Blomert Dolomit: Solide Holz-Poly-Kombination
Von Doris Jessen, geschrieben am 06.10.2004
Der Holz-Polyester-Anhänger „Dolomit“ der Blomert Fahrzeugbau GmbH bietet an Sicherheit, Geräumigkeit und ausreichender Serienausstattung alles, was für den Pferdetransport im täglichen Einsatz notwendig ist – zu einem vernünftigen Preis-/Leistungsverhältnis. (Testzeitraum Oktober/November 2004 im Auftrag der Zeitschrift PferdeForum Oldenburg)
Im schlichten silbergrau-weißen Design zählt das „Allround-Talent“ Dolomit, wie es Blomert selbst bezeichnet, zu den Einsteigermodellen aus der breiten Palette des Traditionswerkes.
Grundsolide und sicher
Beim Aufbau des Holz-Polyesteranhängers wurde insbesondere auf Stabilität Wert gelegt, was sich bereits beim ersten „Anfassen“ in vielen Ausstattungsmerkmalen bestätigt: So sind zum Beispiel die Bordwände aus 18 Millimeter dicken Holzplatten mit robuster Kunststoffbeschichtung. Der gesamte Rahmen und die Eckverbindungen bestehen aus eloxiertem Aluminium, seitlich erhöhen drei Alu-Streben die Stabilität.Aufgrund der Bordwandhöhe von 1,50 Meter ergibt sich auch eine entsprechend lange und somit flach am Boden aufliegende Heckklappe, die mit vier Scharnieren angebracht ist. Sie ist zum sicheren Einsteigen der Pferde serienmäßig mit rutschfestem Leistengummi verklebt und versiegelt. Unter anderem aufgrund der vier Stützstreben bleibt sie selbst beim Verladen schwerer Pferde formstabil und klappert nicht.
Der acht Millimeter dicke Gummibelag auf dem Holzboden ist in unserem Testmodell fest verklebt und versiegelt. Dies wird vom Hersteller aus Sicherheits- und Haltbarkeitsgründen auch empfohlen: „Sie erhöhen damit die Standfestigkeit der Pferde und erhalten die Qualität des Bodens, weil er gegen Nässe geschützt ist“, erklärt Thomas Blomert, der als leitender Angestellter für den Verkauf zuständig ist. Die Bodenplatte besteht aus 21 Millimeter dickem finnischem Holz, ab 400 Euro ist sie auch aus unverrottbarem Aluminium zu haben.
„Gewichtige“ Qualität
Blomert gibt in seiner Produktbeschreibung als Leergewicht 680 bis 861 Kilogramm an. Bei unserer Testfahrt zur Waage zeigt diese stolze 900 Kilogramm, die bereits mit überwiegend selbstverständlichen Zusatzausstattungen wie Gummiboden und Sattelkammer erreicht werden. Dieses Ergebnis entsteht, weil das Anhängergewicht laut Allgemeiner Betriebserlaubnis immer nur in der minimalen Grundausstattung ohne Einbauten angegeben wird – also auch ohne das schwere Boxengestänge. Damit erfordert der Dolomit wie viele andere Pferdeanhänger dieser Bauart bereits mit relativ leichten Pferden von jeweils gut 500 Kilo ein kräftiges Zugfahrzeug mit einer Anhängelast von mindestens 1,9 Tonnen.
Bequem rein und raus
Beim oft so kritischen Verladen gibt es keine Probleme, was auch dem hellen Innenraum und der serienmäßigen Klarsicht-Trennwand zu verdanken ist. Als Alternative gibt es eine weiße Holztrennwand. Was nun für die Pferde tatsächlich besser ist, dazu gibt es in Fachkreisen wie so oft zwei Meinungen: Während die einen der Ansicht sind, die Pferde stünden bequemer und vor allem sicherer, wenn sie eine möglichst breite Bodenfläche zur Verfügung hätten und sich aufgrund einer flexiblen Trennwand auch einmal quasi „zum Nachbarn hin“ ausbalancieren könnten, meinen die anderen, dies berge – eben für den Nachbarn – zu große Risiken, weil sich die Pferde mit den Hufen gegenseitig verletzen könnten. Außerdem könnten sich die Tiere an der durchgehenden Wand von oben bis unten besser anlehnen. Unsere Testpferde wurden mit dem einen und anderen Prinzip gefahren und hatten, so schien es, mit keinem irgendein Problem. Möchte man ein möglichst lange haltbares und reinigungsfreundliches System, so ist sicherlich die Kunststofftrennwand zu empfehlen, weil die weiße Holzplatte leicht verkratzt und vor allem am Heck schnell verschmutzt.
Wirklich der Sicherheit von Tier und Mensch dienen die „hängenden“ hinteren Boxenstangen. Damit sind Pferde, die schnell wieder zurücktreten möchten, schnell sicher untergebracht und der Mensch ist ebenfalls geschützt. Wie alle modernen Pferdeanhänger verfügt auch der Dolomit über ein Paniksystem, bei dem im Notfall das Boxengestänge von außen leicht zu öffnen ist. Alle Boxenstangen sind serienmäßig gepolstert.
Große Menschen haben’s leichter
Die Inspektionstür ist ausreichend groß, um dem Reiter das Hinein- und Herausklettern zu erleichtern. Sie ist zudem mit drei Scharnieren sowie Alueinfassung solide gearbeitet und über eine griffige Türklinke leichtgängig zu öffnen und zu schließen. Zwischen Brustgestänge und Sattelkammer ist ausreichend Platz zum Anbinden der Pferde. Wer es noch geräumiger braucht, kann (beim leeren Anhänger!) auch vorne die Bruststangen aushängen. Das empfiehlt sich zum Beispiel zum Ausfegen des Fahrzeugs.
Nachdem die Pferde sicher untergebracht sind, freuen sie sich eventuell über eine moderat gefüllte Futterkrippe, die in die Deckplatte der eingebauten Sattelkammer eingelassen ist. Darüber befindet sich der Haken für ein Heunetz und für die Nacht eine Lampe. Was zunächst praktisch aussieht, bringt bei der Reinigung ein wenig Aufwand mit sich: Richtig zu säubern ist die Schale nur mit viel Wasser, was anschließend wieder ausgeschöpft und –gewischt werden muss.
Natürlich ist die Heckklappe serienmäßig mit zwei Gasdruckrampenhebern ausgestattet, aber dennoch braucht man Kraft, um sie zu öffnen und nach dem Beladen wieder zu schließen. Soll das Fahrzeug bei schlechtem Wetter oder zum Abstellen komplett verschlossen werden, gibt es dafür serienmäßig den praktischen Planenlift, der innen im Dachspoiler integriert ist und bei Regen nicht voll Wasser laufen kann. Allerdings sind die Gummistrippen für Menschen unter 1,65 cm Körpergröße auch vom Gummiauftritt auf der Heckklappe aus nur mit athletischem Strecken zu erreichen. Es empfiehlt sich also, an der Mittelstrippe ein kleines Zusatzbändchen anzubringen. Die getönten und mit Sicherheitsgitter ausgestatteten Kunststofffenster sind für eine gute Belüftung in verschiedenen Variationen zu öffnen.
Das Anhängen an das Zugfahrzeug funktioniert dank des sehr leichtgängigen Kupplungsmechanismus schnell – ebenso wie das Automatikstützrad (Aufpreis 65 Euro), das sich flott hochkurbeln lässt.
Komfortables Fahrverhalten
Blomert stattet den Dolomit mit einem Niederflur-Längsträgersicherheitsfahrwerk der Firma WAP (Westfälischen Achsenwerke Paderborn) und Tandem-Gummifederachse und Radstoßdämpfern aus, das einen guten Fahrkomfort bietet. Für Vielfahrer und solche, die es noch besser haben wollen, bietet Blomert für alle Fahrzeuge gegen 500 Euro Aufpreis eine Tandem-Achse mit Schräglenker und Komfortschraubenfederung als Zusatzausstattung.Beim Rangieren reagiert das Fahrzeug angenehm direkt, so dass selbst ungeübte Fahrer(innen) in kurzer Zeit auch in schmale Parklücken einfädeln können.
Sattelkammern für jeden Bedarf
Sowohl für „normale“ als auch die voluminösen Westernsättel bietet Blomert im Dolomit gegen Aufpreis (rund 500 Euro) eine Sattelkammer und ausziehbare Sattelhalter, die äußerst praktisch zu bedienen sind. Als nicht sehr bedienungsfreundlich haben wir dagegen die an der Innenseite der Tür montierten Trensenhalter empfunden, weil sie die Zügel hier leicht in der Tür festklemmen.
Blomert verkürzt zugunsten der großen Sattelkammer die Stellfläche für die meist kleineren Westernpferde nicht. Dadurch ist das Fahrzeug nach einem eventuellen Weiterverkauf für größere Pferde ebenfalls nutzbar und der Käuferkreis erstreckt sich auch auf Besitzer großer Warmblüter wie sie in Deutschland oft anzutreffen sind. Wer viel mit seinen Pferden verreist – egal, ob mit Turnier- oder Urlaubsgepäck – sollte sich daher grundsätzlich den Einbau der größeren Sattelkammer überlegen.
Fazit
Der Dolomit ist ein solides Fahrzeug der Holz-Polyester-Klasse und bot ab 4.400 Euro (zum Testzeitpunkt) eine ausreichende Grundausstattung für Pferd und Reiter. Allerdings haben die Kunden schon mindestens zwei wichtige Zusatzausstattungen erkannt: „Die meisten Fahrzeuge werden mit verklebtem Boden ausgestattet und zwei Drittel der Käufer entscheiden sich heute für eine Sattelkammer“, erklärt Blomert.
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