Pferdeanhängertest Böckmann Portax L SR: Vielseitig und luxuriös-komfortabel

Von Claudia Stefan, geschrieben am 24.05.2018

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Boeckmann_Portax_L_SR_Web__11_von_44_.jpgWer die Testberichte auf diesem Fachportal aufmerksam liest, dem werden die Aluminium-Pferdeanhänger aus der „Portax-Familie“ bereits bekannt sein. Nun wurde sie durch das Modell Portax L (für lang) SR (für Sattelraum) ergänzt. Und genau hier finden Pferdesportler eine innovative Kombination aus Größe, praktisch ausgestatteter begehbarer Sattelkammer und maximal einfacher Bedienbarkeit. Der Brutto-Listenpreis liegt bei 14.800 Euro.

Es war der 69. Pferdeanhänger, den Mit-Pferden-reisen.de seit dem Jahr 2004 im Test hatte. Und, man glaubt es kaum: Mit seinem Aluminium-Polyester-Modell Portax L SR hat Böckmann vor allem in Sachen Schick, Bedienungsfreundlichkeit und Sattelkammer gewissermaßen „noch einen draufgesetzt“.

Praktische Größe

Aber fangen wir am Anfang an: Der Portax L bietet mit einer Innenlänge von 4,12 Metern (Gesamtlänge 5,35 m) 63 Zentimeter mehr Platz als die „normalen“ Portax-Modelle (Gesamtlänge 4,72 m) und nur drei Zentimeter weniger als der doch recht klotzig wirkende Big Portax. Dieser Raum kommt im SL der großzügigen Fläche vor den Bruststangen und der begehbaren Sattelraum zugute. Mit einem Gesamtgewicht von 2,5 Tonnen und einem Leergewicht von 1.235 kg beträgt die Zuladung 1.261 kg. Das ist für zwei größere Warmblüter gerade ausreichend, wenn noch Sattel & Co., sowie Turniergepäck mitfahren sollen. Wer mehr Zuladung benötigt, kann das Fahrzeug ohne Aufpreis auch mit 2,7 Tonnen Gesamtgewicht bestellen.

Trotz der Größe wirkt der Portax L sportlich-elegant, was unter anderem der abgeschrägten Türoberkante liegt, die in ihrer Line exakt dem leicht abfallenden Polyesterdach folgt. Der gesamte Bug besteht wie die hohen Bordwände überwiegend aus Aluminium und nur im vordersten Teil aus Polyester. Er verjüngt sich nach vorne, bietet aber dennoch mehr als ausreichend Platz und durch diese Form auch mehr Aerodynamik als der etwas eckigere Big Portax.

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Grundsätzlich Aluminium

Das Grundgerüst des Portax L SR bildet ein geschweißter und feuerverzinkter Stahlrahmen, der auf hohe Belastungen ausgelegt ist. Alle Verschraubungen sind aus rostfreiem VA-Stahl.

Typisch für alle Portax-Modelle sind die mehr als zwei Meter hohen und 1,8 cm starken Alu-Seitenwände und das auf ein Minimum an Polyesterfläche begrenzte Dach. Dadurch entstehen höchst komfortable Einstiegstüren für den Menschen. Serienmäßig gibt es rechts eine Tür, die zweite links ist optional für 316 Euro erhältlich. Diesen Luxus sollte man sich gönnen, ist es doch sehr angenehm, nicht an einem Pferd vorbei gehen zu müssen oder auch - je nach Parkplatzsituation - entweder links oder rechts zu den Tieren einsteigen zu können. Auf Turnierparkplätzen ist es zudem für die Pferde sehr angenehm, wenn sie den Blick nach draußen, frische Luft und Licht an beiden Seiten genießen können.Boeckmann_Portax_L_SR_Tuer.jpg

Boeckmann_Portax_L_SR_Tuerstopper.jpgDie Seitentüren sind mit Saug-Stoppern ausgerüstet, die allerdings gegen den starken Wind in Schleswig-Holstein manchmal nicht ausgereicht haben. Um die Türen sicher offen zu halten, empfiehlt sich als einfache Lösung, eine Gummistrippe aus dem Fahrradzubehör an der Tür und am Automatikstützrad einzuhaken.

Die Belüftung ist aber auch ohne diese Zusatztür und bei der Fahrt sehr gut: Sie erfolgt über jeweils zwei Seitenschiebefenster links und rechts sowie eine Dachentlüftungsklappe. Dadurch wird der Innenraum sehr hell, die Pferde werden aber niemals geblendet.

Eine weitere Option ist die Durchgangstür vom Transportraum zur Sattelkammer (264 €, zusätzliches Schiebefenster 344 €), die praktisch ist, wenn man auf dem Turnierplatz trockenen Fußes zum Beispiel Futter aus der Kammer in die mobilen Krippen bringen möchte oder, falls man nur ein Pferd dabei hat, dieses im Anhänger satteln möchte.

Boeckmann_Portax_L_SR_Web__35_von_44_.jpgInnen an den Seitentüren befinden sich Haken für die vorhandenen mobilen Futtertröge, die ohne Henkel geliefert werden, um den Spieltrieb der Tiere nicht unnötig anzuregen und Verletzungsrisiken zu minimieren. Die Seitenwände, auch an den Einstiegstüren und die Fläche unter den Futtertrögen, sind mit 92 cm hohen Trittschutzplatten belegt. Das beugt unschönen Beulen und Kratzern im Aluminium vor. Bereits in der Serienausstattung ist auch eine stabile Verschleißmatte enthalten, die den Boden vor scharrenden Pferdehufen schützt. Sie ist allerdings bei der gründlichen Reinigung etwas hinderlich, weil so sehr schwer ist und daher nur von zwei Personen angehoben oder gar entfernt werden kann.

Der Boden besteht aus 21 Millimeter starken Alu-Profilen und ist mit einer acht Millimeter dicken rutschfesten Gummimatte belegt, die fest verklebt und an den Rändern versiegelt ist.

Die Heckleuchten links und rechts sind in die geschlossenen Stahlheckstreben integriert, die allerdings Querschlitze haben, um die Sicht zum nachfolgenden Verkehr zu ermöglichen.

Praktisch: Schwenkbare Mitteltrennwand

Boeckmann_Portax_L_SR_Web__32_von_44_.jpgEine weitere Besonderheit der Portaxe ist die um einen Mittelpfosten vorne und hinten schwenkbare Trennwand. Verladeunwilligen Pferden mag dies das Einsteigen erleichtern. Wer mit viel Platz das Verladen trainieren oder fahren will, kann die Trennwand auch mit ein paar Handgriffen oben aushaben und ganz entfernen. Das Boxengestänge, vorne und hinten höhen- und längenverstellbar, ist jeweils mit nur einer Hand zu entriegeln, da die Enden an der Bordwand in spiralförmige Halterungen eingehängt werden und nicht mehr mit Häkchen ge- bzw. entsichert werden müssen. Apropos Sicherheit: An Brust- und Heckstangen setzt Böckmann seit einiger Zeit sein Multi-Safe-System ein, mit dem im Ernstfall alle Stangen von außen entriegelbar sind: Vorne löst das System nach unten aus, um über das Gestänge gekletterte Pferde befreien zu können, hinten nach oben, falls ein Pferd mit der Kruppe darunter festklemmt.

Multifunktionales Rampe-/Tür-System

Auch gibt es die Möglichkeit, die Heckrampe, die mit einem griffigen Trittleistengummi und Seitenstoppern versehen ist, mit einem kleinen Hebel rechts unten auszuhaken und dann links als Tür zur Seite zu klappen. Auch das hilft – man glaubt es kaum – manchen Pferden beim Einsteigen, weil sie oft ungern auf schräge Rampen treten.

Boeckmann_Portax_L_SR_Web__29_von_44_.jpgAußerdem kann man dieses Rampe-Türsystem dafür nutzen, bequem sperrige Güter wie Heu- oder Strohballen oder auch Palettenware einzuladen. Gegen ungewolltes Zufallen kann  die Tür mit einem Haken an der Seitenwand arretiert werden. Und noch einen Vorteil haben wir während des sechswöchigen Tests entdeckt: Die simple Reinigung nach Gebrauch. Die unvermeidlichen Kotballen sind bei geöffneter Tür einfach in einen Schubkarren zu verfrachten und die gesamte Rampe ist senkrecht stehend einfach abzufegen und/oder mit einem Wasserschlauch sauber zu spülen.

Die Rampe ist mit vier stabilen verzinkten Stahlstreben verstärkt, die Heckklappenscharniere sind so bündig angesetzt, dass nicht einmal ein Stollen eines Hufeisens hängen bleiben kann. Zusammen mit der Stahlrahmeneinfassung ist sie extrem stabil, aber durch die Hebehilfen dennoch kinderleicht zu heben und mit leichtgängigen Riegeln zu schließen. Das Planenrollo ist von einem zweistufigen Tritt aus auch für kleinere Personen erreichbar. Es kann vollends oder auch nur teilweise geschlossen werden, indem ein Teil nach oben geklappt und mit einem Klettverschluss befestigt wird. Darunter sorgt ein Windschott für Frischluft, Regentropfen bleiben aber draußen.

Genial ausgestattet: Die Sattelkammer

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Die meisten Anhänger ab einer soliden Mittelklasse verfügen heute über eine Sattelkammer. Auch hier war es die Firma Böckmann, die bereits vor vielen Jahren – damals im „Mega Master“ – einen großen begehbaren Sattelraum eingebaut und diesen mit einer intelligenten Innenausstattung veredelt hat. Diese Einrichtung wurde nun im Portax L SR noch einmal optimiert. 


Dazu gehört in erster Linie der mit einem einfachen Mechanismus lös- und wieder feststellbare schwenkbare Sattelhalter auch für große Sättel. Er verschwindet platzsparend im Bug. Darüber gibt es zwei Regalablagen, an denen Gummistrippen das Ladegut sichern. An fünf Haken finden Zaumzeuge, Reithelme etc. ordentlich Platz. Wer sich zum Stiefelanziehen setzen möchte, kann sich auf einem ausklappbaren Hocker niederlassen, darunter hilft ein Stiefelknecht aus engem Schuhwerk. Jede Menge Gertenhalter komplettieren die Ausstattung ebenso wie Schaufel, Besen und ein stabiler Hocker, um bequem an das hochliegende Regal zu gelangen. Abgesehen von dem üblichen Equipment können auch platzraubende Futtertonnen oder Sattelwagen eingepackt werden.

Abschließbar sind alle Türen sowie das Kupplungsschloss mit einem Schlüssel.

Wer keinen Wert auf diese große, begehbare Sattelkammer legt, kann auch das Modell Portax L E (für englische Sattelkammer mit Sattelkarussel, mehr dazu im Bericht über das Grundmodell Portax E) wählen. Hiert ist der Platz vor den Pferden luxuriös groß. Ähnliches gilt für das Modell SKA (außenliegende Sattelkammer). Last but not least gibt es den POrtax L auch mit Vorderausstieg und kleinerer Sattelkammer.

Ohne Fehl und Tadel: Das Fahrverhalten

Die stabile gusseiserne Knott-Kupplung lässt sich dank des großen Stützrades leicht herunterkurbeln und rastet sofort hörbar ein. Zusätzlich informiert ein Kontrollfenster darüber, ob die Kupplung exakt auf dem Kugelkopf des Zugfahrzeuges sitzt. Notbremsseil und Elektrostecker dran, Stützrad vollends nach oben drehen und los geht es.

Der Portax L SR rollt auf 14“-Reifen und einem WCFplus-Schraubenfederfahrwerk mit Radstoßdämpfern. Diese sog.  Einzelradaufhängung sorgt dafür, dass sich beim Überfahren von Unebenheiten wie Kantsteinen oder Baumwurzeln lediglich ein Reifen anhebt, was insgesamt zu einem sehr ruhigen Fahrverhalten führt. Das Fahrwerk bringt außerdem eine 100-km/h-Zulassung mit sich, ein entsprechend schweres Zugfahrzeug vorausgesetzt.

Fazit

Mit der neuen Serie Portax L , aus der wir das Modell mit großem Sattelraum im Test hatten, hat Böckmann die Portax-Familie um ein intelligent ausgestattetes Fahrzeug erweitert: Es bietet viel Platz für zwei Pferde und mitreisendes Gepäck, ist äußerst bedienungsfreundlich und durch das Rampe-/Türsystem auch für verschiedene Einsatzzwecke nutzbar. Mit dem Schraubenfederfahrwerk liegt das gesamte Gespann ruhig auf der Straße und bewältigt auch Unebenheiten, wie sie auf unbefestigten Wegen oder Wiesenparkplätzen vorkommen, souverän. Allerdings hat der Luxus auch seinen Preis: Für die – völlig ausreichende – Serienausstattung gibt Böckmann einen Bruttolistenpreis von 14.800 Euro, im Testfahrzeug waren Extras im Wert von weiteren 914 Euro eingebaut. Die empfohlenen Herstellerpreise der anderen Portax L-Modelle beginnen bei 13.690 Euro.







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