Humbaur Xanthos AERO: Schick, bedienungsfreundlich und gutes Fahrverhalten

Von Doris Jessen, geschrieben am 08.03.2013

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1_Humbaur_Xanthos_Front_re.jpgAls die neuen Humbaur-Modelle am 31. Januar 2013 vorgestellt wurden, war www.mit-Pferden-reisen.de natürlich dabei und hat über die Markteinführung aller sechs Fahrzeuge berichtet. Umso gespannter waren wir auf die ersten Testfahrten mit dem Aluminium-Modell Humbaur Xanthos, hier vorgestellt in der AERO-Ausstattung mit großer Sattelkammer und zur Verfügung gestellt vom Trailerzentrum Reschke in Altenholz bei Kiel. Der Pferdeanhänger hielt auf den Fahrten, was wir uns von der Präsentation versprachen: Gute Grundausstattung und leichtfüßiges Fahrverhalten gibt’s heute (Stand Herbst 2015) zu einem Preis von rund 8.000 Euro.

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Automobilhersteller haben es leicht: Betrachtet man die Entwicklung eines Audi über die letzten 30 Jahre, so liegen Welten zwischen den Modellen. Pferdeanhängerkonstrukteure haben es da schon deutlich schwerer, weil die Variationsbandbreite konstruktions- und vor allem gewichtsbedingt ihre Grenzen hat. Und so ist das Bild auf einem Turnierparkplatz mit 100 Anhängern weitestgehend homogen, von ein paar Ausnahmen aus europäischen Nachbarländern einmal abgesehen.

Nicht nur ein optisches Highlight

Bunte Highlights im Pferdeanhängerangebot sind seit Anfang 2013 die neuen Fahrzeuge des bayerischen Herstellers Humbaur, die deutlich mehr als nur kosmetische Veränderungen erfahren haben. Dazu gehört auch das neue Aluminium-Polyestermodell Xanthos, das zukünftig die bisherigen Alu-Fahrzeuge Carrus und Rapid Alu ersetzt.

1a_Humbaur_Xanthos_Seite_li.jpgAllein die Optik betreffend ist der Xanthos – zumindest in der AERO-Variante – gegenüber seinen Vorgängern deutlich flotter geworden. Zwar besteht der 1,5 Meter hohe Aufbau nach wie vor aus den bekannten doppelwandigen 18 mm starken und eloxierten Aluminiumprofilen, die dem Material seinen samtigen Glanz verleihen. Viel getan hat sich aber bei der Silhouette, die sich aus der neuen windschnittigen Bugkonstruktion ergibt. Sie entsteht durch die nach unten gezogene Verlängerung des abgerundeten Polyesterdaches und macht den Pferdeanhänger nicht nur optisch leichter, sondern spart auch teuren Sprit: Im Vergleich zu anderen „klassischen Modellen“, mit denen der Nissan X-Trail tempo- und geländeabhängig gut elf bis zwölf Liter auf 100 Kilometer verbrauchte, flossen mit dem Xanthos nur zwischen neun und zehn Liter durch.

Humbaur_Xanthos_Fenster.jpgRein äußerlich stromlinienförmiger scheinen auch die Fenster. Allerdings besteht das Vorderteil nur aus einer Zierblende, um das tatsächliche Fenster in seiner viereckigen Form mit dem bekannten vorteilhaften fünffachen Klappmechanismus zu erhalten.

Hereinspaziert in den EquiSpace

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Der Innenraum des Modells Xanthos hat mit 3,44 Metern Länge in der AERO-Version gegenüber den Carrus um sieben Zentimeter zugelegt, was sich u.a. positiv auf den Platz vor den Bruststangen auswirkt, auch wenn wie im Testmodell eine Sattelkammer eingebaut ist. Die neue Form bzw. das daraus entstehende Raumkonzept wird von Humbaur als „EquiSpace“ bezeichnet und bietet den Pferden auf Ohrenhöhe eine Innenraumhöhe von 2,36 Metern.

Humbaur_Xanthos_Verstellbare_Bruststangen.jpgSerienmäßig sind beim Xanthos die längen- und höhenverstellbaren Brust- und Heckstangen, die passgenau und daher sehr leicht in die schräg nach unten verlaufende Schiene eingehängt werden können, so dass sich gleichzeitig mit der Höhe auch die Länge des Boxenfaches verringert.Gesichert werden sie durch die bekannten kleinen Häkchen. Die Bruststangen haben ein anatomisch geformtes halbrundes Polster. Die Mitteltrennwand besteht aus verzinktem Stahl mit einer stabilen durchsichtige PVC-Plane. Sie wird am Heck so arretiert, dass sie auch bei geöffneter Klappe stabil stehen bleibt. Gegen Huftritte war der Testanhänger mit einer Trittschutzplatte (232 Euro) aus schwarzem Kunststoff geschützt.

An der Sattelkammerwand sind Futtertröge angehängt, die jedes Pferd leicht erreichen kann. Da man sie abnehmen kann, sind sie außerhalb des Anhängers leicht zu befüllen und auch wieder zu reinigen, was einen deutlichen Vorteil gegenüber den bisherigen integrierten Futterschalen bringt. Das Heunetz kann entweder in einem Ring am Dach oder an den Seitenwänden befestigt werden.

Das zulässige Gesamtgewicht des Testanhängers betrug 2,4 Tonnen und hatte eine Nutzlast von 1.570 Kilo, das Modell ist aber auch als 2-Tonner erhältlich. Letzteres bietet eine Nutzlast von 1.170 Kilo, was für zwei große Pferde, die gerne auch einmal zwölf Zentner und mehr auf die Waage bringen, zu knapp ist. Da die 2,4-Tonnen-Version aber nicht teurer ist, sollten Besitzer großer Tiere diese Ausstattung wählen.

Robuster AluBiComp-Boden

Bereits seit 2007 setzt Humbaur in seinen Pferdeanhängern den sog. AluBiComp-Boden ein, der aus einem Polypropylen-Hartschaumkern mit zwei Deckschichten aus Aluminiumblech besteht und extrem haltbar ist. Daher gibt es darauf auch 20 Jahre Garantie auf Verrottung. Neben dem Haltbarkeitsargument hat er laut Hersteller den Vorteil, etwa 30 Prozent leichter zu sein als ein vergleichbar starker Holzboden, heißt ca. 20 Kilogramm weniger. Der acht mm starke Gummiboden mit Hammerschlagoberfläche ist verklebt und versiegelt, bietet den Pferden einen sicheren Stand und ist relativ leicht zu reinigen.

Die Heckklappe, durch wirksame Rampenheber einfach zu öffnen und zu schließen, ist ebenfalls mit einer rutschfesten Gummimatte mit Trittleisten beklebt und versiegelt, seitliche Stopper sollen verhindern, dass die Pferdehufe von der Rampe abgleiten können.

Etwas schwergängig eingestellt waren beim Testmodell die Rampenriegel, mit denen die Heckklappe arretiert wird.

Windschott trotzt Regen

7_Humbaur_Xanthos_Windschott_hald_zu.jpgWie fast alle neueren Humbaur-Pferdeanhänger hat auch das Modell Xanthos anstatt der traditionellen Heckplane ein feinmaschiges Windschott mit leichtgängigem Rollsystem. Es lässt Luft hinein und sperrt Regentropfen aus, um bei sommerlichen Temperaturen trotz Regen die nötige Belüftung zu gewährleisten. Die mittlere Gummistrippe des Windschotts ist ausreichend lang, so dass es auch von kleineren Personen erfasst und geschlossen werden kann.

Durchdachtes Raumwunder: die Sattelkammer


Durch die neue Bugform ergibt sich, von außen gar nicht vermutet,serienmäßig eine äußerst geräumige Sattelkammer, die in der AERO-Version gut 20 Prozent Zusatzstauraum bringt. Sie bietet mit ihren Maßen von 130 cm Tiefe, 133 cm Höhe und 86 cm Breite nicht nur Dressur- und Springsätteln, sondern tatsächlich auch großen Westernturniersätteln samt den dazu passenden langen Sattelpads ausreichend Platz. Ein echtes Plus für den Xanthos.

Auch um die Inneneinrichtung haben sich die Konstrukteure Gedanken gemacht und den Raum maximal genutzt: Der unten rund auslaufende Bug wird durch ein Brett zu einem praktischen Fach, in dem „Kleinkram“ sicher gelagert werden und nicht verrutschen kann. Leider hat dieses Fach keinen Wasserablauf, so dass man es, gerät Wasser bei Ausspülen der Kammer in das Fach, etwas mühselig ausschöpfen muss. An diesem Manko tüftelt die Humbaur GmbH bereits, um künftig einen entsprechender Wasserablauf gewährleistet zu können.

Auf einer Stange können feuchte Satteldecken trocknen. Zu den beiden standardmäßigen Trensenhaltern gibt es – sehr praktisch – weiter unten zwei kleine Doppelhaken, an denen zum Beispiel Sporen ordentlich aufgehängt werden können. Zum einfachen Entfernen der unvermeidlichen Pferdeäpfel nach einem Transport finden wir Schaufel und Besen (Option, 42 Euro) griffbereit in Klemmhalterungen. Schmutz kann durch eine Ablauföffnung hinaus gespült werden, die allerdings relativ klein ist.

Clever ist auch die Beleuchtung: Anders als bisher gibt es keine fest verbaute Leuchte, die nur zusammen mit der Fahrzeugbatterie funktioniert, sondern eine Akku-betriebene LED-Lampe. Sie wird per Knopfdruck angeschaltet, kann aus ihrer Halterung entnommen und ganz praktisch als Taschenlampe eingesetzt werden.

Die Anbindestange (Option 85 Euro) war  beim Testfahrzeug an der rechten Fahrzeugseite montiert. Das scheint auf den ersten Blick unproblematisch und wer bisher noch keine Erfahrungen damit hat, misst der Seite vielleicht keine große Bedeutung zu.  Da der Kunde die Seite auswählen kann, sollte er bei der Bestellung darauf achten, sie auf jeden Fall links anbringen zu lassen, da dies das Satteln deutlich einfacher macht als wenn man mit allem Equipment beladen entweder hinten herum gehen oder über die Deichsel klettern muss.

 Ist man nur mit einem Pferd unterwegs, ist es auch kein Problem, dieses an der größen Öse der Panikentriegelung anzubinden...3_Humbaur_Xanthos_Pferd_anghebunden.jpg

Neues Türkonzept

Etwas ganz Neues hat man sich für die Türen einfallen lassen. Sowohl Inspektions- als auch Sattelkammertür sind wie bei Wohnwagen gestaltet und – für die Bedienungsfreundlichkeit ein besonderer Gewinn – extrem leichtgängig und 70 Zentimeter breit: Die Ecken sind harmonisch abgerundet, die Dichtungen liegen in der Tür selbst und werden daher nicht so leicht beschädigt. Die Dreipunktverriegelung ist über eine griffige Klinke auch mit einer Hand bedienbar und das Schloss funktioniert einwandfrei. Von innen ist sie durch einen Drehgriff zu öffnen, arretieren lässt sie sich allerdings nicht, wogegen die Sattelkammertür durch einen Stoßdämpfer auch bei Wind schiefem Stand immer offen bleibt.

6_Humbaur_Xanthos_SK_Tuer_breit.jpg

Feuer anstatt Pulver

Anstatt der bei früheren Modellen durchaus schicken schwarz pulverbeschichteten Heckstreben finden wir beim neuen Xanthos (und auch den anderen Modellen der 2013er Serie) die robustere feuerverzinkte Variante. Darin sind auch die Heckleuchten komplett eingelassen, wodurch sich keine Zwischenräume ergeben, in denen sich ein Huf verfangen könnte. Die Sicht nach hinten ist dennoch nicht behindert. Das Rückfahrlicht ist in Form eines kleinen weißen Feldes rechts in die runde Hauptleuchte integriert, dasselbe gilt für die Nebellampe auf der linken Seite.

Tiefer Schwerpunkt sorgt für ruhige und sichere Fahrt

Auch in Sachen Fahrwerk hat Humbaur mit einer Neuentwicklung aufzuwarten: Mit dem feuerverzinkten „EquiDrive“ Fahrwerk folgt der Hersteller dem modernen Trend des niedrigen Schwerpunktes. Gefühlt hat sich allerdings gegenüber dem bisherigen „Champ“ Längsträgerfahrgestell durch die drei Zentimeter weniger nicht viel verändert: Der Xanthos lag ruhig und satt auf der Straße, egal ob auf Dorf- und Landstraße oder Autobahn, Bodenwellen nimmt er dank Al-Ko Gummifederachse und serienmäßigen Radstoßdämpfern gutmütig hin.

Fazit

Das neue Aluminium-Pferdeanhängermodell Xanthos des bayerischen Herstellers Humbaur ist ein schickes und durch seine Materialien robustes Fahrzeug, das in der 2-Tonnen-Ausstattung kleinere Pferde mit bis zu 550 Kilo plus gut gefüllter Sattelkammer gut transportieren kann, für die größeren Vierbeiner ist die preislich gleiche 2,4-Tonnen-Version erforderlich. Wer noch mehr Nutzlast benötigt, kann das Fahrzeug sogar mit 2,7 Tonnen Gesamtgewicht (Option 357 Euro) bestellen. Erfreulich trotz der Modellüberarbeitung: Der Preis des Xanthos Modells AERO liegt mit rund 8.000 Euro im mittleren Bereich des Wettbewerbsumfeldes.



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