Pferdeanhängertest WM Meyer Arizona Aluminium: Robustes Einsteiger-Modell mit Top-Fahrverhalten

Von Doris Jessen, geschrieben am 31.08.2018

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https://www.wmmeyer.de/store/anhaenger/pferdeanhaenger/pferdeanhaenger-arizona.html

wm_meyer_Arizona_Web__2_von_28_.jpgIm Jahr 2013 hatten wir bereits das erste Modell WM Meyer Arizona, damals als Holzanhänger und in der Basisversion als Einsteigermodell vorgestellt. Das nun getestete Aluminium-Fahrzeug gehört ebenfalls in diese Klasse, hat gegenüber seinem "holzigen" Bruder jedoch entscheidende Vorteile: Aufbau und Boden sind aus Aluminium, und daher unverrottbar. Dadurch eignet es sich als robustes Fahrzeug für den häufigen Einsatz für Pferdesportler, die auf Luxus verzichten möchten, aber auf sehr gutes Fahrverhalten großen Wert legen. Mit einem Listenpreis von 5.938 Euro bleibt er im bezahlbaren Rahmen.


Durch seinen mattglänzenden Aufbau aus 18 mm starken Aluminiumprofilen, bei WM Meyer konsequent mit einer leichten Quer-Riffelung versehen, wird aus dem vom Grundsatz her Einsteigermodell gleich ein schickes Mittelklassefahrzeug. Das Polyesterdach, im Vergleich zum Vorgängermodell aerodynamisch und ästhetisch überarbeitet, ist weiß, für 969 Euro könnte man sie auch mit Metallic-Effekt oder in anderen Farben bestellen. Es ist zweischenkelig aufgesetzt und fasst damit die Wand innen sowie außen ein, und ist verschraubt und verklebt. 

Zur Serienausstattung gehört passend zum Alu-Aufbau auch der 21 mm starke Alu-Plus-Boden, die heute moderne Sandwich-Konstruktion bestehend aus einer innen liegenden Hartschaumplatte und zwei Aluminium-Blechen als Deckplatten. Darauf verklebt ist ein 8 mm starker Gummiboden mit Hammerschlagoberfläche.

Multifunktional und praktisch: Rampe-Tür-system


Auch beim Einstiegsmodell ist, wenigstens als Zusatzausstattung für 532 Euro, die Rampe-Tür-Kombination verfügbar, bei der die übliche Rampe auch als Tür zur Seite geklappt werden kann. Das ist einfach und daher mit zwei Handgriffen bewerkstelligt: Links wird unten am Rahmen ein stabiler L-förmiger Splint aus der gesicherten Halterung gezogen und dann links oben der Heckgriff geöffnet. Rechts bleibt die Rampe verriegelt und nun schwingt sie als Tür zur rechten Seite auf. Die Hebel sind gut geschmiert, daher leicht bedienbar und komplett unter die Klappe zu drehen, damit sich kein Pferd verletzen kann. 

Dieses Rampe-Tür-System, das sich immer mehr durchsetzt, hat mehrere Vorteile: So ist das Beladen mit sperrigem Gut von Staplern aus möglich. Aber auch wer keinen Selbstversorgerbetrieb hat oder regelmäßig Möbel transportiert, wird die Lösung im täglichen "Pferdegebrauch" schnell schätzen lernen. Viele Pferde steigen - ja, man glaubt es kaum - lieber über eine Stufe ein als über eine hohl klingende Rampe. Am Ende der Reise lassen sich bereits vor dem Aussteigen die meistens auf der Fahrt produzierten Kotballen leichter hinter den Hufen ausfegen als mit offener Rampe, wo dann krümelige Reste liegen bleiben. Last but not least ist die Reinigung, falls die Rampe zum Rückwärtsaussteigen genutzt wird, äußerst praktisch: Jeglicher Schmutz wird einfach mit einem Besen abgefegt, falls nötig mit einem Schlauch abgespritzt. Das Wasser läuft dann senkrecht deutlich leichter ab als auf einer flach aufliegenden Fläche. Weiter erleichtert wird die Putzarbeit beim Arizona Alu, weil die Rampe zwar mit einem griffigem sechs Millimeter starken Moosgummibelag, nicht aber mit Querleisten belegt ist, in denen Schmutz leicht hängenbliebe. Der Außenrahmen besteht aus Aluminium.

Einziges Manko: Es gibt keinen Haken zum Arretieren der großen Tür, die bei starkem Wind oder schiefem Stand leicht zufällt. Allerdings sollte wohl kein Problem sein, einen Händler zu bitten, einen entsprechenden Haken anzubringen. Nach Rücksprache mit dem Hersteller wird es zukünftig für alle Rampen-Türkombinationen gegen den Aufpreis von 81 Euro eine leicht bedienbare Arretierung mit Hilfe solider Spanngummis geben.

WM Meyer-typisch: Glänzender Edelstahl

Trotz aller Praktikabilität sollen aber die Sicherheit und Langlebigkeit nicht vergessen werden: Drei Edelstahlstreben auf der Rückseite der Rampe machen sie auch für schwere Pferde stabil, wobei das hier vorgestellte Modell mit 2 Tonnen Gesamtgewicht (gegen Aufpreis auch als 2,5-Tonner erhältlich) hier ohnehin Grenzen setzt. Dank der Hebehilfen ist sie leicht zu bedienen und fällt die Klappe einmal aus der Hand, dämpfen Gummistopper lautes Scheppern.

wm meyer Arizona_Web _Heck_1.jpgAuch der Heckrahmen ist wie bei allen wm Meyer Pferdeanhängern aus Edelstahl gefertigt, ebenso wie Rampenträger und Klappenscharniere, die zudem so eng am Rahmen anliegen, dass selbst Stolleneisen keine Gefahr laufen, hängen zu bleiben. Auch alle Schrauben und Muttern sind aus dem glänzenden Material, so dass auch nach längerer Zeit keine unschönen Rostnasen entstehen.

Links und rechts am Heck verbaut Meyer Heckstreben aus gekantetem und verzinktem Stahlblech, auf das der Beleuchtungskörper aufgesetzt ist. Dadurch entstehen keine Öffnungen, in die Hufe geraten können, die Fahrersicht nach hinten ist dadurch nicht beeinträchtigt.

Der Pferdeanhänger wird am Heck mit einer automatisch aufrollbaren Plane geschlossen, deren mittlere Gummistrippe mit einer weißen Schnur verlängert ist, damit sie auch kleinere Personen fassen können. Wer es noch bequemer möchte, kann den Auftritt für 53 Euro bestellen.

Einladend hell: Innenraum

wm_meyer_Arizona_Innenraum.jpgDer Innenraum ist einladend hell. Die Brust- und Heckstangen sind in der Länge jeweils dreifach verstellbar, in der Höhe nicht, es sei denn, man investiert 136 Euro für diese Möglichkeit. Das Boxengestänge, ist stabil und die PVC-Mitteltrennwand sorgt dafür, sich die Pferde nach links und rechts etwas ausbalancieren, aber nicht treten können. Serienmäßig ist natürlich auch eine Panikentriegelung an den Bruststangen. Um sie im Notfall, wenn ein Pferd über die Bruststange geklettert ist, schnellstmöglich öffnen zu können, befindet sich ein passender Edelstahlstab in einer Halterung auf der Innenseite der Inspektionstür. Die Tür hat eine Dreipunktverriegelung und ist von außen mit einem verchromten Griff zu öffnen, von innen leider nicht. Daran sollte man denken, bevor das zweite Pferd eingeladen wird. Sie hat auch keinen Arretierungsmechanismus, fällt also leicht zu. Für 49 Euro ist ein Saugtürstopper erhältlich.

wm_meyer_Arizona_Web__12_von_28_.jpgIm Testfahrzeug war zudem eine Kopftrennwand (Zusatzausstattung, 268 Euro) aus stabilem, weiß lackiertem Holz eingebaut. Sie kann nur mit Werkzeug auf- bzw. abgebaut werden. Das könnte vielleicht durch Flügelmuttern vereinfacht werden.

Neu: Mobile Futtereimer

Das nämlich ist eine weitere hervorragende Innovation im Einsteigermodell Arizona: Anstatt der bisher üblichen und leicht verschmutzenden Futtermulden ist in der Sattelkammerwand eine kleine Nische eingearbeitet, in der mobile Futtereimer an Haken einen sicheren Platz finden. Hier haben die Designer noch weiter nachgedacht und unterhalb der Haken kleine Metallplättchen platziert, so dass die unvermeidlichen Kratzer der Eimerhaken das weiße Polyester nicht verkratzen. Eine einfache, aber intelligente Maßnahme zur Werterhaltung.

Allerdings geht die Futtereimerkonstruktion auf Kosten des Platzes zwischen Bruststangen und Sattelkammerwand. Am sinnvollsten ist es daher, die Pferde einzuladen und anschließend den linken und zum Schluss den rechten Eimer einzuhängen.

Das Menü wird dann komplett mit Heu – der notwendige Haken für das Netz befindet sich oben im Bugdach und ist von größeren Personen gut zu erreichen. Dahinter ist die Innenleuchte befestigt, die jederzeit an- oder ausgeschaltet werden kann.

Links und rechts sorgen zwei fünffach klappbare Fenster, die ausreichend Licht und Luft an die Pferdenasen lassen. Aus Sicherheitsgründen sind die Fenster zudem vergittert.

Für Vielreiser unverzichtbar: Sattelkammer


Reiter, die oft unterwegs sind, sei es zum Turnier, Ausreiten oder regelmäßigem Training abseits vom heimatlichen Stall, mögen kaum mehr darauf verzichten: Die Sattelkammer, in der neben Sätteln vor allem müffelnde Satteldecken, Putzzeug und allerlei mehr untergebracht werden können. Im Testmodell war die größere Variante (823 Euro) eingebaut, die mit zwei ausziehbaren Edelstahl-Sattelhaltern und zwei Metall-Trensenhaltern ausgestattet ist. Verstaut man breitere Sättel (Western- oder Barockmodelle), die der Länge gerade noch hineinpassen, sollte der auf dem oberen Halter liegende Sattel mit einer Hülle oder Decke geschützt werden, da er möglicherweise während der Fahrtbewegung Berührung zum Trensenhalter bekommt und unschöne Kratzer davontragen könnte. „Nice to have“ Utensilien wie Staunetze an der Tür, Schaufel und Besen oder gar Schminkspiegel gibt’s im Zubehör. 

Geschlossen wird die Sattelkammer mit einer breiten Tür, durch die auch größere Sättel gut geladen werden können. Sie hat wie die Inspektionstür eine Dreipunktverriegelung, einen Chrom-Griff und ein gut funktionierendes Schloss. Die Dichtungen sind an der Tür angebracht und werden nicht beschädigt, wenn man zum Beispiel einen Fuß auf den Rahmen stützt, um die Sporen anzuziehen. Etwaiges Wasser kann nach dem Ausspülen durch ein kleines Loch ablaufen. Auch an der Sattelkammertür fehlt eine Arretierung, allerdings lässt sich der Griff des Automatikstützrades ganz simpel als Stopper einsetzen.

Sanft gefedert

Dank dem großen Automatikstützrad, an dem ein Bügel als Rangierhilfe angebracht ist, kurbelt sich der Anhänger leicht herunter und die Knott-Kupplung schnappt mit deutlichem Klicken ein. Zur Kontrolle gibt es einen Markierungspfeil, ob alles korrekt sitzt. Die Handbremse löst sich leicht und los kann es gehen mit der kostbaren Fracht.

Ohne Fehl und Tadel ist das selbst entwickelte Fahrwerk, das auf allen Straßenbelägen und bis zu den erlaubten 100 km/h satt liegt. Voraussetzung für diese 100 km/h-Zulassung sind Radstoßdämpfer und stärkere Reifen, die mit 202 Euro als Extra zu Buche schlagen. Wer ein leichteres Zugfahrzeug (konkret mit einem Leergewicht von weniger als 1800 kg) besitzt, darf ohnehin nur 80 km/h fahren. Auf die Stoßdämpfer (174 Euro) sollte er jedoch keinesfalls verzichten.

Fazit

Der Zweipferde-Anhänger Arizona Aluminium von WM Meyer ist gerade wegen seines robusten und daher langlebigen Aufbaus und Bodens deutlich mehr als ein Basis-Modell. Dazu kommen die beim fränkischen Hersteller üblichen Edelstahlkomponenten, die ebenfalls für eine lange Lebensdauer ohne sichtbare Abnutzungserscheinungen sprechen. Bei WM Meyer gewohnt gut ist das Fahrverhalten auf allen Straßenbelägen, leer ebenso wie beladen.

Mit 5.938 Euro für die Grundausstattung liegt das Fahrzeug im mittleren Bereich der Wettbewerber und bietet damit ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Mit der im Testanhänger verbauten Zusatzausstattung schlagen noch einmal 1.825 Euro zu Buche.




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