich entweder anhand einer Karte orientierten oder auf sein gutes Orientierungsgefühl verlassen muss. Wirklich gefährlich verreiten kann man sich hier aufgrund der begrenzten Fläche kaum, es kann nur passieren, dass die eine oder andere Strecke etwas länger wird als geplant. Wunderschön führt der Reitweg zwischen Sumpfteichen hindurch, in denen dürre alte Baumreste in den Himmel ragen und bei schönem Wetter die Libellen durch die Lüfte sausen. Hier lohnt es sich, einfach einmal ein paar Minuten schweigend stehen zu bleiben und die Ruhe der Natur zu genießen.

Schleushoern_Fluss.jpgEin Ziel ist kann der Mönchsteich sein, der malerisch im Nordosten des Waldgebietes liegt. Dort angekommen kann man entweder eine Pause mit selbst mitgebrachtem Proviant machen oder ihn quasi rechts liegen lassen und wiederum in westlicher Richtung zum hübsch gelegenen Hotel Schleushörn reiten. Kurz vor dem Ziel angekommen, kann man zwischen einer kleinen Brücke oder einem Ritt durch eine kleine Furt wählen (s. Foto links), um das Pferd zu tränken und/oder die Füße zu kühlen.

Dieser Ort ist deshalb ein attraktives Ziel, weil das Hotel einen Reitstall angeschlossen hat, der entweder Anbindemöglichkeiten oder sogar ein kleines Paddock für die sichere Unterbringung der Pferde während einer Pause anbietet. So können die Reiter beruhigt im Restaurant einen preiswerten Nachmittagskaffee mit einer großen Auswahl hausgemachten Kuchens oder deftige regionale Hausmannskost mit Reitertrunk genießen.

Ziel für einen Kurztripp

Das Hotel Schleushörn bietet sich auch für Gäste an, die von weiter her reiten oder ihre Pferde mit Anhänger transportieren und die Anlage zum Beispiel für ein Reiterwochenende nutzen wollen. Gastpferdeboxen sollten allerdings im Voraus reserviert werden, im Sommer stehen auch Weiden zur Verfügung.

6_FZR_GranderTannen_SchleushoernAusritt_am_see.JPGWer selbst kein Pferd mitbringt, kann sich geführten ein- bis zweistündigen Ausritten auf Leihpferden anschließen, zu denen natürlich auch Reiter mit Privatpferden willkommen sind. Dann geht die Tour umgekehrt: Von Schleushörn zum Reitstall Masler nach Granderheide.

Für die Beschäftigung reitbegeisterter Kinder ist ebenfalls gesorgt: Das Ehepaar Reinhard und Brigitte Hilger bieten in ihrer Reitschule Ponyreiten und Kinderunterricht an. Und wenn der Ehemann „nur“ Tennis spielen möchte: Auch kein Problem. Neben sechs Außenplätzen gibt es sogar eine Tennishalle mit zwei wetterunabhängigen Plätzen.

Schnell oder langsam zurück

Für den Rückweg bietet sich entweder dieselbe Strecke an oder ein Umweg, der im Westen der Grander Tannen an das kleine Örtchen Rausdorf grenzt. Auch dort finden wir wieder das schon vom Hinweg bekannte „auf und ab“, teilweise etwas bereitere oder auch schmalere Waldwege mit gutem Boden. Am südlichen Rand der Grander Tannen angekommen, führt der Weg dann nach links wieder in Richtung Parkplatz.

Insgesamt sind – je nach Kondition der Pferde, Bodenverhältnissen und Reittempo – pro Strecke etwa ein bis zwei Stunden einzuplanen.

Mögliche Rastplätze

Hotel · Restaurant · Café  Schleushörn
Strandweg 51 ·
D-22952 Lütjensee
Telefon / Fax: 04154 - 77 55
eMail: info@schleushoern.de
http://www.schleushoern.de

Reitanlage Schleushörn
Brigitte und Reinhard Hilger
04154 - 70 290
eMail: Schleushoern@t-online.de
http://www.reitschule-schleushoern.de

Kartenmaterial: "Offizielle Rad- und Wanderkearte Kreis Herzogtum Lauenburg" (CH. Schulten Verlag) im Maßstab 1:50.000. Dort findest man zur Orientierung alle Wanderwege eingetragen, darf aber nur die Reitwege nutzen.

Sicherlich gibt es bei Dr. Götze LAND&KARTEN (http://www.mapshop-hamburg.de/) eine topografische Karte im Maßstab 1:25 000 von der Gegend, die man allerdings vielleicht bestellen muss.


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