Verladen & Verreisen: Soll man Pferde auf längeren Fahrten abladen?

Von Jessen, geschrieben am 11.09.2017

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Blyss_Web__39_von_47_.jpgWer einen längeren Transport plant, mag sich fragen ob es sinnvoll ist, die Tiere abzuladen und zur Entspannung kurz zu führen. Lesen Sie im folgenden Bericht, ob dies im Sinne des Pferdes und der Straßenverkehrsordnung ist, und wie man ferantwortungsvoll mit Pferden auf Reisen umgeht.

Nicht nur Pferdebesitzer, sondern auch Trainer sind manchmal der Meinung, dass Pferde auf längeren Reisen ab etwa sechs Stunden für eine Pause auf einem Rasthof/Parklatz o.ä abgeladen und längere Zeit geführt werden sollten, damit sie „sich auch die Beine vertreten“ können. Hier stellen sich gleich mehrere Fragen: Ist das auf Autobahnen-Raststätten erlaubt? Ist es nötig oder sinnvoll?

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Straßenverkehrsordnung

Für den Umgang mit Tieren gilt die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) und hier speziell folgende Regelung: § 28 Tiere

(1) Haus- und Stalltiere, die den Verkehr gefährden können, sind von der Straße fernzuhalten. Sie sind dort nur zugelassen, wenn sie von geeigneten Personen begleitet sind, die ausreichend auf sie einwirken können. Es ist verboten, Tiere von Kraftfahrzeugen aus zu führen. Von Fahrrädern aus dürfen nur Hunde geführt werden.

(2) Für Reiter, Führer von Pferden sowie Treiber und Führer von Vieh gelten die für den gesamten Fahrverkehr einheitlich bestehenden Verkehrsregeln und Anordnungen sinngemäß. Zur Beleuchtung müssen mindestens verwendet werden: beim Treiben von Vieh vorn eine nicht blendende Leuchte mit weißem Licht und am Ende eine Leuchte mit rotem Licht, beim Führen auch nur eines Großtieres oder von Vieh eine nicht blendende Leuchte mit weißem Licht, die auf der linken Seite nach vorn und hinten gut sichtbar mitzuführen ist.

Rechtlich kein Problem

Es spricht also aus rechtlicher Sicht nichts dagegen, ein Pferd auf einem Rastplatz zu abzuladen und zu führen, weil die betreuende Person hoffentlich eine „geeignete Person“ ist.

Restrisiken bleiben

Allerdings spricht wohl der gesunde Menschenverstand dagegen, dies zum Beispiel auf einer Autobahn- oder Bundesstraßenraststätte zu tun, weil natürlich jedes Pferdes erschrecken und sich im Zweifel selbst mit Trense im Maul losreißen kann.

Insofern sollte man – wenn überhaupt – immer von der Autobahn/Bundesstraße abfahren und das Pferd auf einer ruhigen Straße oder noch besser einem Wald/Feldparkplatz führen. Selbst da bleibt in fremder Umgebung aber natürlich ein Restrisiko.

Langjährige Erfahrung

Nach der Erfahrung von „Vielfahrern“ ist dies aber bei einer Fahrt von sechs Stunden nach Empfehlung eines Tierarztes ohnehin nicht erforderlich. Vielmehr ist es sinnvoll, den Pferden zur Beschäftigung ein Heunetz anzubieten und eventuell Wasser mitzunehmen. Oft verweigern sie dieses aber auf dem Transport. Am Ziel angekommen, sollten die Pferde möglichst auf einem Paddock, einer Weide oder in einer Halle frei laufen dürfen, wo sie sich die Beine vertreten können, anschließend können sie in die Box gebracht werden.

Viele gute Tipps zur Vermeidung von Transportstress, sicherem Verladen und Reisen finden Sie hier.



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