Schnittstelle zwischen PKW und SUV: VW Tiguan
Von Doris Jessen, geschrieben am 26.06.2011
Optisch liegt der VW Tiguan in der einfachsten Ausstattung als Modell Trend&Fun zwischen einen großen Golf und einem kleinen Tuareg und bildet dementsprechend nach Aussage des Herstellers die Schnittstelle zwischen PKW und SUV.
Völlig untypisch für diese Klasse und das relativ geringe Eigengewicht von 1.620 kg ist die hohe Anhängelast von bis zu 2,5 Tonnen beim Dieselmodell mit 2 Litern Hubraum und 103 kw/140 PS. Der Benziner darf mit 110kw/150 PS 2 Tonnen ziehen. Eine Besonderheit für den Anhängerbetrieb ist hier sicherlich die elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung, die auf Knopfdruck ausgefahren werden kann. Wird der Wagen bereits ab Werk mit der Zugvorrichtung ausgestattet, enthält das serienmäßige ESP (elektronisches Schleuderprogramm) eine zusätzliche Gespannstabilisierung. Dieses (s. Kasten „Technik“) erkennt in Schleudersituationen die Pendelschwingungen des Anhängers und wirkt gezielt entgegen.
Für den Anhängerbetrieb interessant: Volkswagen bietet im Tiguan ausnahmslos sog. aufgeladene Benzin- und Diesel-Motoren – besser bekannt als Turbolader –, die bereits knapp über der Leerlaufdrehzahl kraftvollen Schub liefern. Die Common-Rail-TDI-Aggregate sind zudem mit 6,3 Litern und nur 164 g CO2 relativ verbrauchs- und emissonsarm.
Mit einem Laderaumvolumen von bis zu 1.510 Litern liegt er im mittleren Bereich seiner Klasse. Die Rücksitzbank ist wie bei fast allen Modellen dieser Art im Verhältnis 60:40 teilbar, zusätzlich um 16 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbar, so dass entweder mehr Beinfreiheit im Fond oder ein Plus an Platz im Kofferraum entsteht. Optional gibt es einen doppelten Ladeboden samt Cargomanagement- System.
Für den häufigen Einsatz in rauerem Gelände empfiehlt VW allerdings nicht die Basisversion, sondern die gut 30.000 Euro teure (für die Benzin- und Diesel-Variante gleichermaßen) Ausstattung Track & Field, die speziell für das Leben neben den asphaltierten Pisten konzipiert wurde. Ob man als Reiter den großen Böschungswinkel (28° statt 18° Grad) braucht, sei dahin gestellt, sicherlich sinnvoll ist der serienmäßige neu entwickelte Offroad-Modus, der auf Knopfdruck eine Vielzahl von Assistenzsystemen weckt, um Fahrten im Gelände besonders sicher zu machen. Dazu gehören sie optimierte Motordrehzahlregelung beim Anfahren, ein Bergabfahrassistent, das Antiblockiersystem Plus.
Wer sich eine Automatik gönnt, mit der im Übrigen auch die hohe Anhängelast gezogen werden darf, profitiert beim Track & Field von einer präziseren Dosierbarkeit des Fahrpedals und Gangvorwahl. Gegen das Verfahren in entlegenen Gegenden mag der Kompass dabei unterstützen, den Weg zu finden und sehr praktisch ist gerade für den Anhängerbetrieb die Reifendruckkontrollanzeige.
Zurück zur Rubrik








