Anhängerkupplung – fest installiert oder abnehmbar?

Von Doris Jessen, geschrieben am 10.11.2017

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LR_Freelander_Anhngerkupplung.JPGEgal, ob neues oder gebrauchtes Zugfahrzeug: Wenn es (noch) keine Anhängerkupplung hat, steht der Käufer vor der Entscheidung, welche Form der Kupplung er bestellen oder nachträglich einbauen lassen soll. Rainer Cervinka von der S.K. Handels GmbH in Aicha vorm Wald, die sich u.a. auf die Nachrüstung von Anhängerkupplungen und Zuglasterhöhung von Fahrzeugen spezialisiert hat, gibt Auskunft, welche Vorteile die jeweiligen Lösungen haben.

Wie den meisten Lesern bekannt sein dürfte, unterscheidet man zwischen starrer Anhängerkupplung (AHK), Flanschkupplung, halb- und vollautomatisch abnehmbarer AHK und schwenkbarer AHK. Die Bekanntesten sind jedoch die starren Anhängerkupplungen (geschweißt bzw. geschraubt) und vollautomatische, abnehmbare (Hand- oder Hebelsystem) Anhängerkupplungen. „Jeder Typ und jedes Modell bietet verschiedene Leistungen, Preise, Vor- und Nachteile. Sie sind modell- und typabhängig. Am besten man wendet sich direkt an den Fachhandel, um eine gezielte Beratung zu erhalten. Bei Online-Händlern sollte man daher darauf achten, dass sie auch eine telefonische Hotline anbieten, um – soweit vorhanden – Fragen abzuklären“, weiß Rainer Cervinka, Leiter der Abteilung Anhängerkupplungen der S.K. Handels GmbH.

In Punkto Qualität sind die namhaften Hersteller wie z.B. Thule, Westfalia usw. führend. „Wir vertrauen zum Beispiel seit einigen Jahren auf die Qualität von Thule, der sich als qualitativ hochwertiger und loyaler Partner erwiesen hat“, so Cervinka.

Einige Fragen vorab

Um die passende Lösung auszuwählen bzw. dem Fachhändler die Empfehlung zu erleichtern, sind einige Fragen im Vorfeld abzuklären:

Obwohl die Auswahl groß ist, kann nicht jede Kupplung für jedes Auto eingesetzt werden, das Modell muss für das Fahrzeug geprüft bzw. freigegeben sein.

Vor- und Nachteile der abnehmbaren Kupplung

An den meisten Limousinen, Kombis und SUVs werden heute abnehmbare Anhängerkupplungen eingebaut. Die Vorteile liegen auf der Hand: Außer im Anhängerbetrieb sieht das Fahrzeug ohne Kupplung eleganter aus, außerdem besteht keine Verschmutzungs- oder Verletzungsgefahr, wenn man aus Versehen daran stößt.

Allerdings ist zu bedenken, dass die abnehmbare Version bei der Bestellung für ein Neufahrzeug teurer ist als eine starre Kupplung, dasselbe gilt auch für die Nachrüstung.

SK_Superb_AHK_spannen_.jpgAußerdem kann das Handling seine Tücken haben: Nicht immer ist es mit kleineren Händen leicht, die vorgesehenen Arretierungen zu drehen oder zu spannen. Dazu kommt, dass der Kugelkopf meistens etwas fettig ist und daher – ist nicht immer ein Tuch zur Hand – schmutzige Hände vorprogrammiert sind. Bei etwas tiefer liegenden Fahrzeugen muss man sich gar auf die Knie oder noch weiter nach unten begeben, um den Elektrostecker einzuklinken.

SK_Superb_Elektrostecker_einsetzen_.jpgIst das schwere Teil dann abgenommen, fragt sich: wohin damit? Intelligent konzipierte Kofferräume sehen Schubladen oder Nischen vor, in denen das Eisenteil gut aufgehoben ist, in vielen Fällen rollt es munter durch den Raum. Bringt man sie zum Beispiel in der oft vorhandenen Mulde für das Ersatzrad oder Werkzeug unter, muss der gesamte Gepäckraum geleert werden, um an das gute Stück zu gelangen.

Allerdings gibt es hier Auswege, die in der Praxis überwiegend bei exklusiveren Fahrzeugen - und auch dort eher selten - im Einsatz sind: Manuell oder sogar elektrisch schwenkbare Modelle von Alko, Thule und Westfalia vermeiden schmutzige Finger. Mehr zum Modell von Alko hier.

Bleibt die Kupplung am Wagen, so sollte sie abgeschlossen werden, um einem eventuellen Diebstahl vorzubeugen. Rainer Cervinkea empfiehlt allerdings, sie grundsätzlich abzunehmen, um zum Beispiel bei einem Auffahrunfall nicht haftbar gemacht werden zu können, wenn durch die herausstehende Kupplung zusätzlicher Schaden entsteht. In jedem Fall muss sie abgenommen werden, wenn der Kugelkopf mittig angebrachte Leuchten oder das Kennzeichen teilweise verdeckt.

Vor- und Nachteile der starren Kupplung

StarreAHK_MItsubishi_L00.JPG"Vor allem an Geländewagen und Pickups sieht man häufig fest angebaute Kupplungen. Einer ihrer Vorteile ist der im Vergleich zur abnehmbaren Variante geringere Preis für die Anschaffung, der Montageaufwand ist der gleiche", erklärt Rainer Cervinka. Weiterhin muss man den Kugelkopf nicht immer wieder einsetzen, bei tiefer liegenden Fahrzeugen muss man sich nicht auf die Knie begeben, die Hände bleiben sauber und die Kupplung kann auch nicht verloren gehen bzw. verlegt werden.

Sicherer ist die starre Kupplung nicht, bei richtiger Pflege und Handhabung macht es keinen Unterschied, ob dies nun eine starre oder abnehmbare AHK ist.

Ist eine spezielle TÜV-Abnahme erforderlich?

Bei allen nach der EG-Richtlinie 94/20 geprüften Anhängerkupplungen ist eine Abnahme durch einen Sachverständigen nicht mehr erforderlich, sofern diese von einer Fachwerkstatt eingebaut wurde. Eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere ist ebenfalls nicht erforderlich. Die Montageanleitung dient hierbei als ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis). Lediglich wenn die Fahrzeugpapiere ohnehin geändert werden müssen, z. B. bei einem Halterwechsel oder wenn sich die Anhängelasten ändern, muss ein Eintrag der Anhängerkupplung erfolgen.



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