Pferdeanhänger regelmäßig überprüfen: Reparatur- und Pflegetipps

Von Doris Jessen, geschrieben am 17.07.2011

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GammeligerBoden_Neu.jpgBei intensiv genutzten Pferdetransportfahrzeugen bleiben Schäden nicht aus. Daher sollte man Pferdeanhänger und LKW regelmäßig auf mögliche Schäden untersuchen, um sie zu reparieren. Denn je mehr Wasser zum Beispiel in defekte Seitenwände oder Böden eintritt, desto größer werden die Schäden. 

Klaus Großmann, autorisierter Böckmann-Händler und Betreiber von Horsetruckpowerservice aus dem schwäbischen Neuweiler erklärt die häufigsten Schäden und wie sie behoben werden können.

? Welche Schäden treten am häufigsten auf?

Klaus Großmann: Bei älteren Pferdeanhängern, die zudem im Freien auf feuchten Böden stehen, leidet der Holzboden und rottet mit der Zeit durch. Dies gilt vor allem dann, wenn Pferdekot und Urin nicht nach jedem Transport entfernt werden.

Wenn der Boden verfault ist, kommt es auf den Grad des Schadens an, ob er ganz oder teilweise ersetzt werden muss. Manchmal reicht es aus, einen Teil der Holzplatte bis zur Kante auszuschneiden und nur dieses Teil zu ersetzen. Die Kosten beginnen hier bei etwa 100 Euro. Wenn Platte mehr als 40 Prozent kaputt ist, lohnt sich ein kompletter Austausch, für den man je nach Aufwand zwischen 500 und 1000 Euro rechnen muss. Sollte ein Aluminiumboden beschädigt sein, sind die einzelnen Aluprofile einfach zu tauschen.
Wenn gegossene Gummiböden oder Matten schadhaft sind, werden sie ebenfalls ganz oder teilweise ersetzt.

Für eine lange Lebensdauer ist eine sog. Verschleißmatte zu empfehlen, die im vorderen Bereich auf den Gummiboden gelegt wird. Sie schützt vor allem gegen die Belastung von Turnierpferden, die Eisen mit Stollen tragen.

? Oft wird empfohlen, die Gummimatte lose einzulegen und den Boden regelmäßig zu lüften. Was ist davon zu halten?

Klaus Großmann: Das ist in der Theorie gut gemeint, wird aber in der Praxis selten gemacht. Die Matten wiegen gut 50 Kilo und sind nicht sehr handlich. Also bleiben sie doch liegen und bieten gerade an den Rändern beste Eintrittsmöglichkeiten für Fäulnisbakterien.

Wie sieht es mit den Seitenwänden aus?

Klaus Großmann: Bei Anhängern aus Holz, dem sog. „Plywood“, sind oft am Bodenansatz auch die Seitenwände angegriffen. Hier lohnt sich meistens eine Teilreparatur, die innen mit einer Trittschutzplatte und außen mit einer Aluleiste überdeckt wird.
Wenn die Seitenwand komplett ausgetauscht werden muss, wird das verschraubte Dach abgenommen. Auch die Seitenwände sind bei guten Anhängern geschraubt, so dass die Reparatur für rund 700 bis 800 Euro zu machen ist.
Auch bei Polyester-Anhängern können allerdings Schäden auftreten: So zum Beispiel bei Unfällen oder wenn ein Pferd dagegen tritt. Bei Trittschäden sollte der Kratzer oder das Loch sofort mit Polyesterharz oder PU-Masse (Polyurethan) verschlossen werden. Anschließend lässt man die Fläche trocknen und montiert eine Trittschutzplatte darüber. So kann der innen liegende Holzkern der Polyesterwand nicht feucht werden. Wenn das nämlich passiert, besteht die Gefahr, dass sich nach längerer Zeit das Polyester vom Holz löst und dann keinen Halt mehr hat.

Welche Risiken gibt es noch?

Klaus Großmann: Ein Knackpunkt sind oft die Reifen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass generell mit zu wenig Luft in den Reifen gefahren wird, dadurch können sie heiß laufen und platzen. Meistens leiden sie auch unter zu langem Stehen, so dass sich Haarrisse bilden. Das muss regelmäßig kontrolliert werden. Bei Pferdeanhängern mit 100 km/h-Zulassung dürfen sie auf keinen Fall älter als sechs Jahre sein, wie sonst diese Erlaubnis erlischt.
Die Deichsel, Auflaufeinrichtung und das Bremsgestänge kann rosten, daher ist das regelmäßige Nachstellen des Gestänges und das Abschmieren wichtig. Bei Schäden kann die Auflaufeinrichtung ausgetauscht werden.
Wer eine für Pferdeanhänger eher untypische hydraulische Bremsanlage hat, braucht sich weniger Sorgen zu machen, weil hier keine Seilzüge kaputt gehen können. Allerdings sollte der Behälter der Bremsflüssigkeit regelmäßig kontrolliert werden.
Beim Service überprüfen wir auch das Radlagerspiel an den Achsen: Dafür wird der Anhänger aufgebockt und die Räder auf vertikales Spiel getestet.

Welche Schäden gibt es bei LKW?

Klaus Großmann: Im Winter leiden generell die Wassertanks und die Standheizung. Auch die Transporttrennwände verbiegen regelmäßig und müssen gerichtet oder ganz getauscht werden. Dasselbe gilt für die Rampenführungen. Manchmal steigen die Pferde auch und landen mit den Vorderhufen in den Futtertrögen.
Wie beim PKW gibt es beim LKW natürlich manchmal Lackschäden in der Außenhaut.

Welche Pflegemaßnahmen sind grundsätzlich zu empfehlen?

Klaus Großmann: Da der TÜV nur die Bremsen überprüft, sollte man bei älteren Pferdeanhängern regelmäßig den Holzboden und die Anschlussstellen zu den Seitenwänden überprüfen. Außerdem empfehle ich vor allem denjenigen, die nicht technisch versiert sind, einmal im Jahr eine Wartung bei einer autorisierten Werkstatt durchführen zu lassen. Dann ist man auf der sicheren Seite.

Mehr zu Anhängerpflege erfahren Sie auch hier.



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