Einmal wie die Fürsten leben auf Burg Schlitz
Von Doris Jessen, geschrieben am 04.09.2011
Ruhe und Entspannung, Sport und Spaß – all dies können Fans gemütlicher Ausritte oder rasanter Schleppjagden während eines Urlaubs im eleganten Relais & Chateaux- Schlosshotel Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz erleben.
Wer sich das Schlosshotel Burg Schlitz zur Planung eines Reiturlaubs oder Wochenendausfluges zunächst im Internet ansieht, ahnt kaum, was ihn „im richtigen Leben“ erwartet: Schon die Auffahrt von der Hauptstraße in Hohen-Demzin ist durchaus beeindruckend. Auf dem Hügel oben angekommen – wir befinden uns hier in der Mecklenburgischen Schweiz südlich von Rostock – fällt der Blick auf das beeindruckende strahlend weiße Gebäude, das Anfang des 19. Jahrhunderts ursprünglich als Wasserburg gebaut wurde.
Ein paar Stufen höher in der Empfangshalle angekommen, fühlt sich der Besucher zurück versetzt ins elegante Landleben der späten 19. Jahrhunderts: Stilgetreu restauriert sind Holzdielen, Leuchter und Tapeten, erlesene Antiquitäten und dennoch bequeme Sitzgruppen verbreiten ein unvergleichliches Flair.
Luxus pur
Die 20 luxuriösen Gästezimmer – das kleinste misst gut 50, die „Blaue Suite“ stolze 86 Quadratmeter und entspricht damit einer Dreizimmerwohnung – lassen den Gast weiter eintauchen in das elegante Landleben, wie es früher einmal zumindest für die besseren Kreise gewesen sein muss.
Dementsprechend liebevoll hat das Gastgeberpaar Manuela und Armin Hoeck alle Räume wie zum Beispiel den Schinkelsaal, den Rittersaal und Gästezimmer mit maßgefertigtem Mobiliar im Biedermeierstil ausstatten lassen. Ganz besonders fällt die absolute Ruhe auf, die zum einen der Lage des Schlosshotels in einem 180 Hektar großen Park, zum anderen der zweifachen Doppelverglasung zu verdanken ist – stilecht einzeln zu öffnen, versteht sich.
Natürliche Eleganz
„Wir möchten unseren Gästen gerne die Möglichkeit für unvergessene Tage in Ruhe und Entspannung in herrlicher Natur und abgeschiedenem Ambiente fernab von jeglicher Hektik geben. Es gibt hier die verschiedensten Möglichkeiten für Spaß und Sport – vom ruhigen Spaziergang in unserem Park über Jagden und endlose Ausritte, für die man im Spätsommer auch die endlosen Stoppelfelder nutzen kann, bis hin zum Relaxen im Wellness-Bereich. Bei aller Eleganz des Hauses ist es uns aber wichtig, dass es dabei nicht zu förmlich zugeht und die Gäste sich wohlfühlen“, so die passionierten Gastgeber Manuela und Armin Hoeck. Zu dieser Atmosphäre trägt auch die gute Laune des Personals bei, dem geradezu anzusehen ist, dass ihm die Arbeit in der noblen Arbeitsumgebung Spaß macht.
Waidmanns Heil!
Zu den sportlichen Aktivitäten gehören auf Burg Schlitz die Jagd und die (Jagd-)Reiterei. Für die Jagd stehen insgesamt rund 1.000 Hektar jagdlich genutztes Land zur Verfügung. In kommenden Herbst wird es es wieder zwei Drückjagden geben, zu denen Gäste aus Deutschland und dem benachbarten Ausland eingeladen werden.
Schleppjagden mit Meute
Manuela und Armin Hoeck haben natürlich auch ein Faible für Pferde, wobei sie bei den Reitjagden mit der Mecklenburger Meute wieder ihre Passion des „eleganten Landlebens“ verwirklichen: „Es gibt kaum ein schöneres Bild, als Reiterinnen, die im Damensattel mit wehendem Tuch über die Felder jagen“. Damen, die im Damensattel reiten, dürfen demnach auch kostenlos an der Jagd teilnehmen und auch im Hotel wohnen, lediglich für Speis und Trank müssen sie selbst aufkommen. Oder vielleicht eher der männliche Begleiter, wenn man das Idealbild der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts konsequent zu Ende denkt...
„Wenn wir auf Burg Schlitz zu einer Jagd oder Reitjagd einladen, schlüpfen unsere Gäste für diese Zeit gewissermaßen in die Kavalier- und Damenrolle der damaligen Zeit. Beim abendlichen Ball legen wir Wert auf elegantes Outfit in Smoking und Abendkleid und der Herr darf auch gerne so höflich sein, der Dame die Tür aufzuhalten“, schmunzelt der Burgherr Armin Hoeck.
Reiten, soweit die Hufe tragen
Wer mit seinem Pferd das erste Mal nach Mecklenburg-Vorpommern und auf die Burg Schlitz fährt, ist sicherlich beeindruckt von den endlosen Weiten der Felder und Wiesen. Das macht Lust auf einen ausführlichen, gemütlichen Galopp.
Die Pferde der Hausgäste werden im zum Schlosshotel gehörenden „Marstall“ untergebracht, für dessen Erscheinungsbild in Sachen Eleganz allerdings noch ein wenig Nachholbedarf besteht. Speziell die Paddockzäune halten kritischen Sicherheitsblicken nicht Stand – und stürmischen Jungpferden wohl eher auch nicht.
Die im hohen und daher luftigen im Jahr 1848 erbauten Marstallgebäude liegenden Systemboxen haben aber modernen Standard und wurden für das Gastpferd frisch eingestreut. Heu und Hafer gab wie die Angaben der Homepage versprachen auch dazu.
Direkt um die Burg Schlitz herum reitet man teils auf geschotterten, teils aber auch herrlichen Wald- und Wiesenwegen, auf denen man zum Beispiel in westlicher Richtung der Burg zu der kleinen Künstlergemeinde Görzhausen gelangt. Direkt am Wegesrand haben sich zahlreiche Künstler mit derzeit insgesamt 25 Plastiken und Statuen us Stein, Metall und Holz auf dem Skulpturenweg verewigt, deren Titel durchaus Diskussionsstoff auf dem Ritt liefern.
Nach Süden führen Wege zum Schloss Schorssow, wo Reiter die Pferde auch anbinden und selbst einkehren können. Leider lud das Wetter während unseres Besuches nicht unbedingt für längere Ritte ein.
„Auf unseren Strecken können Sie Runden bis zu 160 Kilometer weit reiten, daher sind wir auch in Kontakt mit Distanzreitern, um einmal eine solche Veranstaltung anzubieten. Wir haben auch Ziele zum Einkehren, Karten dafür sind an der Rezeption erhältlich“, ergänzt Armin Hoeck.
Pferde sollte man allerdings selbst mitbringen, denn nur in Ausnahmefällen und für sehr gute Reiter/innen stellt der Burgherr seine „blonde Schönheit“, eine Polo-Schimmelstute namens Phantasia, zur Verfügung.
Hoch auf dem Jagdwagen
Als Alternative für Pferdelose oder auch nicht reitende Familienmitglieder bietet Fahrwart FN und Tainer B Udo Odebrecht in seinem Fahrstall „Friesenhof“ seine Dienste an: Er steht mit seinen schwarzen Perlen für Fahrten aller Art zur Verfügung, auch Fahrkurse sind bei ihm möglich. Dafür hat er passend zu jeder Gelegenheit zwei- oder vierspännige Kutschen, zum Beispiel auch einen leichten Jagdwagen, mit dem flotte Fahrten auf fast allen Böden durch den Wald möglich sind. So wäre es zum Beispiel vorstellbar, dass die Reiter und Fahrer einen gemeinsamen Ausflug unternehmen – Picknick aus der Schlossküche inklusive…
Für abends oder Regentage: Wellness vom Feinsten
Vom Ausritt heimgekehrt und das Pferd ordentlich versorgt, steht ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm: Die Wellness-Oase gegenüber dem Hauptgebäude. Hier erwarten den Gast ein kleines Schwimmbad, Sauna und Dampfbad sowie – für alle, die noch nicht ausgepowert sind – ein Fitnessraum mit allerlei Geräten. Hier lässt es sich hervorragend schwimmen und schwitzen, in der Clarins Beauty-Farm sorgt eine Kosmetikerin und Masseurin auf Bestellung für die Entspannung schmerzender Reiterrücken – die beste physische und psychische Vorbereitung auf das abendliche Festmahl.
Highlight des Tages: Dinieren im Rittersaal
Damit auch für das leibliche Wohl hervorragend gesorgt wird, bietet die Burg Schlitz im original restaurierten Rittersaal ein Gourmet-Restaurant, dessen Küchenchefin Sabine Teubler in der Schlossküche allerfeinste Köstlichkeiten zubereitet. Schon vor über hundert Jahren wurden auf Burg Schlitz Gerichte serviert, die aus den heimischen Wäldern, Seen und Auen kamen. Daran knüpft Sabine Teubler an und freut sich zur Jagdsaison über jeden geschossenen Braten. Täglich kreiert sie ein neues klassisch französisch geprägtes 7-Gang-Menü für die Gäste des Hauses, aus dem sich jeder aussuchen kann, wonach ihm der Sinn steht. Oder man gönnt sich das komplette Programm. „Bei der Auswahl der Küchenchefin war mir wichtig, dass sie nicht nur feine Menüs zubereiten kann – auf unseren Jagden ist die traditionelle Erbsensuppe Pflicht und wenn ich möchte, macht sie mir auch im Frühjahr Fliederbeerpfannkuchen“, erzählt Hausherrin Manuela Hoeck, so dass einem sofort das Wasser um Munde zusammen läuft.
Juwelen der Kunst
Neben den eher handfesten Genüssen, Jagd und Reitvergnügen findet der kunstsinnige Gast um die Burg Schlitz herum jede Menge zu entdecken: 36 Denkmäler in Form von Obelisken, Grotten und Säulen säumen die Wege im Park. Ein besonderes Juwel ist der Nymphenbrunnen, der 1905 von Walter Schott im Jugendstil gestaltet wurde. Die Denkmäler sind auch Zeugnis des Lebens und Schaffens von Hans Graf von Schlitz, der die Burg von 1806 bis 1823 erbauen ließ.
Im Hauptgebäude selbst finden sich edle Furnierhölzer aus Esche, Kirsche und Nuss. Feine Teppiche bilden eine Abwechslung zu den geölten original Holzböden aus dem 19. Jahrhundert. Entworfen wurde das Mobiliar vom Architekten Helmut Riemann, der auch für die Inneneinrichtung bedeutender Häuser wie dem „Hotel Louis C. Jacob“ in Hamburg verantwortlich war. In der Grafensuite sticht im Salon die historische Decke mit vergoldeten Kassetten hervor. Im Alten Rittersaal, wo sich auch das Gourmet-Restaurant befindet, glänzen die Wappen befreundeter Familien des Grafen von der Wand.
Traumhotel für Reiterträume
Das Schlosshotel Burg Schlitz, Mitglied des Relais & Chateaux-Verbandes der 5-Sterne-Kategorie ist ein sehr persönlich geführtes Refugium der außergewöhnlichen Art und nicht umsonst in dem Bildband „Traumhotels in Deutschland“ (Schmidt-Römhild-Verlag) beschrieben. Wer sich einmal einen Reiter- und/oder Jagdurlaub in ganz exklusivem Umfeld gönnen möchte, wird hier sicherlich lange von unvergesslichen Erinnerungen zehren können.
Weitere Info:
Schlosshotel Burg Schlitz
Burg Schlitz 2
17166 Hohen Demzin
Tel. (03996)12700
eMail info@burg-schlitz.de.
Die ganze Welt von Burg Schlitz unter www.burg-schlitz.de.
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