Lust auf Schnee? Mit Pferd, Hundeschlitten und Snowmobil zu den Polarlichtern in Schweden

Von Doris Jessen, geschrieben am 08.01.2012

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Eishotel.jpgMit dem Snowmobil durch eine traumhafte Winterlandschaft zum Eisfischen düsen, auf dem Hundeschlitten die friedliche Ruhe der verschneiten Wälder und Weiten in sich aufnehmen, sich von dem überwältigenden Eishotel beeindrucken lassen, durch den glitzernden Pulverschnee reiten, um dabei Rentieren und Elchen zu begegnen und abends gemütlich im Goathi am Feuer ein typisches Abendessen genießen, bevor man sich beim Einbruch der Nacht versammelt, um nach den faszinierenden Polarlichtern Ausschau zu halten – das ist das Resümee eines unvergesslichen Winterurlaubs in Lappland in Schweden.

Schon unsere Ankunft ist abenteuerlich: Der Flieger landet auf einer komplett zugeschneiten Landebahn – für mich erst mal ein kleiner Schreck bis ich merke, dass das für das Flugzeug kein Problem darstellt. Nach den ersten Schritten über den knirschenden Schnee erblicke ich auch schon Matti, der uns freudestrahlend in Empfang nimmt. Wir, drei Schweizerinnen, eine Französin und ich, sind sehr gespannt auf das vor uns liegende Winterabenteuer und fragen Matti eifrig aus auf unserer kurzen Fahrt von Kiruna auf die Farm in Poultsa, einer beschaulichen Ansammlung von mehreren Höfen.

Kulinarische Köstlichkeiten unter Polarlicht

In der Dunkelheit erreichen wir die Farm und haben sogleich das große Glück Polarlichter am Himmel bestaunen zu können – wir sind begeistert! Nach einem köstlichen Abendessen, das aus Spaghetti Bolognese mit Elchfleisch, Salat und einem feinen selbst gebackenen Kuchen besteht, werden wir nach draußen gerufen: Eine Elch-Kuh stibitzt genüsslich mit ihren Zwillingskälbern von der Heuraufe auf der Pferdekoppel – glückseliger hätte man uns an unserem ersten Tag nicht machen können! Schließlich kuscheln wir uns in freudiger Erwartung auf den nächsten Tag in unser heimeliges Gästehaus, was auch mit einer Stube und einem Ofen ausgestattet ist.

Berge und Märchenwälder

Am nächsten Morgen sollen wir entdecken wie schön sich die Farm in die Landschaft schmiegt – auf der einen Seite ist sie von hohen Bergen umgeben, auf der anderen Seite von märchenhaften Wäldern. Es erwartet uns auch gleich ein Erlebnis der besonderen Art: Nach einem stärkenden Frühstück, das keine Wünsche offen lässt, ziehen wir jedes Kleidungsstück an, das Wärme verspricht, und starten – jeweils zu zweit – auf Snowmobilen zu einem See um dort eiszufischen.

Es macht großen Spaß die verzauberte Schneelandschaft auf eine uns neue Weise zu erobern und dabei den ein oder anderen Elch sowie Rentiere scheu aus dem Unterholz hervorlugen zu sehen, anzuhalten und sie ein Weilchen zu beobachten. Die uns schon bekannte Elch-Mutter spaziert mit ihrem Nachwuchs sogar direkt vor unseren Gefährten vorüber!

Nachdem wir eine wüstengleiche schneebedeckte Gegend durchquert haben, haben wir unser Ziel erreicht und beginnen mit viel Kraft Löcher in das dicke Eis zu bohren. Die nächste Stunde verbringen wir dann bequem auf einem Rentier-Fell liegend, die Aussicht genießend und auf Fische wartend. Nur eine von uns soll allerdings Erfolg haben – aber für alle wartet ein von Matti liebevoll vorbereitetes Picknick mit Rentier-Frikadellen am Feuer. Faszinierend zu beobachten, wie sich das Feuer nach und nach ins Eis frisst.

Erste Tölterlebnisse

Nach einer rasanten Rückfahrt erwartet uns auf der Farm nach einer Siesta unsere erste Reitstunde. Kerstin weiß sehr professionellen Unterricht zu geben und uns in dem für die Isländer typischen Tölt zu unterweisen. Ein weiterer schöner Abend vergeht mit noch mehr Polarlichtern, die wir von nun an fast jeden Abend bewundern können – mal weniger stark ausgeprägt, mal mehr.

Ausritte übers Eis

In den nächsten Tagen erhalten wir weitere Reitstunden und unternehmen verschiedene Ausritte in die Wälder und sogar übers Eis! Es sollen uns noch mehr Rentier-Rudel über den Weg laufen und die kleine Elch-Familie lässt sich auch noch häufiger auf der Farm blicken – entweder um sich am Heu zu bedienen oder Siesta zu halten. Die rund 20 Isländer der Farm sind alle sehr gut ausgebildet und treue und geduldige Gefährten, die wir rasch ins Herz schließen. Gern toben sie auch auf den Koppeln, die sich direkt beim Gästehaus und den Stallungen befinden: Nicht selten können wir beobachten wie sie vor Energie strotzend in Duellen ihre Kräfte messen und sich über die Koppeln treiben.

Mal was anderes: Hundeschlittenfahrt

An einem Tag wartet ein weiteres großartiges Erlebnis auf uns: Das Hundeschlittenfahren. Erst einmal dürfen wir auf der Hundefarm aber die Hunde und deren Nachwuchs kennenlernen und werden von den Vierbeinern in Streicheleinheiten verwickelt. Dann wird es turbulent: Es geht ans Anschirren. Jedes Team besteht aus einem Schlitten mit zwei Personen und fünf sibirischen Huskies, die einfach zum Knuddeln sind!

Allerdings sind sie recht unruhig, zappelig und bellen vor Erregung. So haben wir unsere Mühe ihnen das Geschirr anzulegen und sie in Reih und Glied an den Schlitten zu schnallen. Nachdem jedes Team seine Hunde schließlich unter Kontrolle hat, kann es losgehen: Ich bin sehr aufgeregt, da ich als erstes hinten auf den Kufen des Schlittens stehe und nicht weiß, was mich erwartet. Aber nachdem wir unter Vollbremsung einen ersten Hügel hinuntergefahren sind, verläuft die Fahrt entspannt und wir jauchzen – es ist einfach einmalig fast geräuschlos bei strahlendem Sonnenschein durch die Wälder und über offene Felder zu gleiten! Nach einer Weile machen wir an einer Art Tipi Rast – nach dem Abschirren machen wir es uns drinnen ums Feuer gemütlich und bekommen ein feines Mittagessen. Schnell bauen wir eine Beziehung zu unseren Hunden auf und das erneute Anschirren klappt wie am Schnürchen – auch, weil die Tiere nun nicht mehr so energiegeladen sind. Ich bin wehmütig, als wir wieder auf der Hundefarm ankommen und uns von ihnen verabschieden müssen – ein unvergessliches Abenteuer!

Zauberhaftes Eishotel

Den letzten Nachmittag verbringen wir im weltberühmten Eishotel in Jukkasjärvi. Schon mit dem ersten Blick auf das Hotel erliegen wir seinem Zauber und erkunden freudig die unterschiedlich gestalteten Zimmer, die Kapelle und natürlich die Eisbar! Das Staunen nimmt kein Ende – mit wie viel Liebe zum Detail hier Eis und Schnee in ein unüberschaubar großes Kunstwerk verwandelt wurden – einfach fantastisch! Im Anschluss lassen wir den Abend in einem gemütlichen Restaurant ausklingen – was für ein besonderer Urlaub es doch war mit so vielen unbezahlbaren Eindrücken!

Zurück in der Stadt

Den letzten Morgen verbringen wir schließlich in Kiruna, wo wir die ein oder andere Sehenswürdigkeit besichtigen, ein bisschen bummeln und Kaffee trinken. Dann heißt es auch schon Abschied nehmen, was uns absolut nicht leicht fällt.

Jedenfalls haben wir in den vergangenen Tagen gelernt, dass eine verschneite Winterlandschaft für vieles dienen kann: Ob als Kulisse für eine Elch-Mutter und ihre Zwillingsbabies, als Grundlage für das unvergleichliche Eishotel oder als Voraussetzung für jede Menge Spaß, nämlich Hundeschlitten sowie Snowmobil fahren, Eisfischen und Reiten.

Lara von Breidenbach

Alle Infos zur Reise unter www.reiterreisen.com/retwin.htm



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