WM Meyer Nevada Reno: Für Farbverliebte!

Von Doris Jessen, geschrieben am 30.05.2010

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WM_Meyer_NevReno_seitl_rechts3.jpgDas Sondermodell Nevada Reno von WM Meyerbasiert auf dem Konzept Nevada Vollpoly und gehört damit in die Spitzenserie des Herstellers. Während der Testfahrten fiel der Nevada Reno nicht nur optisch, sondern auch durch Praktikabilität und sehr gutes Fahrverhalten auf.

(Testzeitraum April/Mai 2010 für Zeitschrift Bayerns Pferde) 


Als wir das Milka-metallic-farbene Sondermodell Nevada Reno auf  dem Messestand der Hansepferd 2010 bei WM Meyer erstmals gesehen haben, war die Farbe – zugegebenermaßen – sehr auffallend. Auch bei der Ankunft auf den heimatlichen Reiterhof erntete das Fahrzeug neugierige Blicke. Denn das Sondermodell Nevada Reno – Vollpolyester vom Scheitel bis zur Sohle – bildet eine im wahrsten Sinne des Wortes brillante Ausnahme im grau-schwarzen Einerlei der üblichen Anhänger. Denn Renos gibt es nicht nur in den Metallic-Tönen Perlbrombeer und Perlviolett, sondern auch in Perlenzian, -rubinrot, -kupfer, -opalgrün und –nachtblau sowie (natürlich) Perldunkel- und hellgrau. Der Farbeffekt wird nicht durch die Polyesterfarbe erreicht, sondern durch eine UV-beständige Lackierung ähnlich wie im Automobilbau. Die Dachhauben sind jeweils in hitzereflektierendem Silber gehalten.

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Wer also einen Pferdeanhänger nicht nur nach rein praktischen Erwägungen kaufen, sondern damit durchaus auch auffallen möchte, der ist beim Meyer’schen Sondermodell durchaus richtig. Es ist erst seit Dezember 2009 auf dem Markt und so kann man wenigstens heute noch sicher sein, seinen Anhänger auch auf vollen Turnierparkplätzen als Farbtupfer leuchten zu sehen.

Technisch betrachtet basieren die Reno-Varianten auf dem Konzept der Nevada Vollpoly Color-Serie, die wm Meyer als seine Spitzenmodelle bezeichnet. Neben der Farbauswahl und sämtlichen Ausstattungsmerkmalen verfügt der Nevada Reno aber noch über einige Extras wie etwa Alufelgen, die der Käufer beim Basismodell als Sonderausstattung bezahlen müsste.

Allerdings sollte bei einem Anhängerkauf die Farbe eigentlich das letzte I-Tüpfelchen sein – am Anfang stehen vielmehr die Qualitäten Sicherheit, Fahrverhalten, Praktikabilität und Belastbarkeit.

Glänzende Technik

Als einziger Hersteller verbaut wm Meyer in seinen Pferdeanhängern zahlreiche tragende Teile aus rostfreiem Edelstahl, der sich zudem auch gut reinigen lässt. Dazu gehören der Heckrahmen und die Rampenscharniere und alle Schrauben, Muttern und Rampenträger. Sämtliche Wände stehen in soliden Aluminiumprofilen. Dadurch sind abgesehen von den beiden Leuchtenträgern hinten links und rechts keine Seitenstreben erforderlich. Die geschlossene Verstrebung hat auch Sicherheitsvorteile: Kein Huf kann in irgendwelche Spalten geraten und da sie relativ schmal gehalten sind, behindern sie die Sicht nach hinten nicht.

Solides Interieur

Ein weiteres Qualitätsplus, das sich allerdings bei zunehmend vielen hochwertigen Anhängern jetzt bereits in der Standardausstattung findet, ist der 21 mm starke Aluminiumprofilboden mit einer acht mm dicken griffigen Gummimatte. Sie ist vollflächig fest verklebt und versiegelt. Auch die Heckrampe – trotz der nur drei Streben im wahrsten Sinne des Wortes bodenständig solide, aber durch eine gut eingestellte Gasdruckhebehilfe sehr leicht zu handhaben – ist mit rutschfestem Gummi und Trittleisten belegt. Aufgrund ihrer Länge von knapp anderthalb Metern ist der Einsteigewinkel gering, da die Einstiegshöhe nur 43 cm beträgt. Die 18 mm dicken Polyesterwände sind innen gegen Huftritte durch eine 75 cm hohe unverwüstliche Kunststoffplatte geschützt.

Sowohl die Inspektionstür als auch die Sattelkammertür sind mit einem Alu-Rahmen eingefasst und haben eine gut schließende Dreipunkt-Verriegelung. Die Sattelkammertür wird durch eine kleine Gasdruckfeder offen gehalten, die Inspektionstür leider nicht. Diese ist auch von innen mit einem Drehknopf zu öffnen, den auch verspielte Pferde nicht bedienen können. Aufgrund der Innenlänge von 3,25 m haben nicht nur die Pferde gut Platz. Denn der Raum zwischen der wie üblich gepolsterten Bruststange (mit von außen bedienbarer Panikverriegelung) und der Sattelkammerwand ist ausreichend groß, was gerade beim Umgang mit etwas stürmischen Pferden durchaus ein Sicherheitsplus ist.

Sattelkammer mit praktischen Extras

Die Sattelkammereinrichtung ist gut durchdacht: Die Tür ist auch für das Einladen großer Sättel breit genug, ausziehbare Edelstahlsattelhalter mit großen Auflageflächen lassen auch schwere Westernsättel sicher liegen. Zusätzlich zu den üblichen Trensenhaken findet der Reiter auch Besen und Schaufel (41 Euro) in einer praktischen Klemmhalterung vor. Was auf dem Messestand – sozusagen in der Theorie – schon fast zu perfektionistisch aussieht, bewährt sich bei der ersten Ausfahrt in den Wald: Der Pferdemist kann sofort ausgefegt werden und bei der Heimfahrt steigen die Tiere in einen sauberen Anhänger.

Schwungvolle Dachkonstruktion und viel Platz

Besonders gut hat uns die Dachform gefallen: Zum einen sticht sie aus dem allgemeinen Einerlei positiv heraus, zum  anderen bietet sie durch ihren Schwung am Heck nach oben auch großen Pferden einen bequemen Einstieg und mit knapp zweieinhalb Metern Höhe auch genügend Kopffreiheit nach oben.

Sie soll außerdem laut Herstellerangaben besonders günstige aerodynamische Werte aufweisen. Im Testbetrieb verbrauchte der Nissan X-Trail je nach Geschwindigkeit rund 10,5 bis 11 Liter Diesel.

Das Fahrzeug bietet seinen vierbeinigen Passagieren aber nicht nur nach oben, sondern auch insgesamt viel Platz: Mit rund 830 kg Leergewicht bei zweieinhalb Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sind 1.670 Kilo Zuladung möglich. Da reisen auch Schwergewichte bequem und sicher – und in der Sattelkammer können schwere Sättel und Futter transportiert werden.

Sonderfall Fohlentransport

Da im Testzeitraum auch ein Fohlen transportiert werden sollte, wurde der Anhänger mit zwei durchgehenden Stangen und einem Fohlengitter geliefert, das an der Heckklappe montiert ist und hochgeklappt werden kann. Die Abstände zwischen den Gitterstäben sind etwas groß, so dass zumindest kleine Fohlenköpfe dazwischen passen können. Dies soll bei den Nachfolgemodellen geändert werden. Bei diesem Modell ist aus Sicherheitsgründen zu überlegen, zusätzlich doch die Plane am Heck zu schließen.

Ankuppeln, losfahren, vergessen

Da Rangiergriffe fehlen (sie sind gegen einen Aufpreis von 28,50 Euro erhältlich), muss der Fahrer den Zugwagen entweder perfekt positionieren oder man muss die letzten Zentimeter nach links oder rechts am stabilen Automatikstützrad zurechtrücken, das sich anschließend leicht hochkurbeln lässt. Die Handhabung des 13-poligen Steckers und des Sicherheitskabels für die Notbremse sind wie üblich einfach.

Als Mitglied der „S-Klasse“ im umfangreichen Pferdeanhängerprogramm fällt das Sondermodell vor allem beim Fahrverhalten positiv auf: Egal ob Stadtverkehr, kurvige Landstraße oder Autobahn, mit oder ohne Beladung: Das von wm Meyer selbst entwickelte Challenge Fahrwerk sorgt mit seinem massiven geschweißten und verzinkten V-Deichselrahmen, langen Radstand und vier Radstoßdämpfern für gute Stabilität und angenehme Laufruhe, die einen das Fahrzeug fast vergessen lässt. Je nach Zugfahrzeuggewicht kann man getrost 100 km/h schnell fahren. Auch nach langen Fahrten steigen die Pferde völlig entspannt aus. Das Rangieren nach hinten ist ebenfalls problemlos.

Ob die in dem Testfahrzeug verbaute Antischlingerkupplung das gute Fahrverhalten zusätzlich positiv beeinflusste, ist hier mangels Vergleich mit der serienmäßigen Kupplung nicht zu beurteilen. Für die tägliche Handhabung war zumindest dieses Modell der ASK nicht besonders praktisch, weil sie nur mit ordentlich Kraft (zumindest aus Frauensicht) geschlossen und wieder geöffnet werden konnte. Außerdem quietschte dieses Modell in engen Kurven, was anfangs Bedenken hervorrief, später, nachdem nichts passierte, allerdings ignoriert wurde.

Fazit

Das Sondermodell Nevada Reno von WM Meyer gefällt durch seine außergewöhnliche Farbgestaltung und breite Serienausstattung, die sowohl die unverrottbare Edelstahlausstattung und den Alu-Boden umfasst. Besonders hervorzuheben ist das sehr gute Fahrverhalten, das auch zum sicheren Transport des kostbaren Gutes beiträgt. Der Grundpreis der bereits sehr gut ausgestatteten Standardversion beträgt 8.626,- Euro, inklusive der im Testmodell eingebauten Sonderausstattung liegt er bei 9.573 Euro und damit im mittleren Preisrahmen für Vollpolyester-Anhänger.

Weiteres Pferdeanhänger-Modell von WM Meyer: Nevada Aluminium




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