Pferdeanhängerzugfahrzeugtest Peugeot 3008 GT: Top-schick für leichtere Lasten

Von Doris Jessen, geschrieben am 18.01.2018

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Peugeot3008_Web__39_von_47_.jpgFuturistisch-robust ist der erste Eindruck des neuen Compact-SUV Peugeot 3008. Im Testbetrieb bewährte er sich in der höchsten Ausstattungslinie GT mit einem 180-PS-starken 2,0 Blue HDi Dieselaggregat und 6-Gang-Automatikgetriebe. Bis zu 1,7 Tonnen Anhängelast zieht er sehr gut vom Fleck und bleibt dabei sparsam im Verbrauch. Ab 40.750 Euro ist er in der Serienausstattung zu haben.


Allen Energiediskussionen zum Trotz sind SUVs sind seit Jahren die beliebtesten Fahrzeuge. In diesem Segment ist dem für besonderen Schick und Style bekannten französischen Hersteller Peugeot ein Designer-Meisterstück gelungen: Der neue Peugeot 3008, hier getestet in der luxuriösen GT-Ausstattung, vermittelt auf den ersten Blick: Ich bin anders.

Fällt auf

Der Testwagen präsentiert sich in auffallender Bicolor-Lackierung „Coupe Franche“, bei der Heck und Dach schwarz-metallic schimmern. Im Seitenbild dominieren sportlich-fließende Linien, die durch drei leicht geschwungene Chromleisten am Dach, am unteren Fensterabschluss und an den Türen geschickt betont werden. Von vorne ist er ganz SUV: Silberfarbene Frontschürze, zweigeteilte Lufteinlässe und GT- Kühlergrill im Rennwagenflaggenmuster. Die gezackt geformten Full-LED-Scheinwerfer runden das schon fast futuristische Design ab.


Hat man das Fahrzeug schlüssellos geöffnet, setzt sich auch innen die mit dem Red Dot Award ausgezeichnete „Design- und Technik-Offensive“, wie Peugeot es nennt, fort. Die Armaturen bestehen aus hochwertigem Kunststoff, an den Türverkleidungen und oberhalb von Handschuhfach ergänzen Dekoreinlagen aus echtem „Grey Oak“, Klavierlack und matter Chrom den noblen Auftritt.

Katzenpfoten verwöhnen Reiterrücken

MAssagesitz.jpgFür unsere Testfahrten im Topmodell nehmen wir auf den mit gestepptem Nappaleder gezogenen ergonomischen Komfortsitzen Platz. Das mit dem Siegel „Aktion Gesunder Rücken e.V.“ prämierte Gestühl ist nicht nur urgemütlich, sondern bietet vor allem auf Langstreckenfahrten alles, was der oftmals geschundene Reiterrücken begehrt: Natürlich geheizt und elektrisch verstellbar mit 4-Wege Lendenwirbelstütze, ausziehbarer Oberschenkelauflage und einer variantenreiche Massagefunktion, die unter anderem in der Einstellung „Catpaw“ den Rücken mit sanften Katzenpfoten verwöhnt. So lässt es sich gut vorbereitet zum Turnierplatz reisen. Auch die Passagiere auf den Rücksitzen haben ausreichend Platz.


Für den anderen Reisekomfort ist ebenfalls gesorgt: In zahlreichen Ablagen, einem kühlbaren Fach unterhalb der geteilten Mittelarmlehne für mehrere 0,5-Literflaschen, Becherhaltern sowie großen Türtaschen lassen sich Naschereien und Getränke griffbereit platzieren. Moderne Smartphones können in der induktiven Ladestation kabellos Strom saugen.Wer es hell und luftig mag, kann das große Panorama-Ausstellschiebedach komplett öffnen. Die elektrische Sonnenjalousie lässt sich bei offenem Dach ausfahren, um empfindliche Köpfe gegen zu grelles Licht zu schützen.

Hypermodernes i-Cockpit


Hochmodern: das voll digitalisierte „i-Cockpit“ für die Fahrzeugbedienung, Kommunikation und Navigation. Es ist erfreulicherweise nicht nur der eleganten GT-Linie vorbehalten, sondern in allen 3008ern serienmäßig. 

Anstatt der traditionellen Rundinstrumente erwacht vor dem Fahrer ein 12,3 Zoll breites digitales Kombiinstrument mit individuell gestaltbaren Anzeigen. So zaubert man zum Beispiel die Navigationsansicht in ganzer Breite direkt in den Fahrerblick, die technischen Werte wie Geschwindigkeit oder Öldruck werden an den Rand gerückt.

Auf dem Armaturenbrett finden wir als zentrale Steuereinheit einen 8 Zoll großen Touchscreen, über den die meisten Fahrzeuggrundeinstellungen wie Klima, 3D-Navigation, Medien und Telefon vorzunehmen sind. Das ist ein wenig lästig, es wäre praktischer, die Temperatur mit einem einfachen Drehknopf zu regeln. Ergänzend gibt es matt schimmernde Klaviertasten-ähnliche Schalter, die sog. „Toggle Switches“, die auch direkten Zugriff auf einige Einstellungen ermöglichen.

Flotter Antritt zur ersten Testfahrt

Das relativ kleine, sechseckige Lenkrad liegt sehr gut in der Hand liegt und lässt eher Sportwagen- als SUV-Assoziationen aufkommen. Der Automatikschalthebel wird für die Gangauswahl nicht mehr nach vorne oder hinten geschoben, sondern nur noch gewippt, die Parkfunktion auf Knopfdruck eingestellt. Also, dann los, auf die erste Testfahrt zunächst ohne Pferdeanhänger.

Dank seiner übersichtlichen Länge von 4,45 Metern ist das SUV angenehm handlich und trotz der kleinen Heckscheibe übersichtlich. Es ist straff gefedert, liegt gut auf der Straße und macht mit seinem 2-Liter-Diesel, sprintstarken 180 PS (den es im Übrigen nur in der GT-Version gibt) und unbemerkt schaltendem 6-Gang-Automatikgetriebe auch in kurvigem Gelände Spaß, vor allem im Sportmodus, der neben einem röhrigen Sound auch agiler schaltende Gänge und eine etwas direktere Lenkung mit sich bringt. Auf der Autobahn fährt es sich bis etwa 180 km/h absolut gelassen mit einer Hand. Die Spitze ist bei 211 km/h erreicht.

Perfekt unterstützt wird die Reise durch das komplette Fahrerassistenzprogramm, das vom Tempomat mit Abstandsregelung über Spurhalter, Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitsempfehlung, Totwinkelwarner bis zum automatischen Fernlicht alles bietet, was man heute für eine entspannte Reise erwartet. Wie in vielen modernen Fahrzeugen hilft auch im 3008 ein Kamera- und Radar-gestützter Notbremsassistent, Auffahrunfälle zu vermeiden, indem er das Fahrzeug bis zum Stillstand bringt. Dieselbe Technik dient auch dazu, das Einparken durch Sensoren und eine Rückfahrkamera mit 360° Umgebungsansicht zu erleichtern.

Der Verbrauch ohne Anhänger lag auf reinen Autobahnfahrten bei nur 5,8 Litern, im Drittelmix waren es rund 7 Liter.

Einsatz als Zugfahrzeug: Für leichte Lasten

Mit seiner Anhängelast von 1,7 Tonnen und 80 Kilo Stützlast eignet sich das Compact-SUV gut für leichtere Lasten, sprich ein Großpferd in einem Anderthalbpferdeanhänger oder zwei Kleinpferde in einem leichten Doppelanhänger.  Das betrifft den hier getesteten Wagen mit Automatikgetriebe, mit 6-Gang-Schaltgetriebe dürfen 2 Tonnen an den Haken.

Bevor es allerdings auf Pferdereise gehen kann, müssen wir zunächst die abnehmbare Anhängerkupplung installieren. Und dabei hat die Technik-Offensive ein wenig versagt, denn das könnte einfacher gehen: Wie so oft bei Kupplungsmodellen der Firma Thule ist auch dieser Haken sehr lang und gefühlte zehn Kilo schwer. Die Öffnung, in welche die Kupplung von unten nach oben eingeschoben werden muss, liegt sehr weit hinter dem Stoßfänger. Da hilft nur eines: Flach auf den Rücken legen, mit der Hand das Loch ertasten und den Metallhaken kräftig hineindrücken, bis das erlösende Klicken ertönt. Und wenn der Boden matschig ist, naja. Erfreulich leicht zugänglich ist dagegen die mit einem Handgriff herunterdrehbare Steckdose für die Anhängerelektrik.


Der Ankuppelvorgang wird durch das scharfe Bild der Rückfahrkamera zum Kinderspiel. Das Pferd eingeladen und los kann es gehen. Aufgrund des kräftigen Drehmoments von 400 Newtonmeter zieht der Löwe munter an. Das Gespann liegt jederzeit ruhig auf der Straße, auch kurze Überholsprints auf Landstraßen überfordern den 3008 GT nicht. Die Spurerkennung funktioniert im Anhängerbetrieb nicht.

Der Verbrauch lag mit Anhänger bei rund 8,5 bis 9 Litern.

Gepäckraum im guten Mittelmaß


Last but not least: Eines der wesentlichen Merkmale für ein gut taugliches Reiterfahrzeug ist der Gepäckraum, hat man doch schon tagtäglich, aber vor allem für Turnier- oder Wochenendtrips so manche Fracht vom Sattel bis zur Futtertonne mitzuschleppen. Der Gepäckraum öffnet sich per Knopfdruck oder auch sensorgesteuert mit einem "Fußtritt" unter der Stoßstange. Bei normal aufgestellter Rückbank ist er mit 520 Litern für ein Compact-SUV nicht überragend, aber ausreichend. Die Rückbank ist 2:3 mit einem Handgriff umlegbar, damit wächst das Volumen auf 1.482 Liter. Damit ist er in etwa mit einem VW Tiguan, SEAT Ateca oder KIA Sportage vergleichbar. Praktisch ist der doppelte Boden, in dem sich zahlreiche Kleinigkeiten unterbringen lassen. 

Fazit

Die „Löwen-Marke“ bietet für Pferdesportler, die nur leichtere Lasten ziehen müssen, mit dem Peugeot 3008 GT ein hochmodernes Kompakt-SUV, das nicht nur durch sein schon fast futuristisches Exterieur auffällt, sondern auch ordentliche innere Werte zu bieten hat. Die hier getestete GT-Version beginnt bei 40.050 Euro, wobei auf jeden Fall die Anhängerkupplung mit 740 Euro hinzukommt. Der Gesamtpreis für die Testwagenausstattung lag bei 47.240 Euro. Es geht aber auch etwas günstiger. Wenn man sich mit 150 PS zufrieden gibt, werden 32.550 Euro fällig. Verzichtet man auf die Automatik, zieht der Wagen mit dieser Motorisierung sogar 2 Tonnen.



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