Pferdeanhänger-Zugfahrzeug Škoda Karoq 2,0 TDI SCR: Bezahlbares Kompakt-SUV mit durchdachter Praktikabilität und hohem Komfort

Von Doris Jessen, geschrieben am 14.11.2018

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Skoda_Karoq_Web__44_von_59_.jpgFür den Pferdeanhänger-Zugbetrieb ist ein SUV ideal, vor allem dann, wenn es mit Allradantrieb ausgestattet ist und – für mittelschwere Lasten – wenigstens zwei Tonnen ziehen kann. Mit dem seit Ende 2017 neuen SUV Karoq 2,0 TDI SCR mit 150 PS, Allradantrieb und DSG-Automatik bietet Škoda ein Fahrzeug, das unseren Test mit Bravour absolviert hat: Kompakte Abmessungen, dennoch großer Laderaum und maximale Bedienungsfreundlichkeit sowie ein langstreckentauglich komfortables Fahrverhalten mit und ohne 2-Tonnen-Pferdeanhänger machen ihn zu einem sportlich-schicken Begleiter ab rund 32.900 (Schaltgetriebe) und - wie im Testfahrzeug mit DSG-Automatik - 34.700 Euro.

Nachdem 2016 der voluminöse Škoda Kodiaq auf den Markt kam, wurde schon bald gemutmaßt, dass er bald einen „kleinen Bruder“ bekäme. Ende 2017 war es dann soweit: Der mit 4,38 m Länge 30 Zentimeter kürzere Karoq ergänzt die nun reichlich ausgestattete SUV-Palette des Volkswagen-Konzerns. Er bildet mit dem 150-PS-Modell und Allradantrieb eine mittelgroße Alternative für Reitsportler, die wenigstens zwei Tonnen Anhängelast benötigen, denen aber der Seat Ateca zu klein und der VW Tiguan oder Audi Q 3 zu groß oder zu kostspielig ist.


Optisch kann er seine Verwandtschaft zum Kodiaq nicht verleugnen: Abgerundete und muskulös wirkende Frontpartie mit präzise geschliffenen LED-Scheinwerfern, sportlich-schnittige Seitenansicht mit dynamischen Licht- und Schatteneffekten sowie flotte Beleuchtungselemente am Heck. 

Topmoderner Innenraum

Skoda_Karoq_Web__6_von_59_.jpgEinmal eingestiegen, nimmt man auf sehr bequemen und elektrisch einstellbaren und heizbaren Ledersitzen Platz, deren Position sich die Memory-Funktion für drei Fahrer merkt. Die Seitenwangen bieten guten Halt, die Lendenwirbelstütze sorgt für entspannte Fahrt. Der Innenraum wirkt sehr viel großzügiger als die Außenabmessungen vermuten lassen, ein Eindruck, der vor allem durch die geräumige Mittelkonsole mit dem gut in der Hand liegenden, breiten Automatikschalthebel verstärkt wird. Noble Akzente setzen die farbliche Ambiente-Beleuchtung und die matt gebürsteten Aluminiumapplikationen an den Türen, oberhalb des Handschuhfachs und unterhalb des Displays.

Vor dem Schalthebel findet unser Handy in der abschließbaren „Phonebox“ seinen Platz. Ihr Vorteil: Das Signal für Mobilfunkgeräte wird verstärkt und Qi-fähige Smartphones können induktiv geladen werden. Wer dennoch ein Kabel benötigt, findet USB-Buchsen, 12-V-Steckdosen und AUX-Anschlüsse.


Auf längeren Reisen sind uns die vielen und vor allem intelligent konzipierten Ablagen aufgefallen: Im hinteren Teil der vorderen Türtasche versteckt sich ein spezielles Fach für die obligatorische Warnweste, zudem war für ausreichend Getränk gesorgt, das ebenfalls im Türfach Platz findet. Bonbonpapiere, Taschentücher oder Kirschkerne werden im kleinen abnehmbaren Abfalleimer entsorgt, der passend an den Rand des Fachs geklemmt wird. Im Staufach links neben dem Lederlenkrad verschwindet der Schlüssel, unterhalb der Mittelarmlehne finden zum Beispiel Notizblock und Stift Platz. Weiter vorne bietet ein zum Reinigen herausnehmbares Fach Flaschen oder Bechern sowie Münzen sicheren Halt. Das Handschuhfach ist ebenfalls geräumig. Auch langbeinige Fond-Passagiere haben dank der verschiebbaren Rückbank ausreichend Platz, können ein Tablett ausklappen und in den Türtaschen große Flaschen parken. Dasselbe gilt für die ausgeklappte Mittelarmlehne. 

Maximal flexibler Gepäckraum


Ganz besonderes Lob verdienen die „Innenarchitekten“ des Škoda Karoq für die Gepäcksraumgestaltung. Die elektrische Heckklappe (per Schlüssel oder Fußgeste zu öffnen) kann in der Öffnungshöhe zum Beispiel passend zur Garagenhöhe eingestellt werden. Die Gepäckraumabdeckung – früher auch als Hutablage bezeichnet – ist am Fenster installiert und schwingt so zusammen mit der Heckklappe hoch. Sie ist netzartig und damit leicht durchsichtig und luftig, aber dennoch blickdicht.

Zum sicheren Verstauen von Ladegut finden wir mehrere kleine Fächer, Taschenhaken, Gepäcksnetze und zusätzlich eine Netztrennwand vor, die sehr gut geeignet ist, den Gepäckraum abzusichern, zum Beispiel wenn Hunde mitreisen. Speziell für oft nasse Vierbeiner sinnvoll ist auch die Wendematte, die auf der einen Seite mit Stoff oder Teppichboden und auf der anderen Seite mit Gummi beschichtet ist.

Wie bei nahezu allen SUVs sind auch die Rücksitze teilweise oder komplett umzuklappen, um den minimalen Raum von 588 bis zum einen maximalen Laderaum von 1.600 Litern zu erhalten. Ganz besonders praktisch ist der variable Ladeboden, der mit der Ladekante abschließt. Er erleichtert vor allem das Entladen schwerer Gegenstände – so kann man zum Beispiel Futtersäcke einfach herausziehen und gleich in eine Schubkarre gleiten lassen, ohne sie eigens anheben zu müssen. Ein wahrer Segen für den Rücken…

Start auf Knopfdruck

Das Modell „Style“ ist mit dem mittlerweile weit verbreiteten Keyless Go System ausgestattet, d.h. wir können die Türen lediglich mit einer Hand auf dem Griff öffnen und auch abschließen. Praktisch, aber nicht unumstritten, weil das Funksignal leicht geknackt werden kann.

Skoda_Karoq_Web_Display.jpgGestartet wird ebenfalls ohne Schlüssel nur auf Knopfdruck. Der 2-Liter-Turbodiesel startet mit leisem Brummen und das Display – im Testmodell konventionell mit zwei Rundinstrumenten für Tourenzähler und Tachometer, weiße Zahlen auf silber-schwarzem Hintergrund – erwacht zum Leben. Rechts daneben blicken wir auf das 9,2“ große hochglänzenden Farbdisplay des Infotainment-System Columbus. Hier vereinigen sich Navigation, Telefon, Unterhaltung via DAB-Radio, CD und Bluetooth-Streaming sowie Information über alle erdenklichen Fahrdaten. Ist das Fahrzeug entsprechend registriert, ist auch Infotainment Online an Bord und zeigt zum Beispiel die aktuellen Wetterdaten. Für den großen Musikgenuss wurde im Testmodell auch eine Canton-Stereoanlage eingebaut.

SKODA_KAROQ_Columbus_Navi.jpgDas System ist über den Touchscreen einfach und selbsterklärend zu bedienen, wobei wir Tasten für die wichtigsten Menüpunkte wie Navigation oder Telefon und den einfachen Drehregler für die Laustärke vermisst haben. Um aus der Navigationsansicht zum Radio zu gelangen, muss zunächst das Menü aufgerufen werden, unter dem sich dann alle anwählbaren Anwendungen finden. Das ist ein bisschen umständlich und das kleinere Amundsen-System erschien uns deutlich praktischer.

Perfekt hat uns vom ersten Versuch an der Sprachassistent verstanden, selbst wenn die Namen der Telefonkontakte etwas komplizierter waren.

Skoda_Karoq_Web__3_von_59_.jpgDie Klimatisierung ist erfreulicherweise noch über Drehregler und Knöpfe einzustellen.

Ordentlicher Antritt

Bereits während der ersten Testrunde – noch ohne Pferdeanhänger – gefiel uns das Fahrverhalten: Der Karoq ist sympathisch straff gefedert ohne dabei zu hart zu sein und liegt auch gut in der Kurve. Der Turbodiesel leistet 150 PS und bringt zwischen 1750 und 3000 Umdrehungen ein Drehmoment von 340 Newtonmetern auf die Straße. Aufgrund des automatischen Allradantriebes wird die Kraft abhängig von den Straßenbedingungen auf die Vorder- und Hinterachse verteilt.

SKODA_KAROQ_Fahrmodi_1.jpgJe nach persönlichem Geschmack können wir gemütlich im Eco-Modus cruisen oder deutlich spritziger im Sport-Modus fahren, dazwischen liegt „normal“ und für den Winter die Einstellung „Schnee“, die jahreszeitenbedingt nicht getestet werden konnte. Im Individual-Modus kann sich jeder Fahrer seinen eigenen Mix aus Sport, Eco oder normal zusammenstellen. Je nach Modus schaltet das 7-Gang-Dopplekupplungstriebe früher, wird die Lenkkraftunterstützung etwas geringer.

Erfreulich satt lag der Karoq auch bei hohen Geschwindigkeiten auf der Straße. In 9,3 Sekunden geht es von 0 auf 100, die Spitze ist bei 195 km/h erreicht. Wir haben uns überwiegend im Eco-Modus bewegt und sind dabei überwiegend auf Autobahnen mit 6,5 Litern Diesel, in der Stadt und auf Landstraßen mit rund 7,5 bis 8 Litern unterwegs gewesen. Die im Prospekt angegebenen Werte zwischen 4,9 und 5,7 Litern haben wir nicht erreicht.

Assistenz entspannt

Wie in vielen Modellen des VW Konzerns unterstützen uns auch im Škoda Karoq alle erdenklichen Fahrassistenten dabei, selbst nach langen Fahrten entspannt anzukommen: Der adaptive Abstandstempomat hält die Distanz zum Vordermann und – was viel wichtiger ist, bremst sicher ab, wenn sich zum Beispiel auf der Autobahn ein Wagen mit zu kurzem Abstand vordrängt. Besonders angenehm ist diese Technik im Stau, weil der Karoq seine Position hält und sogar die Lenkung selbststätig übernimmt. Vor allem im dichten Stadtverkehr genießen wir den Spurwechselassistent, weil er immer anzeigt, ob sich links oder rechts ein Fahrzeug im toten Winkel befindet. Bei Dunkelheit erspart der Fernlichtassistent das lästige Abblenden bei Gegenverkehr. Geld spart unter Umständen die Verkehrszeichenerkennung, weil sie immer die erlaubte Höchstgeschwindigkeit anzeigt.

Vor Unfällen schützt die „Inaktivitätserkennung“, die wir auf einer leeren Landstraße auf die Probe gestellt haben: Einfach einmal nichts tun, als wäre man eingeschlafen. Zunächst erhalten wir im Display die Aufforderung „Lenkung übernehmen“, anschließend ertönen zunehmend laute Tonsignale. Reagiert der Fahrer dann immer noch nicht, bremst der Wagen rückartig ein wenig ab. Spätestens jetzt sollte man aufwachen. Letztendlich bremst das System das Fahrzeug kontrolliert ab und schaltet, zum Stillstand gekommen, die Parkbremse sowie die Warnblinkanlage ein.

Keine Angst vor engen Parklücken

Routinierte Fahrer brauchen es nicht, wer aber selten in der Stadt unterwegs ist und Bammel vor engen Parklücken hat, wird sie genießen: Alle Helferlein rund um das Parken. Schon selbstverständlich sind ja heutzutage die Warnpiepser vorne und am Heck, beim Testmodell kamen unterstützend noch eine Rückfahrkamera sowie der Parklenkassistent hinzu, der passende Parklücken nicht nur findet und anzeigt, sondern das Fahrzeug auch so schnell in die Lücke manövriert, dass man den Fuß sicherheitshalber auf der Bremse lässt. Dabei ist es egal, ob rechts oder links parallel der Fahrbahn oder quer zur Straße geparkt wird.

Souveränes Zugverhalten

SKODA_KAROQ_AHK.jpgVor dem Heranfahren an den Pferdeanhänger wird zunächst einmal die Anhängerkupplung ausgefahren. Sie funktioniert teilelektrisch, d.h. der Kupplungskörper fällt auf Knopfdruck aus seiner Halterung und kann dann mit dem Fuß oder der Hand eingerastet werden.




Skoda_Karoq_Web__53_von_59_.jpgZum Andocken des Pferdeanhängers hilft die Rückfahrkamera, deren Bild superscharf auf dem breiten Display erscheint und es daher ermöglicht, das Fahrzeug millimetergenau unter das Kupplungsmaul des Anhängers zu manövrieren. Der Ankuppelvorgang ist so in Sekunden erledigt. Fehlt noch die Elektroverbindung.


Skoda_Karoq_Web__48_von_59_.jpgExtrem bedienungsfreundlich liegt die Steckdose links am Kupplungshals, ist dadurch fast ohne Bücken leicht zugänglich und wackelt nicht, wenn man den Stecker eindreht. Kein Knien auf nassem Boden mehr… Da mögen sich Hersteller deutlich teurerer Fahrzeuge einmal ein Beispiel nehmen.

Alles installiert und die Pferde eingeladen, kann es losgehen auf die erste Fahrt. Da unser Testmodell eine werksseitig eingebaute Anhängerkupplung besitzt, aktivieren wir im Infotainment-System die Anzeige für die im Anhängerbetrieb gültigen Verkehrszeichen und die Höchstgeschwindigkeit, in unserem Fall sind dies 80 km/h. Die 100 km/h-Zulassung des WM Meyer-Anhängers dürfen wir wegen des Leergewichtes von 1.780 kg genau genommen nicht nutzen, dafür wären 1.808 kg erforderlich. Im Display erscheinen Symbole mit Anhänger, die erlaubte Geschwindigkeit und fallweise Überholverbot für Gespanne.

Der Karoq zieht schon im Eco-Modus gut an, besser geeignet ist auf Landstraßen mit vielen Kurven oder in Ortschaften der Normal- oder Sportmodus, weil es damit etwas dynamischer vorangeht. Das Fahrzeug bewältigt seine Last souverän, auch bei Überholvorgängen gibt es keinerlei Probleme.

Auf der Autobahn rollen wir im Eco-Modus gelassen in der LKW-Spur, immer unterstützt vom Abstandstempomat, der das lästige Gasgeben und Bremsen in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit des vorderen Fahrzeuges erspart. Herrlich entspannt kommen wir nach 439 Kilometern an unserem Zielort an.

Auf nassen Untergründen, wie wir sie speziell auf Reitstall-Wiesenparkplätzen oder bei Turnieren finden, auf denen Durchfahrten bei Regenwetter oft noch stark ausgefahrene Furchen aufweisen, hilft der Offroad-Modus für sicheres Fortkommen. 

Der Dieselverbrauch pendelte sich mit Anhänger auf sparsame 8,7 Liter ein.

Fazit

Škoda ist zu Recht stolz darauf, viel Auto fürs Geld zu liefern, ohne dabei auf Schick und Komfort zu verzichten. Diese Kombination ist auch beim neuen Kompakt-SUV Karoq wunderbar gelungen. Wer entspannt reisen, mittelschwere Pferdelasten bis 2 Tonnen souverän ziehen und sein Gepäck perfekt verstauen möchte, ist mit dem sportlich-schicken Karoq bestens bedient. Das preisgünstigste Modell 2,0 TDI SCR 4x4 mit Schaltgetriebe in der Ambition-Ausführung kostet 31.290 Euro, die sehr gut ausgestattete Style-Version mit Automatik beginnt bei 34.690 Euro. Dazu kommt in jedem Fall die Anhängerzugvorrichtung für 810 Euro. Für die wirklich luxuriöse Sonderausstattung im hier beschriebenen Testwagen kämen noch einmal 12.670 Euro hinzu.

Technischen Daten

Länge (mm) 4.380
Breite (mm) 1.840
Höhe (mm) 1.603
Wendekreis (m)
12,8
Bodenfreiheit (mm)
176
Kofferraumvolumen (Liter)
588 - 1.600
Leergewicht (kg)
1.591 - 1.781
Zuladung (kg)
612 - 452
Anhängelast gebremst, bis 12 % Steigung (kg)
2.000
Stützlast
80 kg
Motor
2,0 l 4-Zylinder Turbodiesel 
Maximale Leistung 110 kW (150 PS)
Maximales Drehmoment
340 Nm bei 1.750 bis 3.000 Umdrehungen/min
Beschleunigung
0 – 100 in 9,3 sec
Höchstgeschwindigkeit
195 km/h
Verbrauch in Litern (Herstellerangaben)
Stadt: 5,7; außerhalb 4,9; gesamt 5,2
Schadstoffklasse
Euro 6
CO2-Emission (g/km)
138
Versicherungsklasse Haftpflicht + Teilkasko + Vollkasko
16 (HP), 20 (TK) 20 (VK)

Neupreis €

Ab 31.300 € Modell Ambition ohne DSG; Testwagen Modell Style mit DSG 34.690 €; zzgl. 12.670 € Sonderausstattung.





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